Anforderung meiner gesamten Akte möglich?

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Enzo1990
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Anforderung meiner gesamten Akte möglich?

Beitrag von Enzo1990 » 30.03.09, 15:41

Hallo,

von der OPZ wird im Rahmen einer Offizierstauglichkeitserfassung eine Akte mit medizinischen, psychologischen und weiteren Gutachten erstellt.

Ich weiss, dass ein "normales" Unternehmen in einem solchen Fall verpflichtet ist, auf Wunsch der betroffenen Person diese Akte im Original herauszugeben und das Recht hat sich eine Kopie der Akte zu machen.

Gilt das auch für die Bundeswehr und wenn ja, auf welche Artikel müsste man sich beziehen um das Original seiner gesamten Akte zu erhalten?

Danke schonmal für alle Antworten.
Gruß

Torstein
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Beitrag von Torstein » 04.08.09, 14:12

Auszüge aus der dienstlichen personalstammakte der Bundeswehr sind bei begründeten Fällen - wie zB Anerkennung militärischer Qualifikationen für das zivile Leben - möglich.
Eine Kopie seiner gesamten Personalstammakte bekommt man nicht, da dies gegen die Geheimhaltungspflicht verstößt. Große Teile einer Bundeswehr-Personalakte tragen die Einstufung "Verschlusssache, nur für den Dienstgebrauch" (VS - NfD).

Weitere Auskünfte erteilt das zuständige Kreiswehrersatzamt (KWEA), Abteilung Wehrüberwachung.

Questor

Beitrag von Questor » 04.08.09, 14:35

Torstein hat geschrieben:Eine Kopie seiner gesamten Personalstammakte bekommt man nicht, da dies gegen die Geheimhaltungspflicht verstößt. Große Teile einer Bundeswehr-Personalakte tragen die Einstufung "Verschlusssache, nur für den Dienstgebrauch" (VS - NfD).
Mit welchem Recht? Und was kann da drin stehen, dass der Betroffene nach dem informationellen Selbstbestimmungsrecht nicht wissen darf?

khmlev
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Beitrag von khmlev » 04.08.09, 14:37

Das alles ist in der Verordnung über die Führung der Personalakten der Soldaten und der ehemaligen Soldaten (Personalaktenverordnung Soldaten - SPersAV) geregelt. Diese gilt gemäß § 1 auch für Bewerber.

In § 8 heißt es:
"(1) Einsicht in die Personalakten wird grundsätzlich nur bei einer Dienststelle der Bundeswehr gewährt. Die personalaktenführende Dienststelle bestimmt diese im Einzelfall. Auszüge, Abschriften, Ablichtungen oder Ausdrucke dürfen gefertigt werden, soweit dienstliche Gründe nicht entgegenstehen. Hinderungsgrund kann insbesondere ein besonderes Vertraulichkeitsbedürfnis hinsichtlich einzelner dienstlicher Vorgänge oder darin enthaltener Daten Dritter sein. ... "
Gruß
khmlev
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Questor

Beitrag von Questor » 04.08.09, 15:11

Und die heißen nicht zufällig in Wirklichkeit "Stasi-Akten? :oops:

nordlicht02
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Beitrag von nordlicht02 » 04.08.09, 18:11

Questor hat geschrieben:Und die heißen nicht zufällig in Wirklichkeit "Stasi-Akten? :oops:
:shock: Volltreffer :lachen:
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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