Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

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Etienne777
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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von Etienne777 » 27.10.18, 17:21

ktown hat geschrieben:Das kann auch noch Jahrzehnte später passieren.
Bei gewachsenem Boden? Haben Sie schon mal versucht, in solchem Boden zu schachten? Das ist wie Beton. Meinen Sie, ein Haus das man auf einer dicken Betonplatte errichtet, bekommt Risse? Dann müßten alle kellerlosen Häuser Risse haben, was nicht der Fall ist.

Das Augenmerk sollte sich daher besser auf plausible Schadensursachen richten, etwa Baumängel, Absenkung von Wasserschichten, defekte Dachentwässerungen oder Abwassergrundleitungen, mangelnde Ableitung von Niederschlagswasser vom Gebäude (Tagwasser und Wasser von der Dachentwässerung), Rohrbrüche in Hausnähe. Tiefbauprojekte in der Nachbarschaft kommen ebenfalls in Frage, vor allem Brunnen und Schluckbrunnen, aber auch Tiefenbohrungen für Geothermieheizungen.
ktown hat geschrieben:Was kann man mit Lehm machen, wenn er nass wird?
Lesen Sie den SV noch einmal. Als Ursache wird nicht Nässe vermutet, sondern eine "Schrumpfung wegen sommerlicher Dürre". Dürre ist übrigens das Gegenteil von Nässe.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

ktown
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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von ktown » 27.10.18, 17:52

Etienne777 hat geschrieben:Lesen Sie den SV noch einmal. Als Ursache wird nicht Nässe vermutet, sondern eine "Schrumpfung wegen sommerlicher Dürre". Dürre ist übrigens das Gegenteil von Nässe.
Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Lehm absolut kein geeigneter Untergrund für eine Gründung ist.
Siehe hier und hier
Ich für meinen Teil halte es für absolut abwegig, dass besagter Lehm unter einer Bodenplatte derart austrocknet, dass dies allein schadensursächlich ist.
Aber wir sind hier ja nicht ein Forum für Bauschäden, sondern für deutsches Recht und diese Thematik wurde ja ausreichend beleuchtet.

Es gibt weder eine Versicherung noch ein andere Nothilfefond der für solche Schäden einsteht.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Hanomag
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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von Hanomag » 27.10.18, 19:43

ktown hat geschrieben:Es gibt weder eine Versicherung noch ein andere Nothilfefond der für solche Schäden einsteht.
Für eine bestimmte Art von Erdsenkungen gibt es Versicherungsschutz in der Elementarschadensversicherung. Sollte tatsächlich eine solche vorliegen und der Geschädigte
sich nicht die Prämie eingespart haben, dann wäre er abgesichert.
Wikipedia hat geschrieben:Dieser Artikel erläutert Geodynamik, zum Begriff bei Humboldt siehe Senke (Geomorphologie).
Eine Erdsenkung ist eine durch Subrosion verursachte Absenkung des Erdbodens über meist natürlich entstandenen Hohlräumen.
In der Versicherungswirtschaft stellt eine Erdsenkung einen Elementarschaden dar. Die Definition lautet hier wie folgt:
„Erdsenkung ist eine naturbedingte Absenkung des Erdbodens über natürlichen Hohlräumen (§ 1 Nr. 10 b ECB 99).“
– Büchner et al. 2002[1], S. 40

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 27.10.18, 19:46

Etienne777, eigentlich gefallen mir Ihre Beiträge fast immer gut, aber was die bautechnische Eignung von bindigen Böden im Allgemeinen und Lehm im Besonderen anbetrifft, da sollten Sie sich jetzt wirklich mal etwas zurückhalten. Allein schon die Behauptung, Lehm - also eine Mischung aus Ton, Schluff und Sand - sei nach Fels einer der geeignetsten Baugründe, entlarvt Sie als Laien, der in anderen Bereichen Ahnung haben mag, in diesem Fall aber nur mal schnell und wenig gründlich im Internet nachgelesen hat, um sich hier wortgewaltig beteiligen zu können. Tatsächlich ist ein dicht gelagerter Kiessand oder auch Sand jedem bindigen Boden vorzuziehen, eben wegen des langristigen Verformungsverhaltens und wegen der starken Empfindlichkeit bindiger Böden gegenüber Wassergehaltsänderungen. Wenn Sie schon solch eine Rangliste aufstellen wollen, dann folgen - entgegen der Formulierung "auf Sand gebaut" - auf den Fels erst mal Kies und Sand, aber keinesfalls ein feinkörniger Boden. Warum glauben Sie außerdem, dass die DIN 18122 Verfahren für die Bestimmung der Schrumpfgrenze beschreibt, wenn die hier - vielleicht auch übertrieben - geschilderten Zusammenhänge doch angeblich so absurd sind?

Ein kurzer Merksatz für den Fragesteller: Das Baugrundrisiko liegt beim Bauherrn.

Hanomag: Bergsenkungen und Setzungen sind zwei eigenständige Kapitel.

Hanomag
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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von Hanomag » 27.10.18, 19:56

ktown hat geschrieben:Hier handelt es sich nicht um einen unverschuldeten Schaden. Wer ein Haus auf Lehmboden gründet muss letztlich auch die Folgen tragen.
Das verstehe ich jetzt nicht? Meines Wissens stehen jede Menge Häuser auf einem lehmigen Untergrund. Das meinige und jede Menge in meiner Nachbarschaft auch. Zumindest war der Aushub bei den Landwirten sehr gefragt, deshalb sind keine Deponiegebühren angefallen.

ktown
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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von ktown » 27.10.18, 20:14

und es wurde keine Filterschicht unter die Fundamente/Bodenplatte verbaut?
Meines Wissens stehen jede Menge Häuser auf einem lehmigen Untergrund.
Ich kann ihnen versichern, dass es auch hier bei mir viele solcher leichtsinnigen Bauherrn gibt. Vielfach aus Unwissenheit oder weil sie sich das geologische Gutachten sparen wollen oder weil der Statiker einfach das doppelte an Eisen in die Bodenplatte verbaut um für diese Unsinnigkeit nicht selbst haften zu müssen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Dieter_Meisenkaiser
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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 27.10.18, 20:15

Hanomag hat geschrieben:Meines Wissens stehen jede Menge Häuser auf einem lehmigen Untergrund. Das meinige und jede Menge in meiner Nachbarschaft auch.
Normalerweise trocknet der Boden unter dem Fundament auch nicht so stark aus, dass nennenswerte Schrumpfprozesse mit bauschädlicher Auswirkung auftreten. Dass etwas selten vorkommt, heißt aber nicht, dass es unmöglich ist. Es ist aber z.B. völlig normal, dass sich Setzungsrisse in Gebäuden in Abhängigkeit vom Wassergehalt des bindigen Gründungsbodens verändern. Das führt aber eher selten dazu, dass direkt die Gebrauchstauglichkeit des Hauses entfällt.

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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von Hanomag » 27.10.18, 20:57

Dieter_Meisenkaiser hat geschrieben:Normalerweise trocknet der Boden unter dem Fundament auch nicht so stark aus, dass nennenswerte Schrumpfprozesse mit bauschädlicher Auswirkung auftreten.
Könnte man dem entgegenwirken, indem man gelegentlich Regenwasser über die Drainage ableitet oder wäre das wegen einer möglichen Aufquellung eher kontraproduktiv?

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Re: Massiver Schaden am Haus durch Absenkung

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser » 27.10.18, 21:51

Das dürfte sich in der Praxis nicht sinnvoll steuern lassen. Der bindige Boden ändert bei Wassgerhaltsänderungen seine Konsistenz von fest über halbfest, steif, weich breiig bis flüssig. Genau das macht ihn im Gegensatz zu nichtbindigem Boden (Sand, Kies, Fels) auch so problematisch.

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