Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

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tobwen
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Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von tobwen »

Angenommen man hat eine Klage geführt vor einem Sozialgericht (oder sonstigem Recht) und mit einem Vergleich abgeschlossen.
Jede Partei zahlt die eigenen Rechtsanwaltskosten.

Das im Nachgang vom eigenen Rechtsanwalt verlangte Honorar erscheint zu hoch.

Kann gegen den Rechtsanwalt Klage geführt werden mit einer Kostendeckung durch die Privatrechtsschutzversicherung?

Oder sind Klagen gegen Rechtsanwälte generell nicht rechtsschutzversichert/-versicherbar?

Eigentlich dürfte das ja nicht vom zuvor geführten Rechtsfall abhängig sein.
Denn die Dienstleitung ist ja ein separater Dienstleistungsvertrag.

Und Klagen gegen Dienstleister (wie z.B. auch Handwerker) sind durch eine Privat-Rechtsschutzversicherung gedeckt.

Tobias
Niemand2000
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von Niemand2000 »

Lief die Klage vor dem Sozialgericht ebenfalls über die Rechtsschutzversicherung?
Evariste
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von Evariste »

tobwen hat geschrieben: 02.01.21, 12:06 Das im Nachgang vom eigenen Rechtsanwalt verlangte Honorar erscheint zu hoch.
Kann gegen den Rechtsanwalt Klage geführt werden ...
Und Klagen gegen Dienstleister (wie z.B. auch Handwerker) ...
Üblicherweise verklagt man in solchen Fällen nicht den Dienstleister, sondern man zahlt das, was einem adäquat erscheint. Wenn der Dienstleister damit nicht zufrieden ist, dann muss er klagen.
ktown
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von ktown »

Evariste hat geschrieben: 02.01.21, 12:49blicherweise verklagt man in solchen Fällen nicht den Dienstleister, sondern man zahlt das, was einem adäquat erscheint.
Da könnte jedoch zwischen dem was einem adäquat erscheint und dem was die Gebührenordnung so vorgibt Welten sein und letztlich zu Problemen führen die einem wiederum Gebühren kosten.
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Evariste
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von Evariste »

ktown hat geschrieben: 02.01.21, 13:32 Da könnte jedoch zwischen dem was einem adäquat erscheint und dem was die Gebührenordnung so vorgibt Welten sein und letztlich zu Problemen führen die einem wiederum Gebühren kosten.
Gemeint war natürlich "adäquat" im Rahmen der Vorgaben der Gebührenordnung. :roll:

Das Problem hat man aber sowieso immer, z. B. man reduziert die Miete um 20% und vor Gericht kommt dann heraus, dass man nur um 10% hätte reduzieren dürfen. Da hilft es dann auch nicht, selbst zu klagen, denn wenn ich klage, muss ich ja auch meinen Anspruch beziffern,
ktown
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von ktown »

Evariste hat geschrieben: 02.01.21, 14:07
ktown hat geschrieben: 02.01.21, 13:32 Da könnte jedoch zwischen dem was einem adäquat erscheint und dem was die Gebührenordnung so vorgibt Welten sein und letztlich zu Problemen führen die einem wiederum Gebühren kosten.
Gemeint war natürlich "adäquat" im Rahmen der Vorgaben der Gebührenordnung. :roll:
Zwischen dem was sie meinen und dem was man als Laie in ihren Aussagen verstehen kann, sind Welten. Da brauchen sie also keine Augen zu verrollen. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Evariste
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von Evariste »

ktown hat geschrieben: 02.01.21, 14:20 Zwischen dem was sie meinen und dem was man als Laie in ihren Aussagen verstehen kann, sind Welten. Da brauchen sie also keine Augen zu verrollen. :wink:
Diese Antwort ist auch schon wieder zum Augenrollen. Man kann jede Aussage falsch verstehen, wenn man es darauf anlegt, das ist ein Gemeinplatz.

Und wenn ein Laie (in einem Rechtsforum!) das Wort "adäquat" liest und meint, damit wäre was anderes gemeint als die rechtlich angemessene Vergütung, insbesondere da aus dem Kontext hervorgeht, dass diese Angemessenheit gerichtlich überprüft werden soll, dann ist ihm nicht zu helfen.
ktown
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von ktown »

Evariste hat geschrieben: 02.01.21, 17:50insbesondere da aus dem Kontext hervorgeht, dass diese Angemessenheit gerichtlich überprüft werden soll,
Wo ist aus diesem Satz
Evariste hat geschrieben: 02.01.21, 12:49Üblicherweise verklagt man in solchen Fällen nicht den Dienstleister, sondern man zahlt das, was einem adäquat erscheint. Wenn der Dienstleister damit nicht zufrieden ist, dann muss er klagen.
zu erkennen, dass man es soll. Ihr Satz sagt eindeutig folgendes aus: "Reduzieren sie die Rechnung auf das was ihres Erachtens korrekt ist und wenn der Anwalt mehr will, dann soll er klagen.
Wenn das ihre Definition von:
Evariste hat geschrieben: 02.01.21, 17:50gerichtlich überprüft werden soll
sein soll dann sage ich gute Nacht. Das kann ziemlich nach hinten los gehen.

@ tobwen: Man kann solche Rechnung online grob prüfen . So kann man grundsätzlich schonmal abschätzen ob der Verdacht begründet ist oder nicht. Wie Evariste nun jetzt ja selbst schon gesagt hat, unterliegt der Anwalt der RVG.
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Spezi
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Re: Privat-Rechtsschutz-Versicherung für Klage gegen Rechtsanwalts-Honorar-Rechnung?

Beitrag von Spezi »

Meiner Meinung nach sind alle Antworten irgendwie am Thema vorbei.
Die Frage war doch: "Kann gegen den Rechtsanwalt Klage geführt werden mit einer Kostendeckung durch die Privatrechtsschutzversicherung?"
Meine Antwort wäre, es kommt auf den Termin und den Inhalt der Privatrechtsschutzversicherung an?
Ein brennendes Haus kann man bekanntlich nicht mehr versichern.
Aus den Sachverhalt ist zu entnehmen, dass der betreffende Anwalt auch der Prozeßbevollmächtigte war.
Daraus entsteht dann die Frage, ob die Kosten dieser Prozeßvertretung von der Rechtsschutzversicherung getragen wurden, also insoweit Versicherungsschutz vorlag. Wenn dieses der Fall war, bestand die Versicherung als schon vor Eintritt des versicherten Ereignisses (brennendes Haus) Dann dürfte auch Versicherungsschutz für eine Klage gegen den Anwalt vorliegen.

Hat die Versicherung in dem geführten Verfahren aber den Versicherungsschutz abgelehnt (brennendes Haus) oder wurde die
Versicherung erst danach abgeschlossen, wird die Versicherung auch die Kosten eines Verfahrens gegen den Anwalt ablehnen, da Zeitpunkt des Versicherungsfalls derTermin der Beauftragung des Anwaltes wäre.
Man kann die Frage ja aber auch einfach durch eine Anfrage bei der Privatrechtsschutzversicherung klären.
Gruß Spezi
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