Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

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Verpflichteter
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Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo,

irgendwie bekomme ich es noch nicht auf die Reihe.

Privathaftpflicht leistet wenn Frau mit ihrem Kinderwagen meinen PKW rammt, unabhängig ob der Wagen Vollkasko versichert ist.

Gebäudeversicherung Feuer/Wasser leistet wenn Mieterin Loch in die Wasserleitung bohrt.
Verlangt nun die Gebäudeversicherung ob des Schadens höhere Versicherungsprämien erhebt, hat der Gebäudeeigentümer einen Schaden.
Wer ersetzt diesen?


Wie sieht es aus, wenn Gebäude nicht mittels einer Gebäudeversicherung gegen Leitungswasserschäden versichert ist?

MfG
uwe

Elyss
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Re: Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

Beitrag von Elyss »

Wenn man der Versicherung mitteilt, dass der Schaden vom Mieter verursacht wurde, dann wird diese beim Mieter Regress nehmen.

Eine Beitragserhöhung wegen einem Schaden gibt es bei der Gebäudeversicherung in der Regel nicht. Da müssen schon mehrere passieren.
Grüßle

Elyss

Verpflichteter
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Re: Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

Beitrag von Verpflichteter »

Elyss hat geschrieben:Wenn man der Versicherung mitteilt, dass der Schaden vom Mieter verursacht wurde, dann wird diese beim Mieter Regress nehmen.

Eine Beitragserhöhung wegen einem Schaden gibt es bei der Gebäudeversicherung in der Regel nicht. Da müssen schon mehrere passieren.


Danke,
Wenn man der Versicherung mitteilt, dass......
da bin ich mir nicht sicher

Eine Beitragserhöhung wegen einem Schaden
http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=49&t=249246
Da müssen schon mehrere passieren
so ist es.

Was ich mir jetzt angelesen habe:

Privathaftpflicht ersetzt Schäden an gemieteten Räumen.
Besteht eine Gebäudeversicherung hat diese vorrangig zu zahlen.
Werden die Versicherungsbeiträge auf den Mieter, im Rahmen der Nebenkostenabrechnung, umgelegt, so ist die Privathaftpflicht aus der Nummer raus. Soll dazu ein BGH Urteil geben.


Der Mieter wurde also die Stellung einnehmen, die in einer Wohnungseigentumergemeinschaft jeder einzelnen Wohnungseigentümer hat.

Stellt sich die Frage nach einem Schadensersatz bei erhöhten Versicherungsprämien an die anderen Eigentümer.

Um es noch etwas komplizierter zu machen.

In unserer Gemeinschaft werden nicht alle Schäden der Versicherung gemeldet, sondern teilweise aus den Rücklagen bezahlt.
An den Rücklagen ist der Mietre jedoch nicht beteiligt.
Somit würde das BGH Urteil nicht greifen.

MfG
uwe

Mogli
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Re: Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

Beitrag von Mogli »

Verpflichteter hat geschrieben: Gebäudeversicherung Feuer/Wasser leistet wenn Mieterin Loch in die Wasserleitung bohrt.
Verlangt nun die Gebäudeversicherung ob des Schadens höhere Versicherungsprämien erhebt, hat der Gebäudeeigentümer einen Schaden.
Wer ersetzt diesen?
Hm. Gute Frage.

Das würde ich ähnlich sehen wie den Rückstufungsschaden der Vollkaskoversicherung: den hat auch der gegnerische Haftpflichtversicherer (im Rahmen der Haftungsquote - sowas wird´s bei Gebäudeversicherung aber nicht geben...) zu ersetzen.

Problem ist halt, wie Elyss schon schrieb: wegen eines einzigen derartigen Schadens wird normalerweise kein Risikozuschlag in der Wohngebäudeversicherung verlangt. Da müssen schon mehrere Schäden und/oder weitere Risikofaktoren (wie alte, marode Wasserleitungen o.ä) dazukommen. Da hat der VN der Wohngebäudeversicherung das Problem, dem schadenverursachenden Mieter "seinen Anteil" an der Beitragssteigerung zuzuordnen. Daran wird es in der Praxis scheitern.


Verpflichteter hat geschrieben: Wie sieht es aus, wenn Gebäude nicht mittels einer Gebäudeversicherung gegen Leitungswasserschäden versichert ist?
dann hat der Eigentümer ggf. einen Anspruch auf Schadenersatz gegen den schadenverursachenden Mieter; und muss sich ggf. einen Abzug "neu-für-alt" gefallen lassen.

Verpflichteter hat geschrieben: Was ich mir jetzt angelesen habe:

Privathaftpflicht ersetzt Schäden an gemieteten Räumen.
Besteht eine Gebäudeversicherung hat diese vorrangig zu zahlen.
Werden die Versicherungsbeiträge auf den Mieter, im Rahmen der Nebenkostenabrechnung, umgelegt, so ist die Privathaftpflicht aus der Nummer raus. Soll dazu ein BGH Urteil geben.


nee, genau umgekehrt. Früher, bis 2006, war das so: wenn der Mieter, im Rahmen der Nebenkostenabrechnung, die Versicherungsbeiträge trägt, dann soll man ihn nicht auch noch in Regress nehmen, wenn er (leicht fahrlässig) einen Schaden am Gebäude verursacht, den der Versicherer zu ersetzen hat. Bis dahin war es auch egal, ob der Mieter eine PHV hat oder nicht.

Im September 2006 gab es zu dieser Thematik drei BGH-Urteile: seitdem wird das als "Doppelversicherung" behandelt, wenn der Mieter PHV hat. Recht komplizierte Geschichte, muss hier nicht weiter ausgeführt werden.



Verpflichteter hat geschrieben: Um es noch etwas komplizierter zu machen.

In unserer Gemeinschaft werden nicht alle Schäden der Versicherung gemeldet, sondern teilweise aus den Rücklagen bezahlt.
An den Rücklagen ist der Mietre jedoch nicht beteiligt.
Somit würde das BGH Urteil nicht greifen.
Den Teil des Schadens, der nicht von der Gebäudeversicherung getragen wird, kann der Eigentümer (bzw. die WEG) vom schadenverursachenden Mieter direkt verlangen - natürlich vorausgesetzt, der Mieter hat diesen Schaden zu vertreten.



Elyss hat geschrieben: Wenn man der Versicherung mitteilt, dass der Schaden vom Mieter verursacht wurde, dann wird diese beim Mieter Regress nehmen.
Verpflichteter hat geschrieben: da bin ich mir nicht sicher
naja, kommt drauf an.

Wenn die Chance besteht, dass das Geld wieder reinkommt, und wenn unsere Forderung hoch genug ist, dass sich der Aufwand lohnt, dann machen wir das schon.
Grüße, Mogli
********************
Diese Auskunft ist kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst.

Verpflichteter
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Re: Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

Beitrag von Verpflichteter »

Danke,
Da hat der VN der Wohngebäudeversicherung das Problem, dem schadenverursachenden Mieter "seinen Anteil" an der Beitragssteigerung zuzuordnen. Daran wird es in der Praxis scheitern.
Sehe ich auch als Problem an.

Der letzte Schaden brachte das Fass zu überlaufen. Aber der erste Schaden hat es ja auch gefüllt und ohne den ersten Schaden wäre ja jetzt noch nicht übergelaufen.

Es fällt mir schwer hier ein Rechtsgefühl zu entwickeln.
Und ob dann mein Gefühl mit unserem Recht übereinstimmt ist dann noch eine ganz andere Frage.

MfG
uwe

Angehende
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Re: Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

Beitrag von Angehende »

Hallo,

so ganz korrekt ist das mit den mehreren Schäden nicht. :shock: Ich habe erst gestern mit einem Versicherungsberater über die selbe Thematik gesprochen. Er meinte, bei einem erheblichen Schaden, kann es sein, das die Kündigung schon nach dem zweiten Schaden kommt. Einen "Freischuss" hat man eigentlich immer. Aber dann wird es bei großen Schadenssummen schon kritisch. Zumal bei der Gebäudeversicherung stets Änderungen, was die Basisleistungen angeht, vorgenommen werden. Nicht zuletzt bei der Abdeckung von Elementarschäden (siehe hier: Link entfernt). Versicherer zahlen in der Regel ungern für Schäden, die häufig passieren. Bzw. werden dann in der Regel die zu leistenden Beiträge erhöht.

Jule
Zuletzt geändert von kirchturm am 02.04.14, 18:28, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Unerwünschten Link entfernt

Mogli
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Re: Haftpflicht ----Gebäudeversicherung

Beitrag von Mogli »

Angehende hat geschrieben: so ganz korrekt ist das mit den mehreren Schäden nicht. :shock:
naja, wenn du meinst.... :?

Es ist etwas verkürzt dargestellt, ok. aber so richtig falsch ist es eigentlich nicht.

Angehende hat geschrieben:Ich habe erst gestern mit einem Versicherungsberater über die selbe Thematik gesprochen. Er meinte, bei einem erheblichen Schaden, kann es sein, das die Kündigung schon nach dem zweiten Schaden kommt.
es kann sein, dass die Kündigung schon nach dem ersten Schaden kommt.
Es kann sein, dass die Kündigung erst nach dem fünften Schaden kommt.

Es kann sein, dass auch nach dem zwölften Schaden keine Kündigung kommt.

Und nun?

Angehende hat geschrieben:Einen "Freischuss" hat man eigentlich immer.
nö. Gerade bei "Leitungswasser-Mono-Verträgen" (wenn also nur LW und sonst nix versichert ist) werden sogar recht häufig Änderungskündigungen gleich nach dem ersten Schaden ausgesprochen. Manchmal aber auch nicht, je nachdem..... :P

Angehende hat geschrieben:Aber dann wird es bei großen Schadenssummen schon kritisch.
Es kommt nicht auf die Schadensumme an, sondern auf die Art des Schadens und vor allem darauf, ob sich ein gleichartiger Schaden womöglich wiederholt.

Beispiel: Versicherer hat einen großen Feuerschaden zu regulieren, weil es im Nachbarhaus gebrannt hat und das Feuer übergegriffen hat. Die Schadenquote dieses Vertrages ist auf Jahre hinaus versaut, dennoch wird man (wenn nichts weiteres dazukommt) hier nicht im Schadenfall kündigen.

Anders, wenn sich kleinere Leitungwasserschäden häufen, z.B. Lochfraß an Kupferrohren. Da bezahlen wir jedesmal nur ein paar hundert Euro (wenn keine Folgeschäden dazukommen), dennoch legen wir auf die Versicherung eines solchen Gebäudes keinen gesteigerten Wert.....


Man könnte noch ein paar Seiten mit Beispielen füllen, mit dem Ergebnis, dass es halt keine allgemeingültige Regelung gibt, sondern immer einzelfallabhängig ist.
Grüße, Mogli
********************
Diese Auskunft ist kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst.

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