Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Recht rund ums Tier

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kampfdackel0815
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Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von kampfdackel0815 » 09.12.13, 06:26

:evil: :evil:

Guten Morgen. Folgender Sachverhalt:
Reitbeteiligung an einem Schulpferd/Vereinspferd
Im März 2013 wurde festgestellt, daß meine Tochter schwanger ist. Darauf hin wurde bei der Kassenwartin Babypause eingetragen. Bezahlt wurde die RB bis Ende April.
Es wurde weder vom Verein, noch von uns eine Kündigung der RB ausgesprochen. Eigentlich besteht für beide Seiten eine 3monatige Kündigungsfrist.
Nun wollte meine Tochter wieder ab Januar reiten, doch nun ist die RB an diesem Tag seit 15. November an eine andere Dame vom 1. Vorsitzenden vergeben worden.
Die will sie nicht wieder hergeben und wir sind die blöden. Wir hatten angeboten, einen monatlichen Betrag zur " Reservierung" trotzdem zu zahlen, was von der Kassenwartin abgelehnt wurde.
Wegen der Schule besteht auch nicht die Möglichkeit auf einen anderen Tag zu wechseln.

Wie ist das denn nun rechtlich? Haben wir einen Anspruch auf die RB, oder müssen wir die weitervergabe einfach so hinnehmen??
Mein Nickname hat übrigens nichts mit meiner Frohnatur zu tun.
Es ist einfach nur ein Andenken an unsere Dackeldame...

schneckenkorn
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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von schneckenkorn » 09.12.13, 07:43

Es kommt darauf an.


Es kommt darauf an was vertraglich vereinbart wurde

Waschbärin
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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von Waschbärin » 09.12.13, 23:28

Zumal es hier nicht um ein Fahrrad geht. "Reitbeteiligung" bedeutet ein Pferd zu bewegen! Allein schon im Interesse des betreffenden Pferdes sollte man von einer Reitbeteiligung zurücktreten, wenn man, aus welchem Grund auch immer, mehrere Monate als Reiter ausfällt.

Ansonsten gilt was schneckenkorn schreibt: Es kommt im Einzelfall auf die jeweiligen Vertragsbedingungen an und in wie weit man die in einem Rechtsstreit beweisen könnte (Stichwort "Schriftform").

juggernaut
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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von juggernaut » 10.12.13, 09:47

zunächst gilt immer noch, was schneckenkorn schrieb.
kampfdackel0815 hat geschrieben:Reitbeteiligung an einem Schulpferd/Vereinspferd
die verwendeten begriffe deuten darauf hin, dass T vereinsmitglied ist ("vorsitzende, kassenwart"). wenn es also ein reitverein ist, dessen mitglied man ist, dann dürfte es sich so verhalten, dass zwar ein anspruch auf "mitmachen" (= reiten) besteht, aber nicht (mehr) auf ein konkretes pferd (ggf. wäre das anders, wenn die reitbeteiligung tatsächlich durch einen gesonderten vertrag geregelt worden wäre, darauf deutet die angebliche 3-monatige kündigungsfrist hin). d.h., waschbärin´s problem ist keins, denn der verein trägt dafür sorge, dass die pferde bewegt werden; die mitglieder dürfen mitmachen oder es sein lassen. dafür haben sie aber auch nichts konkretes, sondern eben nur einen anspruch auf´s mitmachen.


falls Sie aber denken sollten, Sie müssten nur "reitbeteiligung" in die runde schmeissen und alle wissen, was das ist, dann liegen Sie falsch: das ist weder ein rechtsbegriff, noch eine art brauch.
es kommt mithin schon auf die hier konkret getroffenen absprachen an - und darauf, ob man sie beweisen kann.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

Waschbärin
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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von Waschbärin » 10.12.13, 14:50

Der Begriff "Reitbeteiligung" ist allgemein gebräuchlich und i.d.R. an die Nutzung eines bestimmten Pferdes gebunden. Meist handelt es sich um Vereinbarungen zwischen zwei Privatpersonen, in dem Fall scheint ein Verein der Pferdehalter zu sein. Prinzipiell sollte das aber keinen Unterschied machen, ausser dass vielleicht ein besser ausformulierter schriftlicher Vertrag bestehen sollte als es in der Mehrzahl der Fälle üblich ist, oft gibt es da ja nur mündliche Absprachen (mit dem entsprechenden Verdruss wenn man sich dann uneinig wird).

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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von Tastenspitz » 10.12.13, 16:54

kampfdackel0815 hat geschrieben: Bezahlt wurde die RB bis Ende April.(...) Nun wollte meine Tochter wieder ab Januar reiten,
Und dazwischen? Kein Kontakt? Nichts?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

juggernaut
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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von juggernaut » 11.12.13, 18:11

Waschbärin hat geschrieben:Der Begriff "Reitbeteiligung" ist allgemein gebräuchlich und i.d.R. an die Nutzung eines bestimmten Pferdes gebunden.
mag sein. ich meinte, es ist kein "rechtsbegriff" und auch kein "handelsbrauch". mithin mag zwar gebräuchlich sein, solcherlei konstrukte "reitbeteiligung" zu nennen, aber damit ist keine allgemeingebräuchliche kurzbezeichnung für einen juristischen sachverhalt verbunden, oder kurz: "reitbeteiligung" ist kein fachwort (oder: höchstens in der reiter-, aber nicht in der rechtssprache).
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

Waschbärin
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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von Waschbärin » 11.12.13, 21:02

I.d.R. betrifft eine "Reitbeteiligung" aber nur ein bestimmtes Pferd, auch wenn der Pferdehalter mehrere Pferde hält. Genau wie beim Pferdekauf muss das Pferd bei einer Reitbeteiligung ja den Anforderungen und vor allem den Qualifikationen des Reiters entsprechen. Insofern wird in derartigen Verträgen (schriftlich wie mündlich) immer ein ganz bestimmtes Pferd namentlich erwähnt. Man erwirbt ein Nutzungsrecht an einem ganz bestimmten Pferd, nicht an irgend einem Pferd des Vertragspartners.

Townspector
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Re: Reitbeteiligung nach Babypause weg !!!

Beitrag von Townspector » 13.12.13, 09:54

Damit sind wir im durch den/die TE geschilderten Falle aber nicht weiter, was die tatsächlich geschlossenen Vereinbarungen zwischen den einzelnen Parteien und deren Nachweisbarkeit angeht.
Gedenksignatur - Gewidmet dem unbekannten Anwalt
In dankbarer Erinnerung an all jene namenlosen, stets laut angekündigten Rechtsvertreter,
die jedoch heldenhaft nie in meinem Dienstzimmer erschienen sind oder tapfer nichts von sich hören ließen.

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