Hauptaufgaben der Haftpflicht: Wahlfreiheit?

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Mueck
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Hauptaufgaben der Haftpflicht: Wahlfreiheit?

Beitrag von Mueck » 09.04.17, 14:20

Eine Haftpflicht hat ja bekanntlich zwei Hauptaufgaben
- Abwehr unberechtigter Ansprüche
- Begleichung berechtigter Ansprüche

Hat man als Versicherungsnehmer irgendeinen Einfluss darauf, in welche der beiden Schubladen die Versicherung eine Angelegenheit steckt?
Sprich: Dürfte sie eine Angelegenheit, die man für unberechtigt hält, einfach begleichen?

Rabenwiese
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Re: Hauptaufgaben der Haftpflicht: Wahlfreiheit?

Beitrag von Rabenwiese » 09.04.17, 15:03

Man kann und sollte seine Versicherung mit allen relevanten Informationen "fütern"

Die Versicherung wird dann gemäß ihrer Rechtsauffassung entscheiden ob sie regulieren will oder nicht.


Die Versicherung wird schon nicht freiwillig unberechtigte Forderungen begleichen wollen.
Manchmal ist es auch nur die "evtl falsche" Rechtseinschätzung des Versicherungsnehmers die ihn eine Forderung für unberechtigt halten lässt.


Die Versicherungsgesellschaften unterhalten nicht umsonst riesige Rechtsabteilungen und einen großen Reigen Gutachter.

Sicherlich kommt der ein oder andere Betrüger mit seiner Forderung auch mal durch. Gerade wenn es um Kleinbeträge geht aber mit den entsprechenden Informationen schaut der Versicherer dem "Geschädigten" schon ziemlich genau auf die Pfoten.

Baden-57
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Re: Hauptaufgaben der Haftpflicht: Wahlfreiheit?

Beitrag von Baden-57 » 09.04.17, 16:07

Es gibt keine Schubladen bei den Versicherern.
Entweder der Schadensverursacher ist zur Schadenswiedergutmachung gesetzlich verpflichtet, in diesem Fall hat die Rechtsschutzversicherung die Regulierung vorzunehmen, sofern der Schaden im Versicherungsvertrag abgedeckt ist oder der Schadensverursacher ist für den Schaden nicht haftbar (beispielsweise Schäden im Rahmen von Gefälligkeit etc.), dann ist der Verursacher zur Wiedergutmachung nicht verpflichtet und der Versicherer hat die Zahlung zu verweigern. :!:

Altbauer
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Re: Hauptaufgaben der Haftpflicht: Wahlfreiheit?

Beitrag von Altbauer » 09.04.17, 16:23

Rabenwiese hat geschrieben:Die Versicherung wird schon nicht freiwillig unberechtigte Forderungen begleichen wollen.
Manchmal ist es auch nur die "evtl falsche" Rechtseinschätzung des Versicherungsnehmers die ihn eine Forderung für unberechtigt halten lässt.
Stellen Sie sich einmal vor, das beide Beteiligten an einem Unfall bei der gleichen Versicherung versichert sind!
In dieser Situation muss die Versicherung in jedem Fall einen der beiden Schäden bezahlen!

Auch hier kann die Versicherung nicht einfach wählen, welchen Schaden sie reguliert. Sie muss aber
eine Entscheidung treffen.

Diese Entscheidung kann nun demjenigen, der von der Versicherung als Unfallverursacher angesehen wird,
nicht passen. Der Fall kann aber auch knifflig und schwierig zu beurteilen sein!

Was mich nun interessieren würde :
Nehmen wir an , ein Beteiligter wäre in so einem Fall nicht mit der Entscheidung der Versicherung ( Wer derVerursacher ist)
nicht einverstanden.
Könnte er dann noch vor Gericht ziehen und den Unfallgegner verklagen ?
Falls das noch geht ( ob woh seine Versicherung den Schaden des Gegners schon reguliert hat) :
Falls er vor Gericht recht bekäme , müsste dann die Versicherung die Regulierung rückabwickeln ?

Mueck
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Re: Hauptaufgaben der Haftpflicht: Wahlfreiheit?

Beitrag von Mueck » 09.04.17, 17:08

Rabenwiese hat geschrieben:Man kann und sollte seine Versicherung mit allen relevanten Informationen "fütern"

Die Versicherung wird schon nicht freiwillig unberechtigte Forderungen begleichen wollen.
Ich fütter die Versicherung durchaus mit allen relevanten Infos, so auch meine alte, die ich bis vor gut 10 Jahren hatte ... Meine Frage kommt ja nicht von ganz ungefähr ...
Damals hatte ich meine Privathaftpflicht nach vielen schadensfreien Jahren innerhalb weniger Jahre mit 3 Fällen belästigen müssen:
- Beim ersten Fall hatte ich schon die Frage aufgeworfen, ob der Schaden NUR durch meinen Fehler so groß entstanden sein kann, aber da kann man drüber streiten, wurde voll beglichen, Schwamm drüber.
- Bein zweiten Fall roch es m.E. sehr stark nach Versicherungsbetrug: Der Schaden wurde erst eine Weile später geltend gemacht, als das Kfz schon ins Ausland verkauft wurde, und ein Sachverständiger, den ich schon an der Hand hatte, hatte schon gemeint, dass der Schaden so wie geschildert, schon nach den Naturgesetzen niemals so entstanden sein konnte ... Da war ich schon etwas angenagt, als das ohne Zucken voll beglichen wurde ...
- Nur beim dritten Fall war ich zweifelsfrei der Schuldige. Hat mich aber dann, weil 3. Fall, die Versicherung gekostet, insofern "Geschädigter durch Begleichung einer unberechtigten Forderung" und vorsichtig geworden ...

Wie meine heutige Versicherung das handhabt, weiß ich noch nicht ...
Rabenwiese hat geschrieben: Manchmal ist es auch nur die "evtl falsche" Rechtseinschätzung des Versicherungsnehmers die ihn eine Forderung für unberechtigt halten lässt.

Die Versicherungsgesellschaften unterhalten nicht umsonst riesige Rechtsabteilungen und einen großen Reigen Gutachter.
Wenn's teuer für die werden kann. Aber bei "Kleinbeträgen" von max. wenigen 1000,- scheinen einige die nicht bemühen zu wollen ...
Rabenwiese hat geschrieben: Sicherlich kommt der ein oder andere Betrüger mit seiner Forderung auch mal durch. Gerade wenn es um Kleinbeträge geht aber mit den entsprechenden Informationen schaut der Versicherer dem "Geschädigten" schon ziemlich genau auf die Pfoten.
Schön wär's gewesen ...

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