Katze angefahren.

Recht rund ums Tier

Moderator: FDR-Team

Redfox

Re: Katze angefahren.

Beitrag von Redfox » 27.11.13, 10:33

Bananenfan hat geschrieben:und wer ist da schon so blöd und holt sich nochmal eine Katze ?
Weiß ich nicht.

Falls das eine Frage zur Rechtslage ist, ist die mit: "Rechtlich ist niemand gezwungen, sich eine Katze zuzulegen" zu beantworten.

Bananenfan
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 10:45

Ich bin verantwortlich für alles, was mein Tier tut.
Ob es beim Nachbarn in den Garten sch...., Vögel fängt oder einfach auf die Straße läuft.
Ich bin für alles haftbar.
So ist die Rechtslage.
Wenn es ein Hund wäre, sähe es evtl. anders aus, wäre er überfahren worden. Das käme dann auf verschiedenes an.

Thema beendet ?

Als Fahrzeugführer bin ich nicht verantwortlich, wenn ich ein Tier überfahre, das mir vor das Auto läuft. Ich habe damit nichts zu tun. Solange mein Fahrzeug nicht beschädigt wurde, sonst müßte ich den Schaden ja der Versicherung melden.

Oder gibt es hier noch weitere Aspekte, wann es mich angeht, zB in Bezug auf Abwendung einer Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.

Die Unlösbarkeit in Bezug auf meine Katze besteht für mich darin, dass ich vielleicht nie erfahren werde, ob der Fahrzeugführer vom Unfall mit der Katze Kenntnis hatte und wie er reagiert hat.
Ich finde schon, wüßte man, wer es war, sollte man es ihm sagen.
Aber ich wüßte gerne generell, was man zu tun hat im Falle eines Unfalles mit einem Tier.
Einiges ist mir hier klargeworden. Manches noch nicht.

Redfox

Re: Katze angefahren.

Beitrag von Redfox » 27.11.13, 10:50

Bananenfan hat geschrieben:Einiges ist mir hier klargeworden. Manches noch nicht.
Was ist denn noch unklar?

Bananenfan
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 11:56

Mache ich mich evtl. strafbar, wenn ich merke, das ich ein Tier mit dem Auto angefahren habe, und halte und sehe nach ?

Ich hatte vor einigen Wochen die für mich schlimme Situation, dass mitten auf der Straße vor mir ein Vogel saß, noch jung. Wahrscheinlich ein junger Raubvogel. Ich konnte an dieser Stelle unmöglich anhalten, eine sehr enge Kurve, auch im weiteren Verlauf der Strecke keine Möglichkeit. Ich bin dann mit dem Auto, nicht mit dem Reifen, über den Vogel drübergefahren und die Fahrzeuge hinter mir wohl auch. Das Tier hatte da kaum eine Chance. Schade, wäre in einem Wildschutzpark sicher wertvoll gewesen.

Wäre das jetzt ein größeres Tier gewesen, hätte ich bremsen müssen. Es hätte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen oder mehrere Auffahrunfälle gegeben. Wäre mir da irgendeine Schuld gegeben worden ? Von den Folgen für die Kinder in meinem Auto mal abgesehen.
Welches Tier ist groß genug, dass man bremsen muß ? Ein großer Hund, ein Wildschwein, ein Reh ? Und was ist, wenn das Tier kleiner ist, es aber dennoch zu einem Unfall kommt, zB weil ich mit dem Fahrzeug darauf wegrutsche, wir wollen nicht zu sehr ins Detail gehen. Ist das meine Schuld oder nicht ? Wenn es ein Hund ist, ob klein oder groß, bin ich dann nicht verpflichtet, wenn möglich, anzuhalten und nachzusehen und mich zu kümmern, oder wenigstens die Polizei zu informieren, dass da ein Hund die Straße entlangläuft ? Schon aufgrund des Gefährdungspotenzials für andere.
Und darf ich wegfahren ?

Ich denke, das meiste macht man aus "gesundem Menschenverstand". Aber bei dem Vogel habe ich gemerkt, wie emotional ich reagiert habe, er hat mir persönlich auch gefallen. Und ich kann doch nicht immer davon ausgehen, in einem solchen Moment nur daran zu denken, ob die Versicherung auch ja alles bezahlt und ich bloß nicht schuld an einem Unfall bin, der durch "falsche" Reaktion meinerseits entstanden ist.
Kann ich davon ausgehen, dass ich "richtig" reagiere, wenn ein Tier auf die Fahrbahn läuft oder sich dort befindet und danach, und was heißt das überhaupt ?
Vielleicht kann mir das nochmal jemand kurz erläutern.

Bei einem Menschen ist man ja immer schuld. Aber wie schütze ich die anderen Verkehrsteilnehmer am besten ?

hws
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von hws » 27.11.13, 12:03

Bananenfan hat geschrieben:... dass ich vielleicht nie erfahren werde, ob der Fahrzeugführer vom Unfall mit der Katze Kenntnis hatte und wie er reagiert hat.
Ok, ich war es! Das Viech lief mir einfach vors Auto und war dann weggelaufen. :devil:

Wenn sie das Erlebnis nicht verarbeiten können, gehen sie ins Schwesterforum.

Ich mag mir nicht vorstellen, wenn ein Naher Verwandter einen (evtl tödlichen) Unfall hat.
Krankenhaus, Autohersteller und Straßenbauer und das ganze Pack verklagen?

Zum Auffahrunfall mit dem Vogel: da könnten sie eine Mitschuld bekommen, weil Mensch und Auto "wertvoller" als ein Vogel ist.
Und man mutet es ihnen zu, dies zu überlegen, wenn hinter ihnen Verkehr ist.

hws

Bananenfan
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 12:29

hws hat geschrieben:
Bananenfan hat geschrieben:... dass ich vielleicht nie erfahren werde, ob der Fahrzeugführer vom Unfall mit der Katze Kenntnis hatte und wie er reagiert hat.
Ok, ich war es! Das Viech lief mir einfach vors Auto und war dann weggelaufen. :devil:

Wenn sie das Erlebnis nicht verarbeiten können, gehen sie ins Schwesterforum.

Ich mag mir nicht vorstellen, wenn ein Naher Verwandter einen (evtl tödlichen) Unfall hat.
Krankenhaus, Autohersteller und Straßenbauer und das ganze Pack verklagen?

Zum Auffahrunfall mit dem Vogel: da könnten sie eine Mitschuld bekommen, weil Mensch und Auto "wertvoller" als ein Vogel ist.
Und man mutet es ihnen zu, dies zu überlegen, wenn hinter ihnen Verkehr ist.

hws
Schwesterforum ?

Ich wollte jetzt eigentlich wissen, wenn das Tier größer ist als ein Vogel.
Auf dem Vogel hätte man wahrscheinlich eher nicht "ausrutschen" können, da er zu klein war.

Selbst wenn Sie es gewesen wären, wären Sie wohl kaum bereit, mir freiwillig zu den Tierarztkosten der Katze was zu geben. Warum auch ? Fände ich, je nach Umständen, aber schon schön. Eine nette Geste wäre es jedenfalls gewesen, dem Besitzer persönlich Bescheid zu geben, oder es wenigstens über Dritte zu versuchen.
Ich bin selbst auch ein potentieller Katzentöter, wie wohl wir alle.
Aber Bescheid sagt man doch wohl, ob man selbst das Tier erwischt oder es nur gesehen hat. Das ist der wunde Punkt für mich. Okay ?

Froggel
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Froggel » 27.11.13, 13:37

Bei einem Wildschwein oder einem Reh sollte man tatsächlich bremsen, so es überhaupt möglich ist, da ein hohes Gefahrenpotenzial für das eigene Leib und Leben von großen Tieren ausgeht. Tiere von der Größe eines Fuchses gehören aber nicht dazu.
Innerorts darf man als Autofahrer allerdings für Tiere (auch Katzen) bremsen, da auch der nachfolgende Kraftfahrer mit plötzlich auftretenden Hindernissen zu rechnen hat und bremsbereit bleiben muss, zumindest laut Landgericht Koblenz.

Wenn ein Tier durch ein Auto angefahren wurde, kann es auch durchaus sein, dass es einfach nur gegen den Reifen oder die Seite gelaufen ist. Das würde der Autofahrer nicht unbedingt merken, das Tier hat trotzdem einen erheblichen Schaden. Wenn man bei Dunkelheit über ein (kleineres) Tier fährt, kann man als Autofahrer auch nicht unbedingt einschätzen, ob es nun ein Tier war, das er überfahren hat, oder ob nun jemand wieder einfach etwas auf die Straße geworfen hat, über das man drübergefahren ist. So ein Auto hat ein Gewicht von über einer Tonne, da merkt man den Unterschied nicht mehr so.
Als Autofahrer würde ich da auch nur dann anhalten, wenn ich durch den überfahrenen Gegenstand einen Schaden an meinem Auto befürchten muss (und ich nicht vorher schon gemerkt habe, dass es ein Tier war). Wenn ich nach dem Anhalten dann feststellen würde, dass mein Auto durch ein überfahrenes Tier einen Schaden erhalten hat, würde ich schon versuchen, den Tierhalter zu ermitteln - weil der mir nämlich dann den Schaden am Auto ersetzen darf! Für anfallende Tierarztkosten gibt es für mich als Autofahrer keine Zahlungsverpflichtung und ich wäre auch nicht bereit, diese freiwillig zu tragen. Es ist ja nicht meine Schuld, dass der Tierbesitzer seinem Tier nicht beigebracht hat, auf den Straßenverkehr zu achten (oder es alternativ drinnen behält).
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Bananenfan
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 14:33

Froggel hat geschrieben:Bei einem Wildschwein oder einem Reh sollte man tatsächlich bremsen, so es überhaupt möglich ist, da ein hohes Gefahrenpotenzial für das eigene Leib und Leben von großen Tieren ausgeht. Tiere von der Größe eines Fuchses gehören aber nicht dazu.
Innerorts darf man als Autofahrer allerdings für Tiere (auch Katzen) bremsen, da auch der nachfolgende Kraftfahrer mit plötzlich auftretenden Hindernissen zu rechnen hat und bremsbereit bleiben muss, zumindest laut Landgericht Koblenz.

Wenn ein Tier durch ein Auto angefahren wurde, kann es auch durchaus sein, dass es einfach nur gegen den Reifen oder die Seite gelaufen ist. Das würde der Autofahrer nicht unbedingt merken, das Tier hat trotzdem einen erheblichen Schaden. Wenn man bei Dunkelheit über ein (kleineres) Tier fährt, kann man als Autofahrer auch nicht unbedingt einschätzen, ob es nun ein Tier war, das er überfahren hat, oder ob nun jemand wieder einfach etwas auf die Straße geworfen hat, über das man drübergefahren ist. So ein Auto hat ein Gewicht von über einer Tonne, da merkt man den Unterschied nicht mehr so.
Als Autofahrer würde ich da auch nur dann anhalten, wenn ich durch den überfahrenen Gegenstand einen Schaden an meinem Auto befürchten muss (und ich nicht vorher schon gemerkt habe, dass es ein Tier war). Wenn ich nach dem Anhalten dann feststellen würde, dass mein Auto durch ein überfahrenes Tier einen Schaden erhalten hat, würde ich schon versuchen, den Tierhalter zu ermitteln - weil der mir nämlich dann den Schaden am Auto ersetzen darf! Für anfallende Tierarztkosten gibt es für mich als Autofahrer keine Zahlungsverpflichtung und ich wäre auch nicht bereit, diese freiwillig zu tragen. Es ist ja nicht meine Schuld, dass der Tierbesitzer seinem Tier nicht beigebracht hat, auf den Straßenverkehr zu achten (oder es alternativ drinnen behält).
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Also ich kann mir Situationen vorstellen, da wäre ich bereit, mich als KFZ Führer an den Tierarztkosten zu beteiligen.
Wie es hier war, weiß ich ja aber nicht.
Es ist sogar wahrscheinlich, dass unsere Katze "nur" gegen das Fahrzeug geprallt ist, da sie hauptsächlich Prellungen und Knochenbrüche im Gesicht hat, und ein sog. Schädel-Hirn-Trauma. Wäre das Fahrzeug über sie gerollt, hätte sie sicherlich anders ausgesehen.

Ich weiß nicht, wenn ich nun außerorts auf einen Hund auf oder neben der Straße treffen würde, würde ich schon auch versuchen, anzuhalten. Bei einer Katze auch, wenn sie verletzt wäre. Die Wahrscheinlichkeit, dass die einen Besitzer haben, ist doch recht groß, und irgendwie sitzt mir im Kopf, das macht man so. Wenn sie schon überfahren wären, würde ich zumindestens bei einem Hund auch versuchen, jemandem Bescheid zu sagen. Die überfahrenen Katzen, die ich bisher gesehen habe, waren definitiv so platt, dass sie tot waren, aber die lagen auch tagelang da, man konnte da nicht wirklich anhalten. Schon blöd.

Innerorts seh ich das schon nochmal anders. Wenn das Tier halt definitiv noch lebt ? Und ich finde schon, man SOLLTE nicht nur bremsen dürfen, sondern es auch tun.

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Re: Katze angefahren.

Beitrag von juggernaut » 27.11.13, 14:41

man kann die katze doch an den schlagenhalter aus dem anderen fred verschicken - löst zwei probleme auf einen schlach.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

PurpleRain
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von PurpleRain » 27.11.13, 14:54

Froggel hat geschrieben:den Tierhalter zu ermitteln - weil der mir nämlich dann den Schaden am Auto ersetzen darf! Für anfallende Tierarztkosten gibt es für mich als Autofahrer keine Zahlungsverpflichtung und ich wäre auch nicht bereit, diese freiwillig zu tragen.
Das ist aber doch zu weit gegriffen. Bereits durch den Betrieb des Autos kommt der Halter verschuldensunabhängig in die Gefährdungshaftung.
Sie sind bei solchen Unfällen grundsätzlich für den Schaden mithaftbar :mrgreen:

Nur falls Sie das Zutreffen des § 17 Abs. 3 StVG glaubhaft machen können, sind Sie aus der Haftung.
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel

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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Tastenspitz » 27.11.13, 15:04

juggernaut hat geschrieben:man kann die katze doch an den schlagenhalter aus dem anderen fred verschicken - löst zwei probleme auf einen schlach.
Das hab ich schon versucht, dem "Katzen-Bananen-Fan" schmackhaft zu machen... :ironie:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Roni
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Roni » 27.11.13, 15:36

und wer ist da schon so blöd und holt sich nochmal eine Katze ? Sorry wenn das jetzt so depressiv rüberkommt
das gehört zum Lebensrisiko einer Freigängerkatze. Wenn der Besitzer das nicht will, muss er seine Katze inhaftieren, ob das aber artgerecht ist :?:

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Re: Katze angefahren.

Beitrag von webelch » 27.11.13, 16:26

ich bin, wie schon geschrieben auch tierhalter und tierfreund. aber auch durch die tausendste drehung kommen wir hier alle nicht zum gewünschten ergebnis. weder können wir den unfall weg diskutieren, noch die "vergeltungssehnsucht" des katzenhalters stillen. ich denke, rechtlich ist alles schon mehrfach gesagt.

Roni
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Roni » 27.11.13, 16:49

dann ab in die SC, es ist bald Weihnachten und da hätte man doch eine Verwendung für so einen Katzen ...... :christmas :engel:

Bananenfan
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Re: Katze angefahren.

Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 18:47

-ähem- SC ? Schlangenhalter ?

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