Fußgängerüberweg

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Kuffe
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Fußgängerüberweg

Beitrag von Kuffe » 09.05.19, 19:30

Hallo, ein Fußgängerüberweg wird von einem Fahrradkurier (Postdienstleister) mit einem Lastenfahrrad befahren, es kommt zu einem Unfall. Ein bei "Grün" rechtsabbiegendes Fahrzeug kollidiert mit einem Radfahrer der bei "Grün" von der gegenüberliegenden Straßenseite den Fußgängerüberweg fahrend benutzt. Am PKW nur ganz geringe Lackkratzer die sich auspolieren lassen. Das Fahrad erheblich beschädigt, Lackabschleifungen über die ganze Seite, Lenker verbogen etc., dem Radfahrer ist nach eigener Aussage nichts passiert. Wie ist in einem solchen Fall die Rechtslage? Hätte der Radfahrer nicht absteigen und sein Rad über den Fußgängerüberweg sschieben müssen? Danke für´s lesen, ich bitte um Meinungen.
Gruß
Kuffe

fodeure
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von fodeure » 09.05.19, 19:44

Kuffe hat geschrieben:Hätte der Radfahrer nicht absteigen und sein Rad über den Fußgängerüberweg sschieben müssen?
Nein, grundsätzlich darf ein Radfahrer auf einem Zebrastreifen auch fahren. Allerdings hat er dann nicht die Vorrechte eines Fußgängers. Trotzdem hat er als querender Verkehr Vorrang vor dem Rechtsabbieger auch wenn er quasi als Geisterfahrer unterwegs war und ihn deswegen wohl eine Mitschuld trifft.

cherokee
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von cherokee » 10.05.19, 07:00

Wäre der Autofahrer denn nicht gegen den Radfahrer gefahren, wenn dieser geschoben hätte?

windalf
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von windalf » 10.05.19, 07:28

cherokee hat geschrieben:Wäre der Autofahrer denn nicht gegen den Radfahrer gefahren, wenn dieser geschoben hätte?
Aufgrund unterschiedlicher Geschwindigkeiten eher unwahrscheinlich, dass der Radfahrer dann zum gleichen fraglichen Zeitpunkt an gleicher Stelle gewesen wäre...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

zimtrecht
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von zimtrecht » 10.05.19, 07:31

cherokee hat geschrieben:Wäre der Autofahrer denn nicht gegen den Radfahrer gefahren, wenn dieser geschoben hätte?
Fahrradkette. Ein Fußgänger (auch ein Last schiebender) ist langsamer, hat einen kürzeren Anhalteweg usw. Ist eine müßige Diskussion. Mein Tipp - Hauptschuld beim Abbieger, geringe Teilschuld beim Falschradler (nicht nur radelnd den Fußgängerüberweg benutzt, dazu noch in Gegenrichtung unterwegs, also selbst wenn es ein Radüberweg gewesen wäre gegen die Fahrtrichtung genutzt).

SusanneBerlin
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von SusanneBerlin » 10.05.19, 07:57

Wie kann man denn einen Fußgäbgerüberweg in der falschen Richtung benutzen, der ist doch für beide Richtungen?

Der Autofahrer hätte auch mit Fußgängern und Joggern rechen müssen, die von der anderen Seite kommen.
Grüße, Susanne

Kuffe
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von Kuffe » 12.05.19, 08:40

Danke für die Antworten. Korrektur der Situation am Unfallort: Der Radler kam aus der gleichen Fahrtrichtung, es waren keine Fußgänger dort die den Überweg benutzen wollten. Wenn der Radler geschoben hätte wäre das Auto längst abgebogen gewesen, aber mit der höheren Geschwindigkeit des Radlers ist es halt so gekommen. Nach unserer Meinung hat der Radler eine Mitschuld. Die Aufnehmenden Polizisten haben dem Autofahrer die Schuld zugesprochen, von Bußgeld und Punkten in Flensburg gesprochen. Die Punkte möchte man eigentlich abwehren, das Konto ist bisher sauber, man möchte dass es so bleibt.

SusanneBerlin
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von SusanneBerlin » 12.05.19, 09:06

Man muss als Autofahrer beim Abbiegenan einer Kreuzung auf querende Fußgänger und Radfahrer achten die die Straße überqueren in die man einbiegt, diese haben Vorrang.

Das Vorbringen, "wäre der mit seinem Fahrrad nicht so schnell gewesen, dann hätte ich als Autofahrer den Überweg schon längst passiert bevor ein Fußgänger losgelaufen ist" zeigt dass der Autofahrer diese Vorrangregel der querenden Fußgänger und Radfahrer nicht verstanden hat.
Die Punkte möchte man eigentlich abwehren, das Konto ist bisher sauber, man möchte dass es so bleibt.
Einen Radfahrer anfahren, aber die Konsequenzen möchte man "eigentlich" nicht tragen. Vielleicht einfach mal beim Abbiegen die Geschwindigkeit anpassen und Ausschau halten ob da gerade ein Fußgänger, Jogger oder Radfahrer queren möchte und den vorbeilassen. Ist anscheinend nur reines Glück gewesen, dass man bisher niemanden umgefahren hat.
Grüße, Susanne

Kuffe
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von Kuffe » 12.05.19, 10:50

Hallo Susanne, man steht als Erster bei Rot vor der Ampel und wartet auf Grün zum Abbiegen, kein Fußgänger, Jogger oder Radler ist zu sehen, man fährt los weil beim letzten Blick niemand zu sehen war und dann kommt der Radler der unbedingt noch die Grünphase schaffen will mit nicht gerade geringem Tempo an. Ich denke mal da hättet Du auch alt ausgesehen als PKW Lenkerin. An dem PKW sind nur geringe Lackkratzer die auspoliert werden können. Am Rad dagegen erheblicher Schaden, vielleicht sagt das mehr über den Hergang aus.
Gruß Kuffe

fodeure
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von fodeure » 12.05.19, 11:59

Kuffe hat geschrieben:Wenn der Radler geschoben hätte wäre das Auto längst abgebogen gewesen, aber mit der höheren Geschwindigkeit des Radlers ist es halt so gekommen.
Nein, wenn der Autofahrer seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen wäre, wäre es nicht so gekommen. Was wäre denn die Ausrede des Autofahrers, wenn es statt des Radfahrers ein Fußgänger mit Inlinern mit ähnlicher Geschwindigkeit gewesen wäre?
Kuffe hat geschrieben:Nach unserer Meinung hat der Radler eine Mitschuld.
Das sehe ich nach der Änderung des Sachverhalts und den weiteren Details nicht mehr so.
Kuffe hat geschrieben:Die Aufnehmenden Polizisten haben dem Autofahrer die Schuld zugesprochen,
Das kann sich nur auf die vom Autofahrer begangene Owi beziehen. Bezogen auf die Haftungsverteilung für die entstandenen Schäden mag das anders aussehen, aber es ist nicht Aufgabe der Polizei, dies zu beurteilen.
Kuffe hat geschrieben:Die Punkte möchte man eigentlich abwehren, das Konto ist bisher sauber, man möchte dass es so bleibt.
Keine Chance. Unabhängig vom Verhalten des Radfahrers, wurde die Owi tatsächlich begangen und die kostet nunmal 85€ +28.50€ Gebühren und einen Punkt.

SusanneBerlin
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von SusanneBerlin » 12.05.19, 12:09

Kuffe hat geschrieben:An dem PKW sind nur geringe Lackkratzer die auspoliert werden können. Am Rad dagegen erheblicher Schaden, vielleicht sagt das mehr über den Hergang aus.
Ja und, ich weiß nicht was Sie anhand der Schadenverteilung auf die 2 Fahrzeuge sagen wollen, was erwarten Sie von einem Zusammenprall Auto gegen Fahrad? Fahren Sie doch mal gegen einen LKW, vielleicht hat dann der der LKW die Kratzer und das Auto ist erheblich verbeult. Ist immer derjenige schuld, dessen Fahrzeug größeren Schaden hat?
Kuffe hat geschrieben:dann kommt der Radler der unbedingt noch die Grünphase schaffen will mit nicht gerade geringem Tempo an.
Ehrlich gesagt hab ich immer noch nicht verstanden, von wo der Radler kam. Kam er aus der gleichen Richtung, aus der auch der Unfallgegner kam und fuhr geradeaus, oder kam er vom vor der Ampel stehenden Auto aus gesehen von links oder rechts, befuhr also die Querstraße?
Kuffe hat geschrieben:man fährt los weil beim letzten Blick niemand zu sehen war
OMG, man kann sich doch nicht drauf verlassen, dass man irgendwann vorher mal geschaut hat ob frei ist, man schaut während man langsam losfährt und per Schulterblick versichert man sich, ob von hinten kein Radfahrer kommt.
Grüße, Susanne

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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von WHKD2000 » 12.05.19, 12:58

SusanneBerlin hat geschrieben:
Kuffe hat geschrieben:dann kommt der Radler der unbedingt noch die Grünphase schaffen will mit nicht gerade geringem Tempo an.
Ehrlich gesagt hab ich immer noch nicht verstanden, von wo der Radler kam. Kam er aus der gleichen Richtung, aus der auch der Unfallgegner kam und fuhr geradeaus, oder kam er vom vor der Ampel stehenden Auto aus gesehen von links oder rechts, befuhr also die Querstraße?
:shock:
ich auch nicht.
Der PKW will nach rechts abbiegen.
Erst steht der Radler auf der rechts gegenüberliegenden Straßenseite und überquert diese vom PKW aus gesehen von links nach rechts.
Was soll daran falsch sein?

Nach SV-Änderung vom TE:
Dann kommt er aus gleicher Richtung wie das KFZ,müßte dieses also überholen und vor diesem auf dem Überweg queren,um angefahren werden zu können....

Kuffe
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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von Kuffe » 12.05.19, 13:06

Dank für Eure Antworten. An der OWI ist wohl nicht zu rütteln. Schuld anteilmäßig zu ermitteln macht`s nicht besser, man weiß unter wechelm Zeitdruck Kurierfahrer ihre Arbeit verrichten. Womöglich bekommt er bei einer Teilschuldzuweisung noch Ärger mit seinem Arbeitgeber, das ist nicht gewollt. Man ist froh, dass er unverletzt geblieben ist, ach ja, Der Radler hat das KFZ angefahren, besser wird`s dadurch auch nicht.
Gruß Kuffe

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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von karli » 12.05.19, 14:31

Kuffe hat geschrieben:Der Radler kam aus der gleichen Fahrtrichtung
Fuhr er auf der Fahrbahn oder auf dem Gehweg ?
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

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Re: Fußgängerüberweg

Beitrag von Kuffe » 12.05.19, 20:08

Auf dem Gehweg.

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