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Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 08:41
von PetrOs
Hallo,

Ich habe folgendes Problem:
Gestern war ich in der Mittagspause vom Essen mit dem Fahrrad unterwegs, und fuhr auf einem Radweg/Gehweg. Leider in die Gegenrichtung (kurzes Stück bis nächste Ampel), da seitdem der sichere Weg mit einem "Verbot für Fahrräder" gesperrt ist, muss man, um komplett Regelkonform zu fahren, ca. 2 km Umweg nehmen. Fahren auch sehr viele so, daher war ich zu dem Zeitpunkt des Geschehens eigentlich sicher dass es auch erlaubt ist (unter dem Radweg Schild war ein Zusatzschild, der voll mit irgendwelchen Aufklebern bedeckt ist, ich war sicher dass es die "zwei Pfeile" war, aber heute genau geschaut, doch nicht, sondern nur "x km bis Sehenswürdigkeit Y"...)

Ich fuhr relativ langsam, da es bergauf geht. Aus einer Ladenparkplatzausfahrt kommt dann ca. 1m vor mir relativ schnell ein PKW, die alte Dame in diesem schaut nicht mal in meine Richtung. Davor konnte ich wg. Busch den PKW nicht sehen. Ich habe noch gebremst, es kam aber noch zur Kollision. Mit dem Fahrrad gegen den Vorderrad des PKWs geprallt. Fahrrad Totalschaden - Rahmenanriss, Rad zerlegt, Bremse zerlegt, Kabel zur Beleuchtung rausgerissen. Davon konnte ich den Rahmenriss erst am Abend finden. Ich konnte noch irgendwie abspringen, prallte aber mit dem linkem Schulter/Arm auf den PKW.

Polizei haben wir leider nicht gerufen, Zeugen gab's nicht (bzw. evtl PKW Fahrer auf der Strasse). Warum ich keine Polizei rief, kann ich mir derzeit nicht erklären, wohl kein klares denken wg. Schock. Schmerzen hatte ich an der Unfallstelle nicht. Die Dame aus dem PKW hat gesagt, die zahlt alles, ist ihre schuld. Ich habe den Unfallort aus vielen Richtungen als Foto aufgenommen, auch den Fuehrerschein der Dame abfotografiert, Tel. nummern ausgetauscht, usw.

Daraufhin musste ich neues Fahrrad mir anlegen (ohne komme ich nicht mal gut nach hause von der Arbeit). Heute fühle ich leichte Schmerzen im Schulter/Arm, und werde wohl einen Arzt aufsuchen. Einen Betriebsunfall (war ja auf dem Weg vom Mittagsessen in der Mittagspause) habe ich in Absprache mit meinem Boss und Personalabteilung in der Firma gemeldet.

Die Dame meldete sich bei mir am Abend und will nichts mehr zahlen. Die hat es angeblich bei der Polizei gemeldet, weigert sich aber, die Aktennummer durchzugeben. Die meint, dass da ich aus falscher Richtung kam, bin ich schuld. Einen Fußgänger hätte Sie aber auch sicherlich erwischt - nicht mal nach Rechts gucken.

Wie ist die Rechtslage dazu? Was soll ich jetzt tun? Polizei aufsuchen? Rechtsanwalt (hab ja Rechtsschutz) ranholen? Bei der Versicherung der Dame melden? Meine Privathaftpflicht verständigen? Reparaturkostenvoranschlag für defekte Fahrrad holen?

Was bewirkt in dem Fall die Tatsache, dass ich auf falscher Straßenseite war?

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 08:52
von webelch
Fragen zu solch konkreten Fällen beantwortet ein Anwalt gerne gegen Bezahlung. Sie sollten sich noch einmal die Forenregeln zu Gemüte führen.
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Einen Fußgänger hätte Sie aber auch sicherlich erwischt...
Fußgänger und Radfahrer unterscheiden sich deutlich in der Geschwindigkeit; üblicherweise ;-)

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 09:18
von PetrOs
Ja, aber da krieg ich den Termin beim Anwalt meines Vertrauens erst am Fr, und da können schon einige Fristen schon ablaufen (z.B. Personenschaden wg. Betriebsversicherung 3 Tage)....

Ich war nicht viel schneller als Fussgaenger - geht ja Bergauf.

Ich glaube, die Dame hat nur gewartet, bis ein Radfahrer in die Gegenrichtung vorbeifuhr, und dann losgefahren

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 09:21
von Froggel
Bei der Polizei melden und wenn sie es wünschen, Fotos zur Beweissicherung übergeben. Anwalt aufsuchen.
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Was bewirkt in dem Fall die Tatsache, dass ich auf falscher Straßenseite war?
Möglicherweise eine Mitschuld. Trotzdem hätte die Dame auch in die andere Richtung schauen müssen, denn bloß die Tatsache, dass da möglicherweise keine Radfahrer aus der Richtung kommen dürften, bedeutet noch nicht, dass da keine kommen. Wenn die Dame die Ausfahrt öfter nimmt, sollte sie das wissen - und auch wenn nicht, gilt der Grundsatz, sich nach beiden Seiten hin abzusichern. Hätte der Unfall durch einen Blick nach links vermieden werden können, dürfte die größte Schuld beim Autofahrer liegen.

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 09:32
von Zafilutsche
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Schmerzen hatte ich an der Unfallstelle nicht.
Das ist nichts ungewöhnliches. Häufig tauchen die Schmerzen zeitlich verzögert auf.
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Die Dame aus dem PKW hat gesagt, die zahlt alles, ist ihre schuld.
Hoffentlich leidet diese Damen dann nicht an einer chronischen Vergesslichkeit :?:

...
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Daraufhin musste ich neues Fahrrad mir anlegen (ohne komme ich nicht mal gut nach hause von der Arbeit).
Nennt sich wirtschaftlicher Totalschaden.
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Heute fühle ich leichte Schmerzen im Schulter/Arm, und werde wohl einen Arzt aufsuchen.
Einen Betriebsunfall (war ja auf dem Weg vom Mittagsessen in der Mittagspause) habe ich in Absprache mit meinem Boss und Personalabteilung in der Firma gemeldet.
Vermutlich wird die BG unter dem Verweis Freizeitunfall einen Versicherungsschutz verneinen. Daher wird das vermutlich mit ihrer Krankenkasse abgerechnet.

[/quote]Die Dame meldete sich bei mir am Abend und will nichts mehr zahlen. [/quote] Keine Vergesslichkeit sondern ein zurückrudern!
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Wie ist die Rechtslage dazu? Was soll ich jetzt tun?
Ohne jetzt gefahrlaufen zu wollen, eine hier unerwünschte "Rechtsberatung" zu starten, mal allgemein angeführt:
Beweise sollten umgehend bei Sach und Personenschäden gesichert werden:
Das könnte eine Unfallaufnahme durch die Polizei bedeuten
Eine zeitnahe Begutachtung/Behandlung eines Arzte
Sichern von Fotos und Videos
Feststellen von Augenzeugen
u.v.m
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Polizei aufsuchen?
Wäre ein Möglichkeit. Es könnte aber genauso sein, das das eine zivilrechtliche Sache ist. (Name und Anschriften der beteiligten Personen sind ja ausgetauscht worden)
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Rechtsanwalt (hab ja Rechtsschutz) ranholen?
Der vertritt zumindest die eigenen Rechte (notfalls auch vor Gericht). Erhöht aber auch den Streitwert.
Ob eine Rechtschutversicherung greifen wird, wird niemand aus der Ferne wissen können. Auch nix was ggf. an Kosten anfallen könnten.
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Bei der Versicherung der Dame melden?
Die würden auch prüfen ob diese Zahlen müssten oder nicht.
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Meine Privathaftpflicht verständigen?
Was geben denn die AGB her? Müssen Schäden zeitnah der Versicherung gemeldet werden?
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Reparaturkostenvoranschlag für defekte Fahrrad holen?
Kann eigentlich nie schaden. Aber mit dem Riss im Rahmen?
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
… , dass ich auf falscher Straßenseite war?
Ein Gericht könnte darin eine Teilschuld erkennen. Dann wird der Schaden gesplittet. Gerne werden aber auch Vergleiche seitens des Gerichts vorgeschlagen. Z. B. jeder übernimmt seine eigenen Anwaltskosten …
Nur hier aufpassen mit der Rechtsschutzversicherung!

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 09:37
von PetrOs
Froggel hat geschrieben:
25.06.19, 09:21
Bei der Polizei melden und wenn sie es wünschen, Fotos zur Beweissicherung übergeben. Anwalt aufsuchen.
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Was bewirkt in dem Fall die Tatsache, dass ich auf falscher Straßenseite war?
Möglicherweise eine Mitschuld. Trotzdem hätte die Dame auch in die andere Richtung schauen müssen, denn bloß die Tatsache, dass da möglicherweise keine Radfahrer aus der Richtung kommen dürften, bedeutet noch nicht, dass da keine kommen. Wenn die Dame die Ausfahrt öfter nimmt, sollte sie das wissen - und auch wenn nicht, gilt der Grundsatz, sich nach beiden Seiten hin abzusichern. Hätte der Unfall durch einen Blick nach links vermieden werden können, dürfte die größte Schuld beim Autofahrer liegen.
Danke, das klingt vernünftig, werde wohl auch so tun.
Ich habe soeben einen Termin zum sichern von Personenschaden beim Durchgangsarzt ausgemacht, und werde auch morgen früh die Polizei aufsuchen. Anschließend werde ich den Anwalt aufsuchen.

Wird in dem Fall die Privathaftpflicht die Mitschuld abdecken?

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 09:43
von PetrOs
Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 09:32

PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Heute fühle ich leichte Schmerzen im Schulter/Arm, und werde wohl einen Arzt aufsuchen.
Einen Betriebsunfall (war ja auf dem Weg vom Mittagsessen in der Mittagspause) habe ich in Absprache mit meinem Boss und Personalabteilung in der Firma gemeldet.
Vermutlich wird die BG unter dem Verweis Freizeitunfall einen Versicherungsschutz verneinen. Daher wird das vermutlich mit ihrer Krankenkasse abgerechnet.
Die Personalabteilung hat mit der Betriebsversicherung telefoniert, angeblich doch. Da keine Kantine in der Firma, müssen die Mitarbeiter zum Mittagessen raus.


Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 09:32
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Wie ist die Rechtslage dazu? Was soll ich jetzt tun?
Ohne jetzt gefahrlaufen zu wollen, eine hier unerwünschte "Rechtsberatung" zu starten, mal allgemein angeführt:
Beweise sollten umgehend bei Sach und Personenschäden gesichert werden:
Das könnte eine Unfallaufnahme durch die Polizei bedeuten
Eine zeitnahe Begutachtung/Behandlung eines Arzte
Sichern von Fotos und Videos
Feststellen von Augenzeugen
u.v.m
Werde ich so machen. Leider zu doof am Unfallort nicht die Polizei zu holen, aber dann halt nachträglich.



Muss am Abend in der Privaten Haftpflicht AGBs schauen bzw bei deren Hotline anrufen. Bei der Rechtschutz - ist die Verkehrsrechtschutz oder die Private? Habe beides, aber von den unterschiedlichen Anbietern.

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 09:49
von Froggel
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 09:37
Wird in dem Fall die Privathaftpflicht die Mitschuld abdecken?
Die Privathaftpflicht ist für privat verursachte Unfälle zuständig. Wenn Sie auf dem Weg zur Arbeit waren, ist die Betriebsversicherung der Ansprechpartner. Fragen Sie nach, was die davon halten. Auch was den Rechtsschutz angeht, würde ich mich eher an die für Verkehrsrechtsschutz wenden, immerhin ist das im laufenden Verkehr passiert. Die wird schon sagen, wenn das nicht in ihre Zuständigkeit fällt.

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 10:06
von Zafilutsche
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 08:41
Die Personalabteilung hat mit der Betriebsversicherung telefoniert, angeblich doch. Da keine Kantine in der Firma, müssen die Mitarbeiter zum Mittagessen raus.
https://www.zeit.de/karriere/beruf/2013 ... sen-arbeit
Wenn's versichert ist, dann ist's gut so. Aber manchmal wird darum gestritten.
Vielleicht noch die Frage: Ist mit Betriebsversicherung die Berufsgenossenschaft gemeint? Oder sind ergänzende Versicherungen im Spiel die der Arbeitgeber mit Versicherungsanbietern abgeschlossen hat die die AN nutzen können/dürfen?

Re: Unfall Fahrrad-PKW

Verfasst: 25.06.19, 10:17
von ExDevil67
PetrOs hat geschrieben:
25.06.19, 09:43
Zafilutsche hat geschrieben:
25.06.19, 09:32
Vermutlich wird die BG unter dem Verweis Freizeitunfall einen Versicherungsschutz verneinen. Daher wird das vermutlich mit ihrer Krankenkasse abgerechnet.
Die Personalabteilung hat mit der Betriebsversicherung telefoniert, angeblich doch. Da keine Kantine in der Firma, müssen die Mitarbeiter zum Mittagessen raus.
Mit wem wurde nun telefoniert? Der zuständigen BG oder einer privaten Betriebsversicherung des AG? Wobei ich mir nicht vorstellen kann das eine BG einzig auf Basis eines Anrufes entscheidet ob Versicherungsschutz besteht oder nicht. Selbiges dürfte für eine private Betriebsversicherung gelten, wobei da dann die Frage wäre welchem Umfang die hat.