Seite 1 von 1

Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 16:49
von Raid
Hallo,

ich würde mich freuen, wenn hier vielleicht jemand Erfahrungswerte hat, wie es sich bei folgender Konstellation verhält:

Person A fährt auf der Hauptstraße und Person B kommt aus einer Seitenstraße, missachtet die Vorfahrt und es kommt zum Unfall, wo Person B quasi gegen bzw. in die rechte Ecke fährt, so dass Kotflügel, LED Matrix Beleuchtungsanlage und Stoßfänger defekt sind.

Person A stellt das defekte - aber noch fahrbereite - Kfz einem Gutachter vor, welcher befindet, dass Fahrzeug ist zwar noch fahrbar, aber nicht verkehrssicher. Mündlich argumentiert der Gutachter, durch den seitlichen Aufprall wissen wir weder genau was mit dem Reifen ist, der könnte ja bei Tempo 140 auf der Autobahn weg fliegen und das Licht zeigt auch nicht dahin wo es soll, mal abgesehen, dass es viele scharfe Kanten gibt an dem Fahrzeug.

Nun gab es mit der Versicherung ewiges hin und her, die Werkstatt hatte auch nicht sofort Zeit, so dass die Reparatur nach Freigabe erst 4 Wochen nach dem Unfall stattfinden wird.

Frage: Kann für die Zeit zwischen Unfalltag und Beginn Reparatur schon ein Nutzungsausfall bei der Versicherung geltend gemacht werden, obwohl das Fahrzeug noch fahrbar ist, nur eben nicht verkehrssicher?

Die Sache ist nämlich die, dass Person A eben wegen dem kaputten Fahrzeug nun jede Menge externe Termine abgesagt hat bzw. auch häufiger auf die teure Bahn umsteigen musste, um nicht andere Menschen und sich selbst zu gefährden, da das Auto ja nicht verkehrssicher ist.

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 17:01
von ktown
Raid hat geschrieben:dass Fahrzeug ist zwar noch fahrbar, aber nicht verkehrssicher
das ist Unsinn. Wenn ein Fahrzeug als nicht verkehrssicher eingestuft wird, dann darf es im öffentlichen Verkehrsraum nicht genutzt werden.

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 17:07
von Raid
Wieso ist das was ich schreibe denn nun gleich Unsinn? Ich versuche doch nur die Sachlage zu beschreiben, so wie sie ist.

Aber ich versuche mal das positive aus der Antwort heraus zu ziehen, nicht verkehrssicher laut Gutachter heißt = darf nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen = Nutzungsausfall steht für die Zeit zu.

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 17:12
von SusanneBerlin
Die Sache ist nämlich die, dass Person A eben wegen dem kaputten Fahrzeug nun jede Menge externe Termine abgesagt hat bzw. auch häufiger auf die teure Bahn umsteigen musste, um nicht andere Menschen und sich selbst zu gefährden, da das Auto ja nicht verkehrssicher ist.
Warum nimmt man sich keinen Mietwagen? Dann kann man den Schadensersatz auch konkret beziffern.

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 17:15
von ktown
Raid hat geschrieben:Wieso ist das was ich schreibe denn nun gleich Unsinn?
nicht was sie schreiben, sondern was der Gutachter sagt.

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 17:20
von Raid
Achso, naja im Gutachten steht es so:

Besichtigungszustand: fahrbereit nicht verkehrssicher

Auf einen Mietwagen wurde verzichtet, weil sowohl Freunde als auch das Autohaus und eine Anmietstation einer Autovermietung alle "Angst gemacht haben" das es gut sein kann, dass Person A dann auf den kompletten Kosten sitzen bleibt, da auch die Versicherung meinte, der Wagen fährt doch noch.

Daher wurden eben von Person A externe Termine weitestgehend abgesagt bzw. einige Bahntickets vorfinanziert, wo Termine nicht abgesagt werden konnten.

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 17:26
von ktown
Da nimmt man sich einen Anwalt und schon hat man die korrekte Einschätzung, was getan werden darf und was nicht.

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 17:32
von zimtrecht
Der BGH sah das anders - "fahrbereit" implizierte dort "verkehrssicher", siehe BGH VIII ZR 72/06

Re: Nutzungsausfall bei unsicherem PKW?

Verfasst: 18.01.18, 20:21
von ktown
zimtrecht hat geschrieben:Der BGH sah das anders - "fahrbereit" implizierte dort "verkehrssicher", siehe BGH VIII ZR 72/06
Na dann muss sich der Gutachter aber entscheiden, was er nun aussagen will.