Versicherung für Familienangehörige abschließen/kündigen

Moderator: FDR-Team

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certi
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Versicherung für Familienangehörige abschließen/kündigen

Beitrag von certi »

Hallo Forum,

mich würde folgendes, hypothetisches Szenario interessieren:

Der Großvater (G) schließt relativ bald nach Geburt seines Enkels (E) eine Unfallversicherung für E ab (für Todesfall, extra Krankenhaustagegeld, ...).
E war zum Abschluss des Vertrages ja in keinster weise geschäftsfähig, also "nur" versicherte Person.

Gehen wir nun mal davon aus, dass E mittlerweile volljährig ist. E hatte bis vor kurzem keine Kenntnis über die Versicherung, hat dementsprechend auch nie sein Einverständnis dazu erklärt.
Nun wollte G die Versicherung kündigen, da die Prämien erhöht wurden und außerdem G über geringere Geldmittel verfügt. G hat also ein ordentliches Kündigungsschreiben aufgesetzt und der Versicherungsgesellschaft übersendet. Gehen wir ferner mal davon aus, das die Versicherungsgesellschaft sich bei G nicht zurückgemeldet hat, ebenso aber auch keine weiteren Rechnungen schickte.

Einige Monate später meldet sich die Versicherungsgesellschaft bei E und klagt über Zahlungsverzug. Die Versicherungsgesellschaft stellt E alle in der Zwischenzeit fälligen Beiträge in Rechnung und hat abgesehen davon auch Mahngebühren aufgeschlagen.

Ist die Forderung seitens der Versicherungsgesellschaft legitim? Auf Nachfrage von E teilte die Versicherungsgesellschaft lediglich mit, dass E die versicherte Person sei und die Kündigung von G deshalb unwirksam gewesen wäre. E wäre für die Forderungen haftbar und seitens der Versicherungsgesellschaft hätte auch keine Notwendigkeit existiert, sich in der Zwischenzeit zu melden; E hätte von sich aus G wieder zum Zahlen bewegen müssen oder selbst zahlen müssen. Das E davon keinerlei Kenntnis besaß, sei unerheblich.

Wie würde sich so ein Fall verhalten? Sind volljährige Familienangehörige haftbar für Versicherungsverträge die von anderen Familienangehörigen während ihrer Kindheit abgeschlossen wurden?

Evariste
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Re: Versicherung für Familienangehörige abschließen/kündigen

Beitrag von Evariste »

certi hat geschrieben: Wie würde sich so ein Fall verhalten? Sind volljährige Familienangehörige haftbar für Versicherungsverträge die von anderen Familienangehörigen während ihrer Kindheit abgeschlossen wurden?
Kommt darauf an. Wenn die "anderen Familienangehörigen" die gesetzlichen Vertreter sind, die den Versicherungsvertrag im Namen des Kindes abschließen, dann schon.

Der Fall ist etwas merkwürdig. Prämienschuldner ist ganz allein der Versicherungsnehmer (= Vertragspartner der Versicherung), das weiß aber auch die Versicherung. Wenn dennoch der Versicherte wegen der Prämie angegangen wird, könnte es sein, dass der Versicherte gleichzeitig Versicherungsnehmer ist (z. B. die Eltern haben damals für ihn unterschrieben) und der Opa nur die laufenden Prämien bezahlt (hat). Was steht denn im Vertrag?

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