Monate lang Fehlhebandelt!

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Kaffe-ist-alles
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Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von Kaffe-ist-alles »

Hallo Leute, ich bin neu hier!

Ich hab da ein spezielles Anliegen (also für mich mal so gesehen):

Ich wurde über 10 Monate Fehlbehandelt. Es geht um mehrere Ärzte, aber speziell um einen: mein Orthopäde. Ich kam zu ihm mit Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, oft Kribbeln in der ganzen Hand und Symptome eines Sulcus-Ulnaris-Syndroms (SUS). Auf genaue Details meiner Beschwerden gehe ich jetzt erst nicht ein, ist zu viel und ich kann es selber nicht mehr hören :shock:

Diagnose Verdacht auf Bandscheibenvorfall. Es wurde geröntgt (Thorax und WBS) außerdem war ich im MRT mit der HWS. Beides ergab kein Befund! Dies war im Januar dieses Jahres. Bis Juni wurde ich mit Physiotherapie, Schmerzmittel und Spritzen behandelt. Es seien schwere Muskelverspannungen, wird dauern. Hab mindestens jeden zweiten Tag Übungen und Gymnastik gemacht doch es besserte sich Garnichts und es wurde schlimmer.

Im Juni hat ein Neurologe mit NLG ein SUS festgestellt und ich sollte mich direkt Operieren lassen, das habe ich nicht getan. Im Juli/August war ich beim Orthopäden in konservative Behandlung wegen des SUS. Als er selbst nicht mehr weiterwusste schickte er mich zum Neurochirurg für die OP SUS.
Meine Beschwerden im Rücken/Schulter/Nackenbereich und das oft Kribbeln in der ganzen Hand stempelte er mit der Diagnose "Funktionelle untere Halswirbelsäulenproblematik" ab, was er anscheinend frei erfunden hat und es selbst nicht besser wusste.

Nun war ich in einem Zentrum für Neurochirurgie (August), war bei zwei verschiedenen Ärzten. Dem Leiter der Anstalt und einem Prof. Dr.! BEIDE haben mich genau Untersucht, haben alle Befunde und Bilder sich angeschaut und BEIDE wollten mich Operiere am SUS! Ich nahm es so hin und stimmte der OP zu da sonst nichts gefunden wurde. Der OP-Termin kam und Gott sei Dank ist kurzfristig der OP-Arzt erkrankt und die OP hat nicht stattgefunden, warum Gott sei Dank lest ihr später!
Ich hielt meine Beschwerden nicht mehr aus, wurden immer Schlimmer und ging in eine Chirurgische Ambulanz(September). Die wollten mich auch direkt Operieren am SUS.

Und jetzt kommt es, bei den Voruntersuchungen für die OP fiel per Zufall, per Ultraschall auf das ich eine Halsrippe habe. Ja eine Halsrippe! Das haben nur 0,5 bis 1% aller Menschen! Ich wurde geröntgt noch im Krankenhaus, Diagnose Halsrippe. Ich wurde entlassen und zur Thoraxchirurgie überwiesen.
Diese Halsrippe drückt auf Nerven, Muskeln, Blutbahnen zum Arm und alles was im Weg ist, auch die Halsschlagader kann im Weg sein. Und daher kommen meine Beschwerden von den Fingern bis in die Wirbelsäule.
Bin jetzt in einer Uni-Klinik in Behandlung und das Diagnoseverfahren beginnt jetzt wieder ganz von neu dort...

Nun das:
Ich habe mir die Röntgenbilder und MRT-Bilder vom Januar angeschaut und man sieht eindeutig diese Halsrippe! Nicht zu Übersehen! Nun frage ich mich wie konnte man das Übersehen??? Seit Monaten habe ich immer schlimmer werdende Beschwerden dabei hätte mein Orthopäde im Januar schon sehen können was los ist! Hab mit meinem Orthopäden auch schon darüber gesprochen, er meinte "ach das ist halb so schlimm" hallo geht's noch? ich hätte ihm am liebsten paar auf die fr.... geklopft.

Ich mache jetzt wöchentlich Physio und nehme dauerhaft Schmerzmittel, ohne das komme ich gar nicht mehr kla und bin nun seit knapp 6 Wochen Krank geschrieben werde aber jetzt wieder Arbeiten gehen auf Schonposten das ich nicht noch ins Krankengeld rutsche. Ja mein Arbeitgeber ist begeistert.

Ich kann gar nicht sagen wie viel Km ich mit dem Auto gefahren bin nur für Arztbesuche. Ich habe jetzt Lohnausfälle da ich viel Steuerfrei habe im Monat durch Sonntags und Feiertagsarbeit, das fällt mir im Krankheitsfall natürlich weg. Ich bin bzw war Psychisch sehr angeschlagen in den letzten Wochen, ich wusste nicht mehr wo vorne oder hinten war. Die Halsrippe wird sehr wahrscheinlich entfernt wenn die Diagnosen an der Uni abgeschlossen sind. Ob bleibende Nervenschäden oder andere Schäden bleiben ist abzuwarten falls das Dinge entfernt wird. Ja Arbeitsausfall mindestens 8 Wochen laut dem Oberarzt wenn die Halsrippe entfernt wird und alles gut läuft.

Nun ich hab mir in den letzten paar Wochen Gedanken gemacht evt gegen gewisse Ärzte vorzugehen, vor allem gegen den Orthopäden. Auch gegen den Neurologen der mir per NLG ein SUS Diagnostiziert hat, eine NLG wurde jetzt auch zum Vergleich wo anders durchgeführt und die Messwerte waren ok! Zum andern evt gegen die beiden Neurochirurgen die sich so viel Zeit für mich genommen haben, alles genau nachgeschaut haben und trotzdem eine Fehldiagnose gemacht haben!
Ich weiß manchmal gar nicht wo mir der Kopf steht... was meint Ihr dazu, was würdet Ihr tun?
Sollte ich bleibende Schäden erleiden nach der evt. OP werde ich das Ganze auf jedenfall ins Rollen bringen!

Hoffe hab nicht gegen Forumsregel verstoßen.
Schöner Tag noch :lol:

ktown
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Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von ktown »

Es ist ärgerlich, wenn man mit höllischen Beschwerden von einem zum anderen Arzt geht und es bessert sich nicht und plötzlich kommt die eigentliche Diagnose zutage. Aber sie sagen es selbst:
Kaffe-ist-alles hat geschrieben:Das haben nur 0,5 bis 1% aller Menschen!
Daher muss nicht zwangsläufig jemandem das auch auf Röntgenbildern auffallen.
Seien Sie froh, dass man den Grund allen Übels nun gefunden hat und dies auch behoben werden kann.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Kaffe-ist-alles
Topicstarter

Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von Kaffe-ist-alles »

Hallo ktown.

Danke für deine Antwort, du hast ja schon Recht. Aber es ist auf den Röntgenbild
einfach eindeutig zu sehen. Kann nicht verstehen das man das Übersah. Sogar im MRT der HWS habe ich die Rippe ohne Fachkenntnisse gefunden wenn man weiß wo sie sietzt und der Radiologe und die beiden Neurochirurgen nicht...

Mfg

barbara müller
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Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von barbara müller »

ktown hat geschrieben:Es ist ärgerlich, wenn man mit höllischen Beschwerden von einem zum anderen Arzt geht und es bessert sich nicht und plötzlich kommt die eigentliche Diagnose zutage. Aber sie sagen es selbst:
Kaffe-ist-alles hat geschrieben:Das haben nur 0,5 bis 1% aller Menschen!
Daher muss nicht zwangsläufig jemandem das auch auf Röntgenbildern auffallen.
Seien Sie froh, dass man den Grund allen Übels nun gefunden hat und dies auch behoben werden kann.
Also bitte! Wenn dieses zusätzliche, knöcherne Gebilde einem Mediziner nicht auffällt, dann sollte man sich wirklich fragen unter welchen Bedingungen und wo die ihre Approbation, geschweige denn ihren Facharzt erhalten haben. :roll: b.m.

ktown
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Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von ktown »

barbara müller hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Es ist ärgerlich, wenn man mit höllischen Beschwerden von einem zum anderen Arzt geht und es bessert sich nicht und plötzlich kommt die eigentliche Diagnose zutage. Aber sie sagen es selbst:
Kaffe-ist-alles hat geschrieben:Das haben nur 0,5 bis 1% aller Menschen!
Daher muss nicht zwangsläufig jemandem das auch auf Röntgenbildern auffallen.
Seien Sie froh, dass man den Grund allen Übels nun gefunden hat und dies auch behoben werden kann.
Also bitte! Wenn dieses zusätzliche, knöcherne Gebilde einem Mediziner nicht auffällt, dann sollte man sich wirklich fragen unter welchen Bedingungen und wo die ihre Approbation, geschweige denn ihren Facharzt erhalten haben. :roll: b.m.
Sind sie Ärztin?
Folgendes habe ich auf einer Fachseite gefunden
Das neurovaskuläre Kompressionssyndrom der oberen Thoraxapertur (Thoracic-outlet/inlet-Syndrom, TOS/TIS) stellt eine wichtige Differentialdiagnose für sämtliche Erkrankungen zwischen Halswirbelsäule und Hand dar. Aufgrund der Vielfältigkeit der Symptome müssen profunde Kenntnisse über die jeweiligen anatomischen Gegebenheiten und die vorhandenen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei allen beteiligten medizinischen Fachkollegen vorhanden sein. 
Heißt für mich, der Arzt muss sich fachlich mit dem Bereich intensiv befasst haben um die verschiedenen möglichen Ursachen zu kennen und er muss natürlich Aufnahmen diesbezüglich deuten können. Wenn also solch eine Fehlbildung nur bei 1% vorkommt und nicht zwangsläufig zu Beschwerden führt, was glauben sie, wie häufig ein Arzt in seiner ärztlichen Laufbahn diese Diagnose stellt?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Kaffe-ist-alles
Topicstarter

Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von Kaffe-ist-alles »

Es ist schon was spezielles da hast du Recht...

Aber ich denke wenn man auf einem Röntgenbild ein Knochen zu viel hat was man eindeutig sieht, muss doch einem Arzt auffallen. Auch wenn er im ersten Moment keine
Ahnung davon hat...

Durch diese Halsrippe sind jetzt schon so lange die Armnerven in leidenschaft
gezogen. Ob die sich wieder erholen? Man hätte können im April z.b. schon diese
Halsrippe entfernen und alles wäre gut.

Meine größte Sorgen sind halt das ich bleibende Nervliche Schäden
am Arm habe...

winterspaziergang
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Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von winterspaziergang »

barbara müller hat geschrieben: Also bitte! Wenn dieses zusätzliche, knöcherne Gebilde einem Mediziner nicht auffällt, dann sollte man sich wirklich fragen unter welchen Bedingungen und wo die ihre Approbation, geschweige denn ihren Facharzt erhalten haben. :roll: b.m.
Das ist die Frage. War dieses zusätzliche, knöcherne Gebilde so eindeutig zu sehen?

Klar passieren Fehler und bei seltenen Erkrankungen kann dies leider häufiger passieren, weil man das nicht erwartet und demnach vielleicht nicht mal weiß, aber erst recht nicht danach sucht.

Nun ist das aber hier keine spezielle Untersuchung, die erst bei Verdacht angewendet würde, es wurde ja geröntgt.
Es wäre schon recht ungewöhnlich, wenn ein Laie spontan ein Röntgenbild interpretieren kann, wenn doch Ärzte dies erst im Studium lernen müssen.

Nachdem der Patient seine Diagnose kennt, sieht er "eindeutig", dass da was scheinbar "auf den ersten Blick zu sehen ist", was mehrere Ärzte, einschließlich Professoren in Fach- und Uni-Kliniken nicht gesehen haben. ...

zu
Kaffe-ist-alles hat geschrieben:Nun ich hab mir in den letzten paar Wochen Gedanken gemacht evt gegen gewisse Ärzte vorzugehen, vor allem gegen den Orthopäden. Auch gegen den Neurologen der mir per NLG ein SUS Diagnostiziert hat, eine NLG wurde jetzt auch zum Vergleich wo anders durchgeführt und die Messwerte waren ok! Zum andern evt gegen die beiden Neurochirurgen die sich so viel Zeit für mich genommen haben, alles genau nachgeschaut haben und trotzdem eine Fehldiagnose gemacht haben!
Ich weiß manchmal gar nicht wo mir der Kopf steht... was meint Ihr dazu, was würdet Ihr tun?
sollte man sich vorab, vielleicht bei den Ärzten, die endlich die richtige Diagnose gestellt haben, informieren, wie wahrscheinlich eine Fehldiagnose bei Vorliegen der genannten Röntgenaufnahmen ist oder welche weiteren, viel wahrscheinlicheren Diagnosen man hier erwarten würde.
Kaffe-ist-alles hat geschrieben:Sollte ich bleibende Schäden erleiden nach der evt. OP werde ich das Ganze auf jedenfall ins Rollen bringen!
dazu muss man wissen, dass die bleibenden Schäden durch die verspätete Diagnose entstanden sein müssen und nicht als Folge des Halswirbels so oder so auftreten und wie oben gesagt, die Wahrscheinlichkeit des Auftretens und damit der Berücksichtigung eine Rolle in der Begutachtung spielen dürfte.
Wenn mehrere Neurochirurgen, Orthopäden und dabei auch Professoren allesamt das "übersehen" haben, könnte es schwierig sein, nachzuweisen, dass das so auf der Hand lag, wie es der fiktive Patient selbst auf dem Röntgenbild gesehen haben will.

Hantago
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Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von Hantago »

Die Halsrippen haben sie schon ihr ganzes Leben. Warum sollten diese jetzt plötzlich Beschwerden machen?

Biggi0001
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Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von Biggi0001 »

winterspaziergang hat geschrieben: Wenn mehrere Neurochirurgen, Orthopäden und dabei auch Professoren allesamt das "übersehen" haben, könnte es schwierig sein, nachzuweisen, dass das so auf der Hand lag, wie es der fiktive Patient selbst auf dem Röntgenbild gesehen haben will.
Genau das wird wohl auch der Knackpunkt sein. So offensichtlich zu sehen war es wohl dann doch nicht, zudem kommt, wie oben angemerkt, die Tatsache, dass diese Halsrippen extrem selten sind und man von keinem Arzt erwarten kann, dass er da mal soeben drauf kommt.

Man hat getan, was man konnte und was in Anbetracht der Symptome auch sinnvoll war, mehr kann man als Patient auch eigentlich auch nicht erwarten. Ich wage zu bezweifeln, dass man einem speziellen oder allen Ärzten bei dieser Sachlage “eins am Zeug flicken“ kann.

Letztendlich geht es darum, ob die Ärzte Sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst behandelt und ihre Diagnosen gestellt haben. Ich denke, das kann man so sagen. Sie werden sich gegebenenfalls auf eine GutachterSchlacht mit mehr als ungewissem Ausgang vorbereiten müssen.
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.

Celestro
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Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von Celestro »

Kaffe-ist-alles hat geschrieben: Sogar im MRT der HWS habe ich die Rippe ohne Fachkenntnisse gefunden wenn man weiß wo sie sietzt und der Radiologe und die beiden Neurochirurgen nicht...
JETZT gefunden, wo Sie wissen, das da etwas ist, oder schon vorher ? Denn das dürfte ein fundamentaler Unterschied sein. Würde ich mit 100 Menschen einen Test machen und Ihnen von dieser Problematik berichten und Sie sollten aus 10 Bildern diejenigen raus suchen, wo dieses "Problem vorkommt", so würden selbst bei 10 gleichen Bildern OHNE diese Problematik entsprechende "Funde" auftauchen.

ExDevil67
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Re: Monate lang Fehlhebandelt!

Beitrag von ExDevil67 »

Celestro hat geschrieben:JETZT gefunden, wo Sie wissen, das da etwas ist, oder schon vorher ? Denn das dürfte ein fundamentaler Unterschied sein.
Wer das mal selber testen möchte, in der Wikipedia findet sich ein Röntgenbild einer Halsrippe. Selbst mit dem Wissen da was sein soll was da nicht hingehört, ich sehe da nix.

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