Wegen Hund von Passant UND Polizei wahrheitswidrig behandelt

Recht rund ums Tier

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Junibuni
Topicstarter

Wegen Hund von Passant UND Polizei wahrheitswidrig behandelt

Beitrag von Junibuni » 22.12.13, 00:50

Hallo liebes Forum!

Ich bin total fertig und hoffe, dass sich jemand die Mühe mit dem Text macht und mir diesbezüglich weiterhelfen kann.

Mir ist heute folgendes passiert:

Ich war mit meinem Hund, meinem Partner und seinem Hund Gassi und kurz in der Bank. Auf dem Weg von der Bank nach draußen, kam uns ein älterer Herr entgegen, der urplötzlich von Null auf 180 anfing mich anzuschreien, ich soll meinen Hund doch anleinen. Beide Hunde waren angeleint, mein Hund war mindestens 50cm von ihm entfernt, und hat keinerlei Interesse an dieser Person gehabt. Übrigens konnte ich nicht noch weiter nach rechts laufen, da da ein Auto stand und er hätte einfach einige Meter zur Seite gehen können. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass der Hund angeleint sei und ging weiter. Daraufhin sagte er (der ja höllische Angst vor Hunden hat), dass er ja mal mit seinem Hund kommen könnte, dann würden wir ja sehen. Wir sind einfach weitergelaufen, als mir plötzlich dieser fremde Mann, (der ja so tierische Angst vor Hunden hat..) brüllend hinterher lief und schrie, dass er ein Foto von mir macht und das dem Ordnungsamt zeigt. Er zückte tatsächlich eine Digitalkamera (???) und machte ein Foto von mir. Ich bat ihn das Foto zu löschen und er lief schon wieder in die andere Richtung. Ich ging hinter ihm her und bat ihn nochmals. Er nur: ´´ Ich darf das, ich darf das!´´, was ich natürlich verneinte. Als er merkte, dass ich nicht locker ließ, zückte er sein Handy und rief die Polizei an. Eigentlich war ich da ganz froh drüber, weil ich ja nur wollte, dass dieser fremde Mann das Foto von mir löscht und mir nichts vorzuwerfen hatte, da ICH in meinen Augen das Opfer war.. Er meldete sich bei der Polizei mit: ´´Wir haben ein Hundeproblem´´. Naja, die Polizei sagte ihm, er könne das Foto behalten und der Mann war total stolz und wollte, dass ich Mitleid zeige, weil er ja schonmal gebissen wurde und so tierische Angst hat. Er als ängstlicher ´´Zweibeiner´´ müsse ja nicht auf Seite gehen, wenn ein ´´Vierbeiner´´ an ihm vorbei geht. In dem Moment kam auch noch ein anderer Hund vorbei und der Hund meines Freundes (ein Elfjähriger, sehr ängstlicher, rumänischer Straßenhund) fing an zu bellen. Die Dame mit dem Hund bemerkte wohl, dass der Mann uns anstresst und blieb Seelenruhig stehen und ließ meinen Hund Ihren Hund begrüßen. Als er merkte, dass mein Hund ja tatsächlich niemanden zerfleischen will, schrie er, warum denn der Hund meines Freundes so bellt.

Wir haben bis jetzt keine Ahnung, was dieser Mann von uns wollte !!?

Ich bat den Mann, mir sein Handy zu geben, um der Polizei mitzuteilen, dass ich es nicht aktzeptiere, dass er einfach von einem wildfremden Mädchen Fotos machen kann und wegfährt. Er sagte natürlich nein und die nette Dame mit dem Hund gab mir ihr Handy.
Ich hatte den selben Polizisten wie der Herr am Telefon, der mir schon während ich die Situation schilderte verständlich machte, dass ihn das nicht interessiert und er mit dem selben Mann gesprochen hat. Er könne das Foto behalten und gut. Ich machte den Polizisten auf meine Rechte aufmerksam und er verneinte dies einfach. Ich bat ihn jetzt doch bitte einen Wagen rauszuschicken und er verneinte wieder. Dann bat ich den Polizisten mir dann bitte seinen Namen, bzw. seine Dienstnummer zu geben.. Der Polizist am Telefon sagte tatsächlich: ´´Kommen Sie auf die Wache, hier sind genug Nummern und Namen. Verfolgen Sie den Mann doch bis nach Hause.´´ Ich sagte ihm, dass das garnicht möglich sei, weil er mit dem Auto da ist und ich zu Fuß und das eh völliger Quatsch ist und ich jetzt SEINEN Namen wissen möchte, er seine Pflicht vernachlässigt und verpflichtet ist, seine Nummer rauszugeben. Noch bevor ich den Satz zu Ende gesprochen hatte, antwortete der Polizist mit:´´ Können Sie ja sehen was ich muss!´´ Ich dachte, er hätte aufgelegt, weil dann eine lange Pause folgte und ich fragte, ob er noch dran sei. Der Polizist antwortete total cholerisch und echt unprofessionell: ``Jaa, was denn?´´ Ich konnte es einfach nicht fassen, dass das gerade wirklich passiert, machte dem Polizisten nochmal mit einer ernsteren Stimme darauf aufmerksam, dass ich über meine Rechte bescheid weiß und er plötzlich:´´ Ich schicke einen Wagen raus, geben Sie mir noch das Kennzeichen durch.´´ Sagte sogar noch, ich solle es mir auch aufschreiben, falls der Mann wegfährt.. Der Mann steigte in sein Auto ein und machte den Motor sofort an um loszufahren. Ich stand noch hinter dem Auto und mein Freund fragte ihn, ob er wirklich in Erwägung zieht mich jetzt auch noch anzufahren. Natürlich ging der Motor aus und der Mann fing auch schon an rumzuschreien und zu diskutieren. Er wiederholte immerwieder, dass er ja tierische Angst vor Hunden hatte und wir ihn ja ernst nehmen und beachten müssen und er mal gebissen wurde usw. Mein Freund versuchte immer wieder herauszufinden, was er denn von uns verlangt und was wir in seinen Augen falsch gemacht haben. Beantwortet hat er das nicht. Er erwähnte nur immer wieder, dass der Hund an der kurzen Leine gehalten werden muss (?) und er dringend nach Hause muss, weil er Kram im Auto hat, der ins Gefrierfach muss. Immer wenn ich anfangen wollte zu reden, fing er an laut zu werden und ignorierte das was ich sagte. Er redete nur mit meinem Freund, dachte sich die ganze Zeit irgendetwas neues aus, um sich als Opfer darzustellen. Warf MIR sogar vor, dass ich ihm gegenüber agressiv war und der Hund es eh total auf ihn abgesehen hat. Als mein Freund ihn dann fragte, ob ihm denn irgendwas passiert sei und was denn nun sein Problem sei, suchte er sogar an seinen Handgelenken nach spuren, konnte aber nichts finden, da ihm ja niemand nur ansatzweise zu Nahe gekommen ist. Dann fing er an UNS zu fragen, warum denn jetzt die Polizei kommen muss und fragte, ob er nicht einfach das Foto löschen kann und gut ist. Wir waren die letzten, die an einem Samstagabend irgendeinen Ärger mit der Polizei wollten und sind ja sogar erst weggegangen und der Herr wollte uns unbedingt irgendeine unkennbare Schuld zuweisen und den ganzen Spieß umdrehen.

Nach über einer halben Stunde traf dann die Polizei ein, dessen Polizeiwache 500m entfernt ist!!! (Ich habe extra auf Maps nachgeschaut, weil ich das so unfassbar finde!)

Eine Polizistin stieg aus und begrüßte mich. Ich stellte mich vor und sie begrüßte den Hund. Niemand ist zu Schaden gekommen.
Der Polizist der ausstieg, rannte an uns vorbei, schaute uns nichtmal an und wies den alten Herrn in einem genervten, aggressiven Ton an, dass er ja mit rüber kommen soll um dort mit ihm zu sprechen. Erwähnte auch direkt, dass es ja wichtigeres zu tun gibt. Sogar dabei blieben wir ruhig und entschuldigten uns für die Situation. Machten aber auch direkt darauf aufmerksam, dass das letzte was wir wollten, Ärger mit der Polizei ist. Ich schilderte der Polizistin die Situation und das er mich bedroht hat, worüber ich sogar hinwegsehen würde, aber er Fotos von mir gemacht habe, die er nicht mehr löschen will. Sie belehrte mich tatsächlich auch nochmal darüber, dass dieser Mann wirklich einfach von mir Fotos machen und sie behalten darf. Das einzige was er nicht dürfe, ist sie zu veröffentlichen. Als ich Sie fragte, ob das tatsächlich Ihr Ernst sei, dass eine fremde Person mir drohend, penetrant hinterherlaufen darf und das dann begründet ist, bejahte Sie das. Man hörte diesen (erwachsenen) Mann UND den Polizisten die ganze Zeit über lautstark diskutieren und als der Mann noch auf dem Weg zu seinem Auto war und der Polizist noch nichtmal bei uns angekommen ist und sich übrigens immernoch nicht vorgestellt hat, machte der Polizist sich vor uns Groß und sagte: ´´Gehen Sie vom Auto weg, sonst ist der Hund platt, oder wollen sie auch noch provozieren?´´ Mein Freund und ich fanden das so krass, dass wir das garnicht beantworteten. Der Polizist fragte uns genervt und agressiv, was WIR denn jetzt wollen, es läge ja kein Tatbestand vor. Da machte ich ihm deutlich, dass ich das unbegreiflich finde, was hier passiert, WIR nicht die jenigen waren, die diesen ganzen Ärger wollten und ich einfach nur möchte, dass diese fremde Person das Foto von mir löscht. Außerdem hat der Mann mit seinem (doch nicht existierenden) Hund gedroht. Der Polizist sagte, dass der Mann die Fotos Zuhause löschen wird nur das gerade nicht kann, weil er ´´technisch nicht so begabt ist´´.(Im Ernst jetzt?..) Ich schaute ihn fragend an und wollte gerade erwähnen, dass ich das nicht glauben kann und er warf sofort ein, wir sollen uns ´´halt einen Anwalt dazuziehen´´ und ich sagte, dass ich nicht glaube, dass das wirklich für jedermann in Ordnung ist hinter Leuten herzulaufen und aus nicht ersichtlichem Grund die Fotos behalten möchte und ich auf jeden Fall noch eine Anzeige erstatten werde. Daraufhin wünschten die uns Frohe Festtage und einen schönen Abend gingen einfach zu ihrem Auto.

Bin ich hier im falschen Film?

Meiner Meinung nach ist es mehr als offensichtlich, dass dieser verwirrte, alte Mann MICH bedroht hat, meine persönlichen Rechte verletzt hat, nicht fähig war, zu erklären, was eigentlich sein Problem war und ohne ersichtlichen Grund dieses Foto von mir behalten wollte.
Und trotzdem sind wir ´´die bösen Hundebesitzer´´, die IRGENDETWAS (was auch immer?!) falsch gemacht haben.

Ich verstehe die Welt nicht mehr und fühle mich schikaniert und im Stich gelassen von der Polizei. Außerdem finde ich, dass schon genug Mist passiert, als dass man eine junge Frau für bekloppt erklärt, wenn ein alter Mann sie so behandelt..

Muss ich das wirklich so hinnehmen? Wer weiß, was dieser Mann mit den Fotos anstellt und was ihm beim nächsten Mal wieder einfällt, wenn er mir über den Weg läuft? Muss ich mich und meinen Hund wirklich so diskriminieren lassen? Es kann ja tatsächlich sein, dass er irgendein Trauma hat, was ich jetzt auch wegen IHM habe, aber ich fange doch auch nicht an, allen alten Männern wie eine Verrückte hinterherzulaufen und zu bedrohen, nur weil ich die nicht mag oder gerade schlechte Laune habe. Ich finde das einfach nur UNBEGREIFLICH.

Wie ist hier die Rechtslage?

Vielen Dank schonmal für alles!

Gammaflyer
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Re: Wegen Hund von Passant UND Polizei wahrheitswidrig behan

Beitrag von Gammaflyer » 22.12.13, 01:55

Die Rechtslage hinsichtlich der Fotos ist zutreffend von den Polizisten beschrieben worden.

Der Rest ist wenig greifbar, da bräuchte ich konkretere rechtliche Fragen als "muss ich das hinnehmen?".

nordlicht02
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Re: Wegen Hund von Passant UND Polizei wahrheitswidrig behan

Beitrag von nordlicht02 » 22.12.13, 08:22

Gammaflyer hat geschrieben:Die Rechtslage hinsichtlich der Fotos ist zutreffend von den Polizisten beschrieben worden.
So ist es.
Das Fotografieren, zumal im öffentlichen Raum, ist i. d. R. nicht per se verboten. Lediglich die Veröffentlichung / Verbreitung bedarf der Zustimmung der erkennbar abgebildeten Personen.
Muss ich das wirklich so hinnehmen?
Hinsichtlich der Fotos behaupte ich jetzt mal: Ja.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Waschbärin
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Re: Wegen Hund von Passant UND Polizei wahrheitswidrig behan

Beitrag von Waschbärin » 22.12.13, 09:02

Für so'n Pippifax ist die Polizei schlichtweg nicht zuständig. Die haben wirklich wichtigeres zu tun. Es ist ja niemand ernsthaft zu Schaden gekommen.

Die Rechtslage bezüglich der Fotos wurde ja bereist erörtert. Dazu ist noch anzumerken dass die Polizei auch in dem Fall nicht zuständig wäre, wenn der Mann die Bilder irgendwo veröffentlichen würde, sondern dass in so einem Fall dann der zivilrechtliche Weg zu gehen wäre.

Den einzigsten Tatbestand, den ich hier ernsthaft erkennen kann, ist dass der Mann am Wegfahren gehindert wurde (= Nötigung). Alles andere hätte man auch klären können ohne die Polizei herbei zu zitieren (z.B. durch Notieren des KFZ-Kennzeichens, dann hätte man sich auf die Wache bequemen können wenn einem die Sache wirklich so wichtig gewesen wäre).

Wenn für jede Meinungsverschiedenheit eine Polizeistreife ausrücken müsste, wie viele Polizisten müsste man dann wohl zusätzlich einstellen? I.d.R. hilft es sich bei solchen Lapalien, wenn das eigene Ego ein wenig angekratzt wird, sich zu denken "Du mich auch...". Und wenn es den Anschein macht dass der Meinungskontrahent offensichtlich verwirrt reagiert lohnt ein solches Gezicke schon mal überhaupt nicht.

Roni
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Re: Wegen Hund von Passant UND Polizei wahrheitswidrig behan

Beitrag von Roni » 22.12.13, 11:03

Kindergarten :roll:

Tom Ate
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Re: Wegen Hund von Passant UND Polizei wahrheitswidrig behan

Beitrag von Tom Ate » 28.12.13, 12:24

Hunde sind anzuleinen und so zu führen, dass niemand belästigt wird.

Natürlich darf der Mann zu beweiszwecken ein Foto mache.

Man darf ihn aber nicht am Wegfahren hindern

Toll dass die Polizei mit der Kinderkacke belästigt wird. Wirklich schlimm dass die Polizei nicht alle wirklichen Einsätze abbricht und hinten anschiebt um hier die Kinder zu trösten.



Nebenbei: nur weil man meint seine Rechte zu kennen entspricht das nicht unbedingt der Tatsache. Vielmehr ist die Irrtumsrate nahe bei 100 Prozent, wie du hier wieder mal beweist.

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