NRW: Motorrad vs. Wald-/Feldwege

Moderator: FDR-Team

Antworten
cuto8
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.09.06, 11:04

NRW: Motorrad vs. Wald-/Feldwege

Beitrag von cuto8 »

Hallo zusammen,

wie sieht in Nordrhein-Westfalen die Gesetzeslage zum Befahren und Wald-/Feldwegen mit für den Straßenverkehr zugelassenen Motorrädern aus? Natürlich vorbehaltlich einer ggf. abweichenden Beschilderung. Darf man mit einer Enduro durch den Wald?

Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20879
Registriert: 05.07.07, 08:27
Wohnort: Daheim

Re: NRW: Motorrad vs. Wald-/Feldwege

Beitrag von Tastenspitz »

Aus dem Landesforstgesetz NRW:
§ 2 (Fn 42)
Betreten des Waldes
(Zu § 14 Bundeswaldgesetz)

(1) Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist auf eigene Gefahr gestattet, soweit sich nicht aus den Bestimmungen dieses Gesetzes oder aus anderen Rechtsvorschriften Abweichungen ergeben. Das Betreten des Waldes geschieht insbesondere im Hinblick auf natur- und waldtypische Gefahren auf eigene Gefahr. Zu den natur- und waldtypischen Gefahren zählen vornehmlich solche, die von lebenden und toten Bäumen, sonstigem Aufwuchs oder natürlichem Bodenzustand ausgehen oder aus der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Waldes entstehen.

(2) Absatz 1 gilt sinngemäß auch für das Radfahren, ausgenommen die Benutzung motorgetriebener Fahrzeuge, und das Fahren mit Krankenfahrstühlen auf Straßen und festen Wegen.

(3) Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, daß die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Wald dürfen Hunde außerhalb von Wegen nur angeleint mitgeführt werden; dies gilt nicht für Jagdhunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten sowie für Polizeihunde.

(4) Organisierte Veranstaltungen im Wald sind der Forstbehörde vor Beginn der beabsichtigten Maßnahme rechtzeitig anzuzeigen, sofern sie nicht mit geringer Teilnehmerzahl zum Zwecke der Umweltbildung durchgeführt werden. Die Forstbehörde kann die Veranstaltung von bestimmten Auflagen abhängig machen oder verbieten, wenn zu erwarten ist, dass durch die Veranstaltung eine Gefahr für den Wald, seine Funktionen oder die dem Wald und seinen Funktionen dienenden Einrichtungen besteht.
Schieben ist aber wohl OK wenn der Motor aus ist.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 18318
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: NRW: Motorrad vs. Wald-/Feldwege

Beitrag von FM »

Einschlägiger ist wohl § 3 ebd.:
§ 3 (Fn 40)
Betretungsverbote
(Zu § 14 Bundeswaldgesetz)

(1) Verboten ist das
(...)
e) Fahren im Wald mit Ausnahme des Radfahrens und des Fahrens mit Krankenfahrstühlen auf Straßen und festen Wegen sowie das Zelten und das Abstellen von Wohnwagen und Kraftfahrzeugen im Wald,
...
Womit dann das Schieben auch nur erlaubt wäre, wenn man keine Pause macht, die als Abstellen gelten könnte.

Außerdem hat diese Regelung den Vorteil, dass sie nach ebd. § 70 Abs. 1 Nr. 2 bußgeldbewehrt ist.

cuto8
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 12.09.06, 11:04

Re: NRW: Motorrad vs. Wald-/Feldwege

Beitrag von cuto8 »

Prima (oder auch nicht)! Danke!

Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20879
Registriert: 05.07.07, 08:27
Wohnort: Daheim

Re: NRW: Motorrad vs. Wald-/Feldwege

Beitrag von Tastenspitz »

cuto8 hat geschrieben:
27.05.20, 20:44
Prima (oder auch nicht)!
Dochdoch. Ist Prima. :)
FM hat geschrieben:
27.05.20, 18:04
Einschlägiger ist wohl § 3 ebd.:
Hab ich übersehen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Antworten