Kürzung bei fiktiver Abrechnung

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Exinferis
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Kürzung bei fiktiver Abrechnung

Beitrag von Exinferis »

Unser Wagen wurde durch einen Unfall mit einem Fahrrad (Gegner hat Schuld - Fahrzeug war geparkt, er hat es mit dem Rad gerammt) beschädigt. Die gegnerische Haftpflichtversicherung reguliert nun den Schaden. In Absprache mit der Versicherung haben wir bei unserem Autohaus einen Kostenvoranschlag erstellen lassen (Kosten 111,-).
Dabei wurde der Schaden, bzw. die Kosten für die Reparatur auf 2.400,- geschätzt.
Wir wollen fiktiv Abrechnen lassen. Nun übernimmt die Versicherung zum einen den Kostenvoranschlag nicht (bzw. würden ihn nur übernehmen, wenn wir reparieren lassen würden) und verweist nun zudem auf eine (lächerlich) günstige freie Werkstatt, so dass von den 1.900€ (netto) laut ihrer Berechnung noch 900,- gezahlt werden.
Unser Wagen ist fast 5 Jahre alt und hat 3 Inspektionen hinter sich - die erste und dritte wurden bei einer Skoda Werkstatt durchgeführt, die 2. jedoch bei einer unabhängigen großen Kette. Alle Reparaturen bislang jedoch bei einer Skoda Fachwerkstatt. Das Fahrzeug befindet sich zudem in der Anschlussgarantie (Garantieverlängerung).

Kann die Versicherung hier eine solche Kürzung vornehmen bzw. auf eine freie Werkstatt verweisen, bzw. wie ist das mit dem Kostenvoranschlag?

Baden-57
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Re: Kürzung bei fiktiver Abrechnung

Beitrag von Baden-57 »

Es besteht eine Schadensminderungspflicht und die Versicherung kann auf eine kostengünstige Werkstatt verweisen; Bedingung ist, dass die Werkstatt die Reparatur den qualitativen Anforderungen her genügen kann.

In Absprache mit.....ist immer zweideutig und hier wohl schiefgelaufen, denn sonst würde man jetzt nicht auf 111€ Kostenvoranschlag sitzen bleiben.

Wenn der Unfall eindeutig und ohne Mitschuld gegeben ist, dann beauftragt man hier einen Rechtsanwalt, denn die Anwaltskosten sind von der gegnerischen Versicherung zu tragen; der Anwalt kann auch zu solch einem (späten) Zeitpunkt noch eingeschaltet werden.
Der Anwalt kümmert sich auch um Entschädigung, weil jetzt das Fahrzeug als Unfallfahrzeug gilt und macht auch die dem Geschädigten zustehenden pauschalen Kosten geltend.

In meinem Fall hat sich die Versicherung geweigert, die 25€ pauschale Entschädigung lt. BGH anzuerkennen, habe darauf hin sofort RA eingeschaltet und die dumme und sture Einstellung der Versicherung hat somit vermeidbare Anwaltskosten von weiteren 200 € verursacht. :shock:
Damit ist wieder der Beweis erbracht, dass die Versicherungsgesellschaften zwar der größte Arbeitgeber für Mathematiker sind, aber diese dennoch nicht rechnen können :lachen: :lachen:

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