Anspringen von Hunden

Recht rund ums Tier

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Waschbärin
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Waschbärin » 24.03.13, 12:57

Ist es i.d.R. nicht wenn's an mir vorbei fährt...

spraadhans
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von spraadhans » 24.03.13, 15:51

Man könnte das Ordnungsamt informieren.

Hinger
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Hinger » 24.03.13, 18:10

Hallo Waschbärin,

und ausserhalb der Regel?

Gruss

Waschbärin
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Waschbärin » 24.03.13, 19:55

Normalerweise fahre ich nicht mit meinem eigenen Auto an mir vorbei, so dass mich das eigene Auto aus einer Pfütze anspritzt... :roll:

In der deutschen Rechtssprechung gibt es für Selbstjustiz keinen Spielraum. Wird man von einem Hund angesprungen, ist der Spielraum der Bedeutung dieses "Ereignisses" recht groß. Das kann gehen von "Wie süß, neugieriger kleiner Welpe hüpft an mir hoch" über "Nun hat der blöde Hund meine Hose schmutzig gemacht" bis dahin dass man von einem 80 kg-Hund auf's Kreuz gelegt wird.

In den allermeisten Fällen ist das, wenn überhaupt, eher ein Ärgernis als eine Gefahr. Man kann durch sein eigenes Verhalten auch viel dazu beitragen das es nicht zu einem Anspringen kommt (also nicht den Hund starr anschauen und die Arme hochreißen, sondern den Blick abwenden und sich seitlich vom Hund wegdrehen, dabei die Hände unten und dicht am Körper lassen oder in die Taschen stecken). Wenn ich sehe dass ein Radfahrer schnell auf mich zu kommt oder ein Auto, und ich befinde mich gerade dicht neben einer Pfütze, dann gehe ich ja auch ein Stück davon weg, damit ich nicht angespritzt werde wenn das Fahrad oder das Auto durch die Pfütze fährt. Ich kann natürlich auch stehen bleiben und dann schimpfen wie ein Rohrspatz, so wie ich auch ein Anspringen durch einen fremden Hund provozieren und mich dann hinterher lauthals darüber aufregen kann. Das liegt halt immer am Naturell eines jeden Einzelnen.

Was ich aber nicht machen darf ist den Radfahrer oder dem Autofahrer oder dem Hundehalter eine ballern. Ebenso darf ich weder Fahrrad noch Auto oder Hund zertrümmern. Mir bleibt je nach Sachlage eine Anzeige zu machen.

Wenn mich ein Hund wirklich angreift darf ich mich natürlich verteidigen. Erfahrungsgemäß reicht es aber in 99% der Fälle die Stimme zu erheben, eine Drohbewegung zu machen oder wenn das nicht reicht, wie bereits beschrieben, mal kurz das Knie hochzuziehen. Und sollte sich ein Hund im Einzelfall wirklich aggressiv verhalten, dann treffen ihn und seinen Halter die volle Wucht der jeweiligen Landeshundeverordnung.

gitta.
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von gitta. » 25.03.13, 09:40

In den meisten Gemeinden wird es wohl eine Verordnung zur Sicherheit und Ordnung geben. In meiner Gemeinde ist darin explizit aufgeführt, dass Belästigungen von Hunden durch die Halter zu verhindern sind, unter anderem auch das Anspringen fremder Personen.

Bevor man also Selbstjustiz betreibt, weil man sich z.B. darüber ärgert, weil ein Chihuahua-Welpe einen immer wieder mal anspringt und der Halter das nicht unterbindet, dann darf man den Welpen nicht töten, sondern könnte dies dem Ordnungamt anzeigen.

Selbst bei einer Dogge reicht es schon, sich wegzudrehen und einen Schritt zur Seite zu machen, um das Anspringen zu beenden.

Hier noch ein persönlicher Kommentar : Wie gestört muß ein Mensch sein, der wegen so einer Kleinigkeit ein Leben auslöschen will.

Ich wünsche dem Themenstarter, dass er niemanden in die Quere kommt, der so ähnlich egozentrisch ist, wie er.

Redfox

Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Redfox » 25.03.13, 09:45

Waschbärin hat geschrieben:Normalerweise fahre ich nicht mit meinem eigenen Auto an mir vorbei, so dass mich das eigene Auto aus einer Pfütze anspritzt... :roll:
Es geht hier doch gar nicht um einen vorbeilaufenden Hund. Ein Auto, dass micht anzufahren droht, z.B. weil es sich selbständig gemacht hat, kann ich abwehren. Im schlimmsten Fall kann ich es bei dieser Abwehr zerstören.

Die Rechtsgrundlage findet man in § 228 BGB --> http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__228.html

Da es m.W. für Hunde diesbezüglich keine Sonderregel gibt, gilt diese Vorschrift über § 90a BGB auch für diese.

Hinger
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Hinger » 25.03.13, 12:14

Hallo Redfox,

danke, gute Arbeit. Das ist sehr interessant!

Grüsse

juggernaut
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von juggernaut » 25.03.13, 12:41

Waschbärin hat geschrieben:In den allermeisten Fällen ist das, wenn überhaupt, eher ein Ärgernis als eine Gefahr.
hmmmh. ob das diejenigen, die keine eigenen erfahrungen mit hunden haben, angesichts der gehäuften berichte über tödliche beißattacken auch so sehen?
Waschbärin hat geschrieben:Man kann durch sein eigenes Verhalten auch viel dazu beitragen das es nicht zu einem Anspringen kommt ...
genau. das sagen wir dann demjenigen, der in der kneipe mal ein bisschen zusammengeschlagen wird, auch - "warum haste auch so akkressiv geguckt!".
das anspringen zu verhindern ist mal ausnahmslos sache des halters.
Waschbärin hat geschrieben:Wenn mich ein Hund wirklich angreift darf ich mich natürlich verteidigen. Erfahrungsgemäß reicht es aber in 99% der Fälle die Stimme zu erheben, eine Drohbewegung zu machen oder wenn das nicht reicht, wie bereits beschrieben, mal kurz das Knie hochzuziehen. Und sollte sich ein Hund im Einzelfall wirklich aggressiv verhalten, dann treffen ihn und seinen Halter die volle Wucht der jeweiligen Landeshundeverordnung.
siehe oben.

und die landeshundeverordnung hilft mir nix, wenn meine arme erst mal ab sind :)


was ich (auch hundehalter) damit sagen will: klar ist ein halbwegs natürlicher umgang mit hunden vorzuziehen. allerdings sollte man (1) nicht vergessen, dass gerade in innerstädtischen bereichen der "natürliche umgang" mit hunden weder erlernbar noch "natürlich" ist , dass es (2) sache des halters ist, den eindruck, den sein hund erweckt, zu steuern, und dass (3) vielleicht auch mal jemand sich tatsächlich echt angegriffen fühlt, wenn ein 60kg-rottweiler auf ihn zuspringt. und schlussendlich gibt es leider (4) eben auch haufenweise "unnatürliche" hunde (und hundehalter). ich bspw. vertrete die auffassung, das ein american pitbull nicht nur "gestört" aussieht, sondern auch tatsächlich gestört ist - und sein halter auch. und wenn einer auf mich zustürmen würde, würde ich wahrscheinlich auch nicht lange fackeln.

wer natürlich danebensteht und zusieht, wie der westie mit seinen matschpfoten die weisse hose des fremden spaziergängers ruiniert und am besten noch ein "der will ja nur spielen" hinterherruft, der muss sich nicht wundern, wenn fragen wie diese hier gestellt werden.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

gitta.
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von gitta. » 25.03.13, 13:10

Ich denke, es wird kaum Menschen geben, die sich ernsthaft in ihrer Gesundheit gefährdet sehen, wenn ein Westi sie anspringt.

Ärgerlich ist es, wenn ein Hund die Bekleidung eines Anderen beschmutzt.

Dafür hat der Halter auch zu haften und die Reinigungskosten zu ersetzen.

Wegen einer beschmutzen Hose aber ein Tier zu töten, ist unverhältnismäßig.

Leider hat der Themenstarter nur geschrieben ... Ein Hund.

Und das kann eben jede Rasse vom Chihuahua bis hin zum Pitbull oder Dogge sein.

Hierbei spielt bei der Beurteilung mit Sicherheit auch die Größe des Hunde und dessen offensichtliches Verhalten eine Rolle.

Man sollte aber mal die Kirche im Dorf lassen und ich unterstelle aus den Formulierungen des Themenstarters, das er sehr wohl zu unterscheiden versteht, ob sich ihm ein Hund aggressiv nähert und er sich gefährdet sieht oder ob der Hund ihm einfach nur lästig ist.

Einen "lästigen" Hund zu töten, ist einfach asozial.

Alledings stellt sich mir hier die Frage, wie agressiv der Themenstarter auf Menschen reagiert, die ihm lästig sind z.B. Bettler, laut spielende Jugendliche, langsame Rentner, Jugendliche mit zu lauter Musik usw. usw.

Wenn ich jeden Radfahrer, der mich auf dem Fußweg scheinbar umfahren wollte, wenn ich nicht schnell genug beiseite springe, vom Fahrrad schlagen würde, wäre ich sicher Dauergast vor Gericht. :devil:

Redfox

Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Redfox » 25.03.13, 13:30

gitta. hat geschrieben:Alledings stellt sich mir hier die Frage, wie agressiv der Themenstarter auf Menschen reagiert, die ihm lästig sind z.B. Bettler, laut spielende Jugendliche, langsame Rentner, Jugendliche mit zu lauter Musik usw. usw.
Mir stellt sich diese Frage nicht.

Ebensowenig wie bei dem vorbeifahrenden Auto geht es hier um Hundegebell oder die bloße Anwesenheit von Hunden. Es geht in diesem Thread ausdrücklich um das Anspringen von Menschen durch Hunde.

Bettler, Rentner und Jugendliche haben es zu unterlassen, andere Personen unerwünschterweise anzuspringen. Wenn sie dies tun, werden hier ggf. die Vorschriften über die Notwehr relevant.

Hinger
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Hinger » 25.03.13, 15:48

juggernaut und Redfox,

sehr gute Beiträge! Das Sachliche gefällt mir sehr gut, ich kann es nicht so gut ausdrücken wie ihr.
Es ist gut, dass es Menschen gibt, die wirklich verstehen um was es hier geht.

Waschbärin
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Waschbärin » 25.03.13, 20:08

Redfox hat geschrieben:
Waschbärin hat geschrieben:Es geht hier doch gar nicht um einen vorbeilaufenden Hund. Ein Auto, dass micht anzufahren droht, z.B. weil es sich selbständig gemacht hat, kann ich abwehren. Im schlimmsten Fall kann ich es bei dieser Abwehr zerstören.

Die Rechtsgrundlage findet man in § 228 BGB --> http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__228.html

Da es m.W. für Hunde diesbezüglich keine Sonderregel gibt, gilt diese Vorschrift über § 90a BGB auch für diese.
Ein Hund, der einen anspringt, ist ja noch mal was anderes als ein Auto, dass einen zu überfahren droht. Ich habe mit Absicht die Variante "Auto (oder Fahrrad) fährt durch Pfütze und spritzt einen an" gewählt, da das in 99% der Fälle dem entspricht, was man maximal durch das Anspringen eines Hundes zu erwarten hat: Eine vollgedreckte Hose...
Zuletzt geändert von Waschbärin am 25.03.13, 20:16, insgesamt 1-mal geändert.

Waschbärin
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Waschbärin » 25.03.13, 20:15

juggernaut hat geschrieben:
Waschbärin hat geschrieben:In den allermeisten Fällen ist das, wenn überhaupt, eher ein Ärgernis als eine Gefahr.
hmmmh. ob das diejenigen, die keine eigenen erfahrungen mit hunden haben, angesichts der gehäuften berichte über tödliche beißattacken auch so sehen?
Es werden alljährlich zigmal mehr Menschen durch andere Menschen getötet als durch Hunde (oder andere Tiere). Das rechtfertigt aber noch lange nicht dass ich dem erstbesten Mann, der mich als Frau im Dunkeln anspricht, Pfefferspray ins Gesicht sprühe. Auch wenn ich mir bei jedem Husten im Gebüsch vor Angst in die Büx mache. Und jede Begegnung mit einem Mann rein statistisch gesehen für mich potentiell gefährlicher ist als mit einem Pit Bull Terrier.

gitta.
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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von gitta. » 26.03.13, 08:48

Hinger hat geschrieben:
Was darf man tun, wenn man von einem Hund angesprungen wird?
Meine dritte Frage:
Was passiert, wenn ich den Hundehalter anspringe, wie ein Hund mich anspringt, bekomme ich dabei eine Strafe?

Gruss
Auf diese Frage ist noch niemand eingegangen.

Wie soll dieses Anspringen des Hundehalters denn aussehen ?

Ich stelle mir das jetzt mal bildlich vor :

Mein kleiner Yorkie läuft auf Dich zu und springt Dich an
Seine Vorderfüße befinden sich dabei an Deiner Hose, die Hundefüße in der Luft oder am Boden.

Dann kommst Du zu mir, legst mir die Hände auf die Schulter legen und springst mehrfach in die Luft ? :lachen: :lachen: :lachen:
Und vorher am Besten Deine Hände matschig machen, damit sie den dreckigen Hundepfoten ähneln.

Also, ich wüßte nicht, ob ich dann vor Lachen einen Arzt bräuchte oder die Menschen in den weißen Anzügen rufen würde.

Zu hoffen wäre für Dich allerdings, dass ich dann nicht wie von den Vorrednern empfohlen Dich ähnlich wie einen Hund abwehrt und mein Knie hebt, dann wird es richtig lustig ........ :devil:

Und ich bin mir ziemlich sicher, ich dürfte Dich in Notwehr so abwehren. :lachen: :lachen: :lachen:

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Re: Anspringen von Hunden

Beitrag von Ronny1958 » 26.03.13, 08:55

Mein kleiner Yorkie läuft auf Dich zu und springt Dich an
Seine Vorderfüße befinden sich dabei an Deiner Hose, die Hundefüße in der Luft oder am Boden.
Dann hebe ich vorsichtig den Fuß unter Deinen Yorkie und kicke ihn zu Dir zurück ;)
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

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