Tricks der Rechtschutzversicherer

Moderator: FDR-Team

Antworten
schnueffel
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 126
Registriert: 01.06.08, 10:44

Tricks der Rechtschutzversicherer

Beitrag von schnueffel »

Hallo zusammen,

bin gerade über dem Thema, dass Rechtschutzversicherer z. B. viele überflüssige Fragen stellen, um den Versicherungsnehmer von einer Deckungszusage abzulenken.



Ich habe selber schon nachgeforscht, es gibt dann die Möglichkeit
-des Stichentscheids. Der Anwalt des Versicherungsnehmers bekommt eine extra Gebühr vom Versicherer. Die Entscheidung ist aber bindend für beide Seiten, also auch für den Versicherungsnehmer/Arbeitnehmer.
-Ombudsmann: Auch hier muß alles vorab eingereicht werden, die Entscheidung ist für Versicherer und Versicherungsnehmer kostenlos. Falls die Entscheidung negativ für den Versicherungsnehmer ausfällt, kann der Versicherungsnehmer immer noch Deckungsklage einreichen.


Was habt ihr für Erfahrungen, wenn der Rechtschutzversicherer überflüssige und unsinnige Fragen stellt? Wie reagiert man da am besten?
Ich persönlich finde den Ombudsmann besser: Falls die Entscheidung für den Versicherungsnehmer negativ ausfällt, kann man immer noch Deckungsklage einreichen.
Andere finden den Stichentscheid besser: Kostet dem Versicherer extra Geld und dürfte den Versicherer abschrecken. Aber falls der Stichentscheid negativ ausfällt, hat der Versicherungsnehmer keine Möglichkeit mehr.
Oder wie seht ihr das?



Beispiel zur Frage:
AN hat Probleme mit Arbeitgeber (=AG). Laut Arbeitsvertrag soll AN 1000€ brutto bekommen - mangels Arbeit schickt der AG immer wieder den AN nach Hause, und zahlt monatlich nur die tatsächlich geleisteten Stunden. Der AN setzt dem Arbeitgeber zur Zahlung der Rückstände eine Frist, welche erfolglos abläuft. AN fragt wegen Deckungszusage zu einer Lohnklage bei Versicherer nach - Versicherer erteilt Deckungszusage nur zu außergerichtliche Anwaltskosten für (erneute) Inverzugsetzung. Als der Anwalt des AN dies erledigt hat und nach Fristablauf wiederum kein Geld vom Arbeitgeber einging, hat der Anwalt beim Versicherer Deckungszusage für gerichtliche Lohnklage angefragt - Versicherer teilt mit, wenn AG den AN nach Hause schickt, hat AN Arbeitsleistung nicht erbracht und somit keinen Lohnanspruch. Der Versicherer fordert den Anwalt auf, dass er vor Deckungszusage die Lohnklage begründen soll - lehnt Anwalt natürlich ab, da unentgeltliche Klagebegründung vor Deckungszusage nicht möglich ist.

Dann erhält der AN vom Arbeitgeber nun plötzlich eine fristlose Kündigung ohne Angabe von Gründen zugeschickt. AN schickt die fristlose Kündigung in Kopie an Versicherer und bittet um Deckungszusage zu Kündigungsschutzklage - Versicherer fragt beim AN nach, ob Gründe bekannt sind. AN teilt wiederum mit, dass die fristlose Kündigung in Kopie bereits vorgelegt wurde und eben keine Gründe angegeben sind.
....
....
Antworten