Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Patientenrechte, Arzthaftungsrecht, ärztliches Vergütungsrecht, Betäubungsmittelrecht, Apothekenrecht, Medikamentenversandrecht, Internet-Apotheke

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o0Julia0o
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Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von o0Julia0o » 27.06.19, 19:26

hi, wenn man eine Zecke in einem Krankenhaus entfernen lassen würde, würde das in der Krankenakte eingetragen werden?

1. Können die über den Namen des Patienten den Hausarzt herausfinden? Auch wenn keine Versichertenkarte abgegeben würde? Nur Name, Adresse und Versicherer halt genannt werden würde?
2. Was passiert mit den Krankendaten? Gibt es im Krankenhaus einen Akteneintrag dann? Und beim Hausarzt? Oder bei der Privatversicherung? Oder bei allen dreien? Oder keinen?
3. Gilt die Entfernung eine Zecke, welche festgebissen wäre, als Operation?

danke!

winterspaziergang
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von winterspaziergang » 27.06.19, 20:03

o0Julia0o hat geschrieben:
27.06.19, 19:26
hi, wenn man eine Zecke in einem Krankenhaus entfernen lassen würde, würde das in der Krankenakte eingetragen werden?
ja
1. Können die über den Namen des Patienten den Hausarzt herausfinden?
nein und daran hätte auch niemand Interesse
Auch wenn keine Versichertenkarte abgegeben würde? Nur Name, Adresse und Versicherer halt genannt werden würde?
selbst wenn, bleibt es beim nein (s.o.)
2. Was passiert mit den Krankendaten?
wie verbleiben im Krankenhaus, rechtlich vorgeschrieben für mindestens 10 Jahre
Gibt es im Krankenhaus einen Akteneintrag dann?
ja, sonst könnte man es ja schwerlich dokumentieren, was gemacht wurde und was auch abgerechnet wird
Und beim Hausarzt?
wenn der nichts zugeschickt bekommt, weil man ihn nicht genannt hat, kann er nichts dokumentieren oder in die Akte ablegen
Oder bei der Privatversicherung?
wenn man dort die Rechnung hinschickt, damit man die Leistung bezahlt bekommt, weiß die PKV, dass man in der Ambulanz war und warum
Oder bei allen dreien?
wie genannt
Oder keinen?
KH ja, HA vielleicht, PKV vielleicht
3. Gilt die Entfernung eine Zecke, welche festgebissen wäre, als Operation?
man würde das Entfernen einer Zecke mittels einer Zange nicht Operation i.e.S. nennen.

FM
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von FM » 27.06.19, 22:46

Wenn man will dass es niemand weiß (außer dem Krankenhaus) bezahlt man am besten die Rechnung selbst. Dazu müßte man sich aber ggf. beeilen, denn die Mitteilung der Adresse der PKV ist eine Schweigepflichtsentbindung (Zweck kann ja nur sein, die Leistung dort zu berechnen). Diese müsste man also widerrufen bevor die Rechnung abgeschickt wurde.

Falls die Absicht ist Nachteile bei späteren Versicherungsverträgen (etwa anderer Tarif bei der PKV oder Lebensversicherung) zu vermeiden: das klappt nicht, da man bei solchen Verträgen selbst der Versicherung jede Behandlung (ich glaub der letzten 5 Jahre) mitteilen und den Behandler nennen und von der Schweigepflicht entbinden muss. Wenn man dabei etwas verschweigt, kann der gesamte Versicherungsvertrag nichtig sein. Und ja, das kann entdeckt werden, dass da was war.

winterspaziergang
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von winterspaziergang » 28.06.19, 06:33

FM hat geschrieben:
27.06.19, 22:46
Wenn man will dass es niemand weiß (außer dem Krankenhaus) bezahlt man am besten die Rechnung selbst. Dazu müßte man sich aber ggf. beeilen, denn die Mitteilung der Adresse der PKV ist eine Schweigepflichtsentbindung (Zweck kann ja nur sein, die Leistung dort zu berechnen). Diese müsste man also widerrufen bevor die Rechnung abgeschickt wurde.
Die Mitteilung bei welcher PKV jemand versichert ist, ist noch keine Schweigepflichtsentbindung bzw. Abtretung. Krankenhäuser bieten das in der Regel bei stationärer Aufnahme und Operationen an.
FM hat geschrieben:
27.06.19, 22:46
Falls die Absicht ist Nachteile bei späteren Versicherungsverträgen (etwa anderer Tarif bei der PKV oder Lebensversicherung) zu vermeiden: das klappt nicht, da man bei solchen Verträgen selbst der Versicherung jede Behandlung (ich glaub der letzten 5 Jahre) mitteilen und den Behandler nennen und von der Schweigepflicht entbinden muss. Wenn man dabei etwas verschweigt, kann der gesamte Versicherungsvertrag nichtig sein. Und ja, das kann entdeckt werden, dass da was war.
Um die Userin mit den bekanntlich speziellen Fragen nicht zu verunsichern: Eine Versicherung wird keine Leistungseinschränkungen wegen eines einmaligen und abgeschlossenen Vorfalls beschließen, danach wird in den entsprechenden Bögen auch nicht gefragt und muss nicht jede noch so kleine Lappalie angeben.
Man wird aus so einem Grund auch nicht den Versicherungsvertrag für nichtig erklären können- so sie nicht gerade die Zecke entfernt, am gleichen Tag die Versicherung wechselt und kurz darauf wegen einer Folgeerkrankung aus dem Zeckenbiss behandelt wird.

FM
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von FM » 28.06.19, 09:17

Der Zeckenbiss als solcher ist eine Kleinigkeit. Sehr langfristige und für eine Versicherung extrem teure Folgen kann aber die damit verbundene Infektion haben.

ktown
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von ktown » 28.06.19, 09:41

Es muss ja einen Grund geben, wieso der TE solch eine Panik schiebt. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von SusanneBerlin » 28.06.19, 10:07

ktown hat geschrieben:
28.06.19, 09:41
Es muss ja einen Grund geben, wieso der TE solch eine Panik schiebt. :wink:
Wenn man sich an frühere threads der TE erinnert, wird klar dass sie keinen Grund braucht um über alle Eventualitäten Bescheid wissen zu wollen. Gerade bei der PKV.
Grüße, Susanne

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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von o0Julia0o » 28.06.19, 11:22

Super danke euch! Im Fragebogen zum Versicherungsabschluss steht: "Erkrankungen der Haut". Und das steht folgendes: "T14.03 Oberflächliche Verletzung an einer nicht näher bezeichneten Körperregion: Insektenbiss oder -stich (ungiftig) [...] Zecken am Körper". q: http://forenregelnbeachten.de

Also werde ich das wohl angeben müssen.
Zuletzt geändert von ktown am 28.06.19, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link gemäß den Forenregeln korrigiert.

winterspaziergang
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von winterspaziergang » 28.06.19, 11:44

FM hat geschrieben:
28.06.19, 09:17
Der Zeckenbiss als solcher ist eine Kleinigkeit. Sehr langfristige und für eine Versicherung extrem teure Folgen kann aber die damit verbundene Infektion haben.
die mögliche damit verbundene Infektion, also wenn es eine gibt
Im Fragebogen zum Versicherungsabschluss steht: "Erkrankungen der Haut". Und das steht folgendes: "T14.03 Oberflächliche Verletzung an einer nicht näher bezeichneten Körperregion: Insektenbiss oder -stich (ungiftig) [...] Zecken am Körper".
aha! da kann man natürlich nicht fragen, ob man diese Frage bejahen muss, so es kürzlich passiert ist, sondern muss abfragen
1. Können die über den Namen des Patienten den Hausarzt herausfinden? Auch wenn keine Versichertenkarte abgegeben würde? Nur Name, Adresse und Versicherer halt genannt werden würde?
2. Was passiert mit den Krankendaten? Gibt es im Krankenhaus einen Akteneintrag dann? Und beim Hausarzt? Oder bei der Privatversicherung? Oder bei allen dreien? Oder keinen?
3. Gilt die Entfernung eine Zecke, welche festgebissen wäre, als Operation?

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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von WHKD2000 » 28.06.19, 16:44

o0Julia0o hat geschrieben:
28.06.19, 11:22
Also werde ich das wohl angeben müssen.
:shock:
ja,und ich bin absolut überzeugt davon,daß Sie das auch wahrheitsgemäß beantworten werden...

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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von FM » 29.06.19, 01:16

Ist halt blöd wenn man dann an der Borreliose stirbt und vorher noch jahrelang Beiträge in eine nichtige Lebensversicherung eingezahlt hat.

winterspaziergang
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von winterspaziergang » 29.06.19, 06:32

FM hat geschrieben:
29.06.19, 01:16
Ist halt blöd wenn man dann an der Borreliose stirbt und vorher noch jahrelang Beiträge in eine nichtige Lebensversicherung eingezahlt hat.
Es geht um eine private Krankenversicherung.
Die fiktive Versicherte hat sich eine Zecke entfernen lassen und muss dies- angesichts des später als im Eingangsbeitrag zitierten ihres Anmeldebogens- angeben.

Wozu soll man der Supergau daraus machen, nachdem sie an einer Borreliose erkrankt, die eher sehr seltene Form einer Beteiligung des Herzens erleidet, sämtliche an sich gute Behandlungsmethoden nicht helfen und sie unzweifelhaft an den Folgen verstirbt und aufgrund der nicht genannten Entfernung einer Zecke in der Ambulanz, eine hier gar nicht genannte Lebensversicherung nicht an die Hinterbliebenen zahlt?

o0Julia0o
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Re: Zecke im Krankenhaus entfernen - gibt es einen Akteneintrag?

Beitrag von o0Julia0o » 29.06.19, 11:18

Es ginge um eine Berufsunfähigkeitsvesicherung.

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