Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsunfall

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Hiro
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Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsunfall

Beitrag von Hiro » 13.06.17, 13:52

Was für Kosten kommen bei einem Verkehrsunfall dem Unfallsverursacher zu, wenn er keine Haftpflichtversicherung hat und die Schulfrage bereits durch die Polizei am Unfallort bestätigt wird schriftlich und der Schaden von der Polizei auf 300 Euro eingeschätzt wurde ?

locarno

Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von locarno » 13.06.17, 14:10

1) Eine Haftpflichtversicherung ist die Vorraussetzung einer Kfz-Zulassung. Einzige denkbare Ausnahme: Gefälschtes Kennzeichen. Schuldner eines Schadens: der Fälscher und der Fahrer.

2) Die Polizei spricht kein Recht und klärt somit keine Schuldfragen. Dafür sind Gerichte zuständig. Die VP erstellt ein Protokoll, das dem Gericht zugänglich gemacht wird. Es dient der Ermittlung
für und gegen den Beschuldigten.

3) Die Polizei beziffert keine Schadenshöhe. Das tun Gutachter, die vom Gericht bestellt werden.

Auch hier kann keine Kostenabschätzung erfolgen.

Hiro
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Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von Hiro » 13.06.17, 14:59

Kurz noch eine Korrektur :

Welche Kosten kommen auf den Fahrradfahrer zu, wenn er nicht eine Haftpflichtversicherung hat ?

Hiro
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Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von Hiro » 13.06.17, 15:02

Also der Unfallverursacher soll der Radfahrer sein, da er nicht aufgepasst hat.

SusanneBerlin
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Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von SusanneBerlin » 13.06.17, 15:09

Antwort 3. des Vorschreibers in Kombination mit einer möglichen Quotelung der Haftung (Stichwort "Betriebsgefahr" des Kfz).
Grüße, Susanne

Hiro
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Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von Hiro » 13.06.17, 15:22

Der Unfall hätte auch ohne Polizei aufgenommen werden können.
Es handelt sich nämlich um einen sogenannten Bagatellunfall ohne Verletzte.
Hier erfolgt kein Gerichtsverfahren, denn alles ist vor Ort schon freiwillig von beiden Beteiligten geklärt worden. Die Polizei kann/ darf eine Einschätzung des Schadens laut ihres dienststellenüblichen Formulars geben. Natürlich muss dies noch genau untersucht in der Werkstatt. Jedoch ist dies schon eine ungefähre Vorabinfo für den Schadensverursacher.
Auch kann die Polizei die Schuldfrage klären, sozusagen vorab klären. Jedoch hat sie die Beteiligten vorab zu fragen, ob die Beteiligten mit einer diesbezüglichen Aussage sowie Unterschrift auf dem polizeilichen Formular einverstanden sind. (So ist dies auch auf ihrem polizeilichen Formular verschriftlicht).
Sogar ohne Polizei ist die Klärung der Schuldfrage der Unfallbeteiligten teilweise schon schwerwiegend oder sicher, also kann manchmal nachträglich nicht zurückgenommen werden.

SusanneBerlin
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Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von SusanneBerlin » 13.06.17, 15:30

Wieso steht die Frage eigentlich unter Versicherungsrecht, wenn gerade keine Versicherung besteht? Ich werde mal eine Verschiebung zum Verkehrsrecht anregen.
Grüße, Susanne

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 13.06.17, 18:41

Hiro hat geschrieben:Auch kann die Polizei die Schuldfrage klären, sozusagen vorab klären.
Sie sind ja ein ganz Schlauer...

hambre
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Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von hambre » 13.06.17, 19:38

Was für Kosten kommen bei einem Verkehrsunfall dem Unfallsverursacher zu, wenn er keine Haftpflichtversicherung hat und die Schulfrage bereits durch die Polizei am Unfallort bestätigt wird schriftlich und der Schaden von der Polizei auf 300 Euro eingeschätzt wurde ?
Wenn die Polizei richtig geschätzt hat: 300€

Sollte es sich beim Unfallgegner jedoch um einen PKW handeln, halte ich 300€ für sehr wenig. Da kommen selbst bei kleinen unscheinbarer Schäden schnell mal 1.000€ zusammen.

Ohne Haftpflichtversicherung muss der Fahrradfahrer den Schaden jedenfalls vollständig aus eigener Tasche zahlen einschließlich Dingen wie Nutzungsausfall.

Es ist denkbar, dass der PKW-Fahrer aus Betriebsgefahr einen Teil des Schadens (max. 25%) selbst zahlen muss. Wenn der Unfall für den PKW-Fahrer unvermeidbar war, scheidet das aber aus.
Hier erfolgt kein Gerichtsverfahren, denn alles ist vor Ort schon freiwillig von beiden Beteiligten geklärt worden.
Dann ist ja bereits alles erledigt. Warum fragt man denn hier noch?
Die Polizei kann/ darf eine Einschätzung des Schadens laut ihres dienststellenüblichen Formulars geben. Natürlich muss dies noch genau untersucht in der Werkstatt. Jedoch ist dies schon eine ungefähre Vorabinfo für den Schadensverursacher.
Die Polizei kann sich auch grob verschätzen. Die Angabe der Schadenhöhe durch die Polizei ist daher nicht viel wert.
Auch kann die Polizei die Schuldfrage klären, sozusagen vorab klären.
Nein, die Polizisten können ihr private Meinung zur Schuldfrage äußern.
Sogar ohne Polizei ist die Klärung der Schuldfrage der Unfallbeteiligten teilweise schon schwerwiegend oder sicher, also kann manchmal nachträglich nicht zurückgenommen werden.
Das Hinzuziehen der Polizei bei einem Bagatellunfall hat keinen besonderen Wert. Weder klärt die Polizei die Höhe des Schadens, noch trifft sie verbindliche Feststellungen zur Schuldfrage. Sie nimmt die Personalien der Beteiligten auf und schreibt einen Unfallbericht. Beides kann man aber auch ohne Polizei austauschen, es sei denn ein Beteiligter kann sich nicht ausweisen.

locarno

Re: Kosten ohne Haftpflichtversicherung bei einem Verkehrsun

Beitrag von locarno » 14.06.17, 06:50

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:
Hiro hat geschrieben:Auch kann die Polizei die Schuldfrage klären, sozusagen vorab klären.
Sie sind ja ein ganz Schlauer...
Offensichtlich

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