Wasserschaden - wie verhalten?

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Chaosprinzessin
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Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von Chaosprinzessin » 16.01.17, 12:28

Fiete wohnt in einem alten Haus und entdeckt eines Tages, dass Feuchtigkeit aus einer Wand austritt, und vermutet, dass irgendwo in der Wand eine Wasserleitung leckt. Sein Versicherungsmakler erklärt ihm, dass die Gebäudeversicherung für den Schaden zuständig ist. Also holt er sich einen Kostenvoranschlag von einem Installateur, und reicht ihn bei der Versicherung ein. Tage vergehen, eine gute Woche vergeht, bis die Versicherung sich zurück meldet mit einer um 30 % gekürzten Rechnung. Zu diesen Konditionen will der Installateur nicht arbeiten, auch nicht seine Konkurrenten/Kollegen. In der Zwischenzeit hat sich das Leck auch deutlich verschlimmert: Wasser fließt jetzt richtig, und hat auch schon weitere Schäden im Haus angerichtet.

Wie verhält Fiete sich jetzt richtig? Darf er zu irgendeinem Zeitpunkt den Installateur selbst beauftragen um eine weitere Verschlimmerung und weitere Schäden zu verhindern? Könnte er dann die Versicherung in Regress nehmen?

lg

SusanneBerlin
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von SusanneBerlin » 16.01.17, 12:31

Fiete sollte den Hauptwasserhahn abdrehen und nur dann aufdrehen, wenn Wasser benötigt wird.
Grüße, Susanne

Chaosprinzessin
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von Chaosprinzessin » 16.01.17, 12:36

Längst passiert, liebe Susanne. Aber nach über einer Woche kriegt er allmählich Ärger mit Frau und Kindern ob der ungemütlichen Situation. Wird das nicht langsam unzumutbar? Die Versicherung hätte in der Zeit auch mal einen Gutachter herbei bemühen können.

Baden-57
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von Baden-57 » 16.01.17, 19:26

Die Versicherung hat den Kostenvoranschlag um 30% gekürzt; ein Gutachter ist für die Versicherung nicht erforderlich, denen genügt ja der Kostenvoranschlag.
Bei der Versicherung einmal nachgefragt, warum da 30% gekürzt wurden?
Die Versicherung zahlt nur den üblichen Satz, welcher von den Innungen auch vorgegeben ist und keinen "Mondscheintarif".

ktown
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von ktown » 16.01.17, 20:42

Ähhhmm blöde Frage:

Wäre es nicht vorrangig wichtig den Schaden zu beheben um weiteren Schaden abzuwenden?
Oder will man nur tätig werden, wenn die Versicherung zahlt? :wink:
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Chaosprinzessin
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von Chaosprinzessin » 17.01.17, 07:00

Gute Frage...bestände die Gefahr, dass die Ansprüche an die Versicherung dadurch verloren gingen?

Der Installateur will ein Drittel seines Kostenvoranschlages als Vorkasse ehe er tätig wird. Soviel hat Fiete, der in einer Umschulung steckt, gerade nicht.

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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von ktown » 17.01.17, 12:47

Chaosprinzessin hat geschrieben:Der Installateur will ein Drittel seines Kostenvoranschlages als Vorkasse ehe er tätig wird. Soviel hat Fiete, der in einer Umschulung steckt, gerade nicht.
Heißt also Fiete lässt das Wasser laufen bis Kohle da ist. :shock:
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von fragenfueralle » 19.01.17, 10:18

ktown hat geschrieben:Heißt also Fiete lässt das Wasser laufen bis Kohle da ist. :shock:
Das war doch die Ausgangsfrage:
Chaosprinzessin hat geschrieben:...Wie verhält Fiete sich jetzt richtig?...um eine weitere Verschlimmerung und weitere Schäden zu verhindern...
Versicherungen haben durch Kürzungen von Kostenvoranschlägen natürlich Sparpotenzial entdeckt.
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Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.[/size]

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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von ktown » 19.01.17, 10:43

Sorry aber wenn bei mir im Haus Wasser läuft, dann ist mir vorrangig mein Eigenheim wichtiger. Mit jeder Minute wird der Schaden größer und somit die Kosten die letztlich ich und wenn es nur anteilig wäre, zu tragen hätte.
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von fragenfueralle » 19.01.17, 10:52

Dann gilt Antwort Nr.1, aber den Hahn dann nicht mehr aufdrehen und die Kröte schlucken, dass die Versicherung nicht alles zahlen will und reparieren lassen, auch wenn man die Kohle für eine 30%ige Vorauszahlung nicht hat.
Chaosprinzessin hat geschrieben:...bestände die Gefahr, dass die Ansprüche an die Versicherung dadurch verloren gingen?...
Mit Sicherheit wird die Versicherung die Regulierung eines vergrößerten Schadens durch Abwarten ablehnen.
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Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.[/size]

Blanker Hans
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von Blanker Hans » 20.01.17, 18:35

Zunächst mal die Frage wieso wurde gekürzt?

Ist der Stundensatz zu teuer? Üblicherweise liegen diese bei etwa 40,- bis 45,- Euro netto. Natürlich abhängig von der Region.

Ist die vorgeschlagene Reparaur keine Reparatur sondern beinhaltet Sanierungsanteile oder gar nicht versicherte Positionen? Indizien wären lange Rohrleitungen die getauscht werden sollen oder Armaturen welche ggf. garnicht oder mit einer anteiligen Summe versichert sind.

Das beste wäre sich an den Versicherer zu wenden und konkret nachzufragen. Im Zweifel d.h. könnte jemand vom Versicherer beauftragt den Schaden besichtigen.

Aber generell gilt die Schadenminderungspflicht, das heißt die Ursache nach Möglichkeit beheben und die schadhaften Rohre verwahren.

Chaosprinzessin
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Re: Wasserschaden - wie verhalten?

Beitrag von Chaosprinzessin » 22.01.17, 15:59

Danke für Eure Antworten. Im rl kamen am vierten Tag Leute einer Handwerksfirma, die mit der Versicherung einen Rahmenvertrag hatten, und schlossen das Loch in der Leitung.

Die Versicherung hatte den einen oder anderen Posten in dem Kostenvoranschlag gestrichen, weil sie diese Arbeiten für nicht notwendig gehalten hatte. Die eine oder andere Firma hatte sich den Kostenvoranschlag zeigen lassen, und aus jenen Gründen den Auftrag abgelehnt.

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