zeitliche Streckensperrung Motorräder

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Uedel
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zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Uedel »

Hallo allesamt,

zur Zeit formiert sich ja eine Front um gegen den "Motorrad-Lärm" vorzugehen. Soweit ich dieses anliegen bedingt auch verstehen kann, stellt sich mir jedoch die Frage ob die politische Argumentation so überhaupt tragbar ist.

Es wird hier Argumentiert das Motorräder pauschal zu Laut wären und möchte deshalb strecken und ganze Regionen pauschal für das Wochenende für Motorräder sperren.
Ich für meinen Teil halte es aber doch für Fragwürdig wenn ein Teil der Verkehrsteilnehmer auf bestimmten Strecken gesperrt werden während andere Verkehrsteilnehmer (Traktor, Sportwagen etc..) bei gleicher Lautstärke selbige Straßen dann befahren dürfen.
Sollte hier nicht eine Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer stattfinden? Kann man sich hier wirklich auf die Bauart des KFZ zurückziehen oder müßte die Regelung nicht alle Verkehrsteilnehmer betreffen (theoretisch auch den Rasenmäher des Nachbarn denn ob der Lärm jetzt auf der Straße entsteht oder auf dem Rasen kann juristisch ja auch keinen großen Unterschied machen..)

Vielen Dank für eure Meinung


Udo

Tastenspitz
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Tastenspitz »

Alle Motorradfahrer werden gleich behandelt. Wo ist das Problem?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.


Evariste
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Evariste »

Uedel hat geschrieben:
28.05.20, 17:46
... während andere Verkehrsteilnehmer (Traktor, Sportwagen etc..) bei gleicher Lautstärke selbige Straßen dann befahren dürfen.
Da fällt mir jetzt spontan ein, dass Traktoren normalerweise nicht zum Spaß und in der Freizeit über die Landstraße düsen. Bei Sportwagen mag das anders sein, ich habe aber bisher noch nicht beobachtet, das ganze Gruppen von Sportwagen gemeinsam unterwegs sind.

Uedel
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Uedel »

Evariste hat geschrieben:
28.05.20, 21:30
Uedel hat geschrieben:
28.05.20, 17:46
... während andere Verkehrsteilnehmer (Traktor, Sportwagen etc..) bei gleicher Lautstärke selbige Straßen dann befahren dürfen.
Da fällt mir jetzt spontan ein, dass Traktoren normalerweise nicht zum Spaß und in der Freizeit über die Landstraße düsen. Bei Sportwagen mag das anders sein, ich habe aber bisher noch nicht beobachtet, das ganze Gruppen von Sportwagen gemeinsam unterwegs sind.
Ich fahre zum Beispiel in der Regel alleine, und oh Wunder nicht nur aus jux und tollerei, sondern um an berufliche Einsatzorte zu kommen.

Eine generelle Verallgemeinerung und Unterstellung von Motiven ist nicht hilfreich.

Ein Fahrverbot trifft aber einzelne Motorradfahrer genauso wie ihre vermeintliche Gruppe.

Insofern sehe ich nicht warum ein Zweirad juristisch im Straßenverkehr gesondert behandelt werden sollte.

Wenn es tatsächlich um die Lärmbelastung geht muss das meiner Ansicht nach für alle Verkehrsteilnehmer gelten , und nicht nur weil Fahrzeug A 2 Räder hat und Fahrzeug B mit 4 Rädern nicht betroffen ist.

FM
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von FM »

Es ist auch eine Frage der Überwachung. "Motorräder verboten" läßt sich leicht kontrollieren. Es mag zwar einzelne Motorräder geben die auch nicht lauter als ein PKW sind, aber wie will man die erkennen? Da müsste man eine Kennzeichnung ähnlich wie bei den Abgasplaketten einführen. Dann könnte man auch differenzieren, ob bestimmte PKW ebenfalls zu laut sind.

Aber die Lautstärke ist meist nicht das einzige Argument, oft kommen noch die Unfallhäufigkeit dazu. Und die kann man wohl kaum mit Plaketten erfassen.

Dummerchen
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Dummerchen »

FM hat geschrieben:
28.05.20, 23:40
Aber die Lautstärke ist meist nicht das einzige Argument, oft kommen noch die Unfallhäufigkeit dazu. Und die kann man wohl kaum mit Plaketten erfassen.
Also verbieten wir allen Männern das Autofahren in Innenstädten und auf bestimmten anderen Straßen zwischen 20 und 6 Uhr, weil einige illegale Straßenrennen fahren, bei denen nachweislich bereits Unbeteiligte zu Tode gekommen sind. Ich möchte den Aufschrei der gesamten Autofahrer-Lobby hören, wenn so etwas vorgeschlagen würde.

In meinen Augen ist es unrecht, wenn man eine ganze Gruppe bestraft, weil einzelne aus dieser Gruppe sich falsch verhalten.
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Tastenspitz
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Tastenspitz »

Die StVO sieht jede Menge Einschränkungen vor. Nach Gewicht, Bauart, Breite, Länge, Höhe, Uhrzeit und was weiss ich noch alles für Bereiche. Und es betrifft immer alle gleichermaßen. Hier auch. Und vermutlich kann man, wenn man dem Amt nachweisen kann, dass man zwingend auf das Motorrad angewiesen ist, auch eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Wenn man kein Auto hat zB..
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FM
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von FM »

Dummerchen hat geschrieben:
29.05.20, 06:48
Also verbieten wir allen Männern das Autofahren in Innenstädten und auf bestimmten anderen Straßen zwischen 20 und 6 Uhr, weil einige illegale Straßenrennen fahren, bei denen nachweislich bereits Unbeteiligte zu Tode gekommen sind. Ich möchte den Aufschrei der gesamten Autofahrer-Lobby hören, wenn so etwas vorgeschlagen würde.

In meinen Augen ist es unrecht, wenn man eine ganze Gruppe bestraft, weil einzelne aus dieser Gruppe sich falsch verhalten.
Im Beispiel Motorradverbot gibt es ja technische Gründe, da liegt es nicht (nur) an Verhaltensweisen. In den weitaus meisten Fällen sind Motorräder deutlich lauter als PKW, da ist das ein geeignetes Merkmal. Und es wird nicht deshalb unzulässig, weil es (vielleicht, ich kenne mich da nicht sehr aus) auch einige wenige Leise-Motorräder gibt. Und die Zusammenhänge zwischen Unfallzahlen und Art des Kraftfahrzeuges dürften auch nicht frei erfunden sein. Für Letztere würde vielleicht ein Geschwindigkeitsbegrenzung ausreichen (z.B. Motorräder nur Tempo 50), das gibt es ja oft für bestimmte Fahrzeugarten. Aber beim Lärm: wie soll die Verkehrspolizei vor Ort feststellen, wie laut das gerade vorbeifahrende einzelne Motorrad ist?

Bei Flugzeugen gibt es ja getrennte Verbotszeiten je nach Lärmtypus, aber der Fluglotse weiß natürlich genau welches Einzelexemplar da gerade landen oder starten will.

Regelungen wie "Anlieger frei" gibt es ja oft, also die Sennerin die mit ihrem Motorrad zur Arbeit auf die Alm fährt kann leicht ausgenommen werden. Da ist auch die Kontrolle leichter, weil bei einem Kennzeichen aus München die Trefferquote zum Verbot deutlich höher ist als bei dem aus Garmisch. Klar kann die auch aus München sein, dass sie dennoch dort arbeitet kann sie aber ja immer noch mitteilen.

Old Piper
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Old Piper »

Ich habe 1988/89 in der Nähe von Freiburg gelebt, da gab es auf einer ganz bestimmten Strecke sowas: Gesperrt für Motorräder an den Wochenenden von Mai bis September (oder Oktober). Bin die Strecke aus Neugier mal unter der Woche gefahren und wurde prompt von einem anderen Mopedfahrer zum Rennen aufgefordert.
Fazit: Ich fand die Sperrung sinnvoll und angemessen und habe Verständnis dafür, dass die Gemeinde es leid ist, ständig Motorradfahrer von den Bäumen zu kratzen. Verfassungsrechtliche Bedenken habe ich bei der Sperrung von Strecken oder Streckenabschnitten nicht. Bei ganzen Regionen könnte das aber anders aussehen.
Die Sache mit dem Lärm sehe ich dagegen schon etwas differenzierter. Es gibt genügend Autos, die nicht wirklich leiser sind als das durchschnittliche Motorrad. Eine Sperrung mit dieser Begründung sollte m.E. einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten können.
MfG
Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

Uedel
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Uedel »

FM hat geschrieben:
28.05.20, 23:40
Es ist auch eine Frage der Überwachung. "Motorräder verboten" läßt sich leicht kontrollieren. Es mag zwar einzelne Motorräder geben die auch nicht lauter als ein PKW sind, aber wie will man die erkennen? Da müsste man eine Kennzeichnung ähnlich wie bei den Abgasplaketten einführen. Dann könnte man auch differenzieren, ob bestimmte PKW ebenfalls zu laut sind.

Aber die Lautstärke ist meist nicht das einzige Argument, oft kommen noch die Unfallhäufigkeit dazu. Und die kann man wohl kaum mit Plaketten erfassen.
Bei den Initiatoren geht es aber rein um Lärm. Von Unfallhäufigkeit wird nicht gesprochen. Und wenn man diese Fahrverbote rein auf die Lautstärke begründen will, kann man meines Erachtens nicht eine bestimmte KFZ Bauart als „Filter“ benutzen weil man es sonst nicht überwachen kann.
Es gibt ja auch noch einen Gleichbehandlungsgrundsatz, den sollte man nicht aus den Augen verlieren.

hawethie
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von hawethie »

Es mag zwar einzelne Motorräder geben die auch nicht lauter als ein PKW sind,
muhahahahaha
also behauptest du allen ernstes, dass die meisten Kräder lauter sind, als Autos...
Da müsste man eine Kennzeichnung ähnlich wie bei den Abgasplaketten einführen.
zugelassen ist zugelassen - wenn zu Laut: keine Zulassung.

Problem sind die Fahrer, die die Schalldämpfer manipulieren - DIE kann man sicher herausfischen - und die würden zur Plakettenerteilung mit einem leisen Auspuff fahren und anschließend wieder umbauen.
Gibts bei Autofahrern genau so.
(Was haben Ab"gas" Plaketten mit "Lärm" zu tun?)
oft kommen noch die Unfallhäufigkeit dazu
Selbstgefährdung ist nicht verboten - und: wie wärs mit Autos auf 70 PS zu begrenzen - dann passieren auch wesentlich weniger Unfälle.
so verbieten wir allen Männern das Autofahren in Innenstädten und auf bestimmten anderen Straßen zwischen 20 und 6 Uhr, weil einige illegale Straßenrennen fahren, bei denen nachweislich bereits Unbeteiligte zu Tode gekommen sind. Ich möchte den Aufschrei der gesamten Autofahrer-Lobby hören, wenn so etwas vorgeschlagen würde.
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Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

Evariste
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Evariste »

Uedel hat geschrieben:
28.05.20, 21:52
Ich fahre zum Beispiel in der Regel alleine, und oh Wunder nicht nur aus jux und tollerei, sondern um an berufliche Einsatzorte zu kommen.
Gegenfrage: Auch am Wochenende und an Feiertagen?

Tatsache ist nun einmal, dass Motorräder überwiegend keine reinen Fortbewegungsmittel mehr sind, sondern der Freizeitgestaltung dienen. Man steigt nicht auf das Motorrad, weil man irgendwohin will, sondern man steigt auf das Motorrad, weil Motorradfahren Spaß macht, und sucht sich entsprechend ein Ziel aus. Vergleichbar einem Bergwanderer, der erst entscheidet "am Wochenende ist schönes Wetter, da gehe ich in die Berge" und sich dann überlegt, wo er diesmal wandern will.

Mit dem anderen Zweck geht aber dann auch eine andere Bewertung des Lärms einher.

Das gibt es auch in anderen Rechtsbereichen, z. B. darf ich tagsüber in meiner Wohnung laut bohren und hämmern, wenn ich z. B. ein Regal aufbaue, ich darf aber meine Stereoanlage nicht vergleichbar laut stellen (obwohl das ja auch nett wäre, wenn man das könnte). Was wäre nun, wenn jemand das Bohren von Löchern in die Wand als Selbstzweck und Hobby betreibt? Dann würde man den Lärm wieder anders bewerten.

Die Problematik, dass es natürlich auch Motorradfahrern gibt, die das Motorrad tatsächlich brauchen bzw, die kein anderes Fahrzeug besitzen, könnte man durch eine Anliegerregelung lösen.

Tastenspitz
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Tastenspitz »

Wenn's um den Lärm geht - die Eintragung für das Standgeräusch findet sich in den Papieren und eine Schwelle kann bspw. bei 95 dB sein. Österreich macht es grade vor.
Wenn es um die Unfälle geht hilft eine Begrenzung der Geschwindigkeit. Entweder am Motorrad oder eben am Straßenrand. Ich wäre für beides. Max. 120 für die Organspender sollte reichen. Und beliebte Rennstrecken eben dann Tempo 70 oder weniger.
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Gaia
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Re: zeitliche Streckensperrung Motorräder

Beitrag von Gaia »

Uedel hat geschrieben:
28.05.20, 17:46
zur Zeit formiert sich ja eine Front um gegen den "Motorrad-Lärm" vorzugehen.
Wieso zur Zeit? Diese angebliche 'Front', also die Anwohner bestimmter Strecken, die sich durch rücksichtslose Motorradfahrer in ihrer Wochenendruhe gestört fühlen, gibt es doch schon lange.
Es wird hier Argumentiert das Motorräder pauschal zu Laut wären und möchte deshalb strecken und ganze Regionen pauschal für das Wochenende für Motorräder sperren.
Wer argumentiert so und um welche Regionen geht es?
Ich für meinen Teil halte es aber doch für Fragwürdig wenn ein Teil der Verkehrsteilnehmer auf bestimmten Strecken gesperrt werden während andere Verkehrsteilnehmer (Traktor, Sportwagen etc..) bei gleicher Lautstärke selbige Straßen dann befahren dürfen.
Bisher kenne ich nur Streckensperrungen. Ich kenne sicher nicht alle, und ich weiß natürlich nur im für einen begrenzten Zeitraum von dem Verkehr dort. Aber ich gehe doch davon aus, daß irgendwo mal davon zu lesen gewesen wäre, daß auf diesen Strecken an Wochenenden auch Trecker- und Sportwagenfahrer ein Fahrverhalten an den Tag legen, wie es Motorradfahrer getan haben. Ich habe nichts davon gelesen. Vielleicht habe ich da ja was verpasst.
Uedel hat geschrieben:
28.05.20, 21:52
Eine generelle Verallgemeinerung und Unterstellung von Motiven ist nicht hilfreich.
Die findet sicher nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang statt.
Ein Fahrverbot trifft aber einzelne Motorradfahrer genauso wie ihre vermeintliche Gruppe.
Motorradfahrer sind keine vermeintliche Gruppe. Sie sind eine genau bestimmbare Gruppe.
Insofern sehe ich nicht warum ein Zweirad juristisch im Straßenverkehr gesondert behandelt werden sollte.
Die Sonderbehandlung dient dazu, ein Problem zu lösen, das durch die sonderbehandelte Gruppe entsteht. Das ist juristisch relativ unproblematisch.
Wenn es tatsächlich um die Lärmbelastung geht muss das meiner Ansicht nach für alle Verkehrsteilnehmer gelten , und nicht nur weil Fahrzeug A 2 Räder hat und Fahrzeug B mit 4 Rädern nicht betroffen ist.
Wir brauchen sicher nicht drüber diskutieren, daß Lärm eben nicht gleich Lärm ist.
Dummerchen hat geschrieben:
29.05.20, 06:48
Also verbieten wir allen Männern das Autofahren in Innenstädten (...)
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.
In meinen Augen ist es unrecht, wenn man eine ganze Gruppe bestraft, weil einzelne aus dieser Gruppe sich falsch verhalten.
Man könnte darüber diskutieren, wann die Zahl der Einzelnen innerhalb einer nicht quantifizierbaren Menge so groß wird, daß man nicht von Einzelnen sprechen kann. Man kann sich aber auch einfach klarmachen, daß eine Streckensperrung genausowenig eine Strafe ist wie Anliegerstraßen oder Anwohnerparkplätze.
hawethie hat geschrieben:
29.05.20, 12:09
Selbstgefährdung ist nicht verboten
Prima. Dann kann man ja auf bekannten Motorradunfallstrecken auch auf die dort gern zu sehenden Unterrutschschutze (wie auch immer die Dinger heißen) unter den Leitplanken verzichten. Eigentlich könnte man auch ganz auf die Leitplanken verzichten. Womit man aber immer noch nicht das Problem gelöst hat, daß es nicht nur Alleinunfälle gibt und die Sanis sowieso (leider?) gezwungen sind, auch dem sich selbst gefährdenden Vollhonk zu helfen. Selbst dann, wenn über seinem Blech- und Fleischklumpen ein Banner schwebt mit der Aufschrft 'Lasst mich liegen, ich wollte mich nur selbstgefährden'.
Tastenspitz hat geschrieben:
29.05.20, 15:23
Wenn's um den Lärm geht - die Eintragung für das Standgeräusch findet sich in den Papieren und eine Schwelle kann bspw. bei 95 dB sein.
Ab 85 dB(A) wird Lärm als unangenehm empfunden. 95 dB(A) ist die Lautstärke einer Holzfräsmaschine. Das unterschiedliche Töne trotz gleicher Lautstärke durchaus als unterschiedlich laut und unangenehm empfunden wird, brauchen wir sicher nicht diskutieren.
Wenn es um die Unfälle geht hilft eine Begrenzung der Geschwindigkeit.
Nur sehr begrenzt.

Das einzelne Motorrad ist kein Problem. Das Problem sind ganz viele Motorräder, die an schönen Tagen auf bestimmten Strecken unterwegs sind und dadurch Anwohner und Nicht-Motorradfahrende-Erholungssuchende dort nerven. Dazu müssen sie nicht mal unbedingt zu schnell fahren, und ihre Motorräder müssen nicht unbedingt illegal laut sein.

Und bevor ich Details raussuche: hier findet man einige interessante Aspekte. Man kann sich aber auch an einem schönne Wochenende bei jemandem in den Garten setzen, der an einer der Strecken wohnt, die für Motorradfahrer gesperrt werden sollen. Vielleicht hilft das der eigenen Erkenntnis.

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