Rechtsschutz wurde angeblich gekündigt. Keine Kündi erhalten

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Blumenkind
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Rechtsschutz wurde angeblich gekündigt. Keine Kündi erhalten

Beitrag von Blumenkind » 19.10.17, 11:23

Hallo und guten Tag!

Diese Woche wollte VN einen Rechtsschutzschaden wegen Erbrecht melden. Der Vertrag ist ein Premiumvertrag und beinhaltet dieses Rechtsgebiet.
Bei dem Telefonat erhielt der VN die Aussage, dass der Vertrag 3 Tage vorher beendet worden sei, der Versicherer hätte eine Kündigung ausgesprochen.
Eine Kündigung hat der VN jedoch nie erhalten.
Der VN hat Anfang September eine Benachrichtigung der Post über ein Zustellungsversuch eines Einschreibens in den Briefkasten gelegt bekommen. Der VN war jedoch zu diesem Zeitpunkt 2 Wochen nicht zuhause. Als er nach seiner Rückkehr das Einschreiben abholen wollte, wurde es bereits wieder an den Absender zurückgeschickt.
Der VN hat nun mit mehreren Personen der Versicherung gesprochen. Da wird von Einschreiben geredet, ein anderer von einer Postzustellungsurkunde.
Der VN hat definitiv nichts erhalten.

Nun kam der Todesfall eines Familienangehörigen. Hier verschwand innerhalb eines Tages ein Testament. Ein anderes wurde angeblich geschrieben, mit Enterbung. Es wurden Schlösser direkt ausgetauscht und der VN steht nur noch da und versteht die Welt nicht mehr.
Daher benötigt er dringend juristische Unterstützung.

Er hat am 09.11. nun einen Termin beim Anwalt und benötigt bis dahin die Deckungszusage.
Er forderte bereits mehrfach die Deckungszusage mit dem Hinweis, dass die Kündigung nicht in den Machtbereich des VN eingegangen und damit unwirksam sei. Stimmt doch? Oder liegt der VN falsch?

Wäre es sinnvoll, hier einen RA für Versicherungsrecht einzuschalten? Müsste die Versicherung dann diese Kosten auch übernehmen, sollte sich herausstsellen, dass die Kündigung unwirksam sei?

Wie sollte der VN sich am besten verhalten? Er ist gerade mit der Situation überfordert.

DANKE!

BäckerHD
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Re: Rechtsschutz wurde angeblich gekündigt. Keine Kündi erha

Beitrag von BäckerHD » 19.10.17, 11:32

Ist eigentlich auch ein Grund für die Kündigung genannt worden...?

freemont
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Re: Rechtsschutz wurde angeblich gekündigt. Keine Kündi erha

Beitrag von freemont » 19.10.17, 11:40

Blumenkind hat geschrieben:...
Er forderte bereits mehrfach die Deckungszusage mit dem Hinweis, dass die Kündigung nicht in den Machtbereich des VN eingegangen und damit unwirksam sei. Stimmt doch? Oder liegt der VN falsch?
...
Der Anwalt kann doch ggf. auch die Deckungszusage erstreiten. Wenn sie zu unrecht verweigert wird, sind die RA-Kosten von der Versicherung zu zahlen.

Der Zugang der Kündigung ist für die Wirksamkeit erforderlich. Hier ist der Zugang definitiv nicht erfolgt. Das kann unerheblch sein, wenn der Zugang absichtlch vereitelt wird, Annahmne verweigert, Schreiben nicht bei der Post abgeholt u.ä. Aber wenn hier 2 Wochen nachweislich Urlaubsabwesenheit war, scheidet das aus.

Der BGH fordert i.Ü. selbst wenn das Eschr. böswillig nicht abgeholt wurde und an den Absender zurückgeht einen zweiten Zustellversuch, etwa per Einwurf-Einschreiben. Erst dann wird der rechtzeitige Zugang des ersten Kündigungsschreibens fingiert.

Blumenkind
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Re: Rechtsschutz wurde angeblich gekündigt. Keine Kündi erha

Beitrag von Blumenkind » 19.10.17, 11:54

BäckerHD hat geschrieben:Ist eigentlich auch ein Grund für die Kündigung genannt worden...?
Nein, keiner der Versicherungsangestellten hat einen Grund genannt.

Der VN kann nur mutmaßen, wenn tatsächlich eine Kündigung erfolgt sein sollte.
Beim VN lief dieses Jahr einiges schief und da wurde auch mehrfach die Anwaltshotline kontaktiert.
Vermutlich ist das der Grund.


Der Anwalt kann doch ggf. auch die Deckungszusage erstreiten. Wenn sie zu unrecht verweigert wird, sind die RA-Kosten von der Versicherung zu zahlen.
Das würde auch der Anwalt für Erbrecht machen oder müsste man einen anderen Anwalt für Versicherungsrecht einschalten?

Für mich ist das eine sehr unangenehme Situation. Finde es sehr unschön, zu dem Termin zu erscheinen und dann so etwas zu sagen, dass er das erstreiten soll. Ich habe das zwar der Dame am Telefon schon gesagt, dass ich gerade Probleme mit der Versicherung habe, aber ob die es weitergibt....

Der BGH fordert i.Ü. selbst wenn das Eschr. böswillig nicht abgeholt wurde und an den Absender zurückgeht einen zweiten Zustellversuch, etwa per Einwurf-Einschreiben. Erst dann wird der rechtzeitige Zugang des ersten Kündigungsschreibens fingiert.
So habe ich das auch ergoogelt.
Ein Versicherungsmitarbeiter sagte jedoch, sie hätten das abgeschickt und damit sei es zugegangen.
Ein anderer kam mit dieser Zustellurkunde, aber das kann nicht sein, da ich definitiv nichts erhalten habe. Und so ein Brief mit Zustellurkunde sollte auffallen.

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