Begegnungsverkehr Fahrrad + X

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FM
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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von FM » 11.09.19, 21:52

Hans Ulg hat geschrieben:
11.09.19, 17:07
Ob ihr es wohl auch so lustig fändet, wenn ihr im Auto unterwegs seid und es würde euch ein Schwertransport, der die gesamte Fahrbahn einnimmt, mit hoher Geschwindigkeit entgegen kommt und draufhält und erwartet, dass ihr irgendwie verschwindet? Und wen würdet ihr für den Rowdy halten, euch selbst oder den Schwertransport-Fahrer?
Auch der Schwertransportfahrer wird nicht ungeachtet der Situation mit Tempo 80 weiterfahren, egal was unter seine Räder kommt. Er wird aber schon erwarten, dass der PKW zurücksetzt bis zur nächste Ausweichmöglichkeit, weil das eben für einen 40-Tonner mit Anhänger sehr viel schwieriger ist. Ja gut, wenn gleich hinter dem die Ausweichstelle ist und für den PKW erst 5 km weiter hinten ...

In anderen Ländern, insbesondere solchen mit einem größeren Anteil an den Alpen als Deutschland, gibt es da spezielle Regelungen für Bergstraßen, z.B. je nachdem wer bergauf oder bergab fährt. Mitunter auch Sonderregelungen wie z.B. dass Postbusse Vorrang haben. Und da wird dann in der Urlaubszeit auch im Radio den wenig erfahrenen deutschen Urlaubern empfohlen: "wenn Sie sich nicht trauen auf der Bergstraße rückwärts zu fahren, bitten Sie den Kraftpostlenker sich an das Steuer ihres Wagens zu setzen und das zu übernehmen." Was beim radfahrer eher nicht nötig sein wird.

Aber das sind eben andere Länder und Bergstraßen, in Deutschland ist das seltener ein Thema als in der Schweiz oder in Österreich. Da kann man nicht alle Fälle enger Straßen in der StVO aufzählen (die Österreicher und die Eidgenossen gehen auch nicht bis ins letzte Detail, kommen aber trotzdem klar), sondern es bleibt nur der § 1 StVO. Die weitaus meisten Radfahrer werden auch ohne jegliches Minderwertigkeitsgefühl ausweichen.

Wenn das nicht klappt, bleiben eben beide stehen, warten bis die Polizei kommt und eine Entscheidung trifft. Derjenige dem die Polizei das Ausweichen anordnet klagt dann vor dem Verwaltungsgericht, beantragt natürlich auch sofort die Aufhebung der sofortigen Vollziehbarkeit der polizeilichen Entscheidung.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie noch heute.

Aber: gegenüber Traktoren, PKWs und LKWs verhalten sich Radfahrer ja meistens ganz vernünftig. Anders, wenn sie den Weg von Fußgängern oder Rollstuhlfahrern kreuzen. Das ist aber ein anderes Thema, da täten nur Pflichtkennzeichen helfen.

fool1
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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von fool1 » 11.09.19, 22:27

Moin!
MichiFed hat geschrieben:
11.09.19, 19:53
Es handelt sich um eine geteerte Straße. Ich dachte Feldwege sind im besten Fall geschottert? Ich messe das gerne mal genau aus.
"Als Wirtschaftswege werden Feld-, Wald- und Wiesenwege unabhängig von der Wegbefestigung bezeichnet, wenn sie überwiegend land- oder fortwirtschaftlichen Zwecken dienen und keine überörtliche Bedeutung haben."
http://www.steinmauern.de/aktuelles/rat ... aenkt.html

"Je nach Stärke der erwarteten Nutzung können die Wege ein- oder zweistreifig ausgeführt werden. Sind nur selten Begegnungen oder Überholungen zu erwarten, genügt die Anlage von Ausweichstellen. Die Wege besitzen eine Breite zwischen 5,0 m (zweistreifig) und 3,0 m (einstreifig)."
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsweg

MichiFed hat geschrieben:
11.09.19, 19:53
Mich interessiert das aber völlig unabhängig von der Strassenbreite.
"Die zunehmende Inanspruchnahme der Wege birgt aber auch ein gewisses Konfliktpotenzial. Beispielsweise fühlt sich der Erholungssuchende durch landwirtschaftliche Aktivitäten beeinträchtigt, sei es, dass er Fahrzeugen ausweichen muss oder Staub und Lärm ausgesetzt ist."
"Nur eine gegenseitige Rücksichtnahme kann etwaige Konflikte mindern und so zu einem positiven Miteinander in der Wegenutzung beitragen."
http://www.steinmauern.de/aktuelles/rat ... aenkt.html

Gruß
fool1
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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von MichiFed » 12.09.19, 12:30

Vielen Dank!

Die Straßen sind 3,2 Meter und 4,7 Meter breit. An beiden sind nicht nur Felder sondern auch Häuser. Beide werden fleißig von PKW´s befahren, die größere auch von richig großen LKW. Wenn ich jetzt mal 80 cm für das Rad + 1,5 Meter Abstand nehme und das auf 4,7 Meter runter rechne...... wie breit ist ein ausgewachsener 40 Tonner? Suche ich da jetzt allein den Witz? Und wenn dann der Trecker vorbeischaut ist das Ergebnis bei der breiten Straße minus 50 cm. Ich pendele beim fahren und die Fahrzeugführer haben einen großzügigen Abstand zur Randbepflanzung. Und dafür gibt es keine aussagekräftigen Regelungen?

Übrigens bemerkt man deutlich wie der Gegenverkehr abbremst. Wenn man selbst im PKW sitzt. :mrgreen:

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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von ktown » 12.09.19, 13:08

MichiFed hat geschrieben:
12.09.19, 12:30
wie breit ist ein ausgewachsener 40 Tonner?
2,55m wenn es kein genehmigungspflichtiger Schwertransport ist.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von MichiFed » 12.09.19, 13:32

Ich denke maximal 2,55? 2,55 + 0,8 +1,5 da fehlen ohne das sich irgendwer bewegt und der LKW strich am Rand fährt auf der !breiten! Traße 15 cm. Soll der Sicherhieitsabstand nicht demnächst auf 2 Meter angehoben werden? Besten Dank!

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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von sentry » 12.09.19, 15:16

MichiFed hat geschrieben:
12.09.19, 12:30
Und dafür gibt es keine aussagekräftigen Regelungen?
Tja, wo soll das jetzt hinführen?
Gem. StVZO dürfen alle möglichen Fahrzeuge bis 2,55 m breit sein, einige sogar breiter.
Folgerichtig sollen die kleinsten Landstraßen außerorts eine Fahrbahnbreite von 6 m haben, damit sich zwei von der Sorte begegnen können.

Nun gibt's im Bestand ganz offensichtlich Straßen, auf denen rein geometrisch nicht alle möglichen Begegnungsfälle stattfinden können. Warum das so ist, wird sich wohl nur im konkreten Einzelfall ergründen lassen.

Was könnte man da nun regeln?
1) Die Straße für bestimmte Fahrzeuge sperren.
2) Den Baulastträger veranlassen, die Straße bedarfsgerecht auszubauen.
3) Für die, die sich nicht miteinander arrangieren können, genau aufschreiben lassen, wie das funktionieren muss...

Muss sich wohl mal jemand eine Variante aussuchen und sich kümmern.

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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von Hans Ulg » 12.09.19, 15:36

Fürs Überholen gilt: "Überholen darf nur, wer übersehen kann, dass während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. " Entsprechend sehe ich das auch so, wenn auf einer schmalen Straße ein Fahrzeug auf die Seite des Gegenverkehrs ragt.

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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von ktown » 12.09.19, 16:22

Bei einer Nahbereichsstraße gibt es keine Gegenverkehrsseite. Es gibt übrigens keine Pflicht den Bestand zeitnah an die neuen Vorgaben anzupassen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Re: Begegnungsverkehr Fahrrad + X

Beitrag von MichiFed » 12.09.19, 19:34

sentry hat geschrieben:
12.09.19, 15:16


Was könnte man da nun regeln?
Begegnungsverkehr mit Radfahrern so wie bei haltenden Bussen mit Warnblinkanlage regeln wäre was. Bei Schrittgeschwindigkeit zermatscht es einen mit Genuss. Wenn der Gegenverkehr Schritt- und äußerst am Rand fährt geht das ja meist. Nur muss er das? Und anhalten ist besser als ein Trekker mit angeflanschten Pflug der lenkt während man an ihm vorbeifährt.

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