Ampel gelb

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Altbauer
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Ampel gelb

Beitrag von Altbauer »

Herr A fährt durch eine Stadt.
Die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit hält er sorgfältig ein.
(Wohl deswegen) fährt ein anderes Fahrzeug hinter ihm dauerhaft sehr dicht auf, und das mehrere Minuten lang.
Eine Möglichkeit zum Überholen ergibt sich nicht.

Nun springt eine Ampel auf Gelb.
Herr A bremst und kommt vor der Ampel zum stehen.
Hinter sich hört er quietschende Bremsen.
Im Rückspiegel sieht er den wild gestikulierende Fahrer, der sich über das Bremsmanöver von Herrn A
aufregt.

Frage:
Gehen wir davon aus, dass Herr A noch bei Gelb über die Ampel hätte fahren können.
Ist die Kritik des nachfolgenden Fahrers gerechtfertigt ?
Wer hätte Schuld gehabt, wenn es einen Auffahrunfall gegeben hätte?

FelixSt
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Re: Ampel gelb

Beitrag von FelixSt »

Tagesform und Gemütszustand Ihres Hintermannes sind nun wirklich nicht per Gesetz geregelt und auch nicht in bestimmter Form vorgeschrieben oder erzwingbar.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

Altbauer
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Re: Ampel gelb

Beitrag von Altbauer »

FelixSt hat geschrieben:Tagesform und Gemütszustand Ihres Hintermannes sind nun wirklich nicht per Gesetz geregelt und auch nicht in bestimmter Form vorgeschrieben oder erzwingbar.
Wohl wahr!
Andererseits könnte der Hintermann den Vorwurf erheben, Herr A hätte ohne zwingenden Grund
sein Fahrzeug zum Stillstand abgebremst.
Schließlich darf man bei Gelb ja noch über die Ampel!

Jens L
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Re: Ampel gelb

Beitrag von Jens L »

§ 37 StVO hat geschrieben:Gelb ordnet an: „Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten“.
Also war die durchgeführte Bremsung vorschriftsmäßig.

webelch
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Re: Ampel gelb

Beitrag von webelch »

Altbauer hat geschrieben:Schließlich darf man bei Gelb ja noch über die Ampel!
Wo steht das in solch einer allgemeinen Gültigkeit? Ich hingegen finde in §37 StVO nur
Gelb ordnet an: "Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten".
Dass hier keine sich und andere gefährende Vollbremsung gemeint ist, dürfte allerdings auch klar sein.

Hierzu findet man folgende gute Erklärung im Netz
Hilfreich ist, wenn man weiß, wie lang die Gelbphase ist.

Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h beträgt sie nach einer Verwaltungsvorschrift zu § 37 StVO 3 Sekunden, bei zulässigen 60 km/h 4 Sekunden und bei zulässigen 70 km/h 5 Sekunden.

Das bedeutet, die Mathematiker können errechnen (ich nicht), dass bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h jedes Fahrzeug, das mindestens 40 Meter von der Haltelinie entfernt ist, wenn die Ampel auf Gelb umspringt, anhalten muss, andernfalls begeht der Fahrer eine Ordnungswidrigkeit. Jeder, der dichter an der Ampel ist, darf die Kreuzung noch zügig passieren (Bei 60 km/h sind es 54 Meter und bei 70 km/h 70 Meter).
Quelle: https://www.anwalt.de/rechtstipps/gelbe ... 82897.html

FelixSt
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Re: Ampel gelb

Beitrag von FelixSt »

Jeder kennt doch solche Altbauern, die mit Tacho 45 durch die Stadt bummeln, wo 50 erlaubt ist, und dann vor einer gelben Ampel so stark bremsen, dass es fast zum Auffahrunfall kommt. Dennoch sind die Fragestellungen hier müßig, wie das aber ebenfalls bei Altbauern bekannt ist.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

zimtrecht
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Re: Ampel gelb

Beitrag von zimtrecht »

webelch hat geschrieben:Dass hier keine sich und andere gefährdende Vollbremsung gemeint ist, dürfte allerdings auch klar sein.

Das bedeutet, dass bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h jedes Fahrzeug, das mindestens 40 Meter von der Haltelinie entfernt ist, wenn die Ampel auf Gelb umspringt, anhalten muss... Jeder, der dichter an der Ampel ist, darf die Kreuzung noch zügig passieren
Und ab welcher Entfernung bzw. welcher Verzögerung würde man von einer gefährdenden Vollbremsung sprechen dürfen? Wirklich VOLLbremsung mit witterungsbedingter Maximalverzögerung (Fuß->Blech) oder schon vorher? Klar - steht nicht in der StVO - aber gibt es Erfahrungs/Richtwerte dazu?

zimtrecht
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Re: Ampel gelb

Beitrag von zimtrecht »

FelixSt hat geschrieben:Jeder kennt doch solche Altbauern, die mit Tacho 45 durch die Stadt bummeln, wo 50 erlaubt ist, und dann vor einer gelben Ampel so stark bremsen, dass es fast zum Auffahrunfall kommt. Dennoch sind die Fragestellungen hier müßig, wie das aber ebenfalls bei Altbauern bekannt ist.
Jeder kennt doch solche Heißsporne, die mit einer Armlänge hinter einem drängeln, wo mindestens 12m erlaubt sind und dann beim verkehrsbedingten Bremsmanöver (Ampel, Querverkehr, bremsendes Vorausfahrzeug) fast einen Auffahrunfall verursachen.

Also Tempo 45 bei erlaubten MAX von 50 nenne ich nicht Bummeln - sondern ausreichend Sicherheitsabstand zum Grenzbereich :-) Es gibt natürlich Leute, die sich immer am Limit bewegen wollen und auch Fristen immer bis Mitternacht vor Ablauf ausnutzen müssen. Ok, ich habe das Problem nicht, weil ich meinen Begrenzer passend einstelle und dann eben 50 fahre - hat der Altbauer aber nicht und geht auf Nummer Sicher.

ExDevil67
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Re: Ampel gelb

Beitrag von ExDevil67 »

Altbauer hat geschrieben:Wer hätte Schuld gehabt, wenn es einen Auffahrunfall gegeben hätte?
Zumindest anteilig der der auffährt. Irgendwann sollte jeder mal in der Fahrschule gelernt haben das man zum Vordermann ausreichend Abstand lässt um im Bedarfsfall noch bremsen zu können.
Bei einer gelben Ampel könnte man sicher anfangen zu rechnen ob der Vordermann es noch geschafft hätte und damit die Bremsung nötig war. Das würde aber im Zweifel erfordern das man vom Vordermann verlangt das er die Entfernung Ampel - Auto auf den Zentimeter genau einschätzen kann und man auch Nachweisen wann er erkannt hat das die Ampel gelb zeigt.
Bei einem Kind das plötzlich auf die Strasse rennt, gibt's kein "war das evtl nötig".

ktown
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Re: Ampel gelb

Beitrag von ktown »

ExDevil67 hat geschrieben:Zumindest anteilig der der auffährt.
Wieso anteilig?
1. Die Ampel schaltete auf Gelb.
2. Wo ist der notwendige Sicherheitsabstand der Hintermanns?

Eine Aufteilung der Kosten ist wohl nur dann realistisch, wenn der Hintermann auch mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einen Aufprall nicht hätte verhindern können.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Celestro
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Re: Ampel gelb

Beitrag von Celestro »

FelixSt hat geschrieben:Jeder kennt doch solche Altbauern, die mit Tacho 45 durch die Stadt bummeln, wo 50 erlaubt ist,
Ich glaube hier sollte sich mal jemand die Definition von zulässiger "HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT" durchlesen.
FelixSt hat geschrieben:und dann vor einer gelben Ampel so stark bremsen, dass es fast zum Auffahrunfall kommt.
Ein folgendes Fahrzeug müßte soviel Sicherheitsabstand halten, daß es selbst bei einer Vollbremsung nicht auffährt. Das dargestellte Szenario wäre also bei einem vernünftigen Fahrzeugführer, der sich an die StVO hält gar nicht möglich.

FelixSt
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Re: Ampel gelb

Beitrag von FelixSt »

Die zulässige Geschwindigkeit beträgt in dem Falle 50 km/h und weder Tacho 50 noch Tacho 45.

Hinzu kommt, dass hier auch niemand aufgefahren ist, sondern der Hintermann noch früh genug gehalten hat. Das Unfallszenario ist lediglich der Phantasie des Altbauern entsprungen.

Es ist schon interessant, wie schnell die selbsternannten Verkehrserzieher und Fahrlehrer in solchen Threads immer aus ihren Löchern kommen, obwohl sie es erfahrungsgemäß selber sind, die mit einem stolzen Punktekonto gesegnet sind und dauernd geblitzt werden. Aber das liegt natürlich nur an der Abzockerei, die manche Bezirke betreiben, nicht wahr?
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Celestro
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Re: Ampel gelb

Beitrag von Celestro »

FelixSt hat geschrieben:Hinzu kommt, dass hier auch niemand aufgefahren ist, sondern der Hintermann noch früh genug gehalten hat. Das Unfallszenario ist lediglich der Phantasie des Altbauern entsprungen.
Es geht ja auch um eine hypothetische Fallbetrachtung. Wie immer hier im Forum. :roll:
FelixSt hat geschrieben:Es ist schon interessant, wie schnell die selbsternannten Verkehrserzieher und Fahrlehrer in solchen Threads immer aus ihren Löchern kommen,
Du meinst so jemand wie FelixSt, der als erstes so etwas wie Verkehserziehung ins Spiel gebracht hat, indem er "bummeln" und zu starkes Bremsen ins Spiel bringt ? :roll:
FelixSt hat geschrieben:obwohl sie es erfahrungsgemäß selber sind, die mit einem stolzen Punktekonto gesegnet sind und dauernd geblitzt werden.
Ich kenne niemanden mit Punkten auf dem Konto und auch niemanden, der dauernd geblitzt wird. Liegt vermutlich an viel zu geringer Kontrolle der Höchstgeschwindigkeit durch die Behörden.
FelixSt hat geschrieben:Aber das liegt natürlich nur an der Abzockerei, die manche Bezirke betreiben, nicht wahr?
Warum sollte es Abzocke sein, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit wenigstens rudimentär zu überprüfen ?

winterspaziergang
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Re: Ampel gelb

Beitrag von winterspaziergang »

ExDevil67 hat geschrieben:
Bei einer gelben Ampel könnte man sicher anfangen zu rechnen ob der Vordermann es noch geschafft hätte und damit die Bremsung nötig war.
eigentlich nicht.
Selbst wenn der Vordermann so nah an der Ampel ist, dass er ohne Vollbremsung nicht mehr stoppen kann und dies daher nicht verlangt wird, so dürfte spätestens das dahinter fahrenden Fahrzeug, das in angemessenem Abstand fährt, vor der Ampel zum Stehen kommen müssen.
Schließlich darf man bei Gelb ja noch über die Ampel!
aber man muss nicht

Hans Ulg
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Re: Ampel gelb

Beitrag von Hans Ulg »

FelixSt hat geschrieben:Die zulässige Geschwindigkeit beträgt in dem Falle 50 km/h und weder Tacho 50 noch Tacho 45.
Nur wenn bei dieser Geschwindigkeit auch §3 StVO eingehalten werden kann:
Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.
Außerdem bedeutet "zulässige Höchstgeschwindigkeit" nicht "vorgeschriebene (Mindest-)geschwindigkeit".

Und dieser §
§3(2a) Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.
ist im Stadtverkehr ernsthaft bei Tempo 50 praktisch nie einhaltbar.

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