Anhörungsbogen Rotblitzer

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Karfield
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Anhörungsbogen Rotblitzer

Beitrag von Karfield » 08.02.18, 15:15

Hallo,

folgender Fall: ein Busfahrer fährt im Linienverkehr in der Stadt auf 50er Strecke bei wenig Verkehr zügig, aber weniger als 50 kmh auf Kreuzung zu. Noch vor der Kreuzung wurde ein Radfahrer überholt und während des Kontrollblicks, ob der Bus am Radfahrer vorbei ist schaltet Ampel auf gelb. Die Entscheidung in dem Bruchteil einer Sekunde fiel auf weiterfahren, damit die zahlreichen Fahrgäste durch ein starkes Abbremsen, um zum Stehen zu kommen, nicht gefährdet werden. Dabei löste der Rotblitzer aus. Es lag im Bereich unterhalb einer Sekunde und es wurde niemand gefährdet.

Jetzt liegt der Anhörungsbogen vor. Ist es sinnvoll den Vorgang so zu erklären? Besteht die Möglichkeit, dass der Fall nicht weiter verfolgt wird? Oder soll nichts geschrieben werden? Welche Vorgehensweise wäre in so einem Fall angebracht?

Danke

Tom Ate
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Re: Anhörungsbogen Rotblitzer

Beitrag von Tom Ate » 08.02.18, 21:49

Gelb heißt anhalten - nicht erst rot.
Entweder war die Geschwindigkeit zu hoch oder die Entfernung hätte zum gefahrlosen anhalten gereicht. Die Gelbphasen sind so eingestellt.

Erzählt man die Geschichte so, wie hier dargestellt, kann das Bußgeld sich wegen vorsätzlichem Handeln erhöhen.

winterspaziergang
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Re: Anhörungsbogen Rotblitzer

Beitrag von winterspaziergang » 08.02.18, 22:13

Karfield hat geschrieben:Hallo,

... vor der Kreuzung ...Radfahrer überholt ...schaltet Ampel auf gelb. Die Entscheidung in dem Bruchteil einer Sekunde ...Dabei löste der Rotblitzer aus. ...

Jetzt liegt der Anhörungsbogen vor. Ist es sinnvoll den Vorgang so zu erklären? ...
Zur Schilderung: Klingt widersprüchlich. Die entsprechenden Passagen stehen oben.

FM
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Re: Anhörungsbogen Rotblitzer

Beitrag von FM » 08.02.18, 23:21

Karfield hat geschrieben: Jetzt liegt der Anhörungsbogen vor. Ist es sinnvoll den Vorgang so zu erklären? Besteht die Möglichkeit, dass der Fall nicht weiter verfolgt wird? Oder soll nichts geschrieben werden? Welche Vorgehensweise wäre in so einem Fall angebracht?
Das dürfte ziemlich egal sein. Der Sachverhalt ist ja durch die Aufzeichnung klar, und das beliebte Argument "könnte jemand anders gefahren sein" geht bei einem Linienbus schlecht.

Karfield
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Re: Anhörungsbogen Rotblitzer

Beitrag von Karfield » 10.02.18, 11:05

Tom Ate hat geschrieben:Entweder war die Geschwindigkeit zu hoch oder die Entfernung hätte zum gefahrlosen anhalten gereicht. Die Gelbphasen sind so eingestellt.
Es ist allerdings zu bedenken, dass es ein Unterschied ist, einen PKW zum Stehen zu bekommen oder einen voll besetzten Bus, in dem die Fahrgäste nicht angeschnallt sind. Die Geschwindigkeit war nicht zu hoch, sondern sogar noch weniger als die erlaubten 50 kmh.
Die Frage ist ja, gibt es überhaupt einen Spielraum bei der Entscheidung das Bußgeldverfahren einzuleiten. Führt das Argument, dass bei einer starken Bremsung ein erhöhtes Risiko besteht, dass sich Fahrgäste verletzen, zu einer "Überlegung"?
Tom Ate hat geschrieben:Erzählt man die Geschichte so, wie hier dargestellt, kann das Bußgeld sich wegen vorsätzlichem Handeln erhöhen.
Das verstehe ich nicht, es war ja noch nicht rot und das Weiterfahren geschah nicht mit dem vorsätzlichen Gedanken "ich muss da noch drüber" sondern mit dem Gedanken "wenn ich jetzt stark bremse, fliegen die Fahrgäste aus ihren Sitzen". Das ist doch ein Unterschied.

Aber egal, die Frage wie gesagt ist, gibt es überhaupt einen Spielraum. Gibt es Fälle, wo trotz eindeutigem Blitzer, ein Bußgeldverfahren eingestellt wurde oder nicht erst eröffnet.

Rabenwiese
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Re: Anhörungsbogen Rotblitzer

Beitrag von Rabenwiese » 10.02.18, 11:36

Es ist allerdings zu bedenken, dass es ein Unterschied ist, einen PKW zum Stehen zu bekommen oder einen voll besetzten Bus, in dem die Fahrgäste nicht angeschnallt sind. Die Geschwindigkeit war nicht zu hoch, sondern sogar noch weniger als die erlaubten 50 kmh.
Die Frage ist ja, gibt es überhaupt einen Spielraum bei der Entscheidung das Bußgeldverfahren einzuleiten. Führt das Argument, dass bei einer starken Bremsung ein erhöhtes Risiko besteht, dass sich Fahrgäste verletzen, zu einer "Überlegung"?
Wenn durch die Bremsung die Fahrgäste gefährdet wären, dann wäre die Geschwindigkeit wohl unter der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gewesen. Angepasst an die Situation war sie aber dann offensichtlich nicht.


Es gibt die Tatsachenaufnahme durch den Blitzer. Zahlen und gut. Alles andere schafft nur Probleme

Tom Ate
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Re: Anhörungsbogen Rotblitzer

Beitrag von Tom Ate » 10.02.18, 17:21

Karfield hat geschrieben:, es war ja noch nicht rot
Doch, war es. Desswegen bist du ja geblitzt worden

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