Anspringen von Hunden

Recht rund ums Tier

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Redfox

Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Redfox » 26.03.13, 08:55

Waschbärin hat geschrieben:Ein Hund, der einen anspringt, ist ja noch mal was anderes als ein Auto, dass einen zu überfahren droht.
§ 228 BGB nennt weder Hunde noch Autos.

Die Widerrechtlichkeit der Beschädigung oder der Zerstörung entfällt, wenn dies zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr steht.

Da kann sowohl bei einem Auto und bei einem Hund weder eine Beschädigung noch gar eine Zerstörung erforderlich sein oder es ist in beiden Fällen eine Zerstörung gerechtfertigt.

Das kommt jeweils auf den Einzelfall an. Man kann da weder Hund mit Hund vergleichen und schon gar nicht Hund mit Auto.

Waschbärin
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Waschbärin » 26.03.13, 17:19

Redfox hat geschrieben:
Waschbärin hat geschrieben:Die Widerrechtlichkeit der Beschädigung oder der Zerstörung entfällt, wenn dies zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr steht.
Und genau das ist der Knackpunkt: Die Situation, dass es gerechtfertigt ist, einen Hund zu töten, ist extrem gering. In 99,9% der Fälle handelt es sich um ein Ärgerniss, wenn man von einem Hund angesprungen wird. Mehr nicht. Dafür reicht es aus den Hundehalter bei den zuständigen Institutionen anzuzeigen.

juggernaut
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von juggernaut » 27.03.13, 09:20

alle hundefreunde hier haben NULL begriffen:

wenn der hund einen menschen anspringt, dann kommt es für die frage der notwehr NICHT darauf an, was der hund wirklich vorhatte (das weiss sowieso niemand), sondern AUSSCHLIESSLICH darauf, wie sich das anspringen aus der sicht des angesprungenen darstellte. dabei wird es natürlich auch darauf ankommen, um was für einen hund es sich handelt (und um was für einen menschen).

deshalb: kommt ein pitbull bellend auf einen normalbürger zugesprungen, dann dürfte das für jeden verständigen nicht-hunde-experten einen angriff darstellen. es wird nämlich nicht erwartet, dass jeder einen crash-kurs beim rütter macht, nur weil im park ein paar hundehalter sich nicht an die regeln halten (leinenpflicht!). anders sieht das natürlich aus, wenn ein 10cm grosser chihuahua auf einen losgequiekt kommt - aber wieder anders, wenn er nicht auf einen erwachsenen, sondern auf einen 2-jährigen losspringen sollte.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

Roni
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Roni » 27.03.13, 09:26

alle hundefreunde hier haben NULL begriffen:
dann hast du meine Beiträge nicht gelesen ?

gitta.
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von gitta. » 27.03.13, 10:29

Ich denke, alle hier haben begriffen, dass es um jemanden geht, der sich darüber ärgert, dass ihn ein Hund unbekannter Größe angesprungen hat.

Und dass er eine Rechtsgrundlage für die Tötung dieses Hundes genannt haben möchte.

Mehrfache Hinweise, dass es auf die genauen Umstände ankommt, um zu berurteilen, wie eine rechtskonforme Reaktion auf die Situation aussehen könnte, blieben vom Themenstarter unbeantwortet. Dass die Größe des Hundes maßgeblich für die Beurteilung der Situation eine Rolle spielt, scheint dem Themenstarter völlig egal zu sein.

Ich denke, den meisten Hundehaltern ist es bewußt, dass es sehr viele ( aber nicht alle ) Menschen nicht mögen, wenn ein fremder Hund sie anspringt.

Ich schlage vor, der Themenstarter teilt nun endlich mit, welche Größe eines Hundes er bei seiner Frage im Sinn hatte.

Die Vorstellung, jemand tötet einen Chihuahua, weil er ihn lediglich angesprungen hat, entbehrt ja jedem vernünftigem Handeln. Ich denke, es wird wohl niemand einem Chihuahua die Fähigkeit, einen erwachsenen Menschen töten zu können, unterstellen.

Redfox

Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Redfox » 27.03.13, 10:39

gitta. hat geschrieben:Ich schlage vor, der Themenstarter teilt nun endlich mit, welche Größe eines Hundes er bei seiner Frage im Sinn hatte.
Warum?

Die Frage hat grundsätzlich bei allen Hunden Sinn, es sei denn, es ist ein Hund, der nicht zum Anspringen fähig ist. Dann wäre die Frage sinnlos.

Die Antwort auf eine Frage nach einem bestimmten Hund muss sich der TE selber geben oder erlaubten Rechtsrat einholen. Hier im Forum ist Rechtsberatung nicht erlaubt.

Ich habe dem TE eine Rechtfertigungsnorm genannt. Wenn er von einem Hund angesprungen wird, mag es ratsam sein, dass er diese Vorschrift durchprüft, um beantworten zu können, was er in der Situation erlaubterweise tun darf.

Möglicherweise gibt es noch andere Normen, die man auf anspringende Hunde beziehen kann. Wer sie kennt, mag darauf hinweisen.

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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Townspector » 27.03.13, 11:30

Ansonsten sei der Themenstarter darauf hingewiesen, dass es zwar keine entsprechenden Gesetze, sehr wohl jedoch örtliche Gefahrenabwehrverordnungen der Gemeinden gibt, die dem hundehalter auferlegen, dafür Sorge zu tragen, dass sein Tier niemanden anspringt.
Gedenksignatur - Gewidmet dem unbekannten Anwalt
In dankbarer Erinnerung an all jene namenlosen, stets laut angekündigten Rechtsvertreter,
die jedoch heldenhaft nie in meinem Dienstzimmer erschienen sind oder tapfer nichts von sich hören ließen.

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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von gitta. » 27.03.13, 13:07

Auf entsprechende Verodnungen zur Sicherheit und Ordnung hatte ich in meinem ersten Beitrag vom 25.03. bereits hingewiesen.

Aber auch wenn der TS sich an das Ordnungsamt wendet, wird er dort keine umfassende Antwort bekommen, wenn er sich nicht hinsichtlich der Größe des Hundes äußert, weil diese sehr wohl eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung, ob eine Belästigung oder eine Gefährdung handelt, spielt.


Bei einer Gefährdung wird das Veterinäramt durch das Ordnungsamt eingeschaltet, bei einer Belästigung wird lediglich eine Anhörung an den Halter des Hundes, sofern dieser bekannt ist, gesandt.

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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von juggernaut » 27.03.13, 13:15

gitta. hat geschrieben:Und dass er eine Rechtsgrundlage für die Tötung dieses Hundes genannt haben möchte.
das ist eine - mit verlaub - polemische verzerrung des inhalts der ursprünglichen frage.
wir erinnern uns, diese lautete:
Hinger hat geschrieben:Was darf man tun, wenn man von einem Hund angesprungen wird? Ist es erlaubt den Hund dabei zu töten, mit der Begründung, man habe aus Notwehr gehandelt?
ich kann dem nicht entnehmen, dass der TE nach einem grund für das töten eines hundes sucht, sondern nur wissen will, wie weit das notwehrrecht geht.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von gitta. » 28.03.13, 07:49

Zitate Hinger :

" Ist es erlaubt den Hund dabei zu töten, mit der Begründung, man habe aus Notwehr gehandelt?
Oder wird das vor Gericht entschieden und es gibt hierauf keine klare Antwort wie in den meisten Rechtsfragen?"

"Gut zu wissen dass es hierzu keine klaren Gesetze gibt."

"In meiner Frage steht nichts zu Schaden oder Verletzung. Abgesehen davon, dass bei Schaden und Verletzung ein Gesetz überhaupt nicht hilft, weil ja schon der Schaden, Verletzung da ist."

Es geht Hinger nach eigener Aussage nicht darum zu erfahren, ob er Schäden oder Verletzungen, die durch das Anspringen eines Hundes entstehen könnten durch das Töten dieses Tieres abwehren darf, es geht ihm nur darum, einen Hund durch Tötung vom Anspringen abzuhalten oder durch Tötung für das Anspringen zu bestrafen.

Jetzt werde ich polemisch :

Ich würde mir wünschen, dass Hinger bei seinem nächsten Kneipenbesuch mal die falsche Person anrempelt. :devil:

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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Waschbärin » 30.03.13, 12:10

juggernaut hat geschrieben:
gitta. hat geschrieben:Und dass er eine Rechtsgrundlage für die Tötung dieses Hundes genannt haben möchte.
das ist eine - mit verlaub - polemische verzerrung des inhalts der ursprünglichen frage.
wir erinnern uns, diese lautete:
Hinger hat geschrieben:Was darf man tun, wenn man von einem Hund angesprungen wird? Ist es erlaubt den Hund dabei zu töten, mit der Begründung, man habe aus Notwehr gehandelt?
ich kann dem nicht entnehmen, dass der TE nach einem grund für das töten eines hundes sucht, sondern nur wissen will, wie weit das notwehrrecht geht.
Ich denke der Knackpunkt dieser Diskussion liegt in der Formulierung "Ist es erlaubt den Hund dabei zu töten, mit der Begründung, man habe aus Notwehr gehandelt? Das hört sich ganz anders an als die Formulierung "Ist es erlaubt den Hund in Notwehr zu töten?".

Die zweite Formulierung drückt aus dass ich mich bedroht fühle. Die Formulierung des TE hingegen beinhaltet, und das sehr genau ausformuliert, sich eine Hintertür offen zu halten für die ungerechtfertigte Tötung eines Hundes, über dessen Anspringen man sich ärgert, sich aber nicht durch diesen bedroht fühlt.

Entsprechende Handlungen in in Notwehr sind rechtlich erlaubt. Entsprechende Handlungen mit dem Wissen, dass man nicht in Notwehr handelt, und diese Handlung dann anschließend mit einer angeblichen Notwehrsituation begründet, sind rechtlich nicht erlaubt. Weswegen man sich schwer tut mit einer pauschal richtige Antwort auf die Fragestellung, so wie der TE sie hier formuliert hat. Weil da jeder eine andere Situation vor Augen hat (= echte Notwehrsituation vs. vorgeschobene Notwehrsituation).

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