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Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 01:27
von Name4711
Nun bin ich auf einen Effekt gestoßen, der mir mal wieder die Schuhe ausgezogen hat...

Die KFZ-Versicherer haben offenbar in den letzten Jahren reichlich Seniorenzuschläge in ihre Tarife eingebaut - was zu seltsamen Konstellationen führen kann:

Angenommen A ist Eigentümer eines PKW , der auch auf ihn zugelassen ist. A ist 80 Jahre alt und auch schwerst gehbehindert und kann vor allem nicht mehr autofahren - will das Auto aber behalten (aber nicht mehr selber fahren)
Deshalb ist Sohn von A - > B als zweiter Fahrer bei der Versicherung eingetragen....

Eine Prüfung ergibt : Wahnsinnig hoher Beitrag - aber nicht wegen 2. Fahrer sondern wegen Alter des A!
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Würde man das Auto über B versichern kostete es nur die Hälfte - was aber nicht geht, weil erstens soll es ja das Auto des A bleiben - und B hat über seinen günstigen SF-Rabatt ja das eigene Auto versichert - ein Zweitwagen wäre ggf auch teurer...(wenn das überhaupt rechtlich ginge..)
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Gibt es eine Möglichkeit den Strafzuschlag für Senioren zu umgehen - wenn die gar nicht selber fahren - aber Halter bleiben sollen?

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 06:36
von Exdubio
Halter und Versicherungsnehmer können unterschiedliche Personen sein.
Einfach mal googeln, das bieten verschiedenen Versicherungen an.
Ich will hier keine Werbung verlinken :wink:

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 09:15
von winterspaziergang
Name4711 hat geschrieben: Eine Prüfung ergibt : Wahnsinnig hoher Beitrag - aber nicht wegen 2. Fahrer sondern wegen Alter des A!
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Würde man das Auto über B versichern kostete es nur die Hälfte - was aber nicht geht, weil erstens soll es ja das Auto des A bleiben - und B hat über seinen günstigen SF-Rabatt ja das eigene Auto versichert - ein Zweitwagen wäre ggf auch teurer...(wenn das überhaupt rechtlich ginge..)
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Gibt es eine Möglichkeit den Strafzuschlag für Senioren zu umgehen - wenn die gar nicht selber fahren - aber Halter bleiben sollen?
Seit Einführung des AGG wurden diese Tarife bei Versicherungen eigentlich abgeschafft. So darf der günstige Tarif für Frauen, die weniger große Unfälle verursachen, Männern nicht mehr vorenthalten werden.
Allein wegen dem Alter darf ebenfalls nicht diskriminiert werden.
Die Möglichkeit wäre, die Versicherung zu wechseln, wenn sich die bisherige stur stellt.

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 10:54
von Ronny1958
Seit Einführung des AGG wurden diese Tarife bei Versicherungen eigentlich abgeschafft. So darf der günstige Tarif für Frauen, die weniger große Unfälle verursachen, Männern nicht mehr vorenthalten werden.
Allein wegen dem Alter darf ebenfalls nicht diskriminiert werden.
Die Möglichkeit wäre, die Versicherung zu wechseln, wenn sich die bisherige stur stellt.
Das ist leider die unschuldige Annahme des Gesetzgebers.

Realität sind interne Wettbewerbsrichtlinien der Versicherer in denen solche Verträge mit besonderen Risikogruppen
geregelt sind. Ist zwar einige Jahre her, aber als ich noch nebenberuflicher Vermittler und Tipgeber war, durften Versicherungsbestätigungen aka Doppelkarten an Ausländer, Senioren über 75 und ähnliche Risiken durch uns nicht ausgehändigt werden.

Fakt ist auch, dass man in den Gesellschaften gewieft genug ist, Verstöße gegen das AGG nicht beweisbar zu begehen.

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 11:09
von questionable content
winterspaziergang hat geschrieben: Allein wegen dem Alter darf ebenfalls nicht diskriminiert werden.
Doch, es darf wegen dem Alter unterschieden werden.

Die Tarife sind der klassische Fall des 20 II 2 AGG.

Versicherungsmathematische Fakten erlauben eine Ungleichbehandlung nach dem Alter.

Die Risikogruppen der besonders Jungen und der besonders Alten sind nun mal versicherungsmathematisch abbildbar.

Ungleichbehandlung ist nun mal nicht per se "Diskriminierung".

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 11:13
von freemont
Ronny1958 hat geschrieben:...

Fakt ist auch, dass man in den Gesellschaften gewieft genug ist, Verstöße gegen das AGG nicht beweisbar zu begehen.
Das AGG lässt das ja ausdrücklich zu, das höhere Risiko darf durchaus berücksichtigt werden, § 20 II 2:
Eine unterschiedliche Behandlung wegen ... des Alters ... ist im Falle des § 19 Abs. 1 Nr. 2 nur zulässig, wenn diese auf anerkannten Prinzipien risikoadäquater Kalkulation beruht, insbesondere auf einer versicherungsmathematisch ermittelten Risikobewertung unter Heranziehung statistischer Erhebungen.

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 11:33
von Name4711
Naja , auch wenn ich in dem Fall mehr an einer praktischen, als an einer rechtlichen Lösung interessiert wäre....

Unter dem Diskriminierungsaspekt ist das schon interessant denn:

Das Risisko ist ja eben nicht höher, weil er definitiv nicht fährt!
(So eine Konstellation idt ja auch mit einem jüngeren Behinderten denkbar, der dann billiger unterwegs ist)

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PS.: Das B Versicherungsnehmer wird wie in Post 1 empfohlen scheitert ja wohl an der eigenen Vericherung... weil er ja nur 1 Auto mit vollem SF bewegen kann... ausserdem kann ja B nicht ein Verpflichtungsgescäft zugemutet werden um ein Problem des A zu lösen - könnten ja auch noch andere "Pflegekräfte", das Auto benutzen müssen...)

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 11:44
von FelixSt
Wie sonst würde es sich rechtfertigen lassen, dass Fahranfänger sehr hohe Beiträge zu entrichten haben? Wenn Fahranfänger ein hohes Risiko darstellen und deshalb viel zahlen, schimpft niemand (außer den Fahranfängern selbst). Sind es über 80-Jährige, macht sich gleich Empörung breit. Wenn ein Auto über einen 80-Jährigen versichert sein soll, das aber ausschließlich von seinem 45-jährigen Sohn gefahren wird, so bespreche man dies individuell mit dem Vertreter der Versicherungsgesellschaft vor Ort, anstatt nach juristischen Argumenten zu fahnden.

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 12:06
von Name4711
FelixSt hat geschrieben:Wie sonst würde es sich rechtfertigen lassen, dass Fahranfänger sehr hohe Beiträge zu entrichten haben? Wenn Fahranfänger ein hohes Risiko darstellen und deshalb viel zahlen, schimpft niemand (außer den Fahranfängern selbst). Sind es über 80-Jährige, macht sich gleich Empörung breit. Wenn ein Auto über einen 80-Jährigen versichert sein soll, das aber ausschließlich von seinem 45-jährigen Sohn gefahren wird, so bespreche man dies individuell mit dem Vertreter der Versicherungsgesellschaft vor Ort, anstatt nach juristischen Argumenten zu fahnden.
Naja - ich sehe das aber nicht nur als Einzelfall an, sondern ein "grundsätzliches" Problem, wobei es ja auch nicht um "Argumente" geht sondern Regelungen die der Rechtslage entsprechend bereits existieren...

Ich denke mal die Situation ist nahezu typisch für tausende Fälle :

Vattern wird immer älter und wird von den Kindern versorgt - und der 45-järige Sohn hat auch noch andere hobbys, sodass auch die 40 Jährige Schwester wenn's anliegt mit dem Auto fährt. Das Ganze wird nur teuer ohne das das jemand so richtig mitbekommt, weil keiner bisher von diesen Seniorentarifen etwas mitbekommen hat :mrgreen:

PS.: Die Situation mit dem Fahranfänger ist ja so nicht zu vergleichen - weil hier ja ein Risiko versichert wird..

Ich muss mal schauen, wie z.B. Firmenwagen versichert sind, die nicht persönlich überlassen werden - da ist ja auch Halter, Versicherungsnehmer und Fahrer immer jemand anderes - und es kommt beim einzelunternehmen kaum auf das Alter des Firmeninhabers an 8)

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 12:39
von Charon-
Name4711 hat geschrieben: weil hier ja ein Risiko versichert wird
Wird hier doch auch, Vattern könnte sich theoretisch immer noch hinters Steuer setzen und losfahren, also muss das Risiko versichert werden. Die Alternative wäre, im Versicherungsvertrag eintragen zu lassen, dass Vattern das Auto nicht mehr fahren wird, dann ist Vattern aber auch nicht versichert, wenn er sich doch hinter das Steuer klemmt. Ob die Versicherung das mitmacht, steht auch einem anderen Blatt.

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 12:49
von questionable content
Name4711 hat geschrieben:
FelixSt hat geschrieben:Wie sonst würde es sich rechtfertigen lassen, dass Fahranfänger sehr hohe Beiträge zu entrichten haben? Wenn Fahranfänger ein hohes Risiko darstellen und deshalb viel zahlen, schimpft niemand (außer den Fahranfängern selbst). Sind es über 80-Jährige, macht sich gleich Empörung breit. Wenn ein Auto über einen 80-Jährigen versichert sein soll, das aber ausschließlich von seinem 45-jährigen Sohn gefahren wird, so bespreche man dies individuell mit dem Vertreter der Versicherungsgesellschaft vor Ort, anstatt nach juristischen Argumenten zu fahnden.
Naja - ich sehe das aber nicht nur als Einzelfall an, sondern ein "grundsätzliches" Problem, wobei es ja auch nicht um "Argumente" geht sondern Regelungen die der Rechtslage entsprechend bereits existieren...

Ich denke mal die Situation ist nahezu typisch für tausende Fälle :

Vattern wird immer älter und wird von den Kindern versorgt - und der 45-järige Sohn hat auch noch andere hobbys, sodass auch die 40 Jährige Schwester wenn's anliegt mit dem Auto fährt. Das Ganze wird nur teuer ohne das das jemand so richtig mitbekommt, weil keiner bisher von diesen Seniorentarifen etwas mitbekommen hat :mrgreen:

PS.: Die Situation mit dem Fahranfänger ist ja so nicht zu vergleichen - weil hier ja ein Risiko versichert wird..

Ich muss mal schauen, wie z.B. Firmenwagen versichert sind, die nicht persönlich überlassen werden - da ist ja auch Halter, Versicherungsnehmer und Fahrer immer jemand anderes - und es kommt beim einzelunternehmen kaum auf das Alter des Firmeninhabers an 8)
Es gibt - wie tatsächlich auffällig oft in Ihren Beiträgen - überhaupt kein Gerechtigkeitsproblem.

Das sind Defekte in der Fähigkeit zum rationalen, logischen Denken und der Kontexterfassung.

Der Halter behauptet, er will nie mehr fahren? Dann kann er das Fahrzeug stilllegen oder eine andere Person als Halter eintragen lassen.

Er will sich doch noch die Möglichkeit offen halten, zu fahren bzw. ein angemeldetes Fahrzeug zum persönlichen Wohlbefinden zu halten?

Dann gehört dazu nun einmal untrennbar die Fahrzeugversicherung zu den für seins Altersgruppe diskriminierungsfrei ermittelten Preisen.

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 13:13
von Name4711
questionable content hat geschrieben:
Das sind Defekte in der Fähigkeit zum rationalen, logischen Denken und der Kontexterfassung.

Der Halter behauptet, er will nie mehr fahren? Dann kann er das Fahrzeug stilllegen oder eine andere Person als Halter eintragen lassen.

Er will sich doch noch die Möglichkeit offen halten, zu fahren bzw. ein angemeldetes Fahrzeug zum persönlichen Wohlbefinden zu halten?

Dann gehört dazu nun einmal untrennbar die Fahrzeugversicherung zu den für seins Altersgruppe diskriminierungsfrei ermittelten Preisen.
Da haben sie sich jetzt aber bis zum Hals in die Sche..e geredet!
(Mal ganz davon abgesehen, dass wir das da wieder tatbestandlich mit einer Beleidigung zu tun haben dürften)

Sie schwadronieren hier irgendeinen UNSINN über Defizite , die sie sich allerhöchstens selbst zurecnen dürfen!
Sie sind nicht in der Lage den Kontext zu erfassen!
Ihre Fähigkeit zum logischen Denken scheint hier schon absolut überfordert!

Auch rationales Denken - sie merken nicht einmal wo sie eigene Annahmen und Tatsachen des Sachverhalt miteinander vermengen! (Ist das nicht schon ein Krankheitsbild?)
Angenommen A ist Eigentümer eines PKW , der auch auf ihn zugelassen ist. A ist 80 Jahre alt und auch schwerst gehbehindert und kann vor allem nicht mehr autofahren - will das Auto aber behalten (aber nicht mehr selber fahren)
Oder liegts am Textverständnis?

"können" -> etwas zu tun vermögen, die Möglichkeit haben
"behaupten"->etwas sagen, was nicht stimmen muss oder gar unglaubwürdig ist

Ihr Benehmen ist mal wieder - wie auffällig oft in ihren Beiträgen - unerträglich.

Nehmen sie einfach mal an der A sei gar nicht in der Lage ein Auto zu führen, weil ihn 2 Mann zum Auto tragen müssten, damit er damit fahren könnte...
Das Problem besteht vielmehr darin, das die Verfügbarkeit des KFZ durchaus willkommen ist, solange die Eltern nicht in einem Heim untergebracht sind - aber weder Sohn/Tochter oder sonst wer -
Eigentümer/Halter/Versicherungsnehmer werden wollen... (Bin mal gespannt ob sie das von der logischen Seite verstehen)

Der Rest ist Logik - aber da haben wir ja ein Defizit.

Re: Seniorenzuschlag KFZ-Versicherung

Verfasst: 27.08.16, 13:24
von Name4711
PS.:
Es gibt übrigens offenbar doch Versicherungsgesellschaften, die das gleiche Defizit wie ich haben und es erlauben, den Versicherungsnehmer als Fahrer auszuschließen - was zu einem günstigeren Ergebnis führt!