Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

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summerhill
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Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

Beitrag von summerhill »

Hallo,
zu dem Thema wurde schon viel geschrieben, ich weiß, aber eine komplette Zusammenfassung habe ich nicht so recht gefunden.
Situation:
PKW A steht an Ampel, PKW B fährt PKW A von hinten rechts kommend in die Seite
Beide Türen eingedellt, schliessen aber vollständig, Wagen ist also fahrbereit + verkehrstüchtig

SV-Gutachten:
Rep.kosten: 3.150€ netto, davon
800 € Lohnkosten (Lohnfaktor einer Fachwerkstatt in der Region des Besichtigungsortes), da Auto älter als 3 Jahre
50€ Nebenkosten (hür Hohlraumkonservierung)
1.000€ Lackierung
1.300€ Ersatzteile

keine Verbringungskosten zur Lackiererei
Merk. Wertmind.: 300€
Rep.dauer: 3 AT
Nutzausfallklasse: 60€/Tag (Abstufung auf Grund des Fahrzeugalters wurde bereits berücksichtigt)
UPE-Aufschläge: in Kalk enthalten
Totalschaden und sonstige (Vor-) Beschädigungen liegt nicht vor

Fragen bei fiktiver Anrechnung, Schaden bleibt unrepariert:
Bei der Versicherung von B macht der Halter A folgende Beträge geltend:
Rep.kosten: 3.150€ netto
Merk. Wertmind.: 300€
Nutzungsausfall: 3*60€ = 180€
Pauschale Auslagen/Telefongebühren = 25€
Fahrtkosten Wohnort zum Gutachter: 33 km *0,30€ = 10 €
In Summe also 3.665€. Gutachterkosten werden direkt abgerechnet, ggf. zusätzlich Anwaltskosten,falls erforderlich

[b]-> Passt soweit? Fehlt was?[/b]

Nach 9 Monaten findet A 2 Türen in der passenden Farbe beim örtlichen Schrottplatz.
Er kauft diese für 1000€ zzgl. 190€ Mwst. und lässt diese fach- und sachgerecht durch eine Werkstatt für weitere 500€ zzgl. 95€ Mwst einbauen.
Der Schaden ist damit vollständig repariert.
A schickt die Fotos des reparierten Fahrzeugs zusammen mit den beiden Rechnungen an die Versicherung und beantragt die Auszahlung der 285€ (190+95).

[b]-> Passt soweit? Fehlt was? Gibt es eine Frist für die Reparatur? Muss man diese Möglichkeit bei der Auszahlung der fiktiven Abrechnung sich bestätigen lassen?[/b]

Schon Mal vielen Dank im Voraus.
VG

Tastenspitz
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Re: Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

Beitrag von Tastenspitz »

summerhill hat geschrieben:Nach 9 Monaten findet A 2 Türen in der passenden Farbe beim örtlichen Schrottplatz.
Er kauft diese für 1000€ zzgl. 190€ Mwst. und lässt diese fach- und sachgerecht durch eine Werkstatt für weitere 500€ zzgl. 95€ Mwst einbauen.
Der Schaden ist damit vollständig repariert.
A schickt die Fotos des reparierten Fahrzeugs zusammen mit den beiden Rechnungen an die Versicherung und beantragt die Auszahlung der 285€ (190+95).
IMHO:
Da wird die Versicherung dann abrechnen und die ausbezahlte Differenz (3.665€ minus 1.785€) zurückfordern. :lachen:
Ansonsten:
Wenn keine Instandsetzung erfolgt gibt es auch keinen daraus resultierenden Nutzungsausfall.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

ktown
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Re: Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

Beitrag von ktown »

Nach dem hier beschriebenen will A 2x abkassieren.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Hust
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Re: Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

Beitrag von Hust »

Auch bei einer Teilreparatur ist die dann anfallende MWSt erstattungsfähig.

summerhill
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Re: Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

Beitrag von summerhill »

[quote="ktown"]Nach dem hier beschriebenen will A 2x abkassieren.[/quote]
Warum? A fordert beim 2. Mal Nr die Mwst nicht die 1500€ netto für Material und Lohn.

summerhill
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Re: Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

Beitrag von summerhill »

[quote="Tastenspitz"]IMHO: Da wird die Versicherung dann abrechnen und die ausbezahlte Differenz (3.665€ minus 1.785€) zurückfordern. :lachen:
Ansonsten: Wenn keine Instandsetzung erfolgt gibt es auch keinen daraus resultierenden Nutzungsausfall.[/quote]

Das sieht https://www.bussgeldkatalog.org/fiktive-abrechnung/ aber anders:
Nutzungsausfall: Nach einem Unfall können Sie entweder einen Mietwagen auf Kosten der gegnerischen Versicherung in Anspruch nehmen, oder einen Nutzungsausfall geltend machen.Erstere Option gehört nicht zur fiktiven Abrechnung – immerhin erhalten Sie einen reellen Gegenwert für die gezahlten Beträge. Eine Nutzungsausfallentschädigung können Sie hingegen im Rahmen einer fiktiven Abrechnung für den Zeitraum der hypothetischen Reparatur geltend machen.

fragenfueralle
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Re: Unfallverschuldeter Unfall und die fiktive Abrechnung

Beitrag von fragenfueralle »

summerhill hat geschrieben:
Tastenspitz hat geschrieben:....
Das sieht https://www.bussgeldkatalog.org/fiktive-abrechnung/ aber anders:
Nutzungsausfall: ....Eine Nutzungsausfallentschädigung können Sie hingegen im Rahmen einer fiktiven Abrechnung für den Zeitraum der hypothetischen Reparatur geltend machen.
Das hatte ich auch schon gefunden, allerdings denke ich, dass das so nicht korrekt ist. Ohne Reparatur fällt auch kein Nutzungsausfall durch einen Werkstattaufenthalt an.
Zum Beispiel hier: https://www.deubner-recht.de/themen/fik ... sfall.html.
Allerdings ist es wohl so, dass bei der fiktiven Abrechnung dann ein Nutzungsausfall erstattet wird, wenn nachweislich doch repariert wurde, wenn auch zu einem günstigeren Kurs oder bei einer Teil-Reparatur: https://www.anwalt.de/rechtstipps/autou ... 06551.html , vorletzter und letzter Punkt dort.

Bei einer Teil-Reparatur hat der Geschädigte auch Anspruch auf Erstattung der Mehrwertsteuer im Rahmen einer fiktiven Abrechnung: https://www.kfz-betrieb.vogel.de/steuer ... -a-246546/
Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.

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