Was kann die Wohngeldstelle vom Antragsteller verlangen?

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Rheinshagen
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Was kann die Wohngeldstelle vom Antragsteller verlangen?

Beitrag von Rheinshagen » 23.02.19, 15:50

Angenommen A und seine Ehefrau B wohnen seit 1967 in einer Wohnung. A hat den Mietvertrag seinerzeit unterschrieben. Aufgrund eines Fehlers im Mietvertrag wurde gerichtlich festgestellt, dass die Nebenkostenreglung rechtswidrig war. Trotzdem haben die Eheleute zusätzlich zur Grundmiete bereits vor dem gerichtlichen Verfahren schon eine angemessene NK-Pauschale gezahlt. Das Gericht hat die von den Eheleuten geleistete Zahlung folglich als monatliche Mietpauschale festgelegt. Hierauf hat der Vermieter bis dato keine rechtlich wirksame Änderung erzielt.

Die Eheleute (keine SGB II Empfänger) mit einer angenommenen Gesamtrente von ca. 1.255, -€/brutto, haben jetzt einen Wohngeldantrag gestellt und dazu folgende Unterlagen eingereicht: 1. Rentenbescheide der Eheleute - Bescheid für B wg. Leistung zur freiwilligen Krankenversicherung – Mietvertrag – Kontoauszug der letzten Mietzahlung – Beitragszahlungsnachweis von B an die Krankenkasse zwecks freiwilliger Beitragszahlung von 192, -€/Monat – Kontoauszug über die Rentenzahlungen für A und B.

Obwohl der Antrag ausgefüllt wurde, verlangt die Wohngeldstelle jetzt noch: die gerichtliche Entscheidung über die Höhe der Miete – die ausfüllte Vermieterbescheinigung über Heiz- u. Warmwasserkosten, (obwohl, diese im Pauschbetrag) enthalten sind - alle lückenlose und vollständige Kontoauszüge der letzten 6 Wochen- und falls vorhanden alle Sparbücher, Geldanlagen, Bausparverträge etc.

Danke für hilfreiche Antworten: Welche Nachweise müssen vom Antragsteller überhaupt noch zusätzliche erbracht werden? Worauf hat die Wohngeldstelle Anspruch? Wie soll sich der Antragsteller verhalten?

SusanneBerlin
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Re: Was kann die Wohngeldstelle vom Antragsteller verlangen?

Beitrag von SusanneBerlin » 23.02.19, 16:25

Hallo,
Obwohl der Antrag ausgefüllt wurde, verlangt die Wohngeldstelle jetzt noch:
Es entspricht der Rechtslage, dass man bei der Beantragung von Sozialleistungen nicht nur einen Antrag ausfüllt, sondern die getätigten Angaben auch durch geeignete Nachweise belegen muss (so man Leistungen erhalten möchte). Die Wohngeldstelle fordert die Nachweise also nicht obwohl, sondern weil ein Antrag ausgefüllt wurde und abgegeben wurde.

A und B haben also den Mietvertrag von 1967 eingereicht. Und, zahlen Sie noch dieselbe Miete wie 1967, die im Mietvertrag steht? Wahrscheinlich nicht. Deswegen möchte die Behörde einen Beleg darüber, in welcher Höhe A und B heute, im Jahr 2019 Miete zahlen müssen.
Die Höhe der Heiz- und Warmwasserkosten ist getrennt aufzuführen, weil diese nicht vom Wohngeld umfasst sind.
und falls vorhanden alle Sparbücher, Geldanlagen, Bausparverträge etc.
Das liegt daran, weil in Hochzinsphasen mit Gedanlagen aller Art relevante Einkünfte erzielt werden, und die Höhe des Wohngeld hängt vom Einkommen ab.
Welche Nachweise müssen vom Antragsteller überhaupt noch zusätzliche erbracht werden?
Ich finde keine Gegenargumente, warum die aufgezählten, von der Wohngeldstelle geforderten Nachweise nicht erbracht werden müssten. Außer die Vermieterbescheinigung über die WW- und Heizkosten, die könnte entbehrlich werden wenn aus einem anderen Nachweis hervorgeht, dass essich um eine Pauschalmiete handelt.
Worauf hat die Wohngeldstelle Anspruch?
siehe Antwort auf Frage zuvor.
Wie soll sich der Antragsteller verhalten?
Das hier ist ein Diskussionsforum, hier werden keine Anweisungen erteilt wie man sich verhalten soll.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Was kann die Wohngeldstelle vom Antragsteller verlangen?

Beitrag von winterspaziergang » 23.02.19, 16:44

Rheinshagen hat geschrieben:Worauf hat die Wohngeldstelle Anspruch? Wie soll sich der Antragsteller verhalten?
Die Wohngeldstelle hat Anspruch auf alles, was die Finanzen und das Vermögen des Antragstellers offenlegt und die Höhe der aktuellen Miete.
Wenn man als Antragsteller den Wunsch hat, dass der Antrag bearbeitet und positiv beschieden wird, bietet es sich an, die Unterlagen einzureichen.
Im Bedarfsfall fragt man die WoGe, worauf (§) sich die Forderung begründet.

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