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wer haftet für den Schaden an der Altsubstanz?

Verfasst: 09.02.17, 09:18
von neutrino
Fiktiver Fall:
Bauherr A beauftragt ein Bauunternehmen B, an ein bestehendes Gebäude einen Balkon anzubauen. Bei der Anbindung des Balkons am bestehenden Gebäude entstünde ein größerer Schaden an der Altsubstanz. Wer haftet in der Regel für solche Schäden?

Bauherr A hätte eine Bauleistungsversicherung abgeschlossen, die aber die Altsubstanz nicht mit einschließt. Der Bauunternehmer B hat keine Versicherung, die solchen Schäden abdeckt. Müsste nicht der Bauunternehmer im Falle eines Schadens, der durch ihn verursacht wurde, dann mit seinem privaten Vermögen/Besitz für den entstandenen Schaden aufkommen? Oder bliebe der Bauherr auf den Kosten sitzen?

Re: wer haftet für den Schaden an der Altsubstanz?

Verfasst: 09.02.17, 09:29
von Baden-57
Das dürfte ein Gutachterfall werden.
Die Gretchenfrage dürfte sein, ob der Bauunternehmer hätte erkennen können, dass er durch den Anbau des Balkons die Altbausubstanz schädigt.
Zudem kommt es auf den Vertrag zwischen Bauherr und Bauunternehmer an.
Dort sind die Haftungsfragen geregelt, welche uns hier nicht bekannt sind.

Re: wer haftet für den Schaden an der Altsubstanz?

Verfasst: 09.02.17, 10:30
von neutrino
Mal angenommen es gäbe keinen Vertrag, sondern nur ein Angebot, auf dem vermerkt ist, dass ab einer gewissen Auftrags"höhe" eine Bauleistungsversicherung vom Bauherrn abzuschließen ist?
Der Auftrag wurde dann mündlich erteilt.

Also, klar ist, dass der Bauherr diese Bauleistungsversicherung dann für den Anbau abschließen muss, oder? Aber ist es dem Bauherrn zuzumuten, die Altsubstanz mitzuversichern, was ja relativ teuer ist?
Muss ein Unternehmer nicht grundsätzlich für Schäden haften, die er verursacht? Schließlich gibt es dafür betriebliche Haftpflichtversicherungen.

Ein Arzt oder Heilpraktiker als Beispiel sollte das schließlich auch haben.

Es ist zum Glück wirklich ein fiktiver Fall :)

Re: wer haftet für den Schaden an der Altsubstanz?

Verfasst: 09.02.17, 10:49
von freemont
neutrino hat geschrieben:...

Also, klar ist, dass der Bauherr diese Bauleistungsversicherung dann für den Anbau abschließen muss, oder? Aber ist es dem Bauherrn zuzumuten, die Altsubstanz mitzuversichern, was ja relativ teuer ist?
Muss ein Unternehmer nicht grundsätzlich für Schäden haften, die er verursacht? Schließlich gibt es dafür betriebliche Haftpflichtversicherungen.
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Hallo, es ist doch so, daß eine Haftpflichtversicherung eintritt, wenn man einem Dritten für einen Schaden haftet. Nicht etwa umgekehrt, daß der Abschluß der Versicherung Voraussetzung der Haftung ist. Die Versicherung soll doch gerade das u.U. existenbedrohende Haftungs-Risiko absichern.

Selbstverständlich darf der Auftragnehmer nicht das Auftraggebereigentum beschädigen. Er haftet aus dem Werkvertrag auf Schadensersatz, sein Verschulden wird vermutet, er haftet für seine Leute, er muss sich deren Verschulden zurechnen lassen.

Dass da keine Betriebs-Haftpflichtversicherung besteht ist allerdings kaum vorstellbar. Ein Unternehmer, der dieses u.U. tödliche Risiko nicht absichert wäre absolut unverantwortlich. Und kein seriöser Vertragspartner.