Ingenieurgesetz

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Electronicus
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Ingenieurgesetz

Beitrag von Electronicus »

Hallo,

mal eine theoretische grundsätzliche Frage (ich hoffe ich poste im richtigen Forum):

Wer sich Ingenieur nennen darf regeln ja die einzelnen Gesetzte der Länder. In Bayern steht hierzu:

„Die Berufsbezeichnung Ingenieurin oder Ingenieur alleine oder in einer WORTVERBINDUNG darf führen…“
Geschütz ist demnach alleine die Bezeichung Ingenieur. Und Wortverbindungen sind ebenfalls zulässig…

Könnte da z. B. ein Elektroingenieur sich dann nicht einfach auch z.B. als Forstingenieur bezeichnen? Bzw. irgendwelche Fantasiefachrichtungen erfinden z.B. Hauswirtschaftsingenieur o. ä.

Vielen Dank

CG
ktown
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Re: Ingenieurgesetz

Beitrag von ktown »

Grundlage für die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur/in“ ist in allen Bundesländern der Abschluss eines grundständigen technisch-ingenieurwissenschaftlichen Studienganges an einer anerkannten staatlichen oder privaten Hochschule in Deutschland.
1. Steht so auch dem von Ihnen zitierten Gesetz.
2. Das der klassische Ingenieurbegriff nun seit Jahren ausgedient hat und es nur noch den Bachelor und Master gibt. :wink:
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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
FM
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Re: Ingenieurgesetz

Beitrag von FM »

ktown hat geschrieben: 08.09.21, 12:51 2. Das der klassische Ingenieurbegriff nun seit Jahren ausgedient hat und es nur noch den Bachelor und Master gibt. :wink:
Man unterscheide zwischen der Berufsbezeichnung und akademischen Graden wie eben Dipl.-Ing. (FH). Letzterer kann nicht mehr erworben werden (es mag eine Ausnahme in Sachsen geben), kann aber noch geführt werden. Die Berufsbezeichnung kann man nun neu erwerben auch durch bestimmte Bachelor-Abschlüsse.

In der Tat differenziert das bayerische Gesetz nicht zwischen Fachgebieten, abgesehen vom Wirtschaftsingenieur. Der Ingenieur für Brückenbau dürfte sich also, wenn es nur nach diesem Gesetz ginge, auch Landwirtschaftsingenieur nennen, selbst wenn er vom Kühemelken noch weniger Ahnung hat als ein ehemaliger Landwirtschaftsminister. Aber er würde damit, je nach Zusammenhang, eine arglistige Täuschung oder unlauteren Wettbewerb betreiben.
ktown
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Re: Ingenieurgesetz

Beitrag von ktown »

Da man theoretisch den Abschluss vorlegen muss, wird man als Bauingenieur weniger den Agrarwirt raushängen lassen können. :wink:
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FM
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Re: Ingenieurgesetz

Beitrag von FM »

Was muss man wo vorlegen?
ktown
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Re: Ingenieurgesetz

Beitrag von ktown »

Also wenn sich bei uns Büros vorstellen um Aufträge zu bekommen, müssen sie ihre Qualifikationen schon zeigen und wenn ich mich als Bewerber wo vorstelle, dann wird die Vorlage der Urkunde sicherlich auch verlangt und dort steht nicht einfach nur, dass man den Ingenieurstitel erlangte sondern auch die Fachrichtung.

Natürlich hindert das niemanden daran, mittels krimineller Energie, sich Titel anzueignen die er nicht hat.
Greift da nicht der §132a StGB?
bzw. Art. 6 BayIngG (um das mal als Beispiel heran zu ziehen). Dieser greift vermutlich nur dann nicht, wenn man keine Wortverbindung nutzt und den Ingenieurgrad grundsätzlich schon erhalten hat.
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