Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Moderator: FDR-Team

Antworten
\o/
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: 25.05.18, 08:00

Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von \o/ »

Hallo,
sollte im Mai wieder der Fahrerlaubnisbehörde (FEB) ein augenärztliches Gutachten einreichen. Habe der FEB mitgeteilt, daß sich meine Augen nicht mehr verschlechtern da ich durch eine Bauchspeicheldrüsen- und Nierentransplantation keinen Diabetes mehr habe (naiv, ich weiß :roll: ). Danach wurde darum gebeten, den Operationsbericht und den aktuellen Nachuntersuchungsbericht einzureichen um die Sachlage zu prüfen. Die Textpassagen, die die FEB nichts angehen und auch zu Klärung der Tatsachen nichts beitragen, habe ich aus Datenschutzgründen geschwärzt. Mehrmals wurde ich dazu aufgefordert, geradezu genötigt, diese Passagen für die Behörde wieder leserlich zu machen, da ansonsten keine Beurteilung möglich wäre. Das ist natürlich absoluter Quatsch, da der freigegebene Text eindeutig und mehrfach klar zeigt, daß meine Transplantate einwandfrei funktionieren. Die Arztberichte werden aufgrund der Schwärzung von der FEB nicht anerkannt und ich muß jetzt ein teures Gutachten machen, was belegen soll, daß meine Transplantate einwandfrei funktionieren und meine Fahreignung aktuell nicht beeinträchtigt ist. Die laufenden Kontrolluntersuchungen bei meinem behandelnden Facharzt bestätigt aber gute und unauffällige Transplantatfunktionen. Eine Fahrbeeinträchtigung ist von dieser Seite also absolut nicht zu erwarten.

Ich finde, das Vorgehen und wie ich hier aufs Glatteis geführt wurde einen Verstoß gegen Treu und Glauben. Meine Bereitschaft zur Mitwirkung wird nun abgestraft. Und ich werde gezwungen ein Gutachten erstellen zu lassen was mich an die 900,00 € kostet und das obwohl ich von Grundsicherung lebe. Das Verlangen ist wirklich völlig überzogen und unangemessen.

Was ist davon zu halten?
Wenn ich die Kostenrechnung für die Anforderung des Fahreignungsgutachten bezahle, gilt dies dann als Anerkennung und kann dann rechtlich nicht mehr dagegen vorgehen?

Vielen Dank.

Jens L
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3528
Registriert: 10.11.05, 19:13

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von Jens L »

\o/ hat geschrieben:Wenn ich die Kostenrechnung für die Anforderung des Fahreignungsgutachten bezahle, gilt dies dann als Anerkennung und kann dann rechtlich nicht mehr dagegen vorgehen?
Nein

Was steht denn in den geschwärzten Passagen Schreckliches, dass die Behörde das nicht lesen darf?

Im Endeffekt bist du verpflichtet, die Zweifel an deiner Eignung auszuräumen. Kommst du dem nicht nach, wird deine Fahrerlaubnis entzogen werden.

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5201
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von ExDevil67 »

\o/ hat geschrieben:Hallo,
Das Verlangen ist wirklich völlig überzogen und unangemessen.
Finde ich nicht.

Die Kurzfassung ihres Sachverhaltes lautet nämlich der Betroffene reicht, für ihn positive, Berichte seiner Ärzte ein, in denen der Betroffene Passagen geschwärzt hat und der Betroffene sich weigert den vollständigen Bericht offenzulegen.

Das die Behörde sich da nicht blind auf die Angaben des Betroffenen verlassen möchte, kann ich verstehen. Wie soll Sie sonst prüfen können ob das was der Betroffene geschwärzt hat wirklich für die Fragestellung der Fahrtüchtigkeit irrelevant ist? Eidesstattliche Versicherung des Betroffenen?

Dann könnten wir auch gleich den Staat verschlanken und die Fahrerlaubnis komplett abschaffen wenn jeder sich selbst für tauglich erklären darf.

\o/
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: 25.05.18, 08:00

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von \o/ »

Das ist doch Quatsch. Verschleiert wird gar nichts! Und warum sollte man sich u. U. unnötig selber belasten? Nocheinmal, die freigegebenen Textpassagen geben hinreichend Informationen um die Bedenken auszuräumen. Oder ist der Hinweise "die transplantierten Organe funktionieren einwandfrei und erfreulicherweise unauffällig" unklar?!?! Das versteht jeder Depp! Und genau das soll jetzt durch ein teures Gutachten bestätigt werden!!!

Das ist doch völliger Blödsinn zu verlangen, Diagnosen bekanntzugeben, die einem peinlich wären aber nicht übers die Fahreignung aussagen. Und wie bereits erwähnt, welcher Idiot würde sich selber belasten wollen :roll: Sorry, aber ihr habt den genauen Sachverhalt gar nicht verstanden.

Werde das mal von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht abklären lassen, ob die Vorgehensweise in diesem Fall völlig überzogen ist. Eigenverantwortliches Handeln wird einem völlig abgesprochen. Viel wichtiger wäre es die Fahrtauglichkeit ab einem gewissen Alter regelmäßig abklären zu lassen, denn genau diese Personengruppe verursacht bekanntermaßen die meisten Verkehrsunfälle. Ich bin im Straßenverkehr nie auffällig geworden, nicht einmal zu meinen Dialysezeiten!

Thema kann geschlossen werden.

FelixSt
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2081
Registriert: 07.08.14, 19:05

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von FelixSt »

Ach Gottchen, da echauffiert sich aber jemand nach bestem Bemühen und legt mehr offen, als ihm bewusst ist...
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5201
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von ExDevil67 »

\o/ hat geschrieben:Und wie bereits erwähnt, welcher Idiot würde sich selber belasten wollen
Natürlich keiner.
Der springende Punkt ist, und da dürfte auch kein Anwalt helfen, die Aussage "Ich als Betroffener habe ihnen doch alle relevanten Passagen lesbar gelassen" dürfte nicht geeignet sein die Behörde von ihrer Fahrtauglichkeit zu überzeugen. Hätte der ausstellende Arzt geschwärzt, wäre das sicher anders zu bewerten.

FelixSt
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2081
Registriert: 07.08.14, 19:05

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von FelixSt »

Man muss sich das mal vor Augen führen. Der Betroffene meldet sich hier an, fragt etwas und erhält zwei (!) Antworten, die ihm nicht gefallen, und poltert sofort drauf los:

Ihr habt NICHTS verstanden!!!
Ihr habt KEINE Ahnung!!!
Ich werde meinen ANWALT fragen!!!
Thema kann GESCHLOSSEN werden!!!

Wenn er sich gegenüber der FEB ähnlich cholerisch verhält, steht womöglich neben der medizinischen bald auch die charakterliche Eignung zur Diskussion.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

Etienne777
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1528
Registriert: 03.03.18, 22:34

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von Etienne777 »

Die der FEB angedienten Berichte sind nicht das, was die FEB ursprünglich eigentlich verlangt hat, nämlich ein augenärztliches Gutachten. So gesehen ist die FEB dem Betroffenen bereits entgegengekommen, indem sie die Bereitschaft zeigte, ggf. auch Arztberichte zu akzeptieren, deren Gegenstand - soweit ich das verstanden habe - überhaupt nicht die Sehfähigkeit ist.

Wenn aber dort normale Arztberichte der FEB ggf. genügt hätten, um sich ein entsprechendes Bild von der Fahreignung zu machen, dann drängt sich die Frage auf, warum es gleich ein augenärztliches GUTACHTEN sein muß. Ich würde die FEB fragen ob ihr eine augenfachärztliche Bescheinigung ausreicht, die darüber Auskunft gibt, ob jetzt eine hinreichende Sehfähigkeit für das Führen eines Fahrzeugs gegeben ist. Damit läge der FEB eine klare Einschätzung eines Sachverständigen vor, die erheblich zielführender sein wird, als seitens der FEB laienhaft Mutmaßungen anzustellen, inwieweit sich die Sehfähigkeit als indirektes Resultat der genannten Transplantationsleistungen verändert haben mag.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5201
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Anforderung eines verkehrsmedizinischen Gutachtens

Beitrag von ExDevil67 »

Da ursprünglich wieder ein Gutachten zur Sehfähigkeit eingereicht werden sollte, scheint es also eine aktenkundige Vorgeschichte zu geben. Und die Frage dürfte sein ob wirklich ein komplettes teures Gutachten nötig war, oder ob nicht eine schlichte Untersuchung vom Arzt inkl entsprechender Bescheinigung nach Anlage 6 FeV gereicht hätte.

Antworten