Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechsel

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Nicole74
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Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechsel

Beitrag von Nicole74 » 10.02.19, 11:45

Habe rein aus Neugier paar allgemeine Wissensfragen.

Hat der häufige Anbieterwechsel seitens der versicherten Person rein rechtlich Nachteile, bei der Privat-Haftpflichtversicherung, wobei die Anzahl der Vorschäden gleich "0" ist?

Kann/darf eine Versicherungsgesellschaft der häufige (z.B. jährliche) Wechsel des Anbieters seitens der versicherten Person von Privat-Haftpflichtversicherung als Nachteil für die versicherte Person auslegen, wobei die Anzahl der Vorschäden gleich "0" ist?

Inwieweit hat eine Versicherungsgesellschaft den Zugang zu der Historie der Privat-Haftpflichtversicherung der versicherten Person?

Tastenspitz
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Re: Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechse

Beitrag von Tastenspitz » 10.02.19, 11:58

Rein rechtlich - was auch immer das hier zu bedeuten hat - sind Nachteile nicht relevant.
Letztlich ist der einzige Nachteil den man bekommen könnte schlechtere Bedingungen im Sinne von teurer oder weniger Leistung. Und das ist Vertragsfreiheit.
Wenn der Versicherungsnehmer gewisse Angaben (Beispiel hier Historie) nicht macht oder nicht machen will, kann die Versicherung sagen: "Kein Vertrag" oder eben "kostet mehr, weil wir das nicht mindern einrechnen können".
That´s it.
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Etienne777
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Re: Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechse

Beitrag von Etienne777 » 10.02.19, 12:49

Rechtliche Nachteile sehe ich zwar nicht, aber tatsächliche Nachteile. Erfahrungsgemäß reguliert eine Versicherung bei Versicherten mit langjährigen Verträgen oder auch mit mehreren verschiedenen Versicherungsverträgen beim selben Anbieter kulanter, als bei Kunden die für diese Gesellschaft relativ neu sind. Vermutlich beruht das auf zwei Aspekten, zum einen einer Betrachtung, in der die Gesellschaft ihre bisherigen Gewinne aus Beitragseinnahmen und schadensfreiem Verlauf bei diesem VN mit dem einen Schadensfall gegenüber stellt, zum Anderen möchte sie ihren ansonsten rentablen guten VN auch halten.

In diese günstige Ausgangsposition kommen VN natürgemäß nicht, wenn sie nur ein Jahr bei dieser Gesellschaft Kunde sind und / oder dort nur einen einzigen Vertrag halten. Ich bin seit fast 30 Jahren durchweg bei ein und der selben Gesellschaft versichert, habe dort unter anderem mein Wohnhaus versichert, eine Privathaftpflichtversicherung, eine Hausratversicherung und den PKW versichert. Wenn wirklich mal was war, beispielsweise ein Gewitter meine Telefonanlage durch Überspannung zerstört hat, wurde das dort sehr unbürokratisch reguliert. Das ging meinem Nachbarn bei seiner Gesellschaft ganz anders, er blieb auf seinem Schaden sitzen, weil er nicht beweisen konnte, daß es sich um einen versicherten Schaden handelt. Seine Versicherung hat behauptet, die Telefonanlage könnte auch einfach einen normalen Ausfall bzw. Defekt erlitten haben und der Zusammenhang zu dem behaupteten Gewitter sei nicht erwiesen.

Kulanz kann eine Versicherungsgesellschaft zeigen, muß sie aber nicht. Das ist keine rechtliche Angelegenheit, aber ein Aspekt, der dem VN zum Vor- wie auch zum Nachteil gereichen kann. Bei langjährigen guten Kunden wird man eher kulant sein, als bei Neukunden zu denen man keine besondere Bindung hat und die wahrscheinlich in einigen Monaten ohnehin wieder gehen.

So gesehen sollte der VN für sich selbst abwägen, ob er beim Beitrag noch den letzten Euro sparen möchte, also von Jahr zu Jahr zu einem günstigeren Anbieter wechselt, oder langjährig eine Bindung zu einem Anbieter wachsen läßt, die im Falle des Falles eine problemlose Regulierung eines Schadens erwarten läßt.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

Nicole74
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Re: Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechse

Beitrag von Nicole74 » 10.02.19, 21:51

danke für eure Antworten.

@ Tastenspitz
also die einzige Angabe über die Historie die ich kenne sind, dass die Privat-Haftpflicht in den letzten 5 Jahren bestand und, dass die Anzahl der Schäden "0" betrug.
Daraus kann der Anbieter wohl keine schlechteren Bedingungen machen.


@Etienne777
Freut mich für Dich, dass Du mit Versicherung gute Erfahrungen gemacht hast.
Ich kann da von ganz anderen Erfahrungen berichten. XX Jahre mit einer Privat-Haftpflicht bei einer und derselben Gesellschaft versichert gewesen, keinerlei Schäden.
Und wie sich herausstellte das Doppelte(!) von dem bezahlt was seit einigen Jahren üblich ist und zwar für vieeeeel vieeeeel schlechtere Absicherung als es inzwischen üblich ist.
Als die Versicherung darauf angesprochen wurde, kam nur ein Zucken mit den Schultern, und wie ich heute weiß wirklich absolut nicht haltbare Ausreden. Offenbar fühlte sich die Versicherung sehr sehr gut damit..., alles so laufen zu lassen wie es ist und hätte nur sehr sehr ungern etwas daran ändern wollen.
Auf die ordentliche Kündigung kam wochenlang keinerlei Reaktion. Erst nach mehreren Einschreiben, Anrufen etc. eine Antwort.
Also, solange der Kunde schweigt und in Unwissenheit das Doppelte vom Üblichen für nach heutigen Maßgaben absolut lächerliche Absicherung Jahr für Jahr bezahlt ist für die Versicherung alles gut. Soweit aber der Kunde auf die Missstände aufmerksam macht stellt sich die Versicherung faktisch dumm/tot.

Tastenspitz
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Re: Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechse

Beitrag von Tastenspitz » 11.02.19, 06:44

Nicole74 hat geschrieben:Daraus kann der Anbieter wohl keine schlechteren Bedingungen machen.
Wenn der Versicherungsnehmer diese Angabe nicht nachprüfen lasst, in dem er zB. die Vorversicherungen nicht benennt, doch. Sicher kann er das.
Stichwort ist Vertragsfreiheit.
Nicole74 hat geschrieben: solange der Kunde schweigt und in Unwissenheit das Doppelte vom Üblichen für nach heutigen Maßgaben absolut lächerliche Absicherung Jahr für Jahr bezahlt ist für die Versicherung alles gut. Soweit aber der Kunde auf die Missstände aufmerksam macht stellt sich die Versicherung faktisch dumm/tot.
Warum sollte die Versicherung den für sie günstigen Tarif freiwillig ändern. Würden sie das im umgekehrten Fall auch machen? Sicher nicht.
Hier muss man eben am Ball bleiben und die Tarife im Blick haben.
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Nicole74
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Re: Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechse

Beitrag von Nicole74 » 11.02.19, 09:12

@Tastenspitz
Das Benennen der Vorversicherungen stellt kein Problem dar.

Im umgekehrten Fall würde ich das sicherlich anders machen!
Klar möchte der Versicherer gute Geschäfte machen, doch Geschäftstüchtigkeit hin oder her, soziale Kompetenz, Moral und Ehrlichkeit dem Kunden gegenüber sind nicht verkehrt.
Auch ein Versicherer hat die Möglichkeit denjenigen darauf hinweisen, dass für die gleichen Kosten inzwischen deutlich bessere Bedingungen angeboten werden können und ein Wechsel unkompliziert stattfinden kann und solche Konditionen anbieten, dass der Kunde weiterhin gerne bleibt. Das zeugt von Ehrlichkeit und Interesse an dem Wohlergehen des Kunden und stärkt das Vertrauen zwischen dem Kunden und dem Versicherer. Andernfalls füllt sich der Kunde wie eine Weihnachtsgans ausgenommen und es heßt "Treuer Kunde = der Blöde", und es geschieht das, was ich vorhin beschrieben habe, mit der Folge, dass der Kunde unter keinen Umständen noch einmal diesen Versicherer wählen würde.

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Re: Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechse

Beitrag von WHKD2000 » 11.02.19, 20:39

Nicole74 hat geschrieben: Auch ein Versicherer hat die Möglichkeit denjenigen darauf hinweisen, dass für die gleichen Kosten inzwischen deutlich bessere Bedingungen angeboten werden können und ein Wechsel unkompliziert stattfinden kann und solche Konditionen anbieten, dass der Kunde weiterhin gerne bleibt. Das zeugt von Ehrlichkeit und Interesse an dem Wohlergehen des Kunden und stärkt das Vertrauen zwischen dem Kunden und dem Versicherer. Andernfalls füllt sich der Kunde wie eine Weihnachtsgans ausgenommen und es heßt "Treuer Kunde = der Blöde", und es geschieht das, was ich vorhin beschrieben habe, mit der Folge, dass der Kunde unter keinen Umständen noch einmal diesen Versicherer wählen würde.
ich kann Ihre Argumente durchaus nachvollziehen;ich habe mit einer Gesellschaft -jahrelang Kunde,mehrere Verträge,keinerlei Schäden-, ähnliches erlebt.
Anfangs günstig,dann zogen die Prämien an.

Begründet wurden die überzogenen Preise nicht wirklich,es wurde auf den guten Service vor Ort verwiesen (der mangels Schäden nie benötigt wurde),waren aber in Wirklichkeit sicherlich dem lokalen Makler mit Angestellten,Büroräumen,Firmenwagen und natürlich der Provision etc. geschuldet.

Als Kritik mit Hinweis auf Wettbewerberpreise aufkam,kühlte das einst "joviale" Verhältnis schnell ab,es tat sich aber kaum etwas am Preis.

Die nunmehr folgende fristgerechte Kündigung aller Verträge von meiner Seite aus habe ich nie bereut;diese Gesellschaft ist für alle Zeiten "aussen vor".

webmaster76
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Re: Privat-Haftpflichtversicherung - häufiger Anbieterwechse

Beitrag von webmaster76 » 12.02.19, 14:13

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