Rechtschutz womöglich unrechtmäßig gündigkt

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Tee-Age
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Rechtschutz womöglich unrechtmäßig gündigkt

Beitrag von Tee-Age »

Folgender Fall:

Person A hat eine Rechtschutz und zahlt 25€ monatlich.
Person A nutzt öfter nur telefonische Beratung.
Eines Tages liegt bei Person A die Kündigung der Rechtschutz im Briefkasten; Begründung: Die verursachten Kosten liegen nicht im Verhältnis zu den Zahlungen von Person A.
Person A versucht nun eine neue Rechtschutz zu bekommen, bekommt allerdings keine da die Vorversicherung gekündigt hat.
Person A verlangt von der Versicherung einen Schadensspiegel.
Im Schadensspiegel kommt raus, dass die kosten die verursacht wurden bei weiten nicht annährend an die Kosten kommt die in die Versicherung eingezahlt wurde.

Person A war 6 Jahre versichert. Bei monatlich 25€ sind das 1800€ in 6 Jahren.
Im Schadensspiegel sind Kosten von 800€ aufgelistet.

Nun die Frage: Das ist doch eine unrechtmäßige Kündigung da ganz offensichtlich der Kündigungsgrund unwahr ist? Oder was sehe ich da falsch?
Und kann Person A gegen die Versicherung vorgehen? Was wenn die Kündigung nun schon durch ist, und der Schadensspiegel erst nach der wirksamen Kündigung bei Person A ankam.

Gaia
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Re: Rechtschutz womöglich unrechtmäßig gündigkt

Beitrag von Gaia »

Ich bin mir ziemlich sicher, daß (auch) eine Versicherung keine Gründe für eine Vertragskündigung liefern muß. Tut sie es trotzdem und der ehemalige Versicherte ist damit unzufrieden (weil er z.B. die Kalkulation der Versicherung nicht nachvollziehen kann), ändert das nichts an der Wirksamkeit der Kündigung.

Unabhängig davon kann A natürlich gegen die Kündigung seiner Rechtsschutzversicherung vorgehen. Ich bin mir allerdings sicher, daß er dafür einen Anwalt benötigt. Der wird Vorkasse haben wollen, denn eine RSV hat A ja nicht. Hat A denn genügend Geld über (im Sinne von kann den Verlust verschmerzen), um ggf. seinen Anwalt, die Verfahrenskosten und den Anwalt der Gegenseite zu bezahlen?

Celestro
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Re: Rechtschutz womöglich unrechtmäßig gündigkt

Beitrag von Celestro »

Tee-Age hat geschrieben:
17.01.20, 20:35
Im Schadensspiegel kommt raus, dass die kosten die verursacht wurden bei weiten nicht annährend an die Kosten kommt die in die Versicherung eingezahlt wurde.

Person A war 6 Jahre versichert. Bei monatlich 25€ sind das 1800€ in 6 Jahren.
Im Schadensspiegel sind Kosten von 800€ aufgelistet.

Nun die Frage: Das ist doch eine unrechtmäßige Kündigung da ganz offensichtlich der Kündigungsgrund unwahr ist? Oder was sehe ich da falsch?
Meiner Meinung nach ... Ja! Denn die Versicherung schrieb NICHT "Sie haben mehr Kosten verursacht, als Beiträge eingezahlt" (das wäre unwahr), sondern das Beiträge und Ausgaben in keinem Verhältnis stehen. Wieviel "mehr" Geld pro Kunde eine Versicherung benötigt, um kostendeckend zu arbeiten weiß ich leider nicht.
Tee-Age hat geschrieben:
17.01.20, 20:35
Und kann Person A gegen die Versicherung vorgehen? Was wenn die Kündigung nun schon durch ist, und der Schadensspiegel erst nach der wirksamen Kündigung bei Person A ankam.
Glaube nicht, das die Übersendung des Schadensspiegels im geschilderten Fall eine Voraussetzung für die Kündigung ist.

winterspaziergang
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Re: Rechtschutz womöglich unrechtmäßig gündigkt

Beitrag von winterspaziergang »

Tee-Age hat geschrieben:
17.01.20, 20:35
Folgender Fall:

Person A hat eine Rechtschutz und zahlt 25€ monatlich.
Person A nutzt öfter nur telefonische Beratung.
was heißt "öfter"? und: telefonische Beratung eines Anwalts? der kostet auch Geld.
Eines Tages liegt bei Person A die Kündigung der Rechtschutz im Briefkasten; Begründung: Die verursachten Kosten liegen nicht im Verhältnis zu den Zahlungen von Person A.
Person A versucht nun eine neue Rechtschutz zu bekommen, bekommt allerdings keine da die Vorversicherung gekündigt hat.
Person A verlangt von der Versicherung einen Schadensspiegel.
Im Schadensspiegel kommt raus, dass die kosten die verursacht wurden bei weiten nicht annährend an die Kosten kommt die in die Versicherung eingezahlt wurde.

Person A war 6 Jahre versichert. Bei monatlich 25€ sind das 1800€ in 6 Jahren.
Im Schadensspiegel sind Kosten von 800€ aufgelistet.
Eine Versicherung ist ein Wirtschaftsunternehmen, das auf Gewinnmaximierung abzielt. Platt gesagt, der beste Kunde ist der der zahlt und nie eine Leistung nutzt.
Bei 300 Euro im Jahr Einzahlung und 130 Euro Kosten ist das Verhältnis für die Versicherung offenbar ungünstig. Wenn der Kunde fast die Hälfte der eingezahlten Leistung und extrem regelmäßig nutzt, stimmt die Kalkulation nicht mehr. Wobei die Rechnung 130 Euro Kosten nur im Schnitt gilt, eventuell sind es ja auch deutlich mehr Kosten/Nutzung im letzten Jahr gewesen und er hat damit die Kündigung ausgelöst.
Nun die Frage: Das ist doch eine unrechtmäßige Kündigung da ganz offensichtlich der Kündigungsgrund unwahr ist? Oder was sehe ich da falsch?
wie schon gesagt. Die Versicherung schaut sich das "Verhältnis" an. Und in dem nutzt der Kunde/Versicherte zu oft die Leistung. Es gibt keinen Maßstab, an dem die Versicherung sich zu halten hat. Ihr passt das Verhältnis nicht, dann kann sie kündigen.
Und kann Person A gegen die Versicherung vorgehen? Was wenn die Kündigung nun schon durch ist, und der Schadensspiegel erst nach der wirksamen Kündigung bei Person A ankam.
Gar nichts ist. Die Versicherung muss sich nicht gegenüber dem Versicherten rechtfertigen und die Gründe darlegen, ehe sie kündigt. Es gibt keinen Rechtsanspruch darauf, vorher den Schadensspiegel zu erhalten.

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