BU-Antrag - was ist eine ärztliche Untersuchung?

Moderator: FDR-Team

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o0Julia0o
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BU-Antrag - was sind Unfallfolgen?

Beitrag von o0Julia0o »

hi, in BU-Anträgen findet man häufig solche Formulierung:

"1. Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren Krankheiten,Unfallfolgen oder körperliche Schäden
1.1 der Atmungsorgane (auch Nasennebenhöhlenerkrankung, Heu-
schnupfen, Allergie, Kehlkopf-, Rippenfellerkrankung, Schlafapnoe)"

Es folgt 1.2 mit weiteren Körperteilen usw.

Wenn man jetzt vor 7 Jahren einen Unfall hatte mit Folgen für eines der aufgeführten Punkte, muß man das dann dort auch aufführen? Also, man hat z.B. seine Schulter verletzt - bei einer OP wurde auch etwas eingesetzt in die Schulter zu Stabilisierung. Nach einem halben Jahr sind alle Beschwerden weg. Der Einsatz zur Stabilisierung ist natürlich noch in der Schulter. Aber es gab die letzten 5 Jahre keine Beschwerden. Muß das aufgeführt werden trotzdem, da ja der Einsatz z.B. eine Unfallfolge ist.

Was gilt als Unfallfolge?
1. Ein OP-Narbe?
2. Wenn Jemand bei einem Unfall seine Rippen gebrochen hat & diese wieder verheilt sind(die verheilte Stelle ist ja dann etwas dicker)

Desweiteren wird häufig hiernach gefragt:
"10. Bestehen Behinderungen (auch angeborene) oder haben Erkrankungen
oder Unfälle Folgen hinterlassen (falls erteilt, auch Grad der Behinderung
[GdB], Minderung der Erwerbsfähigkeit [MdE], Grad der Schädigungs-
folgen [GdS] oder Wehrdienstbeschädigung [WDB] angeben)"
Wenn man jetzt beim Beispiel Schulterverletzung bleibt. Dann hat der Unfall ja Folgen hinterlassen, nämlich eine Schulterverletzung. Welche aber wieder ausgeheilt ist und keine Probleme mehr bereitet. Jedoch ist der Knochen leicht angekratzt und ein Gegenstand wie Schraube oder Bändchen wurde in die Schulter zum Verbleib eingesetzt. Das wären dann Unfallfolgen? Da ist doch dann das gleiche was bei 1. bereits abgefragt wird. Also wäre das doppelt gemoppelt!?

lieben Dank

Julia :)

o0Julia0o
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BU-Antrag - was ist eine ärztliche Untersuchung?

Beitrag von o0Julia0o »

hi,

folgendes steht ja schonmal in BU-Anträgen:
"Sind Sie in den letzten 5 Jahren von Ärzten, Psychologen, Kranken-gymnasten oder Heilpraktikern untersucht, beraten oder behandelt worden (auch Operationen, Strahlen-,Chemotherapie)?"

Was ist mit ärztlichter Untersuchgung gemeint? Ich gehe zum Artzt, weil ich einen grippalen Infekt vermute. Der Arzt schreibt mich für 3 Tage krank. Dann hat der mich ja beim Arztbesuch untersucht. Also angeguckt, mein Husten gehört & nachgefragt ob ich Durchfall habe. Das wäre doch dann eine ärztliche Untersuchung.

Wen dem so ist, wundert mich die Frage etwas. Denn die Allerwenigsten werden ja in den letzten 5 Jahren nicht beim Arzt gewesen sein. Und dann untersucht der ja auch eigentlich immer.

Kann man also sagen:
Sprechstundenbesuch beim Arzt = ärztliche Unterschung?

lieben Dank

Julia :)

Baden-57
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Re: BU-Antrag - was ist eine ärztliche Untersuchung?

Beitrag von Baden-57 »

Eindeutiger ist die Frage doch nicht mehr zu stellen?
Sind sie in den letzten 5 Jahren untersucht, beraten oder behandelt worden?
Wenn der Arzt eine Grippe feststellt, dann muß er mich zumindest untersucht haben, wie er die Untersuchung vornimmt, bleibt ihm überlassen, so lange dies dem medizinisch notwendigen Sachverstand hat.
Wenn er jetzt ein Medikament verschreibt, dann wurde man beraten.
Wo ist da das Problem?

Die Versicherung glaubt sowieso nicht, dass man in den letzten 5 Jahren nicht bei einem Arzt war.
Die BU ist für die Versicherungen derzeit der größte Kostenkiller und die Versicherer wollen bereits vorher vorerkrankte Patienten ausklammern, denn die wollen nicht nach kurzer Beitragszahlung schon eine jahrelange BU-Rente bezahlen. :shock:

Beim Ausfüllen des Antrags immer schön bei der Wahrheit bleiben denn wenn es dann zum Fall kommt, zahlen die erst dann, wenn die mit allen Ärzten, die mit dem Kunden als Patient in Verbindung waren, Rückfragen gestellt haben und wenn sich dann heraus stellt, dass man bei Antragstellung einen Facharztbesuch oder eine Erkrankung der Versicherung unterschlagen hat, ist die Versicherung von der Leistungspflicht frei, was bedeutet: keine BU-Rente. :shock:

o0Julia0o
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Re: BU-Antrag - was ist eine ärztliche Untersuchung?

Beitrag von o0Julia0o »

Baden-57 hat geschrieben: Wo ist da das Problem?

Die Versicherung glaubt sowieso nicht, dass man in den letzten 5 Jahren nicht bei einem Arzt war.
Danke. Genau - und warum fragen sie dann? Kennst du Jemanden der die letzten 5 Jahre nicht beim Arzt war? Die Frage erübrigt sich doch. Jeder kreutzt sie mit "ja" an. Daher dachte ich, es steckt evlt. noch etwas anderes hinter der Frage.

Und was sind Unfallfolgen genau? -> http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php ... 5#p1748484

winterspaziergang
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Re: BU-Antrag - was ist eine ärztliche Untersuchung?

Beitrag von winterspaziergang »

o0Julia0o hat geschrieben: Was ist mit ärztlichter Untersuchgung gemeint? Ich gehe zum Artzt, weil ich einen grippalen Infekt vermute. Der Arzt schreibt mich für 3 Tage krank. Dann hat der mich ja beim Arztbesuch untersucht. Also angeguckt, mein Husten gehört & nachgefragt ob ich Durchfall habe. Das wäre doch dann eine ärztliche Untersuchung.

Wen dem so ist, wundert mich die Frage etwas. Denn die Allerwenigsten werden ja in den letzten 5 Jahren nicht beim Arzt gewesen sein. Und dann untersucht der ja auch eigentlich immer.
kommt drauf an, was gefragt wird. In der Regel stehen in den Fragebögen zwei Arten von Fragen: Wurde man überhaupt untersucht und wurde man untersucht, weil man etwas ernsthaftes hatte. Die Bagatelle eines grippalen Infektes interessiert nicht weiter, Besuche beim Orthopäden sind hingegen oftmals problematisch.
Kann man also sagen:
Sprechstundenbesuch beim Arzt = ärztliche Unterschung?
wenn nur danach gefragt wird, ja. Der weitere Fragebogen gibt ja genügend Möglichkeiten anzugeben, ob und welche Folgen einer etwaigen Erkrankung entstanden sind.

Zur Frage
Welche aber wieder ausgeheilt ist und keine Probleme mehr bereitet. Jedoch ist der Knochen leicht angekratzt und ein Gegenstand wie Schraube oder Bändchen wurde in die Schulter zum Verbleib eingesetzt. Das wären dann Unfallfolgen?
Alles, was nicht komplett ausheilt und den ursprünglichen Zustand wiederherstellt, ist eine Folge, natürlich auch eine Schraube, die zum Verbleib eingesetzt wird, da man ja einen Unfall haben und danach ohne Bändchen und Schrauben weiterleben kann.
Knochen und Wirbelsäule sind bei einer BU aber in der Regel so oder so schwierig, hier dürfte meist die ganze Schulter (oder was auch immer) dann von der Versicherungspflicht ausgenommen werden- man weiß ja nicht, was sich als Langzeitfolge daraus vielleicht entwickelt.
Der Blindarm (OP) und die Narbe danach interessieren wiederum nicht, da hier nichts mehr kommen kann. Es sollte aber dennoch angegeben werden.

o0Julia0o
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Re: BU-Antrag - was ist eine ärztliche Untersuchung?

Beitrag von o0Julia0o »

Dankeschön!
winterspaziergang hat geschrieben:
o0Julia0o hat geschrieben: Alles, was nicht komplett ausheilt und den ursprünglichen Zustand wiederherstellt, ist eine Folge, natürlich auch eine Schraube, die zum Verbleib eingesetzt wird, da man ja einen Unfall haben und danach ohne Bändchen und Schrauben weiterleben kann.
Knochen und Wirbelsäule sind bei einer BU aber in der Regel so oder so schwierig, hier dürfte meist die ganze Schulter (oder was auch immer) dann von der Versicherungspflicht ausgenommen werden- man weiß ja nicht, was sich als Langzeitfolge daraus vielleicht entwickelt.
Der Blindarm (OP) und die Narbe danach interessieren wiederum nicht, da hier nichts mehr kommen kann. Es sollte aber dennoch angegeben werden.
also ist ein Armbruch im 6. Lebensjahr auch immer anzugeben. Auch wenn er ohne Schraube, Bändchen nurn verheilt ist. Jedoch wird sie ja nicht 100%ig so verheilt sein wie der Knochen vorher war.

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