Darf ich eine geschützte Linde in meinem Garten beschneiden?

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dicker2503
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Darf ich eine geschützte Linde in meinem Garten beschneiden?

Beitrag von dicker2503 »

Guten Tag, ich habe folgende Frage:
Ich wohne mit meiner Familie in einem kleinen Dorf, in einem Haus mit Garten. In diesem Garten befinden sich, auch weil das Grundstück vor unserem Bau längere Zeit verwildert war, eine Menge ausgewachsene Bäume. Unter anderem eine Linde. Mit der Zeit störte uns das bloße Vorhandensein der Linde enorm, vor allem weil sie unerwünschterweise die Terasse beschattete und wir Angst vor herabfallenden Ästen der überwiegend trockenen Krone hatten. Daraufhin informierten wir unseren Gemeindevorsteher und fragten ihn, ob wir den Baum beschneiden dürften. Er sagte zu, wir dachten: O.K.! Und machten uns an die Arbeit. Der Baum steht natürlich noch, er ist eben nur beschnitten; ich würde sagen rund zwei Drittel der Krone sind abgeschnitten worden.
Dann, ungefähr 1 Monat, nachdem wir den Baum beschnitten, bekamen wir zum ersten Mal Post vom Landrat, der uns vorwarf, einen geschützten Baum gekappt zu haben.
Daraufhin argumentierten wir im Rahmen des beigelegten Anhörungsbogens, dass ein Spielplatz, der sich ebenfalls im Garten befindet, und den meine Frau als Tagesmutter jeden Tag mit ihren Kindern nutzt, sich im Einzugsbereich des Baumes befindet. Durch Windbruch beispielsweise könnten herabfallende oder abgeknickte Äste die Kinder verletzen. Außerdem hätten wir in unserer Gemeinde einen Antrag auf Baumpflegearbeiten gestellt, der genehmigt wurde.
Kurz darauf bekamen wir mittags an einem Wochentag unangemeldeten Besuch von einer Sachbearbeiterin, die sich von besagter Linde ein Bild machen und sie fotografieren wollte.
Schließlich bekamen wir dann erneut Post im Namen des Landrats, in dem uns, auch unter Berücksichtigung der Anhörung usw. Auflagen gestellt wurden, die wir bis April 2010 erfüllen sollen. Unter anderem, dass wir zwei neue einheimische Bäume pflanzen, schützen, hegen und pflegen sollen, die sich die Beamten dann nach zwei Jahren noch einmal angucken kommen, ob sie festgewachsen sind etc. Oder wir bezahlen pro auferlegter Baumpflanzung, sofern wir diese nicht realisieren, 500€ Strafe. Meiner Meinung nach eine Frechheit. Dürfen die das? Oder wie können wir uns jetzt am besten verhalten und argumentieren? Vielen Dank im Voraus. Tom

P.S.WIr befinden uns in Mecklenburg Vorpommern

Nordland
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Beitrag von Nordland »

Hallo Tom,

wahrscheinlich liegt in diesem Fall ein grundsätzliches Missverständnis vor. Ihr habt irgendjemanden gefragt, ob ihr einen Baum beschneiden könntet. Dies wurde bejaht, was auch kein Wunder ist, denn nirgendwo in Deutschland sind Baumpflegearbeiten untersagt. Damit ist gemeint, die unteren Äste sowie trockene, bruchgefährdete oder querwachsende Äste zu entfernen.

Damit ist auf keinen Fall gemeint, in der Baumkrone zu wüten. Um es mal plakativ darzustellen, das ist ungefähr so, als würdest du deinen Friseur bitten, die Haare zu schneiden, und er schneidet dir den Kopf ab.

Es ist sehr zu begrüßen, wenn ein solches Verhalten behördlich sanktioniert wird. Rechtlich gesehen könntet ihr argumentieren, dass eine Genehmigung vorgelegen habe. Aber wie du selbst schreibst, hattet ihr einen "Antrag auf Baumpflegearbeiten" gestellt und daraufhin "rund zwei Drittel der Krone abgeschnitten." Insofern ist euer Fehlverhalten ja nun eindeutig.

Gruß
Nordland
Es ist unser Land.

pOtH
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Beitrag von pOtH »

gegen 2 "einheimische bäume" ist doch nix einzuwenden - denke jetzt an kern/steinobstbäume- , man muss ihn nur "runterbinden" u. die "krone"(?) so schneiden das er nicht weiter in die höhe wächst - schon hat man einen schön kleinen baum u. die auflage erfüllt =)

ps.: wenn 2/3 des baumes nicht erhaltungsfähig sind, warum sollte man dann nicht um 2/3 stuzen dürfen?!

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