Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

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Tastenspitz
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Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von Tastenspitz » 05.04.19, 07:05

Guten Morgen zusammen. :)
Man nehme eine Autobahn mit einem solchen Leitsystem. Der Fahrer fährt nun aus einer Baustelle heraus und alle Begrenzungen werden aufgehoben. Zeichen 282
1. Etwa 800 m weiter die erste diese Anzeigebrücken: 120 km/h werden angezeigt.
2. Im Verlauf der nächsten 5 km weitere drei solcher Brücken ohne irgend eine Anzeige - also komplett abgeschaltet.
3. Dann ein Autobahnkreuz, eine weitere (dritte) Autobahnfahrspur kommt dazu. Die von diese Autobahn kommenden Fahrzeuge haben keine Geschwindigkeitsbeschränkung.
4. Dann für alle Fahrspuren eine weitere tote Anzeigebrücke mit dem Schild "Außer Betrieb".
5. Und dann nach weiteren 3 km wieder freie Fahrt für alle. Zeichen 282
Nun die Fragen:

Gelten für die Fahrer von Punkt 3. bis 5. unterschiedliche Begrenzungen, je nach dem von welcher Autobahn sie kommen?
Wie weit gelten die 120 km/h für den Fahrer?
Wer es in der Praxis erleben möchte fahre bitte A8 von Ulm weiter bis Leipheim.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von windalf » 05.04.19, 07:26

Zum Glück weiß dann später das autonom fahrende Auto, wie es sich richtig verhalten muss :devil:

btw. darf ein autonom fahrendes Auto eigentlich während es fährt googlen?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von ktown » 05.04.19, 07:40

Wer zahlt eigentlich den Strafzettel bei einem autonom fahrenden Fahrzeug?
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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von Tastenspitz » 05.04.19, 07:44

ktown hat geschrieben:Wer zahlt eigentlich den Strafzettel bei einem autonom fahrenden Fahrzeug?
Da dürfte sich nix ändern. Elon Musk wird hier jedenfalls wohl kaum in die Bresche springen.
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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von windalf » 05.04.19, 07:47

Tastenspitz hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Wer zahlt eigentlich den Strafzettel bei einem autonom fahrenden Fahrzeug?
Da dürfte sich nix ändern. Elon Musk wird hier jedenfalls wohl kaum in die Bresche springen.
Ich bin mir sicher, dass sich da was ändern wird. Entweder Halter (ich vermute mal stark nicht) oder aber Versicherer (die das dann einpreisen) oder Hersteller.

Auf "Fahrer" kann sich das ja kaum beziehen, weil auch gar nicht (immer) klar ist wer Fahrer (wenn man das überhaupt noch so bezeichnen kann. Eher Nutzer) ist.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von Tastenspitz » 05.04.19, 07:52

windalf hat geschrieben:Auf "Fahrer" kann sich das ja kaum beziehen, weil auch gar nicht (immer) klar ist wer Fahrer (wenn man das überhaupt noch so bezeichnen kann. Eher Nutzer) ist.
Fahrer ist der, der hinterm Lenkrad sitzt. Und wenn die Karre irgendwann komplett autonom und vielleicht auch mal ohne Menschen fährt, ist im Zweifel eben der Halter dran. Da ändert sich nmE. nix.
Aber bitte mal BTT... :)
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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von ktown » 05.04.19, 07:56

Tastenspitz hat geschrieben:ahrer ist der, der hinterm Lenkrad sitzt.
:lachen: Welches Lenkrad?
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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von Tastenspitz » 05.04.19, 08:07

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von sentry » 05.04.19, 08:11

Tastenspitz hat geschrieben: Wie weit gelten die 120 km/h für den Fahrer?
Nach meinem unmaßgeblichen Rechtsverständnis (Qualifikation: ein recht alter bundesdeutscher Führerschein) gelten die 120 von Punkt 1 bis Punkt 5.
Sie werden durch eine Auffahrt (hier am Autobahnkreuz) nicht automatisch aufgehoben, sondern gelten weiter.
Abgeschaltete Verkehrsbeeinflussungsanlagen haben keine Bedeutung. Sie sind gewissermaßen nicht vorhanden.

Allerdings ist es wohl so, dass die Anzeigen an einer Schilderbrücke nur für den Fahrstreifen gelten, über dem sie hängen. D.h. am Autobahnkreuz hätte der hinzukommende dritte Fahrstreifen irgendwie keine Geschwindigkeitsbegrenzung.
Außerdem wirkt hier natürlich die Dauerbrenner-Frage, woher denn die am Kreuz Auffahrenden von der Beschränkung wissen könnten und ob sie dafür belangt werden können, wenn sie schneller als 120 fahren...

Anscheinend hat man das drohende Dilemma erkannt und nach dem AK ebenfalls eine VBA aufgestellt (Punkt 4). Doof natürlich wenn die "Außer Betrieb" ist.

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von ktown » 05.04.19, 08:44

Es gibt in Bayern, wie übrigens in vielen anderen Bundesländern, eine interne Dienstanweisung, dass an jeder Zufahrt die Geschwindigkeitsbegrenzung zu wiederholen ist. Ob man sich darauf bei einer Gerichtsverhandlung beziehen kann, steht aber wiederum auf einem anderen Blatt. :wink:
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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von hawethie » 05.04.19, 08:50

Dienstanweisungen haben keinerlei Außenwirkung.
Die Aufhebungstatbestände für Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in der StVO geregelt - so lange gelten sie.

ABER: die rechtsprechung hat mal gesagt, dass man nicht allzu große Ansprüche an das Erinnerungsvermögen eines Autofahrers stellen kann und somit Streckenverbote regelmäßig zu wiederholen sind.
Ich bin mir nur nicht sicher, ob das jetzt zwei oder fünf km waren.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von Tastenspitz » 05.04.19, 08:52

Das kenne ich auch so. Aber hier wäre die halt "Außer Betrieb.
sentry hat geschrieben:Nach meinem unmaßgeblichen Rechtsverständnis (Qualifikation: ein recht alter bundesdeutscher Führerschein) gelten die 120 von Punkt 1 bis Punkt 5.
Nach meinem auch. Allerdings hat man dann spätestens nach der ersten abgeschalteten Brücke die Fahrer aus der Abteilung "Vollhonk" an der Stoßstange kleben. Daher meine Frage...
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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von ktown » 05.04.19, 09:09

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von Zafilutsche » 05.04.19, 12:00

Also bei Flugzeugen wo die Steuerung "Sch…" baut, haftet der Hersteller (Und die Kunden wollen keinen Schrott kaufen)
Auf das Selbstfahrende Auto bezogen: Ich glaube die Kunden wollen genau so wenig so ein Schrott haben.
Nur unsere Politiker zwingen die Hersteller zukünftig "Geschwindigkeitsassistenten" einzubauen, damit diese dann "selbst" beschleunigen und abbremsen können.
Und in die Lenksysteme können externe (unzulässigerweise) heute schon eindringen, um beispielsweise jemanden an die Wand fahren lassen zu wollen.
Früher mußten Regierungsmitglieder (Um Stasimitarbeiter nicht ausdrücklich nennen zu müssen) noch über die Grenze fahren um "Staatsfeinde" auf der hiesigen Autobahn abdrängen zu können.
Gut heute gibt's halt die "Drohnen" die Staatsfeinde ohne gerichtliches Verfahren aus der Luft wie ein Videospiel "abballern", das mit dem externen Eingriff die Fahrzeugsteuerung ist halt "eleganter" und der Autobesitzer bezahlt sogar selber die potentielle Waffe (Das Steuersystem) dafür. Das wäre für den Staat tatsächlich billiger. Die Welt der Technik ist doch wunderbar.

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Re: Verkehrsleitsystem oder doch nicht...

Beitrag von ktown » 05.04.19, 12:24

Zafilutsche hat geschrieben:Nur unsere Politiker zwingen die Hersteller zukünftig "Geschwindigkeitsassistenten" einzubauen, damit diese dann "selbst" beschleunigen und abbremsen können.
Das machen die Autos schon heute (in bestimmten Preisklassen :wink: ) Da stellste den Tempomat auf eine feste Größe ein und der Wagen bremst und beschleunigt, wenn zwischendrin ein Schild eine niedrigere Geschwindigkeit fordert.
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