Welpenkauf beim Züchter in Frankreich

Recht rund ums Tier

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Vetty
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Welpenkauf beim Züchter in Frankreich

Beitrag von Vetty » 12.11.09, 21:15

Hallo Leute,

ich hoffe Ihr könnt uns helfen.

Vor etwa 1 Monat hat man einen Welpen in Frankreich gekauft (bei einem der besten europäischen Züchter einer bestimmten und seltenen Rasse), auf Empfehlung und für sehr viel Geld.
Das Welpe war eigentlich nicht für Verkauf bestimmt und sollte in der Zucht bleiben.
Dann hat man die Züchterin doch überredet (Geld!).

Extra nach Frankreich geflogen, den kleinen Hund geholt.
Kaufvertrag unterschrieben (auf französisch, also nix verstanden, der Züchterin vetraut).
Noch bei der Übergabe am Flughafen ist aufgefallen, dass der Hund (4 Monate alt damals) sehr ängstlich war und nichts kannte.
(Vor dem Kauf hat man die Züchterin gefragt, ob dieser Hund für Hundesport geeignet ist, ob die Psyche in Ordnung ist, denn die Rasse neigt an sich zur Ängstlichkeit. Sie hatte versichert, dass es der Beste Show- und Sporthund sein wird den sie je gesehen hat)

Dann auf der Heimreise hatte der Hund Durchfall. Wie auch die Tage danach.
Kotanalyse gemacht - GIARDIEN festgestellt!
Geht ja nun gar nicht!!!

3 Wochen mit Panacur behandelt - keine Besserung...
Hund hat permanent Durchfall, ist sehr dürr. Bekommt seit Wochen nur Reis und Hunh.

10 Tage Metronidazol - auch keine Besserung.
Blut und Kot ins Labor geschickt - Pankreatitis (sind noch nicht alle Ergebnisse da, vielleicht kommt morgen ja noch was dazu).

Hund ist also chronisch krank. Und für den Sport so überhaipt nicht geeignet, denn er hat Angst vor allem. Er wurde von der Züchterin überhaupt nicht sozialisiert.
Und die wichtigste Zeit ist ja schon vorbei.
Er ist natürlich schon deutlich besser als am Anfang, aber kein Vergleich zu unseren anderen Hunden.

Ich bin eigentlich dafür, dass wir den Hund zurückgeben, denn es ist eine Schweinerei, dass so ein Züchter kranke Hunde verkauft. (3 Wochen später hat unsere Bekannte bei dem selben Züchter einen Hund gekauft, natürlich auch mit Durchfall und Giardien!).
Aber mein Freund will den Hund nicht hergeben, spielt gerade den Helden, der den armen Hund von der bösen Züchterin retten will...

Ach ja,... und beim abholen hat die Züchterin so nebenbei erwähnt, dass der Hund evtl noch Demodikose bekommt, ist aber "gar nicht schlimm, 1x Advocate und dann ist gut"!!!
Kaum zu glauben, dass sie mit solchen Hunden züchtet!!
Ich bin selbst Tierärztin und weiß was das ist.

Was kann man denn da machen?
Als erstes natürlich den Kaufvertrag mal übersetzen.
Dann zum Anwalt.
Ist denn in der EU das Tierkaufrecht überall gleich? Bzw wenn es zum Gericht kommt dann wo? In Frankreich?
Ich möchte, dass diese Tierquälerei und Geldmacherei auf Kosten der Tiere aufhört.
Sollte man das evtl noch beim FCI und französischen Klub melden?

Ich bin echt verzweifelt...

Hab sie gestern angeschrieben, sie weisst natürlich von nichts. Ihre Hunde sind gesund, und unser war es auch... Unglaublich.

Ich danke Euch dafür, dass Ihr es durchgelesen habt.

pOtH
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Beitrag von pOtH » 12.11.09, 22:49

FCI ist ein "Verein" wie jeder andere auch, es gibt viele dieser "Verbände" u. jeder kocht sein eigenes Süppchen. Wenn es also beim FCI, aufgrund von solchen Problem, zum "Ausschluß" kommt, meldet man sich einfach beim nächsten "Verband" an.

In D ist es zum. so das man dem VK das Recht auf Nachbesserung/Wandlung geben muss u. nicht einfach "selbst Reparieren darf u. nachträglich die Kosten einfordern kann", wie es in F aussieht weiß ich nicht.


Ps.: Wenn "Demodikose" das ist was ich denke das es ist, dann wird das doch von den "alten" direkt an die Jungen weitergegeben. Der Hund eines bekannten hat das (zum. passt es zu dem was ich bei Wiki dazu gefunden habe) u. die Arztrechnung ist bisher höher als der Kaufpreis des Rassehundes - wie der Hund darunter leidet muss ich nicht erwähnen (Juckreiz etc). Mein Hund (Die Hunde sind nicht Verwandt) hat sich damit nicht angesteckt obwohl sie sehr oft Kontakt miteinander haben.

Aileen
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Beitrag von Aileen » 12.11.09, 23:00

Ich bin selbst Tierärztin und weiß was das ist.
Dann sollte man aber auch wissen, daß es verschiedene Arten der Pankreasinsuffizienz gibt: 1. erworben, 2. vererbt.
Dürfte schwer sein, nachzuweisen, welche Form es ist.
Die erworbene kann durch Entzündungen und Stress ausbrechen und ist durchaus heilbar. Die genetische Form meist nicht.
Giardien sind in der heutigen Zeit auch nichts Seltenes mehr und fast 50 % aller Hunde auf der Welt haben diese netten Einzeller.
Mittlerweile sollte sich aber auch unter den Tierärzten herumgesprochen haben, daß man Giardien mit Panacur nicht weg bekommt und die Panacursuspension teilweise schlimmere Nebenwirkungen hat, als die Giardien selbst.

In Verträgen gehören regular auch Gerichtsstände rein.
Sollte keiner vereinbart worden sein, könnten die Chancen gut stehen, das Gericht in der Nähe des Käufers damit zu bemühen.


Die FCI wird das Ganze überhaupt nicht interessieren, genau so wenig, wie den Zuchtverein.

Vetty
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Beitrag von Vetty » 13.11.09, 13:15

Demodikose ist beim Hund durch ein Gendefekt bestimmt und die Hunde die den haben sollten kastriert und keinesfalls für die Zucht verwendet werden.
Ansteckend ist es nur von der Mutter zum Nachwuchs mit vererbten Gendefekt, sonst nicht.

Pankreasinsiffizienz hat der Hund nicht, er hat eine Pankreatitis.
Ich weiss nicht, ob sie in dem Fall erworben oder verebt ist.

Kann man auch nicht 100% ausschliessen, dass es Nebenwirkung von Panacur ist.
Giardien gibt es in der letzten Zeit wirklich sehr häufig. Ich habe sie aber noch bei keinem Welpe von einem ordentlichen deutschen Züchter (klinisch) gesehen. Es sind meist Tiere aus Tierheim oder aus Massenzucht.

Ihre Zucht ist beim französischen Zuchtverband angemeldet und eigentlich dürfte es den Verband auch iinteressieren unter welchen Umständen die Hunde dort gezüchtet werden.
(In Deutschland ist es recht schwierig eine Zuchtzulassung zu bekommen, zumindestens bei unserem Zuchtverband, und man kriegt sie auch schnell aberkannt, wenn so etwas vorkommt).

Unser Kaufvertrag wird heute übersetzt und die Laborergebnisse kommen auch gleich.

nordlicht02
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Beitrag von nordlicht02 » 13.11.09, 14:47

Aileen hat geschrieben: In Verträgen gehören regular auch Gerichtsstände rein.
Und Sie sind sich sicher, dass das auch in Frankreich der Fall ist?
Aileen hat geschrieben:Sollte keiner vereinbart worden sein, könnten die Chancen gut stehen, das Gericht in der Nähe des Käufers damit zu bemühen.
Nur wird hier wohl französisches Recht gelten.
Und wenn der Käufer in Deutschland wohnt, nützt ihm das herzlich wenig.
Ein deutsches Gericht wird sich vermutlich kaum mit einem Kaufvertrag, der in Frankreich nach französischem Recht geschlossen wurde, befassen.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Waschbärin
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Beitrag von Waschbärin » 13.11.09, 17:32

Also zuerst einmal wundert es mich daß sogar Menschen, die Fachleute sein sollten, sich so dämlich verhalten beim Welpenkauf. (Sorry, das war jetzt deutlich, aber ich kann nicht anders!) Eine Ahnentafel kann noch so toll aussehen, als Welpenkäufer schaue ich mir aber den Züchter (= die Aufzuchtsbedingungen der Welpen) und die Elterntiere besonders gut an, vor allem wenn ich später einen mental belastbaren Hund für den Hundesport haben möchte und nicht nur einen Couchpotato zum Spazierengehen. Erst recht dann wenn der Welpe kein Welpe mehr ist, sondern bereits ein Junghund, bei dem nicht nur die Prägephase, sondern auch die Sozialisierungsphase bereits rum ist.

Als nächstes lasse ich einen Welpen/Junghund/Hund dort wo er ist wenn er mich nicht 100%ig überzeugt. D.h. zeigt sich der Hund meiner Meinung nach ängstlich (ich persönlich würde einen Welpen/Junghund bereits dann nicht kaufen wenn er sich nicht "frei" zeigt, er muß sich noch nicht mal ängstlich zeigen), dann fahre ich ohne Welpe/Hund wieder nach Hause!

Und einen Vertrag unterschreiben von dem ich nicht weiß was drinen steht??? Geht ja wohl gar nicht... Den lasse ich mir doch vorher zusenden und von jemandem übersetzen, oder aber ich nehme jemanden mit der der Landessprache mächtig ist.

Zum Hund selbst: Die Wesenseigenschaften eines Welpen/JUnghundes/Hundes sind derart stark abhängig von der Haltung und Behandlung desselben, so daß ein Welpenkäufer Probleme haben wird besweisen zu können daß der Welpe diesen Sachmangel vom Züchter mitgebracht hat. Als Züchter schließt man eine Garantie auf Wesenseigenaschaften deswegen i.d.R. auch ausdrücklich aus. Wird ein Welpe nur einmal richtig verprügelt hat er eine Macke für den Rest seines Lebens. Und in mehreren Wochen beim Käufer kann einem Welpen/Hund sehr viel passieren.

Giardien: Natürlich können auch Welpen eines seriösen Züchters davon befallen sein, so wie auch ein Spulwurmbefall durchaus einmal vorkommen kann. Giardien sind heute weit verbreitet, und viele befallene Hunde sind symptomlos, aber trotzdem Ausscheider. Aber jetzt alle Welpen deswegen vor der Abgabe mehrere Tage mit Metronidazol behandeln? (Panacur ist nicht wirklich wirksam und verursacht zudem bei Welpen im Abgabealter oft Darmentzündung bis hin zum Verenden) Man kann das Kind auch mit dem Bade ausschütten... Wenn ich einen Welpen kaufe, dann rechne ich damit daß er evtl., trotz mehrfacher Entwurmung, Würmer hat, und in der heutigen Zeit auch mit Giardien und Kokzidien. Deswegen schicke ich vor dem zweiten Impftermin eine Sammelkotprobe ein.

Zum Thema Demodex ist zu sagen daß diese Milbe zur natürlichen Hautbesiedelung des Hundes gehört und sich nur dann übermäßig vermehrt wenn das Immunsystem des Hundes nicht auf Zack ist. Ursache dafür kann z.B. ein erblich bedingter T-Zell-Defekt sein, das ist richtig. Ebenso kann es sich aber auch um eine sog. Junghunddemodikose handeln, die ausbricht weil das Immunsystem des Junghundes noch nicht 100%ig auf Zack ist. In dem Fall kann es zu Demodexschüben z.B. während der Zahnung kommen, wenn eine Hündin sehr früh das erste Mal läufig wird, wenn sich der Junghund einen Zwingerhusten einfängt o.ä. Ist der Hund physisch ausgereift tritt diese Form der Demodikose dann nicht mehr auf. In ca. 9 von 10 Fällen handelt es sich bei Junghunden nicht um eine erbliche Form der Demodexräude, sondern um einen Einbruch des Immunsystems (meist ist die Zahnung der Auslöser).

Eine Möglichkeit wäre es, eine Blutprobe in Bezug auf diesen T-Zell-Defekt untersuchen zu lassen. Anders wird ein Nachweis, daß es sich um eine erbliche Form der Demodikose handelt, nicht möglich sein.

In Bezug auf den Kaufvertrag wird französisches Recht gelten. Meines Wissens besitzen Käufer dort nicht den umfassenden Schutz, der dem deutschen Käufer bei Inlandskäufen zusteht. Hier sollte man sich mal in Bezug auf das französische Kaufrecht schlau machen. Aber auch wenn es sich um einen Kauf bei einem deutschen Züchter handeln würde: Den Welpen/Junghund behalten wollen, vom Züchter aber den Kaufpreis und/oder die Behandlungskosten einfordern, das ginge auch nach deutschem Recht nicht. In dem Fall, wo man den Welpen/Junghund trotz eines Sachmangels behalten möchte, kann man sich in vielen Fällen mit dem Züchter auf eine Kaufpreisminderung einigen. Aber wenn der Züchter anbietet den Kaufvertrag aufzulösen und der Käufer geht darauf nicht ein, geht er, wenn es vor Gericht geht, i.d.R. leer aus.

LG

die Waschbärin

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Beitrag von Beitragsschreiber » 13.11.09, 17:45

Aileen hat geschrieben:In Verträgen gehören regular auch Gerichtsstände rein.
Nach deutschem Recht wären Gerichtsstandsvereinbarungen mit einem Vertragspartner, der kein Kaufmann ist, ganz überwiegend unwirksam (vgl. § 38 ZPO).
(Internationale Verträge stellen da wohl die große Ausnahme dar.)
Waschbärin hat geschrieben:In Bezug auf den Kaufvertrag wird französisches Recht gelten.
Dazu wäre der Vertrag zu prüfen und ein vertiefter Blick in die Art. 27-29 EGBGB zu werfen.
Waschbärin hat geschrieben:Meines Wissens besitzen Käufer dort nicht den umfassenden Schutz, der dem deutschen Käufer bei Inlandskäufen zusteht.
Das würde zumindest hinsichtlich der Verbraucherrechte sehr überraschen, weil die entsprechenden europäischen Richtlinien natürlich auch in Frankreich umzusetzen waren.

Aileen
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Beitrag von Aileen » 14.11.09, 08:52

Nach deutschem Recht wären Gerichtsstandsvereinbarungen mit einem Vertragspartner, der kein Kaufmann ist, ganz überwiegend unwirksam (vgl. § 38 ZPO).
Ich gehe davon aus, daß ein Züchter, der in einem größeren Rahmen züchtet, wohl als "Kaufmann" angesehen werden kann, da er ja nicht nur alle 5 Jahre einen Wurf macht.
Wenn er mehrere Würfe jährlich macht, gehört m.E. ein Gerichtsstand in den Kaufvertrag, da er ansonsten bei solchen Geschichten quer durch die Welt fahren darf um sich mit den dortigen Gerichten zu streiten.
Wenn ich einen Hund verkaufe, dann verkaufe ich ihn in DE doch im Sinne des Deutschen Kaufrechts, oder sehe ich das falsch?
Sonst müsste jeder Züchter sich mit der Rechtslage in den verschiedensten Ländern auskennen und seine Verträge bei jedem Verkauf anpassen.

@Waschbärin:Zu den Punkten Wesen,Gieardien und Kokzidien, sowie auch T-Zellendefekt stimme ich dir zu 100 % zu!!!

nordlicht02
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Beitrag von nordlicht02 » 14.11.09, 11:00

Aileen hat geschrieben:Wenn ich einen Hund verkaufe, dann verkaufe ich ihn in DE doch im Sinne des Deutschen Kaufrechts, oder sehe ich das falsch?
Das sehen Sie wohl durchaus richtig.
In diesem Fall wurde aber in Frankreich gekauft.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Aileen
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Beitrag von Aileen » 14.11.09, 12:06

Ich meinte damit eigentlich, daß der Gerichtstand Frankreich sein müsste und der Hund nach den gültigen in F herrschenden Gesetzen gekauft wurde.
Somit müsste auch das französische Recht gelten.
Inwieweit sich das von dem D Recht unterscheidet, kann wohl nur ein Anwalt sagen, der sich mit den dort herrschenden Gesetzen auskennt.

Die sinnvollste und wohl auch günstigste Alternative wäre wohl in diesem Falle, sich mit dem Züchter irgendwie gütlich zu einigen.

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber » 14.11.09, 12:41

Aileen hat geschrieben:Ich gehe davon aus, daß ein Züchter, der in einem größeren Rahmen züchtet, wohl als "Kaufmann" angesehen werden kann, da er ja nicht nur alle 5 Jahre einen Wurf macht.
Das kann dahinstehen, denn beide Parteien müssen üblicherweise Kaufleute sein, damit eine Gerichtsstandsvereinbarung bereits vor einem Prozess nach deutschen Recht getroffen werden kann.
Wie gesagt, wenn es um internationale Verträge geht, ist das etwas anders - aber im allgemeinen (zumindest bei Verträgen ohne internationalen Bezug) sind solche Gerichtsstandsvereinbarungen schlicht unwirksam.

Aileen
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Beitrag von Aileen » 14.11.09, 13:12

Also spielt es keine Rolle, ob das nun ein deutsches Gericht oder ein französisches zu klären hat, oder wie muß ich das verstehen?

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber » 14.11.09, 13:31

Noch kurz zur Kaufmannseigenschaft des Züchters: Die wird sicher nur in ganz großen Ausnahmefällen vorliegen. Ich sehe nicht wieso Hundezüchtung einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Gewerbebetrieb (im Sinne von § 1 HGB) erfordern sollte.Noch weniger wahrscheinlich wäre es m. E., dass man sich ins Handelsregister eintragen lässt. Aber mit Hundezüchtern habe ich keine praktische Erfahrung.

Aileen hat geschrieben:Also spielt es keine Rolle, ob das nun ein deutsches Gericht oder ein französisches zu klären hat, oder wie muß ich das verstehen?
Ich schrieb, dass die Kaufmannseigenschaft keine Rolle spielt, weil ohnehin nicht beide Parteien Kaufleute sind. (Außerdem ging es mir nicht um den konkreten Fall, sondern um Ihre allgemeine Aussage, nach der die Regelung des Gerichtsstands in den Kaufvertrag gehöre).
Sie müssen doch zuerst einmal klären, welches Recht -also auch welches Prozessrecht - Anwendung findet.
Das richtet sich nach den von mir genannten Vorschriften. Ohne die vertraglichen Vereinbarungen zu kennen, können wir darunter aber nicht subsumieren.
Erst wenn wir wissen, welches Recht Anwendung finden, macht die Prüfung des Gerichtsstands wirklich Sinn, oder?
Selbst wenn deutsches Recht Anwendung fände, sehe ich in der ZPO aber spontan keine Gerichtsstandsregelung, aus der der Käufer vor einem Gericht am eigenen Wohnsitz klagen könnte. Daher spricht ohnehin alles dafür, dass in Frankreich zu klagen wäre. Vielleicht übersehe ich aber auch etwas.

Vetty
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Beitrag von Vetty » 14.11.09, 15:45

Waschbärin,

Sie haben Recht. Man kauft einen Hund nicht einfach so, ohne alles durchgelesen zu haben und die Eltern, die Zuchtstätte usw angeschaut zu haben.
Genau as würde ich auch jedem welpenkäufer erzählen der bei mir in der Praxis mit dem gleichen Problem auftaucht. (und davon gibt es genug!)


In dem Fall aber haben wir ein halbes Jahr lang nach einem passenden Hund gesucht, in ganz West- und Osteuropa und in Kanada, mit allen möglichen Züchter, Richter usw darüber geredet.
Und dann auf Empfehlung von einem anderen Züchter (von dem unser erster Hund dieser Rasse stammt und der vor vielen Jahren mit der französischen Züchterin zusammengearbeitet hat) diesen Hund gekauft.
Von einem der besten europäischen Züchter. Wo man sonst 2 Jahre und länger drauf wartet wenn man überhaupt einen Hund bekommt.
ich konnte mir ehrlich geasagt gar nicht vorstellen, dass es so werden wird.
Das auch bei einem Züchter mit so einem Namen sich wegen Giardien usw. Gedanken machen muss.
Selber schund also. Man darf keinem glauben.

Dass jedes Tier vereinzelt! Parasiten haben kann ist verständlich, aber wenn es schon so weit ist, dass es nur noch Durchfall hat, dann sagt man das normalerweise dem Käufer. Bzw watret man mit dem Verkauf solange bis der Hund gesund ist.
Der Gesundheitszustand des Tieres hat den Züchter in dem Fall wahrscheinlich gar nicht interessiert. (Dass das Tier erst erkrankt ist bzw die ersten klinischen Symptome der Giardiose bekommen hat, als er zwei Stunden später nach der Übergabe in Züricher Flughafen angekommen ist, glaube ich nun nicht :-)

Natürlich denke ich jetzt, dass man den Hund am Besten gleich dort lassen sollte. Weil er eben nicht 100% der Hund war, wonach ich gesucht habe. Aber wie schon oben beschrieben, der seriose Züchter und auch das Glück einen Hund aus dieser Zucht bekommen zu haben, das war das was mich getrieben hat den Hund doch zu holen. Und zu dem Zeitpunkt der Übergabe wusste ich noch nichts von gesundheitlichen Problemen.

Französisches Recht also...

Wir haben gestern unser Vertrag übersetzt bekommen, dort steht, dass der Züchter sich verpflichtet die Welpen vor der Abgabe einem Tierarzt vorzustellen. Dies ist nicht erfolgt.
Die letzte Impfung (und wahrscheinlich auch Tierarztbesuch) waren am 20.08.09.
Und dass der Züchter garantiert, dass der Hund frei ist von Parvovirose, HD, Netzhautatrophie und einigen anderen Erkrankungen, die in dem Fall nicht relevant sind.

Was mich ärgert:
Ich bin mir 100% sicher, dass es mehrere auffällige Hunde bei ihr sind, die chronischen Durchfall haben. Denn 2 Tage nach dem Kauf habe ich ihr mitgeteilt, dass unser Hund Giardien hat, da hat sie noch gefragt, wieviel Panacur sie denn ihren Hunden geben soll.
Und jetzt tut sie so, als ob nichts wäre.
Der Hund war ja bestens sozialisiert und absolut gesund als ich ihn geholt habe.

Es kann ja passieren, dass ein Welpe krank wird, man stellt sich aber als Züchter dann nicht gleich so an!
Das machen eigentlich nur die Hundevermehrer.

Es geht mir hier auch nicht um das Geld oder so, Medikamente kriege ich ja fast umsonst.
Die Tatsache, dass solche empfindlichen Hunde unter tierschutzwidrigen Umständen gezüchtet werden - das ärgert mich.

Aileen
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Beitrag von Aileen » 14.11.09, 20:11

Die Tatsache, dass solche empfindlichen Hunde unter tierschutzwidrigen Umständen gezüchtet werden - das ärgert mich.
Solange dort noch Welpen gekauft werden, dürfte sich auch daran nichts ändern.
Wenn bei der Besichtigung des Welpen aufgefallen ist, daß mehrere Tiere Durchfall hatten, verstehe ich nicht, warum man den Hund überhaupt gekauft haben.
Giardien haben einen sehr spezifischen Geruch, den ein Tierarzt und jeder Züchter, der dies mal hatte sofort erkennen sollte.
Ebenso wird der Hund nicht bis zum Fluhafen eine 180° Drehung im Wesen gemacht haben.
Nur weil der Züchter einen "guten" Namen hat, muß man nicht zwangsläufig einen Hund mitnehmen, wenn der nicht o.k. ist oder mir nicht zusagt.
Sich auf die Aussage eines Züchters zu verlassen, wie toll der Hund doch wird, halte ich auch nicht gerade für entscheidungsfördernd oder hat der Züchter in seine Glaskugel geschaut?
Bei einem Hundekauf sollten beide Seiten ein 100% ig gutes Gefühl haben. Wenn das nicht der Fall ist : Finger weg!!!
Ich würde versuchen, den Hund zurückzugeben oder zumindest einen Teil der Kosten zurückzubekommen.

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