pferd tritt gartenzaun nieder

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katerkai
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pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von katerkai » 14.03.18, 22:32

angenommen ein pferd auf dem nachbargrundstueck hat den gartenzaun von schulz beschaedigt da der weidezaun beschaedigt war. Der haftpflichtversicherer des pferdehalters verlangt von nachbar schulz einen kostenvoranschlag ueber die hoehe des schadens. Schulz hat jedoch keine veranlassung dazu. Wiesosollte er sich darum bemuehen? schulz ist der meinung dass der haftpflichtversicherer selbst den schaden ermitteln sollte und auch die reparatur vornehmen sollte! Schulz hat den schaden und soll jetzt auch noch die abwicklung mit fuer ihn evtl kostenpflichtigen kostenvoranschlaegen in die wege leiten?
wie gestaltet sich die rechtslage?

ktown
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von ktown » 14.03.18, 22:55

katerkai hat geschrieben: mit fuer ihn evtl kostenpflichtigen kostenvoranschlaegen in die wege leiten?
wie gestaltet sich die rechtslage?
Wieso kostenpflichtig? Oder will Schulz den Schaden nicht behoben haben?
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lottchen
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von lottchen » 14.03.18, 23:43

Ich habe heute gerade mit einem Haftpflichtversicherer telefoniert. Der wollte tatsächlich auch einen Kostenvoranschlag von mir für die Behebung der Schäden :lol: ...Wie soll die Versicherung denn auch sonst entscheiden, wieviel sie zahlt? Die Haftpflicht zahlt übrigens nur den Zeitwert. Ein niegelnagelneuer Zaun zu 100% der Versicherung bezahlt wird also nicht rausspringen.
Falls der Kostenvoranschlag was kostet muss man eben vorher mit der Versicherung reden, ob sie die Kosten übernimmt.
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winterspaziergang
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von winterspaziergang » 15.03.18, 00:38

katerkai hat geschrieben:Wiesosollte er sich darum bemuehen?
Weil er eine neuen Zaun möchte?
schulz ist der meinung dass der haftpflichtversicherer selbst den schaden ermitteln sollte und auch die reparatur vornehmen sollte!
Diese Meinung wird der Versicherer nicht teilen und Herrn Schulz um diesen bitten, da sie andernfalls nicht tätig werden können.
Schulz hat den schaden und soll jetzt auch noch die abwicklung mit fuer ihn evtl kostenpflichtigen kostenvoranschlaegen in die wege leiten?
Der Kostenvoranschlag für einen Zaun dürfte nicht kostenpflichtig sein, zumindest nicht, wenn man ihn dann auch dort in Auftrag gibt und falls doch, zahlt ihn die HPV.

katerkai
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von katerkai » 15.03.18, 09:35

Zuerst vielen dank fuer die informationen an die forenteilnehmer!
ktown hat geschrieben:
katerkai hat geschrieben: mit fuer ihn evtl kostenpflichtigen kostenvoranschlaegen in die wege leiten?
wie gestaltet sich die rechtslage?
Wieso kostenpflichtig? Oder will Schulz den Schaden nicht behoben haben?
ein handwerker wird i.d. regel fuer seinen zeitaufwand u angebotserstellung entlohnt werden wollen. Selbstverstaendlich soll der Schaden behoben werden.
lottchen hat geschrieben:Ich habe heute gerade mit einem Haftpflichtversicherer telefoniert. Der wollte tatsächlich auch einen Kostenvoranschlag von mir für die Behebung der Schäden :lol: ...Wie soll die Versicherung denn auch sonst entscheiden, wieviel sie zahlt? Die Haftpflicht zahlt übrigens nur den Zeitwert. Ein niegelnagelneuer Zaun zu 100% der Versicherung bezahlt wird also nicht rausspringen.
Falls der Kostenvoranschlag was kostet muss man eben vorher mit der Versicherung reden, ob sie die Kosten übernimmt.
die versicherung kann doch den schaden -zeitwert- selbst ermitteln durch einen gutachter oder direkt einen handwerker zaunbau. Ansonsten haette der geschaedigte ausser seinem zertretenem gartenzaun auch noch die weitere buerokratische abwicklung zu leisten. Einer mitwirkung ist der geschaedigte doch schon durch schadensanzeige mit dokumentation fotos usw. nachgekommen.
winterspaziergang hat geschrieben:
katerkai hat geschrieben:Wiesosollte er sich darum bemuehen?
Weil er eine neuen Zaun möchte?
schulz ist der meinung dass der haftpflichtversicherer selbst den schaden ermitteln sollte und auch die reparatur vornehmen sollte!
Diese Meinung wird der Versicherer nicht teilen und Herrn Schulz um diesen bitten, da sie andernfalls nicht tätig werden können.
Schulz hat den schaden und soll jetzt auch noch die abwicklung mit fuer ihn evtl kostenpflichtigen kostenvoranschlaegen in die wege leiten?
Der Kostenvoranschlag für einen Zaun dürfte nicht kostenpflichtig sein, zumindest nicht, wenn man ihn dann auch dort in Auftrag gibt und falls doch, zahlt ihn die HPV.
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Ueber weitere forenbeteiligung freue u bedanke ich mich!

Schulz moechte keinen neuen zaun sondern nur den schaden behoben sehen. Wieso kann denn der versicherer nicht selbst taetig werde um die schadenshoehe und behebung veranlassen ohne hier den geschaedigten mit abwicklungsaufgaben zu beuftragen?

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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von ktown » 15.03.18, 09:53

katerkai hat geschrieben:Wieso kann denn der versicherer nicht selbst taetig werde um die schadenshoehe und behebung veranlassen ohne hier den geschaedigten mit abwicklungsaufgaben zu beuftragen?
Ok dann sagt der Versicherer, dass kein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. und dann?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von katerkai » 15.03.18, 13:39

ktown hat geschrieben:
katerkai hat geschrieben:Wieso kann denn der versicherer nicht selbst taetig werde um die schadenshoehe und behebung veranlassen ohne hier den geschaedigten mit abwicklungsaufgaben zu beuftragen?
Ok dann sagt der Versicherer, dass kein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. und dann?
Ein "wirtschaftlicher" schuldhafter Schaden liegt zweifelsfrei vor, wurde ausreichend dokumentiert und führt i.d. Regel zum Schadenersatz.
Es erhebt sich lediglich die Frage, ob bzw. inwieweit der Geschädigte ausser der Schadensanzeige incl. Nachweis des Schadens gegenüber dem Versicherer auch noch mit weiteren zusätzlich belastenden Verwaltungsaufgaben (Zaunbauer suchen, Kostenvoranschlag selbst bezahlen usw.) belastet werden muß. Ist es hier nicht Aufgabe des Versicherers die Schadenshöhe zu ermitteln (Gutachter, Einholung Kostenvoranschläge etc.) und auch durch Beauftragung eines z.B. Zaunbauers den durch das Pferd verursachten Schaden in geeigneter Weise (z.B. Reparatur) auszugleichen und damit den Geschädigten schadlos zu halten? Wie wird dies juristisch beurteilt, insbesondere wieweit gestaltet sich die Mitwirkungspflicht des Geschädigten?
Thank`s

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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von lottchen » 15.03.18, 14:32

Du stellst immer wieder dieselben Fragen. Dass Du darauf keine konkrete Antwort bekommst liegt vielleicht daran, dass es völlig üblich ist dass der Geschädigte der Versicherung mitteilt welcher Schaden in welcher Höhe ihm entstanden ist und den er ersetzt haben will. Und das durch Fotos, Kostenvoranschläge und Angebote nachweist. Wieviel Euro willst Du von der Versicherung haben? Das musst Du der Versicherung doch sagen und nicht andersherum. Über welche Summe reden wir hier? 500€? 50.000€? Bei 500€ braucht man vielleicht nicht mal was Schriftliches, der Geschädigte kann ja auch sagen bzw. besser per E-Mail schreiben: kostet 200€ Material und 10 Stunden á 30€ Arbeitsleistung. Versicherung zahle mir das, ich bin zufrieden und Du bist raus.
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von ktown » 15.03.18, 14:39

katerkai hat geschrieben:Es erhebt sich lediglich die Frage, ob bzw. inwieweit der Geschädigte ausser der Schadensanzeige incl. Nachweis des Schadens gegenüber dem Versicherer auch noch mit weiteren zusätzlich belastenden Verwaltungsaufgaben (Zaunbauer suchen, Kostenvoranschlag selbst bezahlen usw.) belastet werden muß.
Wer was haben will, muss es beweisen. Das dies mit Arbeit verbunden ist, ist nicht unüblich.
So wie sie sich jetzt verhalten, wird die Versicherung nichts zahlen und sie müssen klagen. Na was wird der Richter wohl zu ihnen sagen? :wink:
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von katerkai » 15.03.18, 15:00

lottchen hat geschrieben:Du stellst immer wieder dieselben Fragen. .Wieviel Euro willst Du von der Versicherung haben?us.
Keine Euros . Die versicherung soll nur den schaden beseitigen (lassen) und dies in eigenregie

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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von katerkai » 15.03.18, 15:06

ktown hat geschrieben:
katerkai hat geschrieben:ß.
Wer was haben will, muss es beweisen. :wink:
der schaden wurde bewiesen. Nur die weitere ermittlung der schadenshoehe und die behebung des schadens sind m. Erachtens nicht zusaetzlich dem geschaedigten aufzubuerden.

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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von ktown » 15.03.18, 15:17

katerkai hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:
katerkai hat geschrieben:ß.
Wer was haben will, muss es beweisen. :wink:
der schaden wurde bewiesen. Nur die weitere ermittlung der schadenshoehe und die behebung des schadens sind m. Erachtens nicht zusaetzlich dem geschaedigten aufzubuerden.
na dann viel Spaß bei Gericht. :lachen:
Ich bin hier raus.
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von lottchen » 15.03.18, 15:22

Ohne Kostenvoranschlag wird die Versicherung nicht zahlen. Und auch keine Arbeiten selber beauftragen. Die Versicherung sorgt ja nur für den Ausgleich der Kosten.
Ich bin dann mal gespannt, auf was Sie den Pferdehalter verklagen (der ist ja der Schuldige). Auf Zahlung von Summe X ja nicht. Auf "Wiederherstellung des Zaunes abzgl. dem Zeitwert"? Wie werden denn in so einem Fall die Gerichtskosten berechnet? Gewürfelt? Halten Sie uns auf dem Laufenden!
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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von windalf » 15.03.18, 15:24

Auch wenn die Welt sich anders dreht formal hat er doch eigentlich recht
§249 BGB hat geschrieben: (1) Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.
Wenn nun von dem Geschädigten verlangt wird selbst Zeit zu investieren, dann wird eben nicht der Zustand hergestellt, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre, sondern es wird ein Zustand hergestellt in dem der Geschädigte auf den Kosten seiner eigenen Zeit (die er sonst anders investiert hätte) sitzen bleibt.

Liest man das wortwörtlich müsste sich der Schädiger von selbst aus um alles kümmern...

Und zu dem Thema Versicherung. Der Geschädigte muss sich doch eigentlich nicht an die Versicherung verweisen lassen. Er kann auch den Schädiger direkt belangen...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: pferd tritt gartenzaun nieder

Beitrag von ktown » 15.03.18, 15:34

windalf hat geschrieben:Liest man das wortwörtlich müsste sich der Schädiger von selbst aus um alles kümmern.
Zeigen sie mir einen Sachverhalt, wo dies so, auch durch die Rechtsprechung, gefordert bzw. durchgeführt wird.

Folgendes steht dazu im Palandt:
zum einen ist der hypothetisch schadensfreie Zustand ohne Abstriche herzustellen (Grundsatz der Totalreparation), zum anderen hat die Herstellung in Natur durch den Schädiger zu erfolgen (Restitutionsprinzip). Die dem Geschädigten nach II eingeräumte Ersatzbefugniss bezweckt, dem Schädiger das verletzte Rechtsgut nicht zur Wiederherstellung anzuvertrauen zu müssen; zudem soll dadurch das Abwicklungsverhältnis von dem Streit darüber entlastet werden, ob die Herstellung durch den Schädiger gelungen ist und von dem Geschädigten als Ersatzleistung angenommen werden muss (BGH NJW-RR 09)
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