Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Moderator: FDR-Team

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Nußberg
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Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von Nußberg »

Hallo,

Folgender Fall,

Unfall mit einem Firmenfahrzeug, der Unfallgegner ist schuldig.
Die Versicherung des Unfallgegners schlägt vor nach Erhalt des Gutachtens, fiktiv abzurechnen.
Allerdings wird, da das Fahrzeug finanziert ist, eine Einverständniserklärung der Auto Bank verlangt.

Die Bank sagt per Telefon zu, dass sie der Versicherung diese Einverständnis zuschickt.

Daraufhin demontiert der Firmeninhaber die Stoßstange und lässt das Gutachten erstellen.
1900€ Schaden.

Der Firmeninhaber bestellt eine Stoßstange, lässt diese lackieren und repariert das Firmenfahrzeug mit Hilfe seiner Mitarbeiter in Eigenleistung.

Dann ruft er die Versicherung an um mittzuteilen, dass nun fiktiv abgerechnet werden kann.

Das Gutachten sei zwar bearbeitet aber die Bank mauert.
Möglichkeit 1 : Bei Totalschaden des Fahrzeugt ist das Geld an die Bank zu überweisen
Möglichkeit 2 : Das Fahrzeug wird in einer Fachwerkstatt repariert und die Versicherung überweist das Geld dorthin.

Da das Fahrzeug nun selbst repariert wurde, kommt keine der beiden Möglichkeiten mehr in Betracht.

Die Bank stellt sich quer. Keine Diskussion ! Der Versicherung sind nun die Hände gebunden.

Was nun ?
Vorschlag wäre, der Bank eine Bestätigung über die fachgerechte Rep. zukommen zu lassen.
Kostet 65€

Die Bank mauert trotzdem.
Eine Entscheidung sei gefallen.
Möglichkeit 1 oder 2

Brauche ich nun einen Rechtsanwalt oder welche Lösung ist ratsam ?

Rein theoretisch könnte der Firmeninhaber selbst eine Rechnung für die Rep. ausstellen.
Das möchte die Versicherung allerdings nicht akzeptieren.
Ein Handwerksbetrieb ist kein KFZ Instandsetzter also kein Fachbetrieb.
Wenn überhaupt nur mit starken finanziellen Einbußen.

Der Firmeninhaber wäre auch damit einverstanden, wenn die Bank selbst fiktiv abrechnet, also das Geld erhält.
Vorausgesetzt es wird dem Kredit angerechnet.
Der Firmeninhaber ist nicht auf das Geld angewiesen und kann den Schaden selbst bezahlen.


MFG

Baden-57
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von Baden-57 »

Da in den Vertragsbedingungen der Finanzierungsbank explizit das Vorgehen bei Unfällen und Schaden/Regulierung vereinbart ist, ist eine Lösung nur mit der Finanzierungsbank möglich. :shock:

SusanneBerlin
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,
Da das Fahrzeug nun selbst repariert wurde, kommt keine der beiden Möglichkeiten mehr in Betracht.
Wieso nicht? Man kann doch eine Kfz-Fachwerkstatt damit beauftragen, die Stoßstange abzubauen und von neuem anzubauen.
Möglichkeit 2 : Das Fahrzeug wird in einer Fachwerkstatt repariert und die Versicherung überweist das Geld dorthin.
Grüße, Susanne

Nußberg
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von Nußberg »

Die Rep. ist bereits in Eigenleistung erfolgt !

Die Frage ist nun wie der Rest abgewickelt werden soll.
Die Bank hat da klare Vorstellungen, die nun aber nicht erfüllt werden können.
Eine Lösung ist nun anscheinend in weite Ferne gerückt.

MFG

SusanneBerlin
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von SusanneBerlin »

Nußberg hat geschrieben:Die Rep. ist bereits in Eigenleistung erfolgt !
Das habe ich gelesen!
Haben Sie auch gelesen, was ich geschrieben habe?

Die Reparatur bestand doch im Demontieren der beschädigten Stoßstange und dem Anbringen einer neuen, lackierten Stoßstange. Für den Kauf der Stoßstange hat man eine Rechnung. Für das Lackieren hat man eine Rechnung.

Man könnte nun eine Fachwerkstatt damit beauftragen, die neue Stoßstange anzubauen. Dann hat man auch dafür die Rechnung eines Fachbetriebs.

Jetzt sagen Sie: Die Stoßstange kann nicht montiert werden, weil sie bereits montiert ist!
Ich sage: Ja und? Dann schraubt man sie eben vorher ab!

Haben Sie jetzt verstanden, was ich Ihnen sagen will?
Grüße, Susanne

freemont
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von freemont »

SusanneBerlin hat geschrieben:...

Haben Sie jetzt verstanden, was ich Ihnen sagen will?

Ich weiss gar nicht, gegen wie viele Normen dieser Vorschlag verstößt.

Es könnte jedenfalls dazu führen, daß der Versicherer - mit Fug und Recht - jede Zahlung ablehnt, wenn das heraus kommt.

SusanneBerlin
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von SusanneBerlin »

Ich bin jetzt davon ausgegangen, dass nur die Stoßstange betroffen ist. Gebe aber zu, dass das unwahrscheinlich ist. Wenn der TE auch am Fahrzeug selbst repariert hat, ist das möglicherweise nicht rückgängig zu machen.

Außerdem habe ich überlesen, dass die Versicherung den Betrag im Ganzen an die Werkstatt überweisen will, somit bliebe der TE auf den Kosten für stoßstange und Lackieren sitzen.

Außerdem könnte sich eine Fachwerkstatt weigern, ein Nicht-Originalteil anzubauen, falls der TE eine Nachbau-Stoßstange verwendet hat.
Grüße, Susanne

Nußberg
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von Nußberg »

Es macht jetzt im Nachhinein wenig Sinn hin und her zu jonglieren.
Stoßstange abbauen ist aufgrund der Konstruktion recht schwierig.
Das Bauteil ist derart verklammert, dass eine Demontage, die Stoßstange zerstören könnte.

Das jetzige Problem ist ja nun, dass bereits investiert wurde und aufgrund, gar nicht einmal unberechtigten Beweggründen der Bank, die Situation etwas verfahren ist.

Meiner Meinung nach wäre es doch ein leichtes, der Bank, mittels Gutachten, nachzuweisen, dass das Fahrzeug fachgerecht repariert wurde.
Im Grunde genommen gehört das Fahrzeug ja der Bank, für die ein intaktes Fahrzeug ja eine Wertsicherung bedeutet.

Es wäre ja jetzt ein Undingen diese Dinge durch einen Rechtsanwalt klären zu lassen.
Bisher wurde ja alles per Telefon besprochen.
Das macht anscheinen keinen Sinn.

freemont
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Re: Unfallschaden, wie wird abgerechnet ?

Beitrag von freemont »

Nußberg hat geschrieben:...
Es wäre ja jetzt ein Undingen diese Dinge durch einen Rechtsanwalt klären zu lassen.
Bisher wurde ja alles per Telefon besprochen.
Das macht anscheinen keinen Sinn.

Es ist leider so, das ist auch meine Erfahrung, daß manche Bankmitarbeiter argumentativ nicht erreichbar sind. Da unterwirft sich eher eine Wand den Gesetzen der Logik.

Den Zahlungs-Anspruch auf Schadensersatz gegen die Versicherung hat ja die Bank als geschädigter Eigentümer. Ob sie diesen Anspruch geltend macht ist ihr Problem.

Die Aufwendugen für die Reparatur hatte der Kreditnehmer. Die kann er bei der Bank geltend machen, so weit sie bezifferbar sind. Das kann dann mit den Kreditraten verrechnet werden. Die Bank kann sich an der Versicherung schadlos halten. Das muss sie i.Ü. auch, das folgt als Nebenpflicht aus dem Darlehensvertrag.

Dann ist der Ärger freilich prgrammiert. So lange kein bezifferbarer Schaden nachweisbar ist, den der Kreditnehmer verursacht hat, hat die Bank da allerdings keine Handhabe. Sie könnte aus Frust/Rache den Kredit kündigen.

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