Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

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DaChris77
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Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von DaChris77 »

Situation:

Bundesland BW (D).

Ein älteres Einfamilienhaus mit Ölheizung und Erdtank.

Aufgrund eines gebrochenen Rückaufrohres und einer defekten Tanküberwachung sind vermutlich mehrere hundert Liter Heizöl in das Erdreich beim Haus gelaufen.

Der Schaden, welcher durch frostbedingte Bodensenkungen/Hebungen entstanden ist, wurde letzte Woche festgestellt und die Ursache sofort abgestellt und das Öl soweit als möglich aufgenommen.

Laut Gutachter muss das gesamte betroffene Erdreich ausgebaggert und entsorgt oder gereinigt (?) werden.
Derzeit kann nichts gemacht werden da alles gefroren ist, aber man will sobald als möglich damit anfangen, derzeit wird geprüft das gefrorene Erdreich abzutragen.
Es ist nicht bekannt wie viel Öl genau ausgelaufen ist, da der Füllstand des Tanks nicht bekannt war.

Der Gutacher geht aber aufgrund vorgenommener Bohrungen von einem begrenzten Schaden aus da der Defekt erstens nicht lange bestanden haben kann und zweitens das Erdreich tiefgefroren ist.

Die Gebäudeversicherung hat schon mitgeteilt dass sie für den Schaden nicht aufkommen wird da der Eigentümer seine Sorgfaltspflicht verletzt habe da die Tankanlage zu alt sei.

Die Hausbesitzer sind finanziell gut gestellt und werden alles bezahlen, aber trotzdem soll die Versicherung sich zumindest beteiligen, wozu hat man die denn?

Wie sieht die Rechtslage aus? In den AGBs (20 Jahre alt) ist der Erdtank nicht extra aufgeführt, lediglich in der Objektbeschreibung (Einfamilienhaus .... mit unterirdischem Öltank 20.000 Liter).

Info:
Der Tank und die Heizung ist 39 Jahre alt, die Wartungen wurden alle gemacht, der Tüv wäre noch 1 Jahr gültig gewesen, die Überwachungsanlage wurde 2004 geprüft.
Im Zuge einer neuen Heizung im Sommer 2012 sollte auch das 2-Leitungssystem auf ein Einleitungssystem umgebaut werden

Elyss
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Re: Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von Elyss »

In der Regel zahlt hierfür nicht die Gebäudeversicherung sondern man benötigt für derartige Schäden eine besondere Öltank-Haftpflichtversicherung. Im Einzelfall kann diese auch in der Gebäudeversicherung eingeschlossen sein.

Welche Ausschlüsse hier genau greifen, müsste man den konkreten Versicherungsbedingungen entnehmen
Grüßle

Elyss

DaChris77
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Re: Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von DaChris77 »

Da die Gebäudeversicherung die Zahlung ja schon wegen angeblichem Selbstverschulden ablehnt wird sie wohl eigentlich zahlen müssen? Die AGB habe ich noch nicht vorliegen zum prüfen.

Der Öltank ist ja in der Police bei der Gebäudebeschreibung und Risikoberechnung extra erwähnt.

Aber diese komischen Berechnugsformeln versteht ja kein Mensch. Einerseits wird das Risiko durch den Erdtank gemindert, andererseits wieder erhöht..., und wegen Ölheizung wieder gemindert.... ist mir zu hoch...
Zuletzt geändert von DaChris77 am 09.02.12, 22:39, insgesamt 1-mal geändert.

Elyss
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Re: Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von Elyss »

Die HAusrat ist dafür nicht zuständig, wenn ist es höchstens ein Baustein zur Gebäudeversicherung.

Und dann brauchen wir nicht die Prämienberechnung sondern die Vertragsbedingungen. Da müsste es dann gesonderte Klauseln zur Öltankhaftpflicht geben
Grüßle

Elyss

DaChris77
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Re: Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von DaChris77 »

Tut mir leid, ich meinte Gebäudeversicherung.

Bin grad bischen unkonzentriert ->Urlaubsvorbereitungen :)

Mogli
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Re: Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von Mogli »

DaChris77 hat geschrieben:Tut mir leid, ich meinte Gebäudeversicherung.
ganz sicher nicht. Das kann auch kein "Baustein zur Gebäudeversicherung" sein. Gebäudeversicherung ist Sachversicherung, hier geht es um Haftpflicht.

Es kann sein, dass in einer Police (einem Versicherungsschein) mehrere rechtlich selbständige Verträge mit jeweils eigenem Bedingungswerk zusammengefasst sind. Wenn das hier so ist, darf man aber nicht in die Bedingungen zur Gebäudeversicherung schauen, sondern muss die zur Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung hernehmen.

Zum Sachverhalt:
DaChris77 hat geschrieben:Die Gebäudeversicherung hat schon mitgeteilt dass sie für den Schaden nicht aufkommen wird da der Eigentümer seine Sorgfaltspflicht verletzt habe da die Tankanlage zu alt sei.
Wenn das die gesamte Begründung der Versicherungsschutz-Versagung sein soll, dann wäre das sehr merkwürdig. Ich kenne einen Ausschluss in der Gewässerschaden-Haftpflicht, der ist ungefähr so formuliert: Nicht versichert sind Ansprüche gegen Personen, die den Schaden dadurch verursachen, dass sie es bewusst unterlassen, die vom Hersteller der Anlage gegebenen oder nach dem Stand der Technik einzuhaltenden Richtlinien für die Kontrollen oder Wartungen zu befolgen oder notwendige Reparaturen bewusst nicht ausführen.

Das geht also sehr stark in Richtung "bedingter Vorsatz", und da gehört weit mehr dazu als nur eine alte, vielleicht auch schlampig gewartete Anlage. Es ist ja möglich, dass dieser Sachverhalt hier vorliegt, aber dann hätte der Versicherer das in seinem Ablehnungsschreiben vermutlich anders formuliert als es hier zitiert wurde.
Grüße, Mogli
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Diese Auskunft ist kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst.

DaChris77
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Re: Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von DaChris77 »

Das Problem ist folgendes:

Der Öltank ist ca. 10m vom Haus entfernt, ginbg baulich nicht anders.

Die Leitungen für ÖL (2x Kupfer) und Tankwächter (3x Schläuche, 1x Strom) lagen in einem 40(?) PG-Rohr mit, wie vorgeschrieben, Gefälle zum Haus.

Durch Bodenbewegungen bei Frost wurde das PG-Rohr an der Stelle wo es aus dem Beton der Terrasse heraus Richtung Tank ging abgeknickt und die Rücklaufleitung war gebrochen, die Vorlaufleitung (zur Heizung) war nur geknickt aber der Durchfluss war noch gross genug. Durch den Knick konnte es Öl nicht wie geplant in den Keller laufen, dann wäre es ja sofort aufgefallen da dort auch WA/WT stehen sondern ist in den Tankschacht und von dort in die Umwelt gelaufen.

Heute waren wieder zig Fachleute, u.a. vom Umweltamt vor Ort und haben bescheinigt dass die Anlage zwar älter, aber noch techn. OK war und die Fehlerursache einfach nur "Pech" war und dem Hauseigentümer kein Verschulden angelastet werden kann.

Die Gebäudeversicherung schickt trotz Nachfrage erst einen Gutachter Anfang März, die Versicherung wünscht dass bis dahin nichts verändert wird da man sonst nicht zahlen wird.
Auf Geheiss des Umweltamtes (?) wird bereits am Montag begonnen die Erde abzutragen wenn das Wetter es zulässt.
Derzeit ist ein Gebiet mit ca. 5m Radius und bis zu einer Tiefe von 3m verseucht. Zudem muss der Tank heraus. Eine Firma schätzt die Kosten im 100.000er Bereich mit allem, da auch die Terrasse und der Swimmingpool entfernt werden müssen.

Elyss
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Re: Welche Versicherung muss zahlen, wenn überhaupt

Beitrag von Elyss »

Haben wir denn jetzt geklärt, ob eine Öltankhaftpflicht besteht?

Und welche Ausschlüsse sind in den konkreten Bedingungen geregelt?
Grüßle

Elyss

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