Abgestelltes Fahrrad beschädigt KFZ

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Urquell
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Abgestelltes Fahrrad beschädigt KFZ

Beitrag von Urquell » 30.07.17, 18:28

Hallo liebe Forengemeinde!

Ich bin neu hier, hoffe daher auf Gnade sollte ich nicht alles richtig machen!

Vielleicht könnte Ihr mir helfen, wie die Rechtslage in folgendem Fall aussieht:

Also: Person A hat Ihr Fahrrad auf dem Gehweg abgestellt und abgeschlossen, allerdings nicht fest angeschlossen. Als Sie zurück zum Fahrrad kommt, meldet sich eine Person B, dass das Rad von Person A auf Ihr Auto gefallen ist und dort Kratzer hinterlassen hat. Dies wäre theoretisch möglich, auch wenn nicht ganz klar ist, dass es sich so zugetragen hat. Am KFZ sind Schäden zu sehen.

Person A kontaktiert die eigene Haftpflichtversicherung am nächsten Tag und meldet den Schaden.

Nah einer Weile kontaktiert Person B erneut Person A und teilt mit, dass die Haftpflichtversicherung den Schaden nicht regulieren wird. Als Begründung steht nur, dass die Versicherung nur nach §823 reguliert, wenn "die Versicherungsnehmerin den entstandenen Schaden schuldhaft, d.h. fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt hätte."

Nun, soll Person A für den Schaden aufkommen, ansonsten wird Sie einen Anwalt einschalten. Muss Person A für den Schaden aufkommen, auch wenn die Versicherung eine Erstattung abgelehnt hat? Wie ist hier die Rechtslage?

Vielen Dank im Voraus und einen angenehmen Sonntagabend!

LG Urquell

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Abgestelltes Fahrrad beschädigt KFZ

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 30.07.17, 19:00

Urquell hat geschrieben: Nun, soll Person A für den Schaden aufkommen, ansonsten wird Sie einen Anwalt einschalten.
Wer ist "Sie"? Vermutlich ist "sie" und damit Person B gemeint? Wenn Person B einen Anwalt einschalten will, dann soll sie das doch tun. Wenn dieser sich dann meldet, wendet man sich ebenfalls an einen Anwalt und übergibt diesem die Zuschrift. Bis dahin heißt es: Abwarten und Tee trinken. Einfach in blindem Eifer etwas zahlen, von dem man noch nicht mal weiß, ob man dafür überhaupt verantwortlich ist, sollte man jedenfalls nicht. Verboten ist es aber auch nicht, falls man halt so veranlagt ist...

karli
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Re: Abgestelltes Fahrrad beschädigt KFZ

Beitrag von karli » 30.07.17, 20:10

Urquell hat geschrieben:Nah einer Weile kontaktiert Person B erneut Person A und teilt mit, dass die Haftpflichtversicherung den Schaden nicht regulieren wird. Als Begründung steht nur, dass die Versicherung nur nach §823 reguliert, wenn "die Versicherungsnehmerin den entstandenen Schaden schuldhaft, d.h. fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt hätte."
§ 832 BGB hat geschrieben:Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.
Offenbar ist die Versicherung der Auffassung, daß der Schaden hier weder durch Vorsatz noch durch Fahrlässigkeit des Fahrradbesitzers herbeigeführt wurde.
Falls dem so ist, braucht auch der Fahrradbesitzer den entstandenen Schaden nicht zu ersetzen.

Die geschädigte Person müsste meiner Ansicht nach nachweisen, daß der Schaden durch Fahrlässigkeit oder Vorsatz des Fahrradbesitzers verursacht wurde.
§ 276 BGB hat geschrieben:Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Hanomag
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Re: Abgestelltes Fahrrad beschädigt KFZ

Beitrag von Hanomag » 30.07.17, 21:31

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:
Urquell hat geschrieben: Nun, soll Person A für den Schaden aufkommen, ansonsten wird Sie einen Anwalt einschalten.
Wer ist "Sie"? Vermutlich ist "sie" und damit Person B gemeint? Wenn Person B einen Anwalt einschalten will, dann soll sie das doch tun. Wenn dieser sich dann meldet, wendet man sich ebenfalls an einen Anwalt
Nein, dann heißt es: Abwarten und Tee trinken. Meldet sich der gegnerische Anwalt, dann verweist man in an die Versicherung.

Denn die Versicherung muss nur dann zahlen, wenn der Schädiger schuldhaft (ohne Vorsatz) gehandelt hat und demzufolge selbst zahlen müsste.

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