Unfall auf privat angelegter Sperrfläche

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HaraldSchumi
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Unfall auf privat angelegter Sperrfläche

Beitrag von HaraldSchumi » 21.11.18, 12:05

Hallo,

Herr X hat sein Kfz in einem Gewerbepark vor dem Hof einer Firma abgestellt.
Sein Fahrzeug steht dabei teilweise auf einer von der Firma selbst aufgepinselten
"Sperrfläche", welche jedoch nicht von der Stadt eingerichtet wurde.
Ein LKW will auf den Hof auffahren und rammt X´s Fahrzeug.
Die Versicherung zahlt nur 70% und meint, der X wäre mithaftbar aufgrund seiner Betriebsgefahr.

Muss sich der X dies tatsächlich zurechnen lassen?

MrMurphy
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Re: Unfall auf privat angelegter Sperrfläche

Beitrag von MrMurphy » 21.11.18, 22:25

Hallo

Die Frage lässt sich leider nicht konkret beantworten.

Zunächst: Nur weil die Markierungen auf der Straße nicht von den Behörden angeordnet wurden und damit rechtlich erst mal keine Auswirkungen haben heißt das noch lange nicht, dass dort legal geparkt werden darf.

Das kann ähnlich wie bei privaten "Einfahrt freihalten"-Schildern sein, die zwar selbst keine rechtlichen Auswirkungen haben, aber in der Regel auf eine gesetzliche Regelung hinweisen.

In Gewerbegebieten sollte zusätzlich mit LKW-Verkehr gerechnet werden und denen entsprechend Platz gelassen werden. Auch wenn sich das nur indirket aus dem Gesetz, aber auch Urteilen, ergibt.

Die Markierungen hätten dich zumindest veranlassen müssen mal darüber nachzudenken, warum jemand (und offensichtlich keine Kinder) die dort angebracht haben.

Wenn du dort zwar legal, aber rücksichtslos, geparkt hast kann die Versicherung natürlich auf die Idee kommen etwas Geld zu sparen, indem sie dir erstmal eine Mitschuld zuweist. Wobei 30% schon recht happig sind.

Wenn sich die Versicherung auf keine Nachbesserung einlässt musst du klagen und trägst auch das Risko ganz oder teilweise auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben. Keine Gerichtskosten brauchst du nur nicht zahlen, wenn du 100% des Schadens ersetzt bekommst, also komplett freigesprochen wirst.

Ansonsten steht es dem Richter frei die Kosten zu verteilen. Also wenn du zum Beispiel im Endeffekt nur 10% des Schadens selbst tragen musst.

Von daher solltest du dich erst einmal von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Da Richter regional teilweise unterschiedlich urteilen kann der am besten deine Kosten und die Erfolgsaussichten einschätzen.

Die Wunschvorstellung "Mein Auto stand, der Andere ist dagegen gefahren und muss deshalb alles zahlen" funktioniert in der Praxis nur in eindeutigen Fällen. Bei Gewerbegebiet und LKW kann es schon schwierig werden, wie du grade praktisch erfährst. Eindeutig wäre es in deinem Fall nur, wenn du auf einem offiziellen Parkplatz geparkt hättest. Davon ist nach deiner Beschreibung aber nicht auszugehen.

Gruss

MrMurphy

ktown
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Re: Unfall auf privat angelegter Sperrfläche

Beitrag von ktown » 22.11.18, 07:53

MrMurphy hat geschrieben:Die Frage lässt sich leider nicht konkret beantworten.
Sollen wir hier ja auch nicht.

Ansonsten hier etwas Lesestoff.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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