Nötigung oder Abstandsverstoß

Moderator: FDR-Team

neutrino
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von neutrino »

FM hat geschrieben:Solche Risiken ließen sich vermeiden, wenn wie fast überall sonst weltweit die Geschwindigkeit auf 120 oder 130 begrenzt wäre.
So isses, wobei ich nicht unbedingt dafür wäre, sowas einzuführen. Aber es gibt ja auch in Deutschland noch sowas wie eine Richtgeschwindigkeit und die liegt bei 130.

neutrino
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von neutrino »

Elektrikör hat geschrieben:
…Der Vorgang des Drängelns ging über mindestens eine halbe Minute (bis Fahrer A wieder nach links wechselt).
Gaspedal defekt?


MfG
In dieser halben Minute wurde ca drei Autos überholt. A ist nicht geschlichen.
Er muss sich nicht von seinem Hintermann diktieren lassen, wie schnell er links zu fahren hat.

Altbauer
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von Altbauer »

neutrino hat geschrieben:beiden Händen ein Handy abgestützt auf das Lenkrad hält und Fahrer A offensichtlich filmt
Unerlaubter Gebrauch des Handys während der Fahrt.
Problem dürfte die Beweisbarkeit sein. Formulieren wir die Frage eventuell doch so um, dass Fahrer A einen
Beifahrer hatte, der alles bezeugt.

Abstandsverstoß oder Nötigung
- Dichtes Auffahren für kurze Zeit = Abstandsverstoß
- Dichtes Auffahren dauerhaft = Nötigung

Über die Definitionen "kurze Zeit" und "dauerhaft" musste dann ein Gericht entscheiden

ktown
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von ktown »

Altbauer hat geschrieben:Problem dürfte die Beweisbarkeit sein.
Wo ist das Problem? Der Bildausschnitt wird definitiv erkennen lassen, aus welcher Position das Bildmaterial gemacht wurde.
Altbauer hat geschrieben:Formulieren wir die Frage eventuell doch so um, dass Fahrer A einen Beifahrer hatte, der alles bezeugt.
Welcher Beifahrer?
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Tastenspitz
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von Tastenspitz »

neutrino hat geschrieben:Er muss sich nicht von seinem Hintermann diktieren lassen, wie schnell er links zu fahren hat.
Nein.
Die Rechtslage siehe JensL. Ansonsten ist die Beurteilung ob Nötigung oder nicht von 2 wesentlichen Faktoren abhängig:
1. Was man beweisen/nachweisen kann
2. Ob man Strafantrag deswegen stellt
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

neutrino
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von neutrino »

Fahrer A hatte 2 Mitfahrer. Diese Mitfahrer haben das dichte Auffahren gesehen.

Tastenspitz
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von Tastenspitz »

neutrino hat geschrieben:Fahrer A hatte 2 Mitfahrer. Diese Mitfahrer haben das dichte Auffahren gesehen.
...was uns zu 1. siehe oben führt.
Und wie ist es mit 2.?
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neutrino
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von neutrino »

Naja es soll eigentlich keine Strafanzeige gestellt werden. Es interessiert mich nur, ob eine solche zum Erfolg führen würde wenn man denn wollte.

Es wäre ja auch die Frage, ob die zwei Mitfahrer von A ausreichen würden, da es sich um Verwandte handelt.

Der Drängler saß übrigens alleine im Auto.

Tastenspitz
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von Tastenspitz »

neutrino hat geschrieben:Es interessiert mich nur, ob eine solche zum Erfolg führen würde wenn man denn wollte.
Das ist die klassische Glaskugelfrage. Die kann man mit einem eindeutigen "kommt drauf an" beantworten. :)
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Uwe Mettmann
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von Uwe Mettmann »

Froggel hat geschrieben:Das mag schon sein, gibt dem auffahrenden Fahrer aber nicht das Recht, den vorderen Fahrer zu nötigen. Das ganze Verhalten ist als Abstandsverstoß in Verbindung mit einer Nötigung zu sehen. Das "oder" in der Frage "Nötigung oder Abstandsverstoß" wäre also in ein "und" zu wandeln.
Dem kann ich zustimmen.
Froggel hat geschrieben:Im Übrigen kann ich die Fehleinschätzung des vorausfahrenden Fahrers gut nachvollziehen. Wenn man in weiter Ferne ein Auto entdeckt, muss man nicht damit rechnen, dass es im nächsten Augenblick bereits hinter einem ist.
Dem hingegen nicht, denn die StVO schreibt vor, dass, wer zum Überholen ausscheren will, sich so verhalten muss, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. Daher muss man damit rechnen, dass sich ein Fahrzeug sehr schnell annähert.

In dem vom TE geschilderten Fall können wir davon ausgehen, dass das anrauschende Fahrzeug sehr stark bremsen musste, denn sonst hätte der Fahrer wohl kaum so einen Aufstand gemacht. Daher war in diesem Fall eine Gefährdung eben nicht ausgeschlossen.

Man darf nur zum Überholen die Spur wechseln, wenn eine Gefährdung ausgeschlossen ist und andere Fahrzeuge nicht behindern, wenn diese Behinderung vermeidbar ist.

Anderseits muss sich der Fahrer des schnell annähernden Fahrzeugs damit rechnen, dass andere Verkehrsteilnehmer einen Fehler machen und sollte somit je nach Situation seine Geschwindigkeit reduzieren.

Verhalten sich beide so, so müssen also zwei Fehler zusammenkommen, damit es zu einer kritischen Situation oder einen Unfall kommt. Verhält sich einer anders, wird das Ganze schon kritischer und ein Fehler reicht für eine kritische Situation oder einen Unfall aus.

Daher sollte sich auch der Fahrer A ganz feste an die Nase fassen und sich nicht darüber Gedanken machen, was der andere falsch gemacht hat, sondern seinen eigenen Fehler analysieren und überlegen, was er zukünftig besser machen kann, so dass ihm so ein fataler Fahrfehler nicht wieder passiert.


Gruß

Uwe

neutrino
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von neutrino »

Uwe Mettmann hat geschrieben:
so dass ihm so ein fataler Fahrfehler nicht wieder passiert.

Gruß

Uwe
Fatal ist wohl was anderes.

Das würde bedeuten, dass man nicht mehr auf die linke Spur zum Überholen wechseln kann, wenn man hinten ein Fahrzeug sieht. Es könnte ja sehr schnell sein.
Aus dieser Perspektive und aus dieser Entfernung kann keiner die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs so genau abschätzen.

Mal angenommen ein Auto fährt mit 200 über die Autobahn. Es legt dann in 1 Sekunde einen Weg von 55 Metern zurück. Wenn das Auto also sagen wir mal 400 Meter weg ist, bräuchte es knapp 8 Sekunden bis es auf den Wechsler trifft, gesetzt den Fall, dieser würde sich von da ab nicht von der Stelle bewegen! Wenn man nun eine Reaktionszeit von einer Sekunde zugrunde legt, hat der Fahrer immer noch 345 m oder gute 6 Sekunden plus den Weg, den der Wechsler bis dahin zurück gelegt hat Zeit, um mal ein bisschen abzubremsen. Er muss ja nicht auf 0 sondern nur auf ca. 130-140 km/h
Gegen 200 auf der Autobahn ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Das sollte man aber nur dann tun, wenn man auch ein entsprechendes Reaktionsvermögen hat.

Es gibt auch die Kameraden, die absichtlich erst sehr spät bremsen, um dem Vordermann zu zeigen, wie stark sie jetzt doch wegen ihm abbremsen mussten.
Wenn ich mir jetzt noch Gedanken über das Handy mache, was in Nullkommanix zur Hand und bereit zum Filmen war, dann tun sich mir da noch ganz andere Szenarien auf.

FelixSt
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von FelixSt »

Es ist wirklich nicht weiter erstaunlich, dass A sich beharrlich weigert, trotz der hier im Thread vorgebrachten Argumente einen Verursachungsbeitrag seiner selbst einzugestehen.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

ktown
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von ktown »

neutrino hat geschrieben:Das würde bedeuten, dass man nicht mehr auf die linke Spur zum Überholen wechseln kann, wenn man hinten ein Fahrzeug sieht.
Nein das bedeutet es nicht. Es bedeutet, sollte man den rückwärtigen Verkehr und dessen Geschwindigkeit nicht einschätzen können, dass man den Überholvorgang nicht einleiten darf.
Ist so im §5 Abs. 4 Satz 1 eindeutig beschrieben.
Wer zum Überholen ausscheren will, muss sich so verhalten, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Tastenspitz
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von Tastenspitz »

FelixSt hat geschrieben:einen Verursachungsbeitrag seiner selbst
Was ist das denn?
Ich vermute ein Fehler.
Daraus ergibt sich aber kein Recht, sich wie der vermeindlich ausgebremste zu verhalten.
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neutrino
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Re: Nötigung oder Abstandsverstoß

Beitrag von neutrino »

FelixSt hat geschrieben:Es ist wirklich nicht weiter erstaunlich, dass A sich beharrlich weigert, trotz der hier im Thread vorgebrachten Argumente einen Verursachungsbeitrag seiner selbst einzugestehen.
Darum geht es hier schlichtweg nicht.
Die Frage war nur: wie ist das Verhalten des Dränglers zu werten: "Abstandsverstoß oder Nötigung"

Da diese Frage ja ganz gut beantwortet wurde bedanke ich mich an dieser Stelle für Eure Meinungen.
Es macht glaub ich wenig Sinn, hier über Drängler und Bedrängte zu diskutieren. Da wird man nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Das muss man aber auch gar nicht.
Insofern: danke für die angeregte Diskussion, solong ... bis zum nächsten Thema :-)

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