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recht.de • Thema anzeigen - Angeleinter Hund schnappt nach unangeleintem Hund
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BeitragVerfasst: 12.11.18, 21:30 
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Theoretischer Fall: Kind geht mit angeleintem Schäferhund spazieren, ein nicht angeleinter Kleinpudel mit erwachsenem Hundeführer kommt ihnen entgegen.Es besteht kein Leinenzwang. Der Pudel läuft auf den Schäferhund zu, der durch Knurren und Körperhaltung deutlich zeigt, dass er seine Ruhe haben möchte. Pudelbesitzer (vorher abgelenkt durch Handy) bemerkt die Situation und ruft den Pudel mehrmals, der hört jedoch nicht. Kind versucht auszuweichen (geht aber nicht, auf einer Seite ist eine Mauer, auf der anderen Seite die Straße, auf der gerade ein Auto kommt). Pudel bedrängt (in erkennbar nicht feindseliger Absicht) den Schäferhund, der schnappt zu, es kommt zu einer kurzen Rauferei.

Nach Tierarztbesuch stellt sich heraus, dass der Pudel keine Verletzungen hat. Laut Besitzer ist er aber traumatisiert.... Der Schäferhund hat eine geringfügige Wunde an den Lefzen, die von selbst verheilt.

Mich interessiert nun die Rechtslage nach Zivilrecht (Schadenersatz, Tierarztkosten) und Ordnungsrecht (könnte das Ordnungsamt da was gegen der Schäferhund unternehmen, wenn der Pudelbesitzer das fordert und wenn ja, auf welcher Rechtsgrundlage?)

Ich würde denken, dass das den Schäferhund führende Kind alles gemacht hat, um den Zwischenfall zu verhindern. Der Hund war angeleint und konnte nicht ausweichen, während der Pudel weder entsprechend gesichert (angeleint) war, noch in der Gewalt des Hundeführers stand (nicht abrufbar). Aber denken und Rechtslage sind ja oft zweierlei Paar Schuhe...

Ich danke euch schon mal für eure Auskünfte....


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BeitragVerfasst: 12.11.18, 22:17 
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Was darf man sich denn so altersmäßig unter "Kind" vorstellen?


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BeitragVerfasst: 12.11.18, 22:57 
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MeMyselfandI hat geschrieben:
... Pudel bedrängt (in erkennbar nicht feindseliger Absicht) den Schäferhund, der schnappt zu, es kommt zu einer kurzen Rauferei.

...Laut Besitzer ist er aber traumarisiert....

:lol: wovon? vom Hund sein?

Zitat:
Mich interessiert nun die Rechtslage nach Zivilrecht (Schadenersatz, Tierarztkosten) und Ordnungsrecht (könnte das Ordnungsamt da was gegen der Schäferhund unternehmen, wenn der Pudelbesitzer das fordert und wenn ja, auf welcher Rechtsgrundlage?)

Fordern kann der Pudelbesitzer nichts, aber anzeigen. Das Ordnungsamt wird dem nachgehen müssen, eventuell einen Wesenstest anordnen.


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BeitragVerfasst: 13.11.18, 12:33 
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webelch hat geschrieben:
Was darf man sich denn so altersmäßig unter "Kind" vorstellen?


Gehen wir mal von einer 11-jährigen aus.


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BeitragVerfasst: 13.11.18, 12:56 
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MeMyselfandI hat geschrieben:
webelch hat geschrieben:
Was darf man sich denn so altersmäßig unter "Kind" vorstellen?


Gehen wir mal von einer 11-jährigen aus.



Da wird sich das Ordnungsamt eventuell auch anschauen, ob dem Halter nicht auferlegt wird, das Tier -wenigstens befristet- nur von erwachsenen Personen führen zu lassen.

Wenn ich von dem oben Geschriebenen ausgehe, haben wir es mit einem Schäferhundrüden zu tun.
Vorausgesetzt, das Tier ist ausgewachsen, liegt dieser im Gewicht bei 30-40 kg.
Ein durchschnittliches Mädchen liegt mit 11 Jahren bei ca. 155 cm Körpergröße und einem Idealgewicht zwischen 35 bis 50 kg.

Da ist schlichtweg nicht viel "Masse", um einen solchen Hund zu kontrollieren, wenn der los will.

_________________
Gedenksignatur - Gewidmet dem unbekannten Anwalt
In dankbarer Erinnerung an all jene namenlosen, stets laut angekündigten Rechtsvertreter,
die jedoch heldenhaft nie in meinem Dienstzimmer erschienen sind oder tapfer nichts von sich hören ließen.


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BeitragVerfasst: 13.11.18, 18:32 
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11? Sehr sportlich vom Halter.

Da fallen mir gleich noch zwei Fragen ein:

1.) Gibt es in dem Bundesland ein Hundegesetz?
2.) Gibt es eine Hundehaftpflicht? Und wenn ja, was sagt diese?


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BeitragVerfasst: 13.11.18, 20:02 
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Nehmen wir mal an, unsere fiktive Geschichte spielt in Bayern. Hundegesetz? Was ist denn das? Meinst du wegen Kampfhundrassen und so? Wir gehen mal davon aus, dass es sich um keinen Kampfi oder Kampfimix handelt.

Na gut, machen wir unser Kind halt zwei Jahre älter. Bloß rechtlich dürfte das doch nix ausmachen (wir gehen mal davon aus, dass die Eltern engmaschig überprüfen, ob das funzt mit dem Kind und dem Hund, wegen vernachlässigter Aufsichtspflicht und so.....)

Außerdem überlege ich gerade: Erwachsene Frau (oder nichtbodybuildender Mann, wegen Gleichberechtigung und so....) mit 35-kg-Hund, der irgendwo hin will: Ich glaub nicht, dass es viele Erwachsene gibt, die so einen Hund ÜBER DIE KRAFT halten, wenn der dringend irgendwo hinwill. Das läuft doch eher über den Gehorsam und das kriegt ein älteres hundeerfahrenes Kind m.E. genauso hin...

Was aber mein Ursprungsfragegedanke war: Muss sich ein angeleinter Hund alles bieten lassen, wenn ein nicht angeleinter, nicht abrufbarer Artgenosse ihn bedrängt? Nur weil er angeleint, evtl. gehorsam und evtl. größer ist? Juristisch, meine ich, nicht hundeverhaltenstechnisch oder moralisch?


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BeitragVerfasst: 13.11.18, 20:49 
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MeMyselfandI hat geschrieben:
Was aber mein Ursprungsfragegedanke war: Muss sich ein angeleinter Hund alles bieten lassen, wenn ein nicht angeleinter, nicht abrufbarer Artgenosse ihn bedrängt? Nur weil er angeleint, evtl. gehorsam und evtl. größer ist? Juristisch, meine ich, nicht hundeverhaltenstechnisch oder moralisch?
https://anwaltauskunft.de/magazin/leben/freizeit-alltag/wenn-ein-hund-beisst-tierhalterhaftung-und-ihre-rechtlichen-folgen?page_n57=2 hat geschrieben:
Hundehalter haben die Pflicht, ihre Tiere jederzeit im eigenen Einwirkungsbereich zu haben. Viele Hundehalter nehmen daher ihren Vierbeiner vorsichtshalber beim Spazierengehen immer an die Leine. Kommt es dennoch zum Beißvorfall und war ein Hund angeleint und der andere nicht, so gilt ein anderer Haftungsverteilungsmaßstab. In diesem Fall trägt der Halter des nicht angeleinten Hundes die Kosten für die tierärztliche Behandlung des anderen Tieres alleine, wie das Amtsgericht (AG) Frankfurt entschieden hat (AZ: 32 C 4500/94-39).


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BeitragVerfasst: 14.11.18, 01:44 
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MeMyselfandI hat geschrieben:
Was aber mein Ursprungsfragegedanke war: Muss sich ein angeleinter Hund alles bieten lassen, wenn ein nicht angeleinter, nicht abrufbarer Artgenosse ihn bedrängt? Nur weil er angeleint, evtl. gehorsam und evtl. größer ist? Juristisch, meine ich, nicht hundeverhaltenstechnisch oder moralisch?

Ob der Hund sich das bieten lassen muss? :lol: Nein, er kann das natürlich zivilrechtlich klären. Moralisch ist das sowieso eine schwierige Frage, zumal der Pudel nach der Auseinandersetzung ja traumatisiert sein soll.
:mrgreen:


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BeitragVerfasst: 14.11.18, 08:28 
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Danke, genausowas wollte ich wissen....


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BeitragVerfasst: 14.11.18, 10:05 
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MeMyselfandI hat geschrieben:
Danke, genausowas wollte ich wissen....

Die eingangs gestellte Frage wurde doch beantwortet.
Zitat:
Das Ordnungsamt wird dem nachgehen müssen, eventuell einen Wesenstest anordnen.

Man wird abwägen, was das normale Verhalten eines Hundes ist, das man ihm auch nicht durch Gehorsam etc. abtrainieren kann, welches Risiko also der Besitzer des Pudels eingeht, wenn er den Pudel frei herumlaufen lässt und welches Verhalten der Schäferhund zeigen durfte oder nicht.
Man wird wohl abwägen, ob der Schäferhund nur den Pudel oder auch bei anderen Wesen, wie Kindern, erst knurrt, wenn man ihm zu nahe kommt und dann zuschnappt.
In einer Auseinandersetzung wird man dem Umstand, dass der Pudel nicht angeleint war, Rechnung tragen.
Dort wird man hoffentlich auf Vermenschlichungen, nach denen ein Pudel traumatisiert ist, weil ein anderer Hund nach ihm geschnappt hat und ob ein Schäferhund sich "das bieten lassen muss" verzichten.
Jede weitere Auskunft zum Fortgang gehört m.E. in die Rubrik "Glaskugel".


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