Berufsunfähigkeitsversicherung Widerrufsfrist

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h0nIg
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Berufsunfähigkeitsversicherung Widerrufsfrist

Beitrag von h0nIg » 11.04.19, 19:04

Hallo zusammen,

eine Person hat 2010 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Wie diese Person feststellen musste, hatte ihr Finanzberater damals die alte Adresse in den Vertragsunterlagen eingetragen, die von der Person unterschrieben wurde und der Fehler nicht entdeckt wurde. Die Person hatte zwar nach Vertragsabschluss die Vertragsunterlagen vom Finanzberater elektronisch erhalten, jedoch ist der Versicherungsschein nicht teil dieser Dokumente gewesen.

Wenn nun innerhalb der Vertragsunterlagen folgender Passus enthalten ist, kann es sein dass die Widerrufsfrist noch nicht angefangen hat, da der Versicherungsschein an die damals alte Adresse gesendet wurde und die Person ihn nie erhalten hat? Interessanterweise hat sich der Finanzberater ca. 1 Jahr später bei der Person gemeldet, dass zumindest die Steuerbescheinigung nicht an die Adresse gesendet werden konnte und ihm die eingescannte Steuerbescheinigung per Email zugesandt.
Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von 30 Tagen ohne Angabe von Grün-
den in Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail) widerrufen. Die Frist beginnt, nachdem
Sie den Versicherungsschein, die Vertragsbestimmungen einschließlich der Allge-
meinen Versicherungsbedingungen, die weiteren Informationen nach § 7 Abs. 1 und
2 des Versicherungsvertragsgesetzes in Verbindung mit den §§ 1 bis 4 der VVG-
Informationspflichtenverordnung und diese Belehrung jeweils in Textform erhalten
haben.
Wie würde hier eine Argumentation / Beweisführung aussehen? Müsste die Person einfach den Vertrag schriftlich widerrufen und die Versicherung hat die Beweislast?

Viele Grüße
h0nIg

ktown
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Re: Berufsunfähigkeitsversicherung Widerrufsfrist

Beitrag von ktown » 12.04.19, 09:10

h0nIg hat geschrieben:Die Person hatte zwar nach Vertragsabschluss die Vertragsunterlagen vom Finanzberater elektronisch erhalten, jedoch ist der Versicherungsschein nicht teil dieser Dokumente gewesen.
Wie stell ich mir das vor. Der Makler hat alles außer der Police und der Widerrufsbelehrung per Mail zugesandt?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

winterspaziergang
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Re: Berufsunfähigkeitsversicherung Widerrufsfrist

Beitrag von winterspaziergang » 12.04.19, 12:00

h0nIg hat geschrieben:Hallo zusammen,

eine Person hat 2010 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Wie diese Person feststellen musste, hatte ihr Finanzberater damals die alte Adresse in den Vertragsunterlagen eingetragen, die von der Person unterschrieben wurde und der Fehler nicht entdeckt wurde. Die Person hatte zwar nach Vertragsabschluss die Vertragsunterlagen vom Finanzberater elektronisch erhalten, jedoch ist der Versicherungsschein nicht teil dieser Dokumente gewesen.
Wann hat die Person das festgestellt? und wodurch? was geschah danach? oder was bedeutet "er musste feststellen"?
Hat er die Unterlagen mit alter Adresse/an die alte Adresse erhalten oder hat er sie nicht erhalten?
h0nIg hat geschrieben:Wenn nun innerhalb der Vertragsunterlagen folgender Passus enthalten ist, kann es sein dass die Widerrufsfrist noch nicht angefangen hat, da der Versicherungsschein an die damals alte Adresse gesendet wurde und die Person ihn nie erhalten hat?
Hat die Person 9 Jahre lang in die Versicherung einbezahlt?
h0nIg hat geschrieben:Interessanterweise hat sich der Finanzberater ca. 1 Jahr später bei der Person gemeldet, dass zumindest die Steuerbescheinigung nicht an die Adresse gesendet werden konnte und ihm die eingescannte Steuerbescheinigung per Email zugesandt.
2011 bekam also die Person eine Steuerbescheinigung an die neue Adresse.
h0nIg hat geschrieben:Wie würde hier eine Argumentation / Beweisführung aussehen? Müsste die Person einfach den Vertrag schriftlich widerrufen und die Versicherung hat die Beweislast?
Ich bin sehr auf die Antworten gespannt, kann mir aber schwer vorstellen, dass der Versicherte, der etwa 3285 Tage lang inaktiv blieb und 9 Jahre lang monatlich in eine Versicherung einzahlt, sich auf den Widerrufsfrist von 30 Tagen berufen kann.
Hinzu kommt, dass die Person den Schein mit alter Anschrift selbst unterschrieben hat.

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