Rohrbruch außerhalb des Hauses

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Rolf22
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Rohrbruch außerhalb des Hauses

Beitrag von Rolf22 » 28.08.18, 16:28

A bemerkt an seiner Grundstücksgrenze (Hofeinfahrt) einen Wasseraustritt. Der Wasserversorger stellt einen Rohrbruch fest und sagt sofortige Beseitigung zu. Zu A´s Überraschung meint der Versorger, dass A für die Kosten aufkommen müsse und zeigt A einen Regler, der sich mitten auf der Strasse befindet und die Grenze für die Zuständigkeit sei. A vertritt hingegen die Auffassung, dass die Wasseruhr die Grenze sei. Diese befindet sich aber innerhalb des Gebäudes rund 15 Meter von der Bruchstelle entfernt. Gibt es hierzu irgendwelche Gerichtsurteile?

Falls A für die Kosten aufkommen muss, welche Versicherung wäre hierfür zuständig?

Mit freundlichen Grüßen und Dank für Ihre Bemühungen!

SusanneBerlin
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Re: Rohrbruch außerhalb des Hauses

Beitrag von SusanneBerlin » 28.08.18, 16:56

Hallo,

für Schäden an Wasserleitungen ist die Leitungswasserversicherung zuständig.
Grüße, Susanne

Elektrikör
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Re: Rohrbruch außerhalb des Hauses

Beitrag von Elektrikör » 28.08.18, 17:55

Hallo,

ich glaube, die Zuständigkeit bzw. Verantwortung ist von Gemeinde zu Gemeinde bzw. von Versorger zu Versorger unterschiedlich.

MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

ktown
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Re: Rohrbruch außerhalb des Hauses

Beitrag von ktown » 29.08.18, 07:06

Rolf22 hat geschrieben:A vertritt hingegen die Auffassung, dass die Wasseruhr die Grenze sei.
Diese Auffassung ist falsch. Guckst du
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Rolf22
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Re: Rohrbruch außerhalb des Hauses

Beitrag von Rolf22 » 29.08.18, 08:26

@ktown: In diesem Fall ist der Schaden aber nicht im Gebäude, sondern weit außerhalb (ca. 15m) entstanden. Es ist noch nicht einmal klar, ob das Leck noch auf A´s Grundstück liegt, weil der Wasserauftritt auf der Grenze stattfand.

freemont
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Re: Rohrbruch außerhalb des Hauses

Beitrag von freemont » 29.08.18, 09:00

Rolf22 hat geschrieben:... A vertritt hingegen die Auffassung, dass die Wasseruhr die Grenze sei. Diese befindet sich aber innerhalb des Gebäudes rund 15 Meter von der Bruchstelle entfernt. Gibt es hierzu irgendwelche Gerichtsurteile?
...

Mir war auch so, siehe Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 17. April 2014 – 1 U 1281/12
https://www.iww.de/quellenmaterial/id/106207

Da war im Gebäude, vor der Wasseruhr ein Schaden entstanden, das OLG hat den Versorger zum Schadensersatz verurteilt.
Mit dem Landgericht geht der Senat auch unter Berücksichtigung der gutachterlichen Feststellungen zu der Schadstelle davon aus, dass diese sich im Bereich oberhalb des Garagenbodens, aber vor der Wasseruhr befand und demnach sich in dem Leitungsteil befand, der - unstreitig - im Eigentum des Beklagten steht und für den dieser nach § 10 AVBWasserV verantwortlich zeichnet. Nach dieser Bestimmung, die nach § 1 AVBWasserV Vertragsbestandteil geworden ist, stehen Hausanschlüsse zum einen im ausschließlichen Eigentum des Wasserversorgungsunternehmens (Beklagter) und dieses hat die Hausanschlüsse herzustellen, zu unterhalten und ggfls. zu erneuern. Der erforderlichen Unterhaltungspflicht ist der beklagte Verband im vorliegenden Fall nicht in ausreichendem Maße nachgekommen.
Die AVWasserV ist hier zu finden: https://www.gesetze-im-internet.de/avbwasserv/

Ich denke, die VO stammt von 1980, denkbar, daß man § 10 VI prüfen muss, der Versorger müsste wissen, ob es abweichende Altregelungen gibt:
(6) Soweit hinsichtlich des Eigentums am Hausanschluß und der daraus folgenden Pflichten zur Herstellung, Unterhaltung, Erneuerung, Änderung, Abtrennung und Beseitigung bestehende allgemeine Versorgungsbedingungen von Absatz 3 abweichen, können diese Regelungen auch nach Inkrafttreten dieser Verordnung beibehalten werden.

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