Priv. KV; Versicherungsstatus bei "Trennung" vom Elternteil

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Struppinger
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Priv. KV; Versicherungsstatus bei "Trennung" vom Elternteil

Beitrag von Struppinger » 12.04.17, 09:09

A - noch mdj. - ist privat bei Versicherungsunternehmen V kranken- und pflegeversichert. Versicherungsnehmer/Vertragspartner ist Elternteil E. Aufgrund eines Zerwürfnisses lebt A dauerhaft "getrennt" von E. A wird ab Volljährigkeit vorübergehend SGB-II-Leistungen (Alg II) beziehen. Im Rahmen der Leistungsgewährung bestünde auch Anspruch auf Übernahme ("angemessener") KV/PV-Beiträge. Aufgrund der "zuletzt" vorliegenden privaten KV kann "trotz" Alg-II-Bezuges zunächst keine "gesetzliche" KV begründet werden (sondern erst ab Aufnahme versicherungspflichtiger Tätigkeit).
A erkundigt sich bei V nach dem "Versicherungsstatus" (Leistungsumfang, Beitragshöhe), bekommt lediglich die "Auskunft", selbst keine Auskünfte erhalten zu können :roll: , dies könne nur E als Versicherungsnehmer, dieser möge doch kontaktiert werden. Dies kommt jedoch nicht in Betracht.

A nimmt zwar an, dass das Versicherungsverhältnis nicht mit Volljährigkeit "automatisch" endet, fragt sich jedoch:

1. Hat A mit Volljährigkeit Anspruch auf "eigene" Info zum Vertragsverhältnis durch V?
2. Müsste der Vertrag mit Eintritt der Volljährigkeit iwie "geändert" oder angepasst/"umgeschrieben" werden? Wer hätte das zu veranlassen?
3. Könnte E den Vertrag "einfach so" kündigen?
4. (Wie) erführe A dann hiervon (durch V?)?
5. Könnte A den Vertrag kündigen (wohl eher nicht, da nicht Vertragspartner) und/oder anderswo eine PKV abschließen?
6. Sollte E die Beiträge nicht mehr entrichten, kann dies dann A "auf die Füße fallen"?
7. Für die Dauer des Alg-II-Bezuges besteht Anspruch auf "volle" Übernahme der KV/PV-Beiträge, wenn das Versicherungsverhältnis im sog. "Basis"tarif geführt wird. Dies bedarf eines entsprechenden "Antrages" (bei V). Kann A diesen Antrag selbst stellen (hängt wahrscheinlich auch mit Frage 2. zusammen)? A befürchtet, irgendwann mit einer heftigen Nachzahlungsforderung konfrontiert zu werden ohne Möglichkeit, dann noch - "rückwirkend" - in den Basistarif zu wechseln bzw. nach Ende des Alg-II-Bezuges eh hierauf sitzen zu bleiben...

Es sei bitte unterstellt, dass ein "Kontakt" A - E nicht "sinnvoll" möglich ist.

Ziemlich viele Fragen, sorry.

Baden-57
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Re: Priv. KV; Versicherungsstatus bei "Trennung" vom Elternt

Beitrag von Baden-57 » 12.04.17, 12:45

Warum sollte das Versicherungsverhältnis mit 18 Jahren automatisch ändern? Das ist falsch, richtig vielmehr ist, dass dann der Tarif von Kinder/Jugendtarif auf den Erwachsenentarif umgestellt wird, also eine "automatische Kü " ist nirgends vereinbart oder geregelt.

Rückwirkend kann in den Basistarif nicht gewechselt werden, nur ab dem Antragsmonat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass hier nur noch ärztliche und med. Leistungen erbracht werden, welche auch von der GKV zu erbringen ist.

Es ändert wich vorläufig nur die Umstellung auf den Erwachsenentarif, wobei manche PKV das übersehen. Kündigen kann nur jene Person, welche die PKV für das Kind abgeschlossen hat.

RHW
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Re: Priv. KV; Versicherungsstatus bei "Trennung" vom Elternt

Beitrag von RHW » 02.05.17, 12:25

Hallo,

E ist für die Versicherung alleiniger Ansprechpartner für die Beitragszahlung (Mahnung etc), Vertragsänderungen und Kündigung.

Das ändert sich auch mit dem 18. Geburtstag.

Infos zu einem konkreten Tarif zu bekommen ist aber möglich. Ggf. kann man das Jugendamt zur Vermittlung einschalten (bis zum 18. Geburtstag). Als Elternteil bestehen auch bestimmte Pflichten.

Ggf. später wichtig:

- V darf keine Kündigung wirksam akzeptieren, solange keine nahtlose Folgeversicherung nachgewiesen wurde.

- bei Beitragsrückstand von 2 monaten oder mehr besteht nur noch Anspruch auf Schmerz- und Notfallbehandlung

- auch bei einer versicherungspflichtigen Arbeit/Ausbildung besteht die Versicherung bei V fort. Sie endet nur durch Kündigung durch E. Es gibt dann eine Sonderkündigungsmöglichkeit innerhalb von 3 Monaten (wenn auch die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkase durch eine Bescheinigung der Krankenkasse nachgewiesen wird - die E aber bei Volljährigkeit von A aus Datenschutzgründen nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erhalten wird).

Ggf. ist es sinnvoll eine andere Person zur Vermittlung einzuschalten, um die jetzigen und die zukünftigen Probleme sinnvoll zu lösen. Großeltern? Onkel? Tante? ...?

Gruß
RHW

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