Standort Blitzer

Moderator: FDR-Team

ronnst
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Standort Blitzer

Beitrag von ronnst »

Hallo. Ich habe mal eine allgemeine Frage zum Standort eines Blitzers.
Eine Person A wurde direkt am Ortsausgang von einem Blitzer erwischt. Dieser stand keine 20m vor dem Ortsausgang.
Recht und linkt keinerlei Wohnhäuser, sondern nur mehr Bäume und Sträucher. Es ergibt sich durch die Umgebung der Eindruck, als hätte man den Ort schon verlassen.
Nun hat A schon vor dem erreichen den Ortsschildes seiner Geschwindigkeit wieder erhöht und wurde natürlich kurz vor dem Schild geblitzt.
Ist das nun mehr Fallenstellerrei?
Denn A ist nicht bekannt, das da mal was passiert sei. Werder befinden sich Fußgänger, noch Kindergärten, oder Schulen in der Nähe.
Oder hat A einfach nur Pech gehabt? :-)

Gruß
Ronny

SusanneBerlin
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von SusanneBerlin »

Ist das nun mehr Fallenstellerrei?
Denn A ist nicht bekannt, das da mal was passiert sei. Werder befinden sich Fußgänger, noch Kindergärten, oder Schulen in der Nähe.
Nichts davon ist relevant.
Oder hat A einfach nur Pech gehabt? :-)
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit hängt nicht davon ab, welche Bebauung oder Bepflanzung sich links und rechts der Straße befindet, sondern von der Beschilderung. A hat die zulässige Geschwindigkeit überschritten und wurde erwischt. A sollte die zulässige Geschwindigkeit von den Verkehrsschildern ablesen, nicht von den Bäumen.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 16.06.18, 16:10, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

FelixSt
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von FelixSt »

A hat also vorsätzlich bereits vor Verlassen des Orts beschleunigt?
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

Etienne777
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von Etienne777 »

FelixSt hat geschrieben:A hat also vorsätzlich bereits vor Verlassen des Orts beschleunigt?
Nicht vorsätzlich, sondern gewohnheitsmäßig! :mrgreen:

Aber er wähnte sich aufgrund des Umgebungscharakters bereits außerorts, wobei sich sein subjektiver Eindruck nicht im Einklang mit dem Standort des Ortsausgangsschilds befand.

Formal haben die Flitzerblitzer sicherlich in erlaubter Weise gehandelt, aber ausgehend von der Schilderung des Umgebungscharakters drängt sich schon der Eindruck auf, die Aktion sei allein von der Einnahmenoptimierung motiviert. Leider läßt unser Rechtssystem das ebenso zu, wie auch die staatliche Hehlerei mit geklauten Steuer-CDs. Der Staat ist eben nicht der Bürger.
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winterspaziergang
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von winterspaziergang »

ronnst hat geschrieben:Hallo. Ich habe mal eine allgemeine Frage zum Standort eines Blitzers.
Eine Person A wurde direkt am Ortsausgang von einem Blitzer erwischt. Dieser stand keine 20m vor dem Ortsausgang.
Recht und linkt keinerlei Wohnhäuser, sondern nur mehr Bäume und Sträucher. Es ergibt sich durch die Umgebung der Eindruck, als hätte man den Ort schon verlassen.
Nun hat A schon vor dem erreichen den Ortsschildes seiner Geschwindigkeit wieder erhöht und wurde natürlich kurz vor dem Schild geblitzt.
Ist das nun mehr Fallenstellerrei?
Das entscheidende steht im vorletzten Satz: Das Schild zum Ortsausgang stand sichtbar dort.
Damit ist die Frage, ob man anhand der Bäume davon ausgehen dürfte, den Ort verlassen zu haben, beantwortet.
Dürfte wohl leider nichts zu machen sein.

FelixSt
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von FelixSt »

Also der Gewohnheit entsprechend vorsätzlich.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

SusanneBerlin
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von SusanneBerlin »

ronnst hat geschrieben:Denn A ist nicht bekannt, das da mal was passiert sei. Werder befinden sich Fußgänger, noch Kindergärten, oder Schulen in der Nähe.
Also muss man sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen nur halten, wenn Fußgänger auf der Straße sind oder an der entsprechenden Stelle schon mal ein Kind überfahren wurde?
Grüße, Susanne

FM
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von FM »

Etienne777 hat geschrieben: Nicht vorsätzlich, sondern gewohnheitsmäßig! :mrgreen:

Aber er wähnte sich aufgrund des Umgebungscharakters bereits außerorts, wobei sich sein subjektiver Eindruck nicht im Einklang mit dem Standort des Ortsausgangsschilds befand.
Wenn er das so in die Stellungnahme schreibt, könnte auch noch eine MPU angeordnet werden.

fodeure
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von fodeure »

FM hat geschrieben:Wenn er das so in die Stellungnahme schreibt, könnte auch noch eine MPU angeordnet werden.
Dafür gibt es nicht einmal ansatzweise eine Rechtsgrundlage.

Etienne777
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von Etienne777 »

FM hat geschrieben:Wenn er das so in die Stellungnahme schreibt, könnte auch noch eine MPU angeordnet werden.
Für Tempo 30-Zonen hat die Rechtsprechung immerhin entschieden, daß es dort nicht genügt, lediglich das entsprechende Verkehrszeichen aufzustellen, wenn der Charakter der Straße nicht auf eine verkehrsberuhigte Zone deutet. Offenbar spielt es eben doch eine Rolle, welchen Eindruck äußere Gegebenheiten auf Kraftfahrer machen können.
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Tastenspitz
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von Tastenspitz »

In welchem Bundesland steht der Blitzer?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

FM
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von FM »

fodeure hat geschrieben:
FM hat geschrieben:Wenn er das so in die Stellungnahme schreibt, könnte auch noch eine MPU angeordnet werden.
Dafür gibt es nicht einmal ansatzweise eine Rechtsgrundlage.
Wenn der Fahrer selbst sagt, dass er Wahrnehmungsstörungen hat und Verkehrsschilder nicht erkennen kann, und sich deshalb auf seine eigene Vermutung verläßt was da wahrscheinlich gelten könnte?

fodeure
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von fodeure »

FM hat geschrieben:Wenn der Fahrer selbst sagt, dass er Wahrnehmungsstörungen hat und Verkehrsschilder nicht erkennen kann, und sich deshalb auf seine eigene Vermutung verläßt was da wahrscheinlich gelten könnte?
Das sagt er aber nicht.

MrMurphy
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von MrMurphy »

Hallo
Für Tempo 30-Zonen hat die Rechtsprechung immerhin entschieden, daß es dort nicht genügt, lediglich das entsprechende Verkehrszeichen aufzustellen, wenn der Charakter der Straße nicht auf eine verkehrsberuhigte Zone deutet.
Märchen. Ein Schild reicht innerorts in jedem Fall aus.

Nach deinen Angaben muss das Ortsschild deutlich sichtbar gewesen sein. Zudem lernt man in der Fahrschule, dass Fahrzeugführer sich grade nicht durch den "Charakter" einer Straße täuschen lassen dürfen. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass in den Fahrstunden nicht mehrfach Ortsschilder passiert wurden und der Fahrlehrer dabei darauf Wert legt, dass erst ab dem Ortsschild beschleunigt werden darf. Und zwar bereits seit Jahrzehnten.

Zudem: Hält Person A sich für besonders klug? Wenn der Blitzer dort nicht zulässig wäre hätten bereits so viele Betroffene erfolgreich Widerspruch eingelegt, dass der Blitzer längst weg wäre.

Die Rechtssprechung ist zudem dahingehend eindeutig, dass Blitzer von Ortsende-Schildern keinen Abstand einhalten müssen. Und nicht umsonst sind Ortsschilder besonders groß.

Gruss

MrMurphy

Etienne777
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Re: Standort Blitzer

Beitrag von Etienne777 »

MrMurphy hat geschrieben:Hält Person A sich für besonders klug? Wenn der Blitzer dort nicht zulässig wäre hätten bereits so viele Betroffene erfolgreich Widerspruch eingelegt, dass der Blitzer längst weg wäre.
Mr. Murphys Gesetz? :mrgreen:

Ich halte diese Konklusion für mindestens mutig. Wir wissen nicht, ob diese Blitzerstelle nicht gerade zur Einnahmenoptimierung neu entdeckt oder jedenfalls erst neuerdings dafür genutzt wurde. Das wäre immerhin möglich.

Auch will ich hoffen, daß die Mehrzahl der Geblitzten nicht so schnell war, daß es bereits außerhalb des Bereichs eines kostengünstigen Verwarngeldes lag. Wegen solcher Kleinbeträge legt eher niemand Widerspruch ein, da dann nämlich mit deutlich höherem Kostenrisiko ein Bußgeldverfahren und eventuell auch gerichtliche Austragung droht.

Selbst wenn es erfolgreiche Widersprüche gegeben haben sollte, kann der Anteil nicht widerspruchsführender Kraftfahrer so groß gewesen sein, daß es sich trotzdem rentiert, dort zu blitzen. Von der Meinung, daß staatliches Handeln immer korrekt und rechtmäßig ist, habe ich mich schon vor langem gelöst.
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