Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

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myLord
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Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von myLord » 16.05.19, 12:22

Hallo Leute,

gibt es in Deutschland ein Gesetz, das es verbietet bestimmte ärztliche Tätigkeiten durch Laien durchzuführen?

Beispiel: Einem Patienten (in der häuslichen Pflege) soll eine Blutprobe entnommen werden. Der Arzt hat keine Zeit dies durchzuführen. Der medizinische Laie L, der den Patienten pflegt, weiß wie es geht. Auch der Patient ist einverstanden. Kann der Arzt L mit der Blutentnahme "beauftragen"?

In AT gibt es dafür § 50a ÄrzteG. Ich konnte jetzt in deutschem Recht aber nichts derartiges finden.

ktown
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von ktown » 16.05.19, 12:25

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myLord
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von myLord » 16.05.19, 12:38

ktown hat geschrieben:Was zum lesen.
Danke, habe ich mir durchgelesen, aber ich bin da leider nicht wirklich schlauer geworden. Am Anfang hörte es sich so an, als ob der Arzt die Blutentnahme an einen Laien übertragen könnte, doch dann stand folgendes:
Damit der angestellte Arzt im Rahmen der ärztlichen Behandlung des Patienten die Hilfeleistung anderer Personen in Anspruch nehmen kann, muss er gegenüber dem nichtärztlichen Mitarbeiter weisungsbefugt sein.
Es geht in dem Artikel also weniger um Dritte, sondern um die Mitarbeiter des Arztes. Und da war es wohl jedem klar, dass in einer Praxis nicht der Arzt selbst eine Blutentnahme durchführt, sondern sein Hilfspersonal. Deshalb bleibt die eigentliche Frage immer noch offen.

SusanneBerlin
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von SusanneBerlin » 16.05.19, 13:18

Einem Patienten (in der häuslichen Pflege) soll eine Blutprobe entnommen werden. Der Arzt hat keine Zeit dies durchzuführen.
Mein Arzt hat für sowas auch nie Zeit, der lässt Blutentnahmen von seinen Angestellten machen.

Und ich könnte wetten, Sie haben den Arzt noch nicht gefragt, was der davon hält, dass ein nicht medizinisch ausgebildeter Angehöriger dem Patienten Blut abnimmt (schließlich hat der ein paarmal zugesehen und weiß also wie das geht) und die Blutprobe vorbeibringt.

Wenn der Arzt sagt, das halte er für keine gute Idee, brauchen wir nicht mehr drüber diskutieren, ob ob der Arzt durch irgendwelche Verbote gehindert ist, Blutentnahmen an medizinische Laien zu deligieren.
Grüße, Susanne

lottchen
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von lottchen » 16.05.19, 13:34

SusanneBerlin hat geschrieben: Mein Arzt hat für sowas auch nie Zeit, der lässt Blutentnahmen von seinen Angestellten machen.
Aber nicht von der Putzkraft oder dem Buchhalter. Das macht seine Fachangestellte, die für sowas ausgebildet ist. Wenn der Arzt noch alle Tassen im Schrank hat wird er so einen Vorschlag ablehnen.
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ktown
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von ktown » 16.05.19, 13:48

lottchen hat geschrieben:Das macht seine Fachangestellte, die für sowas ausgebildet ist.
Dem ist nichts hinzu zu fügen. Aber wer sagt den, dass eine Pflegekraft nicht diese Fachkenntnis hat?

Etwas zum lesen.
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SusanneBerlin
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von SusanneBerlin » 16.05.19, 13:52

Aber wer sagt den, dass eine Pflegekraft nicht diese Fachkenntnis hat?
Der TE sprach nicht von einer ausgebildeten Pfkegekraft, sondern von einem medizinischem Laien, der seinen Angehörigen zuhause pflegt.
Der medizinische Laie L, der den Patienten pflegt, weiß wie es geht.
Grüße, Susanne

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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von khmlev » 16.05.19, 14:12

Zur ärztlichen Behandlung gehört auch die Hilfeleistung anderer Personen, die von dem Arzt angeordnet und von ihm zu verantworten ist. Die Partner der Bundesmantelverträge legen für die ambulante Versorgung beispielhaft fest, bei welchen Tätigkeiten Personen nach Satz 2 ärztliche Leistungen erbringen können und welche Anforderungen an die Erbringung zu stellen sind (Par. 28 Abs. 1 Sozialgesetzbuch - SGB V -)

Nach dieser Vereinbarung kann der Arzt die Blutentnahme an eine Person deligieren, die mindestens über die Qualifikation eines medizinischen Fachangestellten verfügt.
Gruß
khmlev
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von ktown » 16.05.19, 14:44

SusanneBerlin hat geschrieben:Der TE sprach nicht von einer ausgebildeten Pfkegekraft, sondern von einem medizinischem Laien, der seinen Angehörigen zuhause pflegt.
Wo steht, dass es sich um einen Angehörigen handelt?
Der TE schreibt selbst
myLord hat geschrieben: Der medizinische Laie L ...... weiß wie es geht
1. Wie definiert hier der TE den Fakt des Laien? Weiß er, dass die Pflegekraft keine Ausbildung dafür hat oder geht er einfach davon aus?
2. Wieso geht er von einer fehlenden Fachkenntnis aus und die Pflegekraft nicht?
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von SusanneBerlin » 16.05.19, 14:54

Wo steht, dass es sich um einen Angehörigen handelt?
Es stimmt, dass der TE nichts von einem Angehörigen schrieb. Meine Vermutung, dass es sich um einen Angehörigen oder zumindest um eine nahestehende Person handelt, beruht darauf dass er auch nicht erwähnte, dass es sich um eine Mitarbeiterin eines involvierten Pflegedienst handelt.Also bleibt nur jemand übrig, der es nicht beruflich macht. Und wer würde einen Menschen zuhause pflegen, wenn es nicht sein Beruf ist? Doch wohl nur eun Angehöriger oder eine nahestehende Person wie der Partner/ die Partnerin.
Grüße, Susanne

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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von ktown » 16.05.19, 15:03

Könnte sein.
Mal sehen ob es aufgeklärt wird. :wink:
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von lottchen » 16.05.19, 15:20

Hätte die Pflegekraft die zur Blutentnahme notwendige Fachkenntnisse und die entsprechende Ausbildung würde die Frage doch gar nicht aufkommen, oder?
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von ktown » 16.05.19, 15:26

lottchen hat geschrieben:Hätte die Pflegekraft die zur Blutentnahme notwendige Fachkenntnisse und die entsprechende Ausbildung würde die Frage doch gar nicht aufkommen, oder?
:lachen: Meinen sie diese Frage wirklich ernst? :lachen: :wink:
Sie glauben gar nicht, was so einem Angehörigen durch den Kopf geht, wenn er da die Pflegekraft hantieren sieht (obwohl die Kraft sagt, dass sie das kann)
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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von myLord » 16.05.19, 18:27

ktown hat geschrieben:Könnte sein.
Mal sehen ob es aufgeklärt wird. :wink:
Also L hat beruflich nichts mit der Medizin-Branche zutun und ist Angehöriger. L ist aber Beruflich mit Teams "abseits der Zivilisation" unterwegs und hat eine EMT-P Ausbildung. Er weiß also schon, was er macht, seine Qualifikation ist aber in Deutschland nicht anerkannt.

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Re: Ärztliche Tätigkeiten durch Laien

Beitrag von jaeckel » 19.05.19, 19:35

myLord hat geschrieben:
16.05.19, 12:22
gibt es in Deutschland ein Gesetz, das es verbietet bestimmte ärztliche Tätigkeiten durch Laien durchzuführen?
Vgl.
Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) hat geschrieben: Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
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